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Biographische Angaben
1946 geboren in Liestal, Kanton Baselland, Schweiz.
Kindheit in Pratteln, Baselland. Jugend in Biel, Kanton Bern. Ab 1966 Studium der Literatur und der Philosophie an der Universität
Bern. Ausbildung am Staatlichen Lehrerseminar in Bern. Arbeit als Primarlehrerin Ittigen. Seit 1974 freier Schriftsteller.
Längere Aufenthalte in New York, Paris, London. Lesereisen durch Skandinavien, England und Irland. Lebt in Bern.
E. Y. Meyer ist Verfasser von Romanen, Erzählungen, Theaterstücken, Hörspielen und Gedichten. Seine Texte sind stark beeinflusst
von seinen philosophischen Studien und der Ablehnung des vorherrschenden Fortschrittsdenkens.
"Wenn es doch schon schwierig genug sei, im menschlichen Leben einen Sinn zu sehen, warum müsste man denn aus diesem […] Traum
noch einen Alptraum machen oder was denn alle unsere Konventionen, alle unsere Sitten und Gebräuche anderes seien als ein
notdürftiger, immer wieder neu zu überprüfender Schutz vor der Angst und vor dem Tod […]." Diese Sätze aus 'In Trubschachen'
(1973) begleiten auch das weiter Werk E. Y. Meyers. Der Philosophie, die den Grund des Daseins untergräbt, wird die Kunst
entgegengesetzt. Sie drückt die Suche des Menschen nach einem ihm entsprechenden, d.h. seinen Möglichkeiten entgegenkommenden
Leben aus, die Suche nach dem Sinn, den der Mensch seinem Leben zu geben vermag ('Das Zerbrechen der Welt', 1975). Die Wiederherstellung
der Welt im Kunstwerk ist eine Herausforderung für E. Y. Meyer – 'Die Rückfahrt' (1977) stellt auf diesem Weg eine wichtige
Etappe dar. Die Abkehr vom Fortschrittsdenken und die Hinwendung zu den kreativen Fähigkeiten des Menschen wirken für den
jungen Protagonisten sinnstiftend.
In den folgenden Jahren widmet sich Meyer verstärkt der Arbeit für die Bühne. 'Sundaymorning' (1984) und 'Das System' (1983)
gehören in diese Schaffensphase. Evoziert werden die Sorgen um die Ausbeutung der Umwelt, um die Vielfalt der Arten, um unser
Überleben, um menschliche Bedingungen in der Arbeitswelt. Erkenntnisstiftend könnte der Künstler wirken, der Figuren und Texte
schaffen soll, "die etwas mehr enthalten, als für unser Überleben unbedingt notwendig wäre".
1984 erscheint der Roman 'Das System des Doktor Maillard', ein Werk, das den drohenden Untergang der Welt beschwört, exemplifiziert
an einer Geschichte, die in einer Privatklinik für Geisteskranke spielt.
Der Band 'Wintergeschichten' (1995) vereinigt Texte, in denen ein Bewegung stattfindet vom Gewohnten ins Ungewohnte. Akribische
Detailtreue geht dem Einbruch des Unerhörten und Unbegreiflichen voran. Nach der Novelle 'Venezianisches Zwischenspiel' (1997)
erscheint mit der Gotthelf-Auseinandersetzung in 'Der Ritt' (2004): Auf einem Ritt von Bern nach Lützelflüh am 31. Janaur
1830 lässt Meyer den jungen Bitzius selbst zu Wort kommen: Erinnerungen, Vorsätze, Landschaftseindrücke sind ungeordnet als
eine Art innerer Monolog aufgezeichnet. 2012 erschien der viel diskutierte Roman Jahrtausendwende, eine Mahnschrift bezüglich
fortschritts- und technikbedingter Zerstörung.
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E.Y. Meyer (Foto: Peter Friedli, ca. 1992)
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Umfang und Inhalt der Dokumente
Das Archiv E. Y. Meyers als Ganzes spiegelt auf überzeugende Weise Meyers Lebenswerk als Autor (Prosa, Dramatik, journalistische
Arbeiten) und als Herausgeber. Das Archiv E.Y. Meyer ist gemäss der Archivierungskategorien des SLA umfassend dotiert, in
allen Archivbereichen sind einschlägige Materialien vorhanden.
In der Abteilung Werke bilden die zu fast allen Werken vorhandenen Typoskripte (teilweise mehrere Stufen) die Basis des Materials.
Materialien mit Foto- und Diadokumentationen ergänzen die schriftlichen Unterlagen, ebenso literarische Notiz- und Tagebücher.
Der Bereich Korrespondenzen ist nicht besonders weit gefächert, er umfasst neben diversen Verlagskorrespondenzen private Briefwechsel
und exemplarisch ein paar Briefe von Schriftstellerkollegen.
Unter den persönlichen Dokumenten findet sich Foto-Familienalben, eine reichhaltige private Fotodokumentation, Schülermaterialien,
Agenden und Materialien aus E. Y. Meyers beruflicher Tätigkeit.
Im Bereich Sammlungen sind die üblichen Ergänzungen vorhanden: Rezensionen zu den Werken, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften,
Sekundärliteratur, gedruckte Werke, eine Auswahl von Gegenständen, die mit dem literar. Werk E. Y. Meyers eng verbunden sind.
Administrative Informationen
Zugang
Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen
Bevorzugte Zitierweise
Schweizerisches Literaturarchiv (SLA): Archiv E.Y. Meyer
Erwerbung
Ankauf, 2011
Hinweise zur Erschliessung
Dieses Online-Inventar wurde aus HelveticArchives generiert. Es unterscheidet sich in seinem Erscheinungsbild von "normalen"
Online-Inventaren hauptsächlich durch die beiden folgenden Merkmale: das Datum wird mit Punkt (statt Trennstrich) angezeigt,
es gibt - strukturell bedingt - mehr „Darin“-Auflistungen im Bemerkungsfeld. In ihrem Inhalt sind die beiden Inventarformen
jedoch identisch.