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Biographische Angaben
Walter Matthias Diggelmann wurde am 5. Juli 1927 in Mönchaltorf (ZH) geboren und erlebte als uneheliches Kind einer verwaisten
Bauernmagd eine sehr schwierige Kindheit und Jugend als Heim- und Pflegekind und mit mangelhafter Schulbildung. Nach einem
Bagatelldiebstahl und der Flucht nach Italien wurde er dort von den Deutschen festgenommen und nach Dresden als Zwangsarbeiter
überführt. Nach der Rückkehr in die Schweiz 1945 folgten ein Psychiatrie- und anschliessend ein Gefängnisaufenthalt. In der
Folge schlug er sich mit Gelegenheitsjobs und ersten schriftstellerischen Versuchen durch.
Ab den 50er- und 60er-Jahren arbeitete er als Regieassistent, Dramaturg, Werbeberater und Journalist in Zürich und immer wieder
als freier Schriftsteller, u.a. in Zürich, im Waadtland und im Tessin.
Neben seinem umfangreichen erzählerischen Werk verfasste er auch zahlreiche Theaterstücke, Hör- und Fernsehspiele sowie Filmdrehbücher.
Walter Matthias Diggelmann wurde mehrfach von der Literaturkommission der Stadt Zürich ausgezeichnet; 1965 erhielt er den
Preis der Conrad Ferdinand Meyer-Stiftung, 1979 den Preis der Zürcher Kantonalbank sowie eine Ehrengabe der Schweizerischen
Schillerstiftung 1979. Nach der Publikation der Hinterlassenschaft (1965) blieben für ein gutes Jahrzehnt nicht nur die Preise aus, er musste sich auch Verlage ausserhalb der Schweiz suchen.
Walter Matthias Diggelmann, der am 29. November 1979 im Alter von 52 Jahren in Zürich starb, gilt mit seinen sozialkritischen
Romanen und Erzählungen – wie Das Verhör des Harry Wind (1962), Die Hinterlassenschaft (1965), Freispruch für Isidor Ruge (1967) , Die Vergnügungsfahrt (1969), Ich heisse Thomy (1973), Filippinis Garten(1978), Schatten. Tagebuch einer Krankheit (1979) – als einer der prononciertesten Vertreter der Littérature engagée der Schweizer Nachkriegsmoderne.
Der Nachlass von Walter Matthias Diggelmann gelangte 1990 als einer der ersten Nachlässe überhaupt ins Schweizerische Literaturarchiv,
und zwar als Schenkung aus den Händen von Klara Obermüller, mit der Diggelmann in dritter Ehe verheiratet war.
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Walter Matthias Diggelmann (Foto: Jack Metzger)
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Umfang und Inhalt der Dokumente
Der Nachlass enthält folgende Dokumente:
A: Werke: Manus- und Typoskripte zu den meisten Werken Walter Matthias Diggelmanns sowie unpublizierte Texte. Umfangreiche
Sammlung von Zeitungsbeiträgen.
B: Briefe und Briefentwürfe des Autors, ca. 5000 - 6000 Briefe an den Autor, u.a. von: Elsie Attenhofer, Maria Becker, Franz
Beidler, Max Bill, Peter-André Bloch, Elisabeth Brock-Sulzer, Eva Maria Borer, Mario Cortesi, Werner Düggelin, Friedrich Dürrenmatt,
Konrad Farner, Jürg Federspiel, Robert Freitag, Max Frisch, Kurt Furgler, Manuel Gasser, Sergius Golowin, Peter Härtling,
Fred Haltiner, Hans Rudolf Hilty, Peter Hirsch (Surava), Gottfried und Warja Honegger-Lavater, Kurt Horwitz, Erwin Jaeckle,
Peter Keckeis, Arnold Kübler, Emil Landolt, Peter Löffler, Hugo Loetscher, Peter Lotar, Bruno Mariacher, Ludwig A. Minelli,
Adolf Muschg, Peter Noll, Berthold Rothschild, Peter Schifferli, Werner Schmidli, Wolfdietrich Schnurre, Ellen Schwiers, Gerold
Späth, Otto Steiger, Claudia Storz, Alain Tanner, Siegfried Unseld, Walter Vogt, Otto F. Walter, Werner Weber, Lazar Wechsler,
Markus Werner, Bernhard Wicki, Friedrich Witz, Laure Wyss, Konrad Wolf, Werner Wollenberger, Alexander Ziegler, Hans-Ulrich
Zbinden. Daneben umfangreiche Korrespondenz mit Verlagen, LeserInnen, SchülerInnen, StudentInnen
C: Lebensdokumente: Staatschutzfiche Walter Matthias Diggelmanns, Tagebücher, Anfragen für Diskussionen u. Gespräche sowie
Dokumentation seiner politischen Arbeit als Gemeinderat der POCH im Zürcher Stadtrat.
D: Sammlungen: Verschiedene Fotos, umfangreiche Zeitungsartikelsammlungen zum "Fall Thommy" und "Gemeinderat Zürich".
E: Mehrere Erweiterungen des Nachlasses mit Schenkungen u. Ankäufen.
Administrative Informationen
Zugang
Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.
Bevorzugte Zitierweise
Schweizerisches Literaturarchiv (SLA). Nachlass Walter Matthias Diggelmann
Erwerbung
Geschenk von Klara Obermüller, 1990
Hinweise zur Erschliessung