Erika Burkart

Inventar ihres Archivs im Schweizerischen Literaturarchiv



Inventar erstellt von Corinna Jäger-Trees,








Schweizerisches Literaturarchiv

Hallwylstrasse 15
CH-3003 Bern


E-Mailadresse: arch.lit@nb.admin.ch



Findmittel codiert von Rudolf Probst, April 2005, letzte Aktualisierung September 2012


Übersicht

Autor/Urheber : Burkart, Erika (1922-2010)
Titel : Inventar ihres Archivs im Schweizerischen Literaturarchiv
Eckdaten der Dokumente : 1950/2010
Zusammenfassung : Das Archiv Burkarts umfasst bezüglich des literarischen Materials (A) Manuskripte, viele Typoskripte, ausserdem Manuskripthefte mit Notizen und Skizzen zu Werken, Briefen und tagebuchartigen Notaten. Im Weiteren enthält das Archiv Korrespondenzen (B) und persönliche Dokumente (C). Die Rubrik Sammlungen (D) umfasst Presseausschnitte, Sekundärliteratur, in Zeitungen und Zeitschriften abgedruckte Texte Burkarts sowie Fotos. Das erweiterte Archiv (E) umfasst Briefsammlungen von Briefen Erika Burkarts an Luzia Elmer und Carl Naef.
Umfang : 86 Schachteln
Signatur : SLA-EBUR

Erika Burkart, 1980

Zu Leben und Werk der Autorin

Burkart wird 1922 in Aarau geboren und kommt schon sehr früh nach Althäusern ins Haus Kapf, die ehemalige Sommerresidenz der Aebte von Muri. Ihre Eltern unterhalten dort eine Gastwirtschaft. Der Vater, einst Grosswildjäger in Südamerika, betreut die Gaststube, während die Mutter ihre Töchter ins Reich der Sagen und Märchen einführt - eine spannungsreiche Konstellation, die Burkart über die Kindheit hinaus massgeblich geprägt hat.

Nach der Ausbildung zur Primarlehrerin unterrichtet sie während mehrerer Jahre an verschiedenen Schulen, bis sie sich ab 1955 ausschliesslich dem Schreiben widmet. Abgesehen von ein paar längeren Auslandaufenthalten in Irland und Italien lebt und schreibt die Dichterin immer in diesem Haus mit seinem märchenhaften Garten, den sie und ihr Mann, der Schriftsteller Ernst Halter, grösstenteils selber gestaltet haben. Dieser Lebensraum mit der umgebenden aargauischen Moor- und Waldlandschaft ist für ihre Dichtung von Anfang an prägend.

Erika Burkart zählt zu den bedeutendsten Lyrikerinnen im deutschsprachigen Raum, sie hat die Lyrik und auch die lyrisch geprägte Prosaliteratur der vergangenen 50 Jahre massgeblich mitgeprägt. Ihr sind eine ganze Reihe von Gedichtbänden und Prosawerken zu verdanken, deren literarischer Kosmos auf Natur und Landschaft konzentriert ist. Der Natur- und Landschaftsraum erschöpft sich bei Erika Burkart aber nicht in sich selbst, sondern erhält Symbolcharakter, indem die Autorin vor diesem Hintergrund die wichtigen Fragen ihrer dichterischen Existenz ausleuchtet: Mythos der Kindheit und Vertreibung aus diesem Paradies, Entfremdung des Menschen von sich selbst sowie von Natur und Kosmos, Liebe, Tod und Trauer, geistige Welt als zentraler menschlicher Erlebnisraum, Möglichkeiten und Grenzen der Sprache gehören u.a. zu den Themenkreisen, die sie immer neu in überzeugende sprachliche Bilder zu formen versteht.

Mit den frühen Gedichtbänden (Der dunkle Vogel, 1953; Sterngefährten, 1955; Geist der Fluren, 1958; Bann und Flug, 1956; Gerettete Erde, 1960) legt Erika Burkart die Grundsteine ihrer Welt. In der Landschaft, ihren Bäumen und Mooren, im Firmament mit seinen Sternen entdeckt sie die mythische Vorzeit und zugleich eine Spiege-lung des eigenen Seelenraumes. Aber eine Harmonie ist kaum mehr möglich, es wächst die Einsicht in den Abstand zwischen Mensch und Natur. Das Leiden der Menschen, "abgeschnitten von der Engelswurzel" zu leben, ist Thema der Romane Moräne (1970) und Rufweite (1975). Auch der Roman Der Weg zu den Schafen (1979) ist eine Aufzeichnung der Verluste: "Wir leben auf einem missbrauchten Stern". Trotz des grausamen Wissens eröffnen sich auf kurze Momente Räume der Utopie; im Gedichtband Sternbild des Kindes (1984) beginnt eine andere Erde, auf der sich die Gegensätze vorübergehend versöhnen können. Neue Wege hat die Autorin mit ihrem tagebuchartigen Text Grundwasserstrom (2000) beschritten. Sie starb 2010 im Alter von 88 Jahren.

Kurze Beschreibung des Archivs, die wichtigsten Dokumente

Das Archiv Burkarts umfasst bezüglich des literarischen Materials (A) Manuskripte von drei Romanen und einigen Gedichten; sehr umfangreich erhalten sind Typoskripte der Gedichte und Romane, ausserdem Manuskripthefte mit Notizen und Skizzen zu Werken, Briefen und tagebuchartigen Notaten. Im Weiteren enthält das Archiv Korrespondenzen (B) und persönliche Dokumente (C). Die Rubrik Sammlungen (D) umfasst eine grosse Sammlung mit Presseausschnitten zu Leben und Werk der Autorin, die dazugehörige Sekundärliteratur, in Zeitungen und Zeitschriften abgedruckte Texte Burkarts sowie Fotos. Das erweiterte Archiv (E) umfasst Briefsammlungen von Briefen Erika Burkarts an Luzia Elmer und Carl Naef.


Administrative Informationen

Organisation der Dokumente

Einige Materialien befinden sich nach wie vor bei Ernst Halter.


Zugang

Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.


Bevorzugte Zitierweise:

Schweizerisches Literaturarchiv (SLA). Archiv Erika Burkart.

Inhaltsverzeichnis

A Werke
A-1 Prosa
A-1-a Moräne, 1970
A-1-b Rufweite, 1975
A-1-c Der Weg zu den Schafen, 1979
A-1-d Die Spiele der Erkenntnis, 1985
A-1-e Das Schimmern der Flügel, 1994
A-1-f Grundwasserstrom, 2000
A-1-g Kleine Prosa
A-1-h Manuskripthefte diverse Gattungen
A-1-i Die Vikarin, 2006
A-1-j Das verborgene Haus, 2008
A-1-k Tagebuchaufzeichnungen, hrsg. von Ernst Halter (unveröffentlicht)
A-2 Lyrik
A-2-a Der dunkle Vogel, 1953
A-2-b Sterngefährten, 1955
A-2-c Bann und Flug, 1956
A-2-d Geist der Fluren, 1958
A-2-e Die gerettete Erde, 1960
A-2-f Mit den Augen der Kore, 1962
A-2-g Ich lebe, 1962
A-2-h Die weichenden Ufer, 1967
A-2-i Die Transparenz der Scherben, 1973
A-2-j Das Licht im Kahlschlag, 1977
A-2-k Augenzeuge, 1988
A-2-l Die Freiheit der Nacht, 1989
A-2-m Sternbild des Kindes, 1991
A-2-n Schweigeminute, 1997
A-2-o Ich suche den blauen Mohn, 1995/1998
A-2-p Die Zärtlichkeit der Schatten, 1991
A-2-q Stille fernster Rückruf, 1997
A-2-r Langsamer Satz, 2002
A-2-s Ortlose Nähe, 2005
A-2-t Gedichte für János, 1954
A-2-u Neue Gedichte, 1995/1998
A-2-v Zusammenstellung von Gedichten
A-2-w Gedichte auf Loseblättern Ms und Ts
A-2-x Geheimbrief, 2009
A-2-y Das späte Erkennen der Zeichen, 2010
A-3 Essayistische Schriften
A-4 Zeichnungen
B Briefe
B-1 Briefe von Erika Burkart
B-2 Briefe an Erika Burkart
B-3 Briefe Dritter
B-4 Thematische Konvolute
C Lebensdokumente
C-1 Persönliche Dokumente
D Sammlungen
D-1 Texte Dritter
D-2 Pressedokumentation
D-2-a Porträts, Preise, Lesungen
Porträts
Auszeichnungen, Geburtstage
Lesungen
D-2-b Besprechungen
D-2-c Diverses
D-2-d Pressehefte
D-3 Gedruckte Texte Erika Burkarts in Zeitungen und Zeitschriften sowie für das Radio
D-4 Sekundärliteratur
D-5 Tonträger
D-6 Bücher von E.B. (Sammlung Ursula Minssen)
D-7 Sammlung Zeitschrift Antaios
D-8 Fotos
D-9 Sonderformate
E Erweitertes Archiv
E-1 Sammlung Elmer
E-1-A Literarisches
E-1-B Briefe Erika Burkart an Luzia Elmer
E-1-C Persönliche Dokumente/Sammlungen
E-2 Sammlung Naef
E-2-A Literarisches
E-2-B Korrespondenz