|
|
|
Biographische Angaben
Geboren am 4.9.1935 in Bern. Nach dem Besuch der Ecole des Arts et Métiers in Neuchâtel Ausbildung zum Heilpädagogen am Heilpädagogischen
Seminar in Aberdeen. Kurze Zeit Studien an der FU Berlin. Am 27.4.1987 mit dem Motorrad tödlich verunglückt.
Schon früh als Schriftsteller tätig, fängt er in den 60er Jahren zu publizieren an. Erstmals seit den dreissiger Jahren greift
Kauer in Anlehnung an Jakob Bührer oder Friedrich Glauser Themen auf, die sich mit der Lebenssituation von Arbeitern und einfachen
Leuten in urbanen und dörflichen Strukturen beschäftigt. Mit seinem Roman "Schachteltraum" (1974) versucht Kauer, die Schweizer
Geschichte der Jahre 1930-1970 aus der Sicht der Arbeiterklasse darzustellen. Kauers Stärken, die insbesondere in einer eigenwilligen
Schilderung der dörflichen Welt liegen, kommen sodann in seinem Roman "Spätholz" (1976) zur Entfaltung: Es ist die Geschichte
eines Kleinbauern in einem Tessiner Tal, der einen Nussbaum zugunsten der Aussicht eines deutschen Industriellen fällen lassen
soll. Der Protagonist wartet, zu verzweifeltem Widerstand entschlossen, mit dem Gewehr auf die Gemeindebeamten und überdenkt
dabei sein Leben und die Geschichte des Dorfes, beide eingebettet in den ungeheuren Spannungsbogen zwischen Tradition und
Erneuerung. Auch in seinem letzten Roman "Gastlosen" (1986) wendet sich Kauer dem Dorfleben und seinen Protaginisten zu. Das
Lied "Vreneli ab em Guggisbärg" mit seiner tragischen Liebesgeschichte liefert Kauer den historischen Stoff, den er ins Schwarzenburgerland
des späten 18. Jahrhunderts verlegt und am Schicksal von Fahrenden darstellt
|
|
|
 |
|
Walther Kauer, um 1985 (Foto: Peter Friedli)
|
Umfang und Inhalt der Dokumente
Das nach Walther Kauers Tod auf verschiedene Personen aufgeteilte Material wurde im Hinblick auf die Ausstellung zum 10. Todestag
Walther Kauers von Nell Arn zusammengetragen und vorgeordnet. Es enthält im wesentlichen Typoskripte verschiedener literarischer
Arbeiten (Romane, Hörspiele, Filmdrehbücher, Gedichte, journalistische Texte) sowie einige Briefkonvolute; persönliche Dokumente
(u.a. Fotos) und eine kleine Sammlung gedruckter sowie Ton- und Videodokumente Texte ergänzt den Nachlass.
Über diese Materialien von und über Walther Kauer hinaus enthält der Nachlass eine Anzahl künstlerischer Arbeiten seiner letzten
Lebenspartnerin Nell Arn.
Administrative Informationen
Zugang
Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.
Bevorzugte Zitierweise
Archiv Walther Kauer, Schweizerisches Literaturarchiv, Bern
Erwerbung
Kauf von Nell Arn, 1998
Hinweise zur Erschliessung
Dieses Online-Inventar wurde aus HelveticArchives generiert. Es unterscheidet sich in seinem Erscheinungsbild von "normalen"
Online-Inventaren hauptsächlich durch die beiden folgenden Merkmale: das Datum wird mit Punkt (statt Trennstrich) angezeigt,
es gibt - strukturell bedingt - mehr „Darin“-Auflistungen im Bemerkungsfeld. In ihrem Inhalt sind die beiden Inventarformen
jedoch identisch. Dans les sections C et D de l’inventaire, l’absence de mention dans la colonne « auteur » signale qu’il
s’agit d’un document produit par la personne à laquelle le fonds est attaché.