Hesse-Archiv:

Inventar der Hesse-Sammlungen im Schweizerischen Literaturarchiv



Inventar erstellt von Lukas Dettwiler, auf Grundlage aller bestehenden Inventare, 1964-2010








Schweizerisches Literaturarchiv

Hallwylstrasse 15
CH-3003 Bern


E-Mailadresse: arch.lit@nb.admin.ch



Findmittel codiert von Lukas Dettwiler 2009/2010


Übersicht

Autor/Urheber : Hesse, Hermann (1877-1962)
Titel : Hesse-Archiv
Eckdaten der Dokumente : 1899-2000 ca.
Zusammenfassung : Manuskripte, Typoskripte, Briefe, Karten, Postkarten, Fotografien, Tonträger, Zeitungssammlungen, Lebensdokumente (Objekte, Möbel, Gebrauchsgegenstände etc.)
Umfang : 235 Archivschachteln, 40 Sonderformate, Objekte
Signatur : SLA-Hesse-Archiv

Hermann Hesse, Bremgarten 1943 (Foto: Martin Hesse)

Biographie von Hermann Hesse

Hermann Hesse ist am 2. Juli 1877 in Calw zur Welt gekommen und am 9. August 1962 in Montagnola (Kanton Tessin) in der Südschweiz gestorben. Sein Vater war der baltisch-deutsche Missionar Johannes Hesse, seine Mutter Marie Isenberg, geb. Gundert. Wichtige Stationen in seinem Leben waren der Schulbesuch in Basel und das evangelische Klosterseminar in Maulbronn (1891), die Buchhändlerlehre bei J. J. Heckenhauer in Tübingen (1895-1898) und die Jahre als Basler Buchhändler und Rezensent (1899-1903). Nach dem Erfolg mit Peter Camenzind verheiratete er sich mit Maria Bernoulli und liess sich als freier Schriftsteller in Gaienhofen am Bodensee nieder (von wo er 1911 seine "Indienreise" unternahm), von 1912 bis 1919 in Bern. Anschliessend verbrachte der Autor von der Familie getrennt im Tessiner Dorf Montagnola, dessen südländischen Charakter er malend in seinen Aquarellen festhielt. Hermann Hesse war in zweiter Ehe mit Ruth Wenger verheiratet, in dritter Ehe mit Ninon Dolbin, geb. Ausländer. 1924 erhielt er das Schweizer Bürgerrecht. 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1947 mit dem Dr. h. c. der Universität Bern, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, liegt sein literarisches Werk heute in 60 verschiedene Sprachen übersetzt vor und gilt als eines der meistgelesenen des 20. Jahrhunderts.

Geschichte und Umfang des Hesse-Archivs im SLA

Die Schenkung der Hesse-Sammlung von Helene Welti-Kammerer an die Handschriftenabteilung der Schweizerischen Landesbibliothek aus dem Jahr 1942 bildet das Fundament des Hesse-Archivs im Schweizerischen Literaturarchiv. 395 unveröffentlichte Briefe, Aquarelle sowie seltene Ausgaben seiner gedruckten Werke und diverse Beilage (Manuskripte) sind 1942 der damaligen Handschriftenabteilung der Schweizerischen Landesbibliothek SLB überlassen worden.
Obschon Hermann Hesse bereits zur Zeit des 1. Weltkriegs begonnen hatte, dem Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar Dokumente seines Schaffens zukommen zu lassen, schenkte er von 1949 bis zu seinem Tod 1962 sukzessive der Schweizerischen Landesbibliothek in Bern rund 20'000 an ihn gerichtete Briefe, Zeichen der umfangreichen Korrespondenz, die er zeitlebens führte. Am 13. Mai 1964 gründeten die Erben Hesses die "Hermann-Hesse-Stiftung" mit Sitz in Bern. Durch Depositumsverträge mit der Deutschen Schiller-Gesellschaft in Marbach am Neckar wie auch der Schweizerischen Landesbibliothek in Bern gelangte der eigentliche Nachlass ins Deutsche Literaturarchiv in Marbach am Neckar, während Bern Teile der Bibliothek und Objekte aus dem Eigentum Hesses erhielt. Diese Bestände sind durch zahlreiche Schenkungen und Ankäufe massgeblich erweitert worden. Diese Sammlungen, Nachlässe und Einzelerwerbungen sind im Inventarteil E: Erweiterungen vollumfänglich verzeichnet.


Administrative Informationen

Struktur des Hesse-Archivs

Teil A: Werke

A-1: Autografen, mit Verweis auf Slg. oder NL in Teil E (und Teil D).
A-2: Incipits, mit Verweis auf den (Gedicht-)Titel in A-1 oder auf das Dokument in Teil E.
Teil B: Briefe

Rund 20'000 Briefe und Postkarten von über 6'000 verschiedenen Absendern.
Ms-L-81: "Malerbriefe"; Ms-L-82: "Musikerbriefe"; Ms-L-83: "Dichterbriefe"; Ms-L-84: "Leserbriefe"; Ms-L-85: Kriegskorrespondenz 1914-1919; Ms-L-86: "Demian"-Briefe.
Teil C: Lebensdokumente

Persönliche Gegenstände, Brillen, Möbel und Schreibwerkzeuge, Kunstsammlung, Fotosammlungen, Zeichnungen, Aquarelle, Naturalien, Steinsammlung, Ehrungen.
Teil D: Sammlungen

Pressedokumentationen (Zeitungsausschnitte und Rezensionen, zum Teil als handschriftliche Abschriften), Tonträger, Sammlung Gedruckte (Kleinere) Schriften, Bibliothek (die Karteikarten sind im SLA einsehbar.)
Teil E: Erweiterungen

Sammlungen (Slg.), Nachlässe (NL) und Einzelerwerbungen von Privaten oder von Institutionen, meistens mit Dokumenten aus allen Gattungen: Werkmanuskripte, mit umfangreichen Briefkonvoluten von und an Hesse, Lebensdokumente, Sammelstücke.

Zugang

Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.

Links zu weiteren Hesse-Sammlungen in der Schweiz und in Deutschland

Hesse-Archiv im Deutschen Literaturarchiv (DLA)
www.dla-marbach.de/index.php?id=450&ADISDB=BF&WEB=JA&ADISOI=19581

UB Basel: Rund 300 Briefe von Hesse (an Anny Bodmer-Beck, Adolf Muschg u.a.) sowie "Dossier Hermann Hesse" von Martha Ringier
www.ub.unibas.ch/

ZB Solothurn: Hermann-Hesse-Sammlung von Rosa Muggli-Isler, Kilchberg (Erst- und Sammelausgaben, Privatdrucke, Zeitungs- und Zeitschriftenausschnitte, Monographien, 263 hs. u. masch. Briefe und Karten von Hesse)
www.zbsolothurn.ch/

Vadiana St. Gallen: Sammlung von Max Thomann-Vonwiller (Drucke, Manuskripte, Briefe und Karten von Hesse, Bilder und Fotos)
www.sg.ch/home/kultur/kantonsbibliothek.html

Winterthurer Bibliotheken: Sammlung Georg Reinhart (Korrespondenz)
bibliotheken.winterthur.ch/studienbibliothek/sondersammlungen/depots-und-nachlaesse/auswahl-nachlaesse/

ETH-Bibliothek Zürich: Sammlung Alice Leuthold-Sprecher (Manuskripte, Briefe, Einzelausgaben)
www.ethbib.ethz.ch/index.html

Links zu Hesse-Sites und helveticat

HHP - Hermann Hesse Page von Prof. Dr. Gunther Gottschalk
www.gss.ucsb.edu/projects/hesse/

Hermann Hesse Sekundärbibliographie von Jürgen Below
www.hermann-hesse-sekundaerschrifttum.de/019f5f98db100080a/index.html

Internationale Hermann Hesse Gesellschaft e.V.
www.hessegesellschaft.de/

Hermann Hesse Portal
www.hermann-hesse.de/de/index.htm

Hermann Hesse im Suhrkamp Verlag
www.suhrkamp.de/hermann-hesse_928.html

Fondazione Hermann Hesse Montagnola
www.hessemontagnola.ch/

Hermann Hesse Höri-Museum Gaienhofen
www.hermann-hesse-hoeri-museum.de/

Hermann Hesse-Haus Gaienhofen
www.hermann-hesse-haus.de/

helveticat, online-Katalog (OPAC) der Schweizerischen Nationalbibliothek
libraries.admin.ch/cgi-bin/gw/chameleon?skin=helveticat


Bevorzugte Zitierweise:

Schweizerisches Literaturarchiv (SLA), Hesse-Archiv.

Hinweise zur Erschliessungsgeschichte

Dank

Die Online Version basiert zu einem grossen Teil auf den Vorarbeiten und Teilinventaren folgender Personen: Martin Clausen, Lukas Dettwiler, Thomas Feitknecht, Huldrych Gastpar, Annemarie Luck, Rätus Luck, Vera Probst, Yasmine Scheidegger, Jeannette Tüscher u.a. Das Konzept der Konfiguration, Kodierung und Konvertierung der Daten und Dokumente stammt von Rudolf Probst. Simon Schmid vom Fotoatelier der NB hat die Reproduktionen und Icons kreiert. Eine grosszügige Unterstützung der Hermann-Hesse-Stiftung in Bern ermöglichte die Rekatalogisierung alter Karteikarten. Allen gebührt ein herzlicher Dank.

Erschliessungsgeschichte und Signaturen

Die Sammlung Welti ist 1942 als Schenkung in die Handschriftenabteilung der SLB gelangt und wurde nach den Regeln der damaligen Katalogisierung erschlossen. Seit 1942 bis heute haben sich die Erschliessungsprinzipien verschiedentlich geändert und mit der Gründung des SLA (1991) traten 1994 die Erschliessungsgrundsätze des SLA in Kraft, die der Konvertierung in ead (encoded archival description) Rechnung trugen. Die Matrix oder Struktur dieser Grundsätze ordnet den Bestand und die Dokumente in 5 Teilbereiche: A: Werke, B: Briefe, C: Lebensdokumente, D: Sammlungen, E: Erweiterung. Bei der Konvertierung der Katalogisate - Karteikarten, maschinenschriftliche Inventare und in jüngster Zeit auch Word-Dateien - wurden nun als Ordnungsstruktur diese Matrix angewendet, die den heute gültigen Erschliessungsansatz des SLA widerspiegelt. Die Weiterbearbeitung und künftige Erschliessung von Hesseana wird nach dem Import des "Inventar der Hesse-Sammlungen im Schweizerischen Literaturarchiv" in der Archivdatenbank ScopeArchiv erfolgen.

Bei der Erarbeitung des vorliegenden Online-Inventars wurde eine wo immer grösstmögliche Konsistenz und Systematisierung der Daten angestrebt. Dazu zwei Beispiele: Die unterschiedlichen Angaben für das Feld "Ort" ("o.O.", ohne Ort) ist jetzt durchgehend mit "s.l." (sine loco) ersetzt, die Angabe "o.D.u.J." durch "s.d." (sans date).

Scheinbar paradoxe Signaturen

Durch die historisch bedingten Änderungen in der Erschliessungspraxis sind scheinbar paradoxe Signaturen im Hesse-Archiv entstanden. Die Slg. Bodmer zum Beispiel trägt als ganze die Signatur Ms-Lq-313, somit kommen die Briefe an Hesse unter die Signatur Ms-Lq-313-B-2 zu stehen. Die 19 Briefe und Karten von 1905-1951 an Hesse jedoch sind im Standortkatalog unter der (harten) Signatur Ms-Lq-383 verzeichnet, unter Ms-Lq-384 die 13 Briefe und Karten von 1915-1947. Der heutigen Matrix A: Werke, B: Briefe (dabei B-1 Briefe an, B-2 Briefe von etc.) musste somit eine ganz anders lautende absolute Signatur nach- oder untergeordnet werden. Die Signatur als ganzes ist somit ein Hybrid aus Matrix SLA und absoluter Signatur. Teile der Slg. Sturzenegger (die "Materialsammlungen von Paul Schaffner") sind jetzt unter D: Sammlungen (Ms-Lq-319-D) aufgeführt, bei ihrer Erschliessung im Jahr 1972 hatten sie aber die Signaturen Ms-Lq-319-E bis J erhalten, so dass heute unter der SLA-Matrix Ms-Lq-319-D eine scheinbar "falsche" Signatur angesetzt ist. Mit Ms-Lq-319-A/01 bis 64 sind die Briefe Hesses an Sturzenegger verzeichnet worden, figurieren nun aber unter der Matrix-Struktur Ms-Lq-319-B-1 "Briefe von HH an Sturzenegger" usw. Dies nur als Beispiele für "paradoxe" Signaturen, wie sie durch Verschränkung der "neuen" SLA-Ordnungsmatrix mit "alten" ("harten" oder absoluten vorgegebenen) Signaturen auftreten können. Es gibt andere Beispiele, bei denen bloss die SLA-Matrix einer "harten" Signatur vorgeordnet ist, s. dazu Ms-Lq-535-B-4-46 und B-4-47: Briefe von Max Bucherer an HH, die unter der Matrix Ms-Lq-535-B-2 angeordnet sind. Solche "Widersprüche" gehen auf die über gut sieben Jahrzehnte unter verschiedenen Vorzeichen oder (Bibliotheks- und Erschliessungs-)Regeln erfolgte Inventarisierungsgeschichte zurück. Solche scheinbar inventarmässige Unlogik wird aber belassen, da eine Signaturvergabe, wenn einmal im Umlauf gesetzt und/oder veröffentlicht und zitiert, nicht mehr änderbar ist.

Hesse-Signaturen unter Ms-L und Ms-Lq:

Ms-L-61, Ms-L-115 bis 120, Ms-L-142, Ms-Lq-59, Ms-Lq-60, Ms-Lq-61, Ms-Lq-69, Ms-Lq-82, Ms-Lq-272, Ms-Lq-296, Ms-Lq-297, Ms-Lq-309 bis 319 sind Hesse-Signaturen. Ms-Lq-381 bis Ms-Lq-399, sowie Ms-Lq-500 bis Ms-Lq-533, Ms-Lq-547 bis Ms-Lq-551, Ms-Lq-700 und Ms-Lq-701 ff.
Ms-Lq-320 bis Ms-Lq-380 sind keine Hesse-Signaturen.