Schweizerische Schillerstiftung (SSS): Archiv Schweizerische Schillerstiftung



Inventar erstellt von Louanne Burkhardt








Schweizerisches Literaturarchiv (SLA)

Hallwylstrasse 15
CH-3003 Bern


E-Mailadresse: arch.lit@nb.admin.ch



Findmittel codiert von Rudolf Probst (Export HelveticArchives), 2019-11-25


Übersicht

Autor/Urheber : Schweizerische Schillerstiftung
Titel : Archiv Schweizerische Schillerstiftung
Eckdaten der Dokumente : 1905-2012
Zusammenfassung : Korrespondenz mit AutorInnen und diversen Institutionen, interne Korrespondenz des Stiftungsrates, Geschäftsunterlagen, Sitzungsprotokolle, Jahresberichte, Verzeichnisse, Urkunden, Manuskripte, Typoskripte, Publikationen, Belegexemplare, Zeitungsartikel etc.
Umfang : 150 Archivschachteln, 10 Schachteln Sonderformat
Signatur : SLA-SSS

Biographische Angaben

Die Schweizerische Schillerstiftung wurde 1905 auf Initiative des Lesezirkels Hottingen und mit Unterstützung des Bundes gegründet. Hans Bodmer, Präsident des Lesezirkels, war 1904 von der Deutschen Schillerstiftung angefragt worden, ob zum 100. Todestag Friedrich Schillers im Jahr 1905 in der Schweiz eine Zweigniederlassung der bereits 1855 gegründeten Deutschen Schillerstiftung eingerichtet werden könne. Vor allem wegen der Mehrsprachigkeit der Eidgenossenschaft wurde schliesslich entschieden, in der Schweiz eine eigene Schillerstiftung zu gründen. Nach Festlegung der Statuten am 11. Dezember 1905 wählte der Bundesrat den Aufsichtsrat der Stiftung und zahlte ihr einen einmaligen Beitrag von 50'000 Franken aus. Dieser Beitrag sowie die zahlreichen Spenden von privaten Geldgebern, Kantonen und Gemeinden von über 100'000 Franken ermöglichten es der Stiftung, ihre Tätigkeit aufzunehmen. Juristisch vollständig gegründet war die Schweizerische Schillerstiftung schliesslich am 8. Januar 1909, als der Bund die Statuten genehmigte.

Hauptzweck der Stiftung war gemäss den Statuten von 1909 die Unterstützung "verdienter schweizerischer Dichter und Schriftsteller und ihrer Hinterlassenen, beides in Fällen schwerer Lebenssorge". Ehrungen literarischer Tätigkeiten waren folglich in den Anfangsjahren an eine vorliegende Bedürftigkeit gebunden. Im Verlauf der Zeit wurden allerdings zunehmend auch literarisch Tätige ohne Bedürftigkeit geehrt: Durch jährlich verliehene Literaturpreise zeichnete die Stiftung bedeutende Werke aller vier Landessprachen aus. Der 'Grosse Schillerpreis', der zwischen 1920 und 2012 genau zwanzig Mal vergeben wurde, galt im 20. Jahrhundert als die wichtigste literarische Auszeichnung der Schweiz. Er wurde 2012 vom Eidgenössischen Literaturpreis abgelöst. Aufgrund der vielseitig wachsenden Möglichkeiten der Unterstützung von Literarturschaffenden trat der fürsorgerische Aspekt der Stiftung zunehmend in den Hintergrund. Dafür machte sich die Stiftung zusätzlich die Pflege des Erbes anerkannter Autoren der Schweiz zu ihrer Aufgabe und übernahm die literarischen Nachlässe von Heinrich Leuthold, Jakob Bosshart und Joseph Viktor Widmann. Sie unterstützte ausserdem die Herausgabe bedeutender Werkeditionen, wie beispielsweise der von Rudolf Hunziker und Hans Bloesch herausgegebenen Jeremias-Gotthelf-Ausgabe und der historisch-kritischen Gottfried Keller-Ausgabe. Bei letzterer wurde die Stiftung auch als Vermittlerin eingeschaltet bei den Streitigkeiten zwischen dem Eugen Rentsch-Verlag und dem ursprünglichen Herausgeber Jonas Fränkel.

Mappe mit Gründungsunterlagen und Statuten 1909, Signatur: SSS-02-a-01-a (Foto: Schweizerische Nationalbibliothek).

Umfang und Inhalt der Dokumente

Das Archiv der Schweizerischen Schillerstiftung dokumentiert lückenlos die über hundertjährige Geschichte der Institution. Von besonderem Interesse sind neben der internen Korrespondenz und den Sitzungsunterlagen des Stiftungsrates die Dossiers der Autorinnen und Autoren, die mit der Stiftung im Kontakt standen. Die Dossiers ergeben zusammen ein who is who der viersprachigen Schweizer Literatur des 20. und frühen 21. Jahrhunderts.

Teil 1 (60 Archivschachteln): Die knapp tausend alphabetisch geordneten Dossiers zu den Autorinnen und Autoren, die als Unterstützte, Gesuchstellende, Preisträgerinnen- und Preisträger mit der Stiftung in Kontakt standen, bilden das Kernstück des Bestandes.

Ebenfalls im ersten Teil abgelegt sind die Dossiers zu verschiedenen, mit der Stiftung in Kontakt stehenden Institutionen sowie zu Editionsprojekten, bei denen die Schweizerische Schillerstiftung mitwirkte.

Wichtiger Hinweis: Bei der Suche nach Unterlagen zu einer bestimmten Autorin oder einem bestimmten Autor lohnt es sich, neben dem entsprechenden Dossier aus dem ersten Teil des Archivs auch die Protokolle jener Sitzungen zu konsultieren, in denen über die Unterstützungswürdigkeit der entsprechenden SchriftstellerInnen diskutiert wurde. Besonders in den frühen Jahrzehnten ihres Bestehens führte die Stiftung ausführliche Gesprächsprotokolle, welche die Voten der einzelnen Stiftungsräte überliefern. Zusätzlich lohnt sich ein Blick in die Unterlagen zu den Jahresversammlungen (enthält z.T. Korrespondenz mit den AutorInnen) und in die Sammlungen der Mitteilungen an die Mitglieder des Aufsichtsrates aus der entsprechenden Zeitperiode im zweiten Teil des Archivs.

Teil 2 (51 Archivschachteln, 7 Schachteln Sonderformat): Die allgemeinen Geschäfts- und Verwaltungsunterlagen umfassen Unterlagen zur Gründung der Stiftung im Jahr 1905, Jahresberichte, ausführliche interne Sitzungsprotokolle, Mitteilungen an die Mitglieder des Aufsichtsrates, Unterlagen zur Organisation der Jahresversammlungen, Unterlagen zu Finanzangelegenheiten (Buchhaltung, Jahresrechnungen, Subventionen etc.), Korrespondenz mit dem Eidgenössischen Departement des Innern, Mitgliederverzeichnisse sowie Archivmaterialien zum Preis der Welti-Stiftung für das Drama, ein schweizerischer Literaturpreis für Theaterstücke, der nach Friedrich Emil Welti (1857-1940) benannt ist und mit dessen Verleihung die Schweizerische Schillerstiftung betraut war.

Wichtiger Hinweis: Eine Übersicht über alle Mitglieder des Aufsichtsrates der Schweizerischen Schillerstiftung zwischen 1905 und 2012 findet sich in folgender, anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums der Stiftung entstandenen Publiktion: Estelle Schiltknecht und Ernst Nef (Hg.), Schweizerische Schillerstiftung 1905-2005. Zürich, o.V., 2005 (vgl. Exemplar im Archiv mit der Signatur SSS-04-a-03-b-02 oder Exemplar in der Handbibliothek des SLA). Da mehrere Mitglieder des Aufsichtsrates auch literarisch tätig waren, finden sich die Dossiers zu den einzelnen Mitgliedern des Aufsichtsrates im ersten Teil bei den Dossiers zu den Autorinnen und Autoren. Hinweise zur Funktion innerhalb der Stiftung sind im Feld 'Allgemeine Bemerkungen' vermerkt.

Teil 3 (36 Archivschachteln, 3 Schachteln Sonderformat): Die Unterlagen zum operativen Geschäft der Schweizerischen Schillerstiftung umfassen diverse Verzeichnisse der gesprochenen Unterstützungsbeiträge und Ehrungen sowie die Dokumentation der verschiedenen Preisvergaben. Die Mehrheit der Unterlagen zu den vergebenen Preisen (insbesondere zum Grossen Schillerpreis) findet sich allerdings in den Dossiers der ausgezeichneten AutorInnen im ersten Teil des Archivs.

Ebenfalls im dritten Teil des Archivs abgelegt sind Materialen zu den verschiedenen Bücherversänden der Stiftung sowie eine 22 Archivschachteln umfassende Bibliothek, die hauptsächlich Belegexemplare der als 'Buch der Schweizerischen Schillerstiftung' an die Mitglieder der Stiftung versandten Bücher enthält. Weiter finden sich in diesem Teil des Archivs die Korrespondenz zur Übernahme sowie die Kataloge der literarischen Nachlässe von Heinrich Leuthold, Jakob Bosshart (beide Zentralbibliothek Zürich) und Joseph Viktor Widmann (Berner Burgerbibliothek, Dauerleihgaben Dichtermuseum Liestal). Ebenfalls enthalten sind Unterlagen zu Mitgliederwerbungen und unterstützten Ausstellungsprojekten.

Teil 4 (3 Archivschachteln): Der letzte, vergleichsweise kleine Teil des Archivs enthält Unterlagen zur Geschichte der Schweizerischen Schillerstiftung (insbesondere zu den Jubiläen in den Jahren 1955, 1995 und 2005) und zur Geschichte des Archivbestands (u.a. Verzeichnisse der alten Archivstruktur).


Administrative Informationen

Zugang

Konsultation nur im Lesesaal des Schweizerischen Literaturarchivs. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.

Bevorzugte Zitierweise

Schweizerisches Literaturarchiv (SLA): Archiv Schweizerische Schillerstiftung

Erwerbung

Das Archiv der Schweizerischen Schillerstiftung wurde als Depositum im Stadtarchiv Zürich aufbewahrt. Im Dezember 2018 wurden die Bestände des Archivs als Schenkung ins Schweizerische Literaturarchiv nach Bern überführt.

Hinweise zur Erschliessung

Dieses Online-Inventar wurde aus HelveticArchives generiert. Es unterscheidet sich in seinem Erscheinungsbild von "normalen" Online-Inventaren hauptsächlich durch die beiden folgenden Merkmale: das Datum wird mit Punkt (statt Trennstrich) angezeigt, es gibt - strukturell bedingt - mehr „Darin“-Auflistungen im Bemerkungsfeld. In ihrem Inhalt sind die beiden Inventarformen jedoch identisch.

Das Archiv ist mit der grosszügigen Unterstützung der Christoph Geiser Stiftung erschlossen worden.

Inhaltsverzeichnis

01 Dossiers Personen, Institutionen, Editionen
01-a Personen
01-a-A Buchstabe A
01-a-B Buchstabe B
01-a-C Buchstabe C
01-a-D Buchstabe D
01-a-E Buchstabe E
01-a-F Buchstabe F
01-a-G Buchstabe G
01-a-H Buchstabe H
01-a-I Buchstabe I
01-a-J Buchstabe J
01-a-K Buchstabe K
01-a-L Buchstabe L
01-a-M Buchstabe M
01-a-N Buchstabe N
01-a-O Buchstabe O
01-a-P Buchstabe P
01-a-Q Buchstabe Q
01-a-R Buchstabe R
01-a-S Buchstabe S
01-a-T Buchstabe T
01-a-U Buchstabe U
01-a-V Buchstabe V
01-a-W Buchstabe W
01-a-Y Buchstabe Y
01-a-Z Buchstabe Z
01-b Institutionen
01-c Editionen
01-d Kartei Autorinnen und Autoren
02 Allgemeine Geschäfts- und Verwaltungsunterlagen
02-a Gründung und Rechtliches
02-a-01 Gründungsakten
02-a-02 Statuten, Reglemente etc.
02-a-03 Handelsregister
02-a-04 Deutsche Schillerstiftung
02-b Jahresberichte
02-b-01 Jahresberichte
02-b-01-a Jahresberichte, Bücher, 1905-1935
02-b-01-b Jahresberichte, Broschüren, 1909-2013
02-b-01-c Jahresberichte, Typoskripte, 1907-1910
02-b-02 Rapports annuels
02-b-02-a Rapports annuels, Bücher
02-b-02-b Rapports annuels, Broschüren, 1941-2013
02-c Aufsichtsrat (Stiftungsrat)
02-c-01 Sitzungsprotokolle, 1906-2012
02-c-01-a Sitzungsprotokolle, 1914-2012, 1914-2012
02-c-01-b Sitzungsprotokolle in Schachteln, 1906-1926, 1906-1926
02-c-02 Mitteilungen an die Mitglieder des Aufsichtsrates 1915-1919, 1915-1919
02-c-03 Unterlagen zu den Jahresversammlungen 1942-2010, 1942-2010
02-c-04 Sekretariat, 1927-2006
02-c-04-a Korrespondenz mit dem Aufsichtsrat, 1961-1997, 1961-1997
02-c-04-b Korrespondenz, 2001-2006, 2001-2006
02-c-04-c Diverse Unterlagen, 1927-2005
02-c-05 Komissionen, 1930-1937
02-d Finanzen
02-d-01 Jahresrechnungen, 1941-2013
02-d-02 Subventionen, 1909-1928
02-d-03 Donatoren
02-d-04 Verkehr mit Banken, 1921-2006
02-d-05 Visura Treuhand-Gesellschaft, 1940-1955
02-d-06 Rechnungen, 2001-2006
02-d-07 Spesenabrechnungen Stiftungsrat, 2001-2006
02-e Korrespondenz mit Bundesinstitutionen
02-e-01 Korrespondenz mit Bundesinstitutionen 1919-1940, 1919-1940
02-e-02 Korrespondenz mit Bundesinstitutionen 1941-1973, 1941-1973
02-e-03 Korrespondenz mit Bundesinstitutionen 1980-1997, 1980-1997
02-f Mitgliederverzeichnisse
02-g Welti-Stiftung für das Drama
02-g-01 Welti-Stiftung für das Drama
02-g-02 Preise der Welti-Stiftung für das Drama
03 Unterlagen zum operativen Geschäft
03-a Dotationen
03-a-01 Dotationen-Verzeichnisse
03-a-02 Dispositionsfonds
03-a-03 Abgewiesene Dotationsgesuche
03-b Preise
03-b-01 Grosser Schillerpreis
03-b-01-a Urkunden zum Grossen Schillerpreis
03-b-01-b Festschriften zum Grossen Schillerpreis
03-b-02 Preise der Schweizerischen Schillerstiftung
03-b-03 Schillerpreis der ZKB
03-c Bücherversand
03-c-01 Bücherverteilungen unter den Mitgliedern, 1941-1951
03-c-02 Literarische Beilagen zum Jahresbericht, 1944-1947
03-c-02-a Literarische Beilage zum Jahresbericht 1944: 'Samedi Soir' von Francillon, Clarisse, 1944-1945
03-c-02-b Literarische Beilage zum Jahresbericht 1946: 'Saturnino e le ombre' von Castelli, Carlo, 1946-1947
03-c-03 Bibliothek Bücherversand (alphabetisch geordnet)
03-c-03-a Albeverio bis Béguin
03-c-03-b Benuzzi Billeter bis Biro
03-c-03-c Blatter bis Burren
03-c-03-d Camartin bis Chiesa
03-c-03-e Cornuz bis Fiechter
03-c-03-f Dipartimento della Publica Educazione: Scrittori della Svizzera Italiana
03-c-03-g Fontaine bis Grégoire
03-c-03-h Grignola bis Hörler
03-c-03-i Humm bis Jundt
03-c-03-j Krähenbühl bis Mabille
03-c-03-k Maggi bis Martini
03-c-03-l Mascioni bis Métral
03-c-03-m Mettler bis Nessi
03-c-03-n Nessi bis Pedotti-Polar
03-c-03-o Peer bis Reinhart
03-c-03-p Renfer bis Roefel
03-c-03-q Roskopf bis Schenker
03-c-03-r Schumacher bis Soldini
03-c-03-s Spescha bis Ullmann
03-c-03-t Urweider bis Vogt
03-c-03-u Volontiero bis Z'Graggen
03-c-03-v Zahnd bis Zollinger
03-d Literarische Nachlässe
03-d-01 Kataloge zu den literarischen Nachlässen
03-d-02 Unterlagen zu Übernahme und Verwaltung der literarischen Nachlässen
03-e Mitgliederwerbung
03-f Ausstellungen
04 Geschichte der Stiftung
04-a Jubiläen
04-a-01 1955: 50 Jahre Schweizerische Schillerstiftung
04-a-02 1995: 90 Jahre Schweizerische Schillerstiftung
04-a-03 2005: 100 Jahre Schweizerische Schillerstiftung
04-b Geschichte des Archivs