Mühlethaler, Hans: Nachlass Hans Mühlethaler



Inventar erstellt von Jael Bollag, Kristel Roder








Schweizerisches Literaturarchiv (SLA)

Hallwylstrasse 15
CH-3003 Bern


E-Mailadresse: arch.lit@nb.admin.ch



Findmittel codiert von Rudolf Probst (Export HelveticArchives), 2018-04-09


Übersicht

Autor/Urheber : Mühlethaler, Hans (1930 - 2016)
Titel : Nachlass Hans Mühlethaler
Eckdaten der Dokumente : 1930-2017
Umfang : 7 Archivschachteln
Signatur : SLA-MUEH

Biographische Angaben

Hans Mühlethaler wurde am 9. Juli 1930 in Mungnau bei Zollbrück geboren, er starb am 17. September 2016 in Bern. Nach dem Besuch des Lehrerseminars unterrichtete er ab 1950 in Röthenbach im Emmental, wo er zudem Organist der Dorfkirche war. Er heiratete 1955 die Sekundarlehrerin Magdalena Wyss und hatte fünf Kinder mit ihr. Nach verworfenen Romanversuchen "in der Tradition von Thomas Mann und Fjodor Dostojewski" verfasste Mühlethaler sein absurdes Theaterstück "An der Grenze". Das Stück wurde 1963 am Schauspielhaus Zürich unter der Regie von Karl Suter uraufgeführt und von Hans Rudolf Hilty in der Literaturzeitschrift Hortulus veröffentlicht. Ab 1963 lebte die Familie in der Siedlung Halen bei Bern. Den Winter 1967/68 verbrachte Mühlethaler in Berlin, wo er, pendelnd zwischen West und Ost, sich mit Benno Bessons Inszenierungen von Arbeiterdichtung befasste und sich dem studentischen Aufbruch anschloss. Für seinen Gedichtband "Zutreffendes ankreuzen" wurde er 1968 mit dem Literaturpreis des Kantons Berns ausgezeichnet. 1978 erschien sein Roman "Die Fowlersche Lösung" im Zytglogge Verlag Bern. Ab Herbst 1970 hatte er an Treffen der Gruppe Olten teilgenommen und wurde 1971 deren erster Sekretär, ein Amt, das er bis 1987 innehatte. Er baute das Sekretariat auf und machte den Verein "zum Sprachrohr gegenüber der Kulturpolitik des Landes". In der Funktion des Sekretärs der Gruppe Olten war er auch Mitbegründer der Urheberrechtsverwertungsgesellschaft "ProLitteris" und zählte zu den Initianten der Solothurner Literaturtage. Nach seinem Rücktritt veröffentlicht er 1989 den Erfahrungsbericht „Die Gruppe Olten“, wobei ihn nicht die Erfolge der Gruppe interessierten, "sondern die Spannungen und Schwierigkeiten, mit denen eine Organisation von "Organisationsunwilligen" zu kämpfen hat". 1991 erschien nochmals beim Zytglogge Verlag der Roman "Abschied vom Burgund". Für seine späteren Werke entdeckte Mühlethaler das Self-Publishing-Konzept. Ende der neunziger Jahre beschloss er als einer der ersten Schweizer Schriftsteller, seine Werke fortan bei "Books on Demand" herauszugeben.

Hans Mühlethaler (Foto: Peter Friedli)

Umfang und Inhalt der Dokumente

Der Bestand ist sehr klein, er umfasst 7 Archivschachteln. Vor seinem Umzug nach Paris – er hat Paul Nizons Wohnung gekauft und 15 Jahre dort gewohnt – hat Mühlethaler die überwiegende Mehrzahl der Dokumente aus seinem Büro, darunter wohl auch die Akten aus der Tätigkeit für die Gruppe Olten entsorgt. Der Bestand umfasst einige wenige Typoskripte von nicht veröffentlichten Theaterstücken und vor allem Korrespondenzen von und an Yla von Dach, Franz Hohler, Paul Nizon, Christoph Geiser, Alex Gfeller, Peter Friedli, Norbert Randow, Jochen Kelter und Henryk Bereska, mit denen er befreundet war. Die Briefe und Emails, die Mühlethaler aufbewahrt hat, sind inhaltlich gehaltvoll und informativ. Interessant ist sein Konzept des Self-publishing, das er als einer der ersten Autoren in der Schweiz praktiziert und dokumentiert hat. Ein Ordner mit Korrespondenz mit dem BoD-Verlag und mit Amazone verdeutlicht dies. Eine Schachtel mit dokumentarischem Material aus seinem Aufenthalt in Berlin 1967/68 und wenige Fotos runden den kleinen Bestand ab.


Administrative Informationen

Zugang

Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.

Bevorzugte Zitierweise

Schweizerisches Literaturarchiv (SLA): Archiv Hans Mühlethaler

Hinweise zur Erschliessung

Dieses Online-Inventar wurde aus HelveticArchives generiert. Es unterscheidet sich in seinem Erscheinungsbild von "normalen" Online-Inventaren hauptsächlich durch die beiden folgenden Merkmale: das Datum wird mit Punkt (statt Trennstrich) angezeigt, es gibt - strukturell bedingt - mehr „Darin“-Auflistungen im Bemerkungsfeld. In ihrem Inhalt sind die beiden Inventarformen jedoch identisch.

Inhaltsverzeichnis

A Werke
A-1 Erzählerische Prosa
A-1-a Die Fowlersche Lösung
A-1-b Abschied von Burgund
A-2 Lyrik
A-2-a Gedichte und Textbilder
A-3 Dramatik
A-3-a Stücke und Notizen
A-4 Hörspiele und Radiobeiträge
A-4-a Diverse Hörspiele und Radiobeiträge
B Korrespondenz
B-1 Briefe von Hans Mühlethaler
B-2 Briefe an Hans Mühlethaler
B-3 Briefe Dritter
B-4 Thematische Briefkonvolute
C Lebensdokumente
C-1 Persönliche Dokumente
C-1-a Aufenthalt in Berlin
C-1-b Diverse Lebensdokumente
C-2 Berufliche Dokumente
C-2-a Dokumente zu Books on Demand
C-2-b Verträge
C-2-c Artikel und Aufsätze von Hans Mühlethaler
C-3 Fotografien
C-3-a Fotografien von Mühlethaler
D Sammlungen
D-1 Pressedokumentation
D-1-a Allgemein zu Person und Werk
D-2 Texte über Mühlethaler
D-2-a Texte in Literaturzeitschriften
D-3 Belegexemplare
D-3-a Abdrucke von Texten in Zeitschriften