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Biographische Angaben
Hans Mühlethaler wurde am 9. Juli 1930 in Mungnau bei Zollbrück geboren, er starb am 17. September 2016 in Bern. Nach dem
Besuch des Lehrerseminars unterrichtete er ab 1950 in Röthenbach im Emmental, wo er zudem Organist der Dorfkirche war. Er
heiratete 1955 die Sekundarlehrerin Magdalena Wyss und hatte fünf Kinder mit ihr. Nach verworfenen Romanversuchen "in der
Tradition von Thomas Mann und Fjodor Dostojewski" verfasste Mühlethaler sein absurdes Theaterstück "An der Grenze". Das Stück
wurde 1963 am Schauspielhaus Zürich unter der Regie von Karl Suter uraufgeführt und von Hans Rudolf Hilty in der Literaturzeitschrift
Hortulus veröffentlicht. Ab 1963 lebte die Familie in der Siedlung Halen bei Bern. Den Winter 1967/68 verbrachte Mühlethaler
in Berlin, wo er, pendelnd zwischen West und Ost, sich mit Benno Bessons Inszenierungen von Arbeiterdichtung befasste und
sich dem studentischen Aufbruch anschloss. Für seinen Gedichtband "Zutreffendes ankreuzen" wurde er 1968 mit dem Literaturpreis
des Kantons Berns ausgezeichnet. 1978 erschien sein Roman "Die Fowlersche Lösung" im Zytglogge Verlag Bern. Ab Herbst 1970
hatte er an Treffen der Gruppe Olten teilgenommen und wurde 1971 deren erster Sekretär, ein Amt, das er bis 1987 innehatte.
Er baute das Sekretariat auf und machte den Verein "zum Sprachrohr gegenüber der Kulturpolitik des Landes". In der Funktion
des Sekretärs der Gruppe Olten war er auch Mitbegründer der Urheberrechtsverwertungsgesellschaft "ProLitteris" und zählte
zu den Initianten der Solothurner Literaturtage. Nach seinem Rücktritt veröffentlicht er 1989 den Erfahrungsbericht „Die Gruppe
Olten“, wobei ihn nicht die Erfolge der Gruppe interessierten, "sondern die Spannungen und Schwierigkeiten, mit denen eine
Organisation von "Organisationsunwilligen" zu kämpfen hat". 1991 erschien nochmals beim Zytglogge Verlag der Roman "Abschied
vom Burgund". Für seine späteren Werke entdeckte Mühlethaler das Self-Publishing-Konzept. Ende der neunziger Jahre beschloss
er als einer der ersten Schweizer Schriftsteller, seine Werke fortan bei "Books on Demand" herauszugeben.
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Hans Mühlethaler (Foto: Peter Friedli)
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Umfang und Inhalt der Dokumente
Der Bestand ist sehr klein, er umfasst 7 Archivschachteln. Vor seinem Umzug nach Paris – er hat Paul Nizons Wohnung gekauft
und 15 Jahre dort gewohnt – hat Mühlethaler die überwiegende Mehrzahl der Dokumente aus seinem Büro, darunter wohl auch die
Akten aus der Tätigkeit für die Gruppe Olten entsorgt. Der Bestand umfasst einige wenige Typoskripte von nicht veröffentlichten
Theaterstücken und vor allem Korrespondenzen von und an Yla von Dach, Franz Hohler, Paul Nizon, Christoph Geiser, Alex Gfeller,
Peter Friedli, Norbert Randow, Jochen Kelter und Henryk Bereska, mit denen er befreundet war. Die Briefe und Emails, die Mühlethaler
aufbewahrt hat, sind inhaltlich gehaltvoll und informativ. Interessant ist sein Konzept des Self-publishing, das er als einer
der ersten Autoren in der Schweiz praktiziert und dokumentiert hat. Ein Ordner mit Korrespondenz mit dem BoD-Verlag und mit
Amazone verdeutlicht dies. Eine Schachtel mit dokumentarischem Material aus seinem Aufenthalt in Berlin 1967/68 und wenige
Fotos runden den kleinen Bestand ab.
Administrative Informationen
Zugang
Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.
Bevorzugte Zitierweise
Schweizerisches Literaturarchiv (SLA): Archiv Hans Mühlethaler
Hinweise zur Erschliessung
Dieses Online-Inventar wurde aus HelveticArchives generiert. Es unterscheidet sich in seinem Erscheinungsbild von "normalen"
Online-Inventaren hauptsächlich durch die beiden folgenden Merkmale: das Datum wird mit Punkt (statt Trennstrich) angezeigt,
es gibt - strukturell bedingt - mehr „Darin“-Auflistungen im Bemerkungsfeld. In ihrem Inhalt sind die beiden Inventarformen
jedoch identisch.