Archiv des Steinberg-Verlags

Inventar des Steinberg-Verlags im Schweizerischen Literaturarchiv



Inventar erstellt von Bettina Braun, Ladina Fessler, 2010








Schweizerisches Literaturarchiv

Hallwylstrasse 15
CH-3003 Bern


E-Mailadresse: arch.lit@nb.admin.ch



Findmittel codiert von Lukas Dettwiler Oktober 2014


Übersicht

Autor/Urheber : Steinberg-Verlag (1940-1985)
Titel : Inventar ihres Archivs im Schweizerischen Literaturarchiv
Eckdaten der Dokumente : 1899/2002
Zusammenfassung : Manuskripte, Typoskripte, Briefe, Lebensdokumente, Sekundärliteratur, Fremdmanuskripte, Zeitungsausschnitte, Publikationen
Umfang : 113 Archivschachteln, 2 Sonderformate
Signatur : SLA-STEINBERG

Selma und Luise Steinberg in ihrem Verlag.

Notiz zum Verlagsarchiv

Der Steinberg-Verlag wurde 1942 von den Geschwistern Selma (1901 – 1979) und Luise (Lili, 1900 – 1979) Steinberg gegründet; auch die dritte Schwester, Sofie Menzel (? – 1957), und deren Mann Simon waren (zeitweilig) in das Verlagsgeschäft involviert (Kollektivgesellschaft Steinberg-Verlag und Diana-Verlag von Simon Menzel 1947/1948). Die in Altona/Preussen geborenen und zeitlebens in Zollikon wohnhaften Schwestern mit jüdisch-rumänischen Wurzeln spezialisierten sich auf Übersetzungen aus dem Englischen und Amerikanischen (Huxley, Hemingway, Maugham, Steinbeck u.a.). Daneben erschienen in ihrem Verlag vorwiegend Bücher von emigrierten Autoren wie Klaus Mann, Max Brod, Rudolf Jakob Humm, Jo Mihaly u.a. Als Mitarbeiter des Verlags fungierten u.a. zeitweise Carl Seelig, die Autoren Kurt Kläber und Kurt Münzer sowie der Journalist, Philosoph und Politologe Arnold Künzli. Ein Teilnachlass von Kurt Münzer, ein populärer Autor der Weimarer Republik, der insbesondere Ende der 1920er Jahre unter dem Pseudonym Georg Fink bekannt geworden war, befindet sich ebenfalls in den Akten des Steinberg-Verlags.

Lili und Selma Steinberg verfügten in ihren Testamenten über die Gründung einer Stiftung mit dem Zweck, ihre Liegenschaften in Zollikon (Schwendenhausstr. 19) und im Tessin (Casa Sotto, Minusio/Locarno) erhohlungsbedürftigen SchriftstellerInnen für eine bestimmte Zeit zur Verfügung zu stellen. Die "Sofie Menzel und Schwestern Lili und Selma Steinberg-Stiftung" ging 1996 in die Forberg-Stiftung über, die ebenfalls im Sinne der Steinberg-Schwestern Atelier- und Arbeitsräume an KünstlerInnen und SchriftstellerInnen vermittelt. Die Verlagsgeschichte ist bisher nicht dokumentiert und aus der jetzigen Dokumentenlage schwer rekonstruierbar; die Bedeutung des Steinberg-Verlags als Exilverlag nicht aufgearbeitet.

Kurze Beschreibung des Archivs, die wichtigsten Dokumente

Das Archiv erfuhr eine Bearbeitung der Erschliessungstiefe 2 ("Schachtel-plus"-Inventar). Die meisten Dokumente lagen zum Zeitpunkt der Erschliessung noch in den ursprünglichen Ordnern und Kartonmappen. Ein Grossteil der Dokumente ist deshalb in einem konservatorisch schlechten Zustand. Die bestehende Ordnung der Nachlasserinnen wurde weitgehend übernommen. Deren Bezeichnung der Konvolute sind im Inventar mit Anführungszeichen (" ") wiedergegeben. Die lose überlieferten Dokumente, die weitgehend ungeordnet waren, sind jeweils in der Kategorie eingeordnet, die die Mehrheit der Dokumente im jeweiligen "Konvolut" ausmacht. Die Titel der Typoskripte sind in der Kategorie A einzeln verzeichnet.

Die wichtigsten Dokumente des Nachlasses befinden sich in den Kategorien A (Typoskripte) und B (Briefe). Von Bedeutung ist ausserdem die Sammlung Kurt Münzer, die auch Dokumente aus Münzers Nachlass enthält. Der Grossteil der Typoskripte der Kategorie A besteht aus deutschen Übersetzungen englischer Werke. Dazu kommen Typoskrypte einzelner wichtiger Werke von Wieland Herzfelde, Horst Schade und Alexander M. Frey. Bedeutende Briefpartner der Verlegerinnen waren Klaus und Erika Mann, Alfred Döblin, Hermann Hesse, Erich Kästner, Ferdinand von Hardekopf, Luis Aragon, Max Brod, Ulrich Becher u.a. Das Archiv umfasst auch einige wenige persönliche Dokumente der Steinberg-Schwestern.


Administrative Informationen

Organisation der Dokumente

Das Archiv des Steinberg-Verlags besteht aus den fünf Teilen:
- Werkmanuskripte
- Briefe
- Lebensdokumente
- Sammlungen
- Erweiterung


Zugang

Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.

Links

Robert Walser-Zentrum, Bern
www.robertwalser.ch/

helveticat, online-Katalog (OPAC) der Schweizerischen Nationalbibliothek NB:
libraries.admin.ch/cgi-bin/gw/chameleon?skin=helveticat


Bevorzugte Zitierweise:

Schweizerisches Literaturarchiv (SLA). Archiv des Steinberg-Verlags.

Erwerbung

Als Testamentsvollstrecker der verstorbenen Verlegerinnen Lily und Selma Steinberg fungierte in den 1980er Jahren Dr. Elio Fröhlich. Im Rahmen der Auflösung des Haushalts des Wohnhauses in Zollikon beschloss der Stiftungsrat der "Sofie Menzel und Schwestern Lily und Selma Steinberg-Stiftung", das Archiv des Steinberg-Verlags im Robert Walser-Archiv in Zürich unterzubringen. Das Archiv ist Eigentum der Robert Walser-Stiftung Bern und wird seit 2011 als langfristiges Depositum im Schweizerischen Literaturarchiv der Schweizerischen Nationalbibliothek deponiert (gemäss der Vereinbarung vom 24.04.2009 zwischen der Robert Walser-Stiftung Bern und der Schweizerischen Eidgenossenschaft).

Inhaltsverzeichnis

A Werke
A-1 Typoskripte
B Briefe
B-04 Thematische Konvolute
C Lebensdokumente
C-01 Persönliche Dokumente
C-02 Finanzen, Bestellungen, Lieferungen, Lager
C-03 Verträge
D Sammlungen
D-01 Kurt Münzer
D-02 Dokumente
D-03 Bücher des Steinberg-Verlags
E Erweiterung
E-01 Nachlassverwaltung