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<ID>1</ID>
<Stichwort>1. Berner Kunstemporium</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Bevor der Verwaltungs- und Businessneubau an der Monbijoustrasse 91 seinem Zweck übergeben wird, dient er 1968/69 einige Zeit als «1. Berner Kunstemporium». Eklat um die Lesung von Paul Ignaz Vogel am 23.2.1969.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «1. Berner Kulturemporium»</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
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<ID>2</ID>
<Stichwort>50er Syndrom, Verschwendungsgesellschaft</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>50er Jahre: Verschwendungsgesellschaft, Wirtschaftswunder und globale Umweltprobleme. Forschungsgebiet von Christian Pfister, Professor für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte an der Universität Bern.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Verschwendungsgesellschaft»</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<ID>3</ID>
<Stichwort>Aare- und Alphaverlag</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Berner Verlag, der Anfang 1951 Konkurs machte und ab Mai 1950 W. M. Diggelmann als Lektor beschäftigte. Betrieben von Trösch, einem «Hochstapler» (Ammann). Im provisorisch geordneten Diggelmann-Nachlass tauchen unter «Aare-Verlag» die beiden Namen Duri Trösch und Peter Bürki auf (laut Ueli Weber, Literaturarchiv, mündl. 15.9.1992).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 016 Ammann 02/9 W. M. Diggelmann: Mein Berner Jahr, in: Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 37</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
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<ID>4</ID>
<Stichwort>Administrativjustiz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Der Begriff geht vermutlich auf C. A. Loosli zurück. In den sechziger Jahren ist das Thema virulent einerseits wegen Golowins Aufklärungsarbeit im Bereich der Fahrenden («Kinder der Landstrasse») andererseits wegen des Kampfs der Junkere-Szene gegen das Asozialengesetz ( 2.10.1965). Kauer, Juni 1968: «Ein Unrecht ist es, wenn man die grösstenteils Fürsorgebedürftigen durch Versenkung in Anstalten für ihr gesellschaftliches Versagen bestrafen kann. Ist nicht vielmehr die Gesellschaft anzuklagen, die solche Versager hervorbringt?»</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Gerber 1968,57 (Administrativbiografien), 93 («administrative Versager» = «gesellschaftliche Nieten»), 97f (Priorität der Verwaltung über die Sozialarbeit), 203 («administrativ Enthaltene» [T]); Kauer 1968, 46f, 59f, 65 (Wolldeckenwickel [auch 85-88), 70 (sexueller Missbrauch); Kauer: Einige notwendige Klärungen», aargauer blätter Juni 1968, in: «Kauer»; Loosli 1924, 1925; 1939; Steiner 1962, 99ff (v.a. 102: Wolldeckenwickel); Wenger 1997: Projekt fl., 3. Gespräch 1f (Wolldeckenwickel)</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
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<ID>5</ID>
<Stichwort>Aktions Galerie</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ab Herbst 1970 von Rudolf und Margrit Jäggli betriebene Galerie in der Brauerei Gasser am Uferweg 42: «Nachdem in Bern ein öffentliches Experiment progressiver Kunstvermittlung abgebrochen wurde [Anspielung auf Szeemann-Abgang an der Kunsthalle?], versuchen wir, wie weit dies mit privaten Mitteln möglich ist» (R. Jäggli) Hier tritt am 16.12.1970 der Wiener Aktionist Otto Mühl zum ersten Mal in der Schweiz auf. 6.-30.4.1971: H. R. Giger + D. Schwertberger. Später (laut einem Inserat in: "Der Löwe" 3/74, 62) an der Münstergasse 16.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: Nl 006 Suter 02 Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 65; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [1], [44, R. Jäggli]</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
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<ID>6</ID>
<Stichwort>Alder Kreis</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Kreis um Robert und Rosmary Alder, die in der Altstadt ein Antiquartiat betreiben und in privatem Rahmen kulturelle Veranstaltungen durchführen. An einer Lesung von Stanislaw de Vincenz sei auch Begert anwesend gewesen (Rosmary Alder via Lina Neuenschwander mündl. 4.11.1992).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 012 Alder; 016 Ammann 02/7; K E/94</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
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<ID>7</ID>
<Stichwort>Allianz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Am 29.4.1937 gegründete Zürcher Künstlergruppe, zu denen die VertreterInnen der Konkreten Kunst, Max Bill, Richard Paul Lohse, Verena Loewensberg u.a. gehören. Die Gruppierung besteht bis 1954. Ab 3.2.1951 Ausstellung im Berner Kunstkabinett von René Simmen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kunstkabinett Bern» Baumgartner 1984, 192; Bucher 1990, 29, 30f, (Bulletin "Abstrakt/Konkret"), 74, 154, 156 («schweizerische Avantgarde»); Kunstmuseum Bern [Hrsg.] 1989, 23, 26></Quellen>
<Sparte>Kunst, Szene</Sparte>
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<ID>8</ID>
<Stichwort>Anliker-Keller</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eigentlich: Anlikerkeller. Ausstellungsraum seit 1948 (Kunstmuseum), resp. seit: «Die Idee, eine permanente "Miet-Galerie" einzurichten, kam Gottfried Anliker nach einer Kunstausstellung in seinem Keller anlässlich der Kramgass-Herbstwochen 1950» (Eichenberger). 1950: Franz Fedier; 1952: «Luginbühl zeigt Stiere»; 1955: Franz Gertsch. Februar 1956: Oberli.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Baumgartner 1984, 244; Bucher 1990, 42; Eichenberger [1970], 70f; Kunstmuseum Bern [Hrsg.] 1989, 23, 26</Quellen>
<Sparte>Kulturraum, Ausstellungsraum</Sparte>
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<ID>9</ID>
<Stichwort>Anthroposophie</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Von Rudolf Steiner begründete Lehre von der Wesenheit des Menschen. Die A. glaubt durch "geistige Schau" ein höheres Wissen von den übersinnl. Kräften erlangen zu können, als deren Erscheinungsbild die natürliche Welt u. der Mensch in ihr verstanden werden (christl. u. okkult. Gedankengut)» (rororo-Lexikon 1973, Bd. 1, 84f). Seit 1926 wächst im Kanton Bern unter Führung von Friedrich Eymann (1987-1954) die anthroposophische «pädagogische Bewegung im Kanton Bern; 1939 erscheint zum ersten Mal die Zeitschrift "Gegenwart"; Gründung des Troxler-Verlags (Widmer 1992, 252f). Frühling 1946: Eröffnung der Berner Steiner-Schule (ebenda 295). Im «anderen Bern» hat die A. zwischen 1950 und 1970 durch die Heimleiterfamilie Seiler (Schlössli Ins) einen gewissen Einfluss ( Robert Seiler, Ulrich Seiler, 3.6.1966)></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Anthroposophie»; 001 Marti 04 (Marti/Schär) 9f; J 37 G II (87. Abend) Loosli/de Quervain 1983, 78f (Wolfgang Greiner: Die Impulse Rudolf Steiners für eine erneuerte Bühnenkunst); Widmer 1992, v.a. 260 (A. als Fortführung des deutschen Idealismus), 283ff (Eymann als Steiner-Apostel)</Quellen>
<Sparte>Philosophie</Sparte>
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<ID>10</ID>
<Stichwort>Anti Atom Bewegung, Ostermärsche</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Friedenspolitische Bewegung in den frühen sechziger Jahren («Schweizerische Bewegung gegen atomare Aufrüstung»), die sich vor allem gegen die atomare Aufrüstung der Schweiz wehrte. Exponenten: Heinrich Buchbinder, Hansjörg Braunschweig. [Daten der Ostermärsche z. T. in «opposition / lebendige demokratie» eruierbar.]
Die Initiative gegen die atomare Bewaffung der Schweizer Armee resp. Initiative zum Verbot der Atomwaffen wird am 1.4.1962 mit 286 895 gegen 537 138 Stimmen abgelehnt (Schmid 1976, 325).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Heinrich Buchbinder: Landesverteidigung im Atomzeitalter, Zürich 1966, LB N 107 433</Quellen>
<Sparte>Politik, Demonstration</Sparte>
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<ID>11</ID>
<Stichwort>Anti-Kulturlabor</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>An der Oltener Literaturtagen vom 13.-15.11.1970 richtete Sergius Golowin ein Anti-Kulturlabor ein, um «die Vermischung verschiedenster Ausdrucksmedien» vorzustellen: «Man kann nur hoffen, dass die zu einem privaten Popfestival für eine Hippiesippe umfunktionierten Oltener Literaturtage nicht in der übrigen Schweiz Schule machen» (F.S., «Oltener Tagblatt»).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Bloch/Hubacher [Hrsg.] 1972, 10; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 176</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<ID>12</ID>
<Stichwort>Anti Kommunismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>vgl. auch: > Kalter Krieg.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>«Schwarz auf weiss» (Fiche) Frisch 1998 1998, 123 (in den USA 1951)</Quellen>
<Sparte>Ideologie</Sparte>
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<ID>13</ID>
<Stichwort>antiautoritär</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ein zentraler Begriff der neuen Linken. Hier geht es um frühe Anwendungen des Begriffs.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 E/227 («a. Monopolbürokraten»); 233 («a. Jugenderziehung»)</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<ID>14</ID>
<Stichwort>Antiquitätengeschäft Margrit Stutz, Zürich</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Das weitläufige Geschäft im zweiten Stock der Oberdorfstrasse 15 diente zwischen 1962 und 1972 als Treffpunkt und Ort von Lesungen, die zum Beispiel von Arche-Verleger Peter Schifferli oder von -> René Simmen organisiert worden seien. Hier hat im Frühjahr René E. Mueller gelesen (NONk 2, 144), aber auch Urban Gwerder habe einmal hier gelesen. Das von Peter K. Wehrli organisierte Dadafest, das im «Odeon» begonnen habe, sei hier weitergeführt worden. Ihr Mann habe immer fotografiert und besitze eine äusserst umfangreiche, aber noch ungeordnete Sammlung. (Margrit von Castelberg-Stutz, 9.9.1999, vgl. unter ihrem Namen auch «REM Fichen Rundbrief»)></Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
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<ID>15</ID>
<Stichwort>Antisemitismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 076 Steiner 02, 2 (ad. Jonas Fränkel)</Quellen>
<Sparte>Ideologie</Sparte>
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<ID>16</ID>
<Stichwort>apero</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Sergius Golowin, Peter Lehner und Walter Zürcher herausgegebenes «Politerarisches Aperiodikum» (Kurztitel "apero" geht auf einen Vorschlag von Peter Bichsel zurück [Walter Zürcher]).. 20 Ausgaben: Nr. 1: Polit-Lyrik (Juni 1967) - Nr. 20: Idols (1972). Laut Zürcher ist a. eine «logische, sozusagen organische Konsequenz aus der Tätigkeit des Kerzenkreises und der Junkere 37.» Für die Produktion lernt er auf einer «uralten Offsetmaschine» drucken ( 28.6.1967). Ungeklärt: Warum erscheint a. Nr. 3 («science fiction») im August 1967, a. Nr. 2 («modern mundart») jedoch erst im Dezember 1967?></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Standort: Landesbibliothek: P 26 154, 1-20 Archiv fl.: «apero» (darin Nrn. 1-4, 6, 16 im Original; 5 vollständig kop.); J 37 E/144; 016 Ammann 02/13; 021 Bettina Zürcher 01/6; 026 Walter Zürcher 01, Pt. 3 J 37 E (eingelegt: Beat Allenbach: Dichtung in der "Junkere 37". Polit-Lyrik gewachsen im bedächtigen Bern: Ankündigung von apero); ft., Bund 30.6.1967; TA 4.8.1972 (Interview mit Zürcher), "focus" 10/1970, Rückseite (ausführliches Inserat "apero" 3) Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [20f: Walter Zürcher: apero]; Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [20] (Golowin ad. Nr 3)></Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
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<ID>17</ID>
<Stichwort>APO</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Ausserparlamentarische Opposition»; Begriff geht auf Rudi Dutschke zurück und beinhaltet die Parlamentarismuskritik der Neuen Linken von 1968ff. APO ist spätestens ab Anfang 1969 auch in der Schweiz gebräuchlich. Als APO-Strukturen gelten in Bern im März 1969 z. B. die Junkere 37 und das Forum politicum. Zu den APO-Medien rechnet Christen 1972 die "agitation", "Zeitdienst/apodaten", "focus", "neutralität", "Diskussionsdokumente", "offensiv", "polemos", "Hotcha!" und "aspekte". (vgl. hierzu: Rolf Seeliger: Die ausserparlamentarische Opposition [München 1968]).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «APO»; «Kalter Krieg» (Christen 1972 I III); 029 Cortesi 01, 5; «Jugendpolitik» (TA, 21.3.1969); «Lenzburg 1968» Cortesi 1968, 5, 13, 20 (APO-Partei), 27; Däpp et al. [Hrsg.] 1986, 136; Kauer: Einige notwendige Klärungen», aargauer blätter Juni 1968, in: «Kauer» (Kauer interpretiert darin ie Opposition gegen das Asozialengesetz ab 1965 als APO); Mueller LK EG 620</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<ID>18</ID>
<Stichwort>Arbeitsgruppe für Volkskunde</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1956 gründet Golowin die erste Arbeitsgruppe für Volkskunde, «die ich dann auf mancherlei Art bis heute neuaufnahm und weiterführte und die mir alle meine Geschichtsbücher zu schreiben ermöglichte» (Golowin).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Graf/Graf [Hrs.] 1973, [32, Golowin]</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
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<ID>19</ID>
<Stichwort>Arbeitskreis Kritische Kirche</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Aus kritischen, ursprünglich marxistisch orientierten Theologiestudenten der Berner Universität gebildeter Kreis, der seit Ende 1968 lose besteht, im Frühjahr 1971 das Aarberger Memorandum (wonach Theologie nicht losgelöst von gesellschaftlichen Verhältnissen betrieben werden könne) verabschiedet und sich im Frühjahr 1972 als Verein konstituiert. Zweckartikel: «Der Arbeitskreis Kritische Kirche bildet ein Forum zur Diskussion aktueller kirchlicher und politischer Probleme.» Nach der Militärverweigerung von 32 Westschweizer Pfarrern tritt der A. K. K. mit dem «Bieler Manifest» an die Öffentlichkeit. Grundthese: «Der Friede ist herstellbar. Die gegenwärtige Struktur unserer Armee dient nicht dem Frieden, sondern vielmehr dem Unfrieden.» Seit 1974 vermehrt kirchenreformerische Beiträge: gewerkschaftliche Freiheiten und Redefreiheit von Pfarrern; Berufsverbotsdiskussion; Bericht «Kirche und Macht»; «Bähmann» (Anti-Bettagsmandat 1977) etc.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Arbeitskreis Kritische Kirche»; 001 Marti 04 (Marti/Schär), 3f, 5f</Quellen>
<Sparte>Kirche</Sparte>
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<ID>20</ID>
<Stichwort>ARENA Basel</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«21.-28.6.1969: Arena-Kulturwoche zum feierlichen Abschluss des Mietverhältnisses ARENA-Haus-Mieter/ARENA-Haus-Vermieter.»</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 E/249-252</Quellen>
<Sparte>Kulturraum Basel</Sparte>
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<Stichwort>Arena FIERTAS</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Im Juli 1960 gegründete Gruppe von jungen Tägel-Leist- Dichtern um den Sinwel-Verlag (Betts, Christen, Gertsch, Golowin, Klopfenstein, Neuenschwander, v. Steiger, Zürcher). FIERTAS sind je die Anfangsbuchstaben von: Fee, Innen (für innere Heimatsuche) Ehrlichkeit, Reif (des Lebens), Traum, Avallon (= Land, Zustand, Ziel der zeitlosen Sehnsucht), Spiel (v. Steiger 1962, o.S.) «Die Dichter unserer Verlages () wenden sich an die Gemeinschaft von vernunftbegabten, urteilsfähigen Individuen, nämlich das Volk» (ebenda). Zwischen 1961 und 1964 erscheinen im Sinwel-Verlag «drei schmale Sammelbändchen» (Golowin). Erster öffentlicher Auftritt anlässlich der «Ersten Kundgebung nachmoderner Kunst» ( 13.1.1962).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Arena FIERTAS» (darin: "Bund", 5.2.1962); «SINWEL/Botti/Berner Versuche» (darin: SINWEL 13/1961: Erklärung des Begriffs); 011 Zürcher 03/Pt. 3 noch herauszusuchen: "Bund", 17.1.1962; "Tages-Nachrichten", 27. + 29.1.1962 Betts 1978, 119 («Kreis»); Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [31]; Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [17]f (Golowin); v. Steiger 1962></Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
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<ID>22</ID>
<Stichwort>art brut</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Begriff von Jean Dubuffet (1901-1985) als Gegensatz zu «art culturell». Im Bern der 60er Jahre mit der Widerentdeckung von Wölfli (Szeemanns Ausstellung «Bildnerei von Geisteskranken, Art brut, Insania pingens», 24.8.1963) diskutiert. ad. Esther Altdorfer: «Ihre Zeichnungen entsprachen auf geradezu exemplarische Weise der Nähe zeitgenössischer Kunst zur "Art brut", wie Harald Szeemann 1972 in der documenta 5 gezeigt hat» (Helfenstein).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Baumgartner 1984, 82f; Baumann 1992, 108; Kunstforum 1989/101, (zum Begriff "a. b.": 72, 78); Kunstmuseum Bern [Hrsg.] 1989/2, 9f (Helfenstein)></Quellen>
<Sparte>Kunst</Sparte>
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<ID>23</ID>
<Stichwort>Asozialengesetz, GEV</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eigentlich: «Gesetz über Erziehungs- und Versorgungsmassnahmen» (GEV) (zuvor «Armenpolizeigesetz»). Kommt am 3. Oktober 1965 zur kantonalen Abstimmung und wird mit 33 797 Ja zu 15 968 Nein (leer 2058; ungültig 70) angenommen («Das GEV wurde von einem Achtel der Stimmbürger gutgeheissen (Stimmbeteiligung knapp 20%)» [Zeno Zürcher]).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Tagblatt des Grossen Rates Archiv fl.: «Asozialengesetz» (neutralität 7/68); «Minder» (Gespräch mit Hächler 1996, 4); 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 1; 026 Walter Zürcher 06, 6 (ad. Rollier); Engagement der > Junkere 37-Aktivisten gegen dieses Gesetz > J37 E/37; 2.4., 5.6., 26.6., 20.8., 24.9., 1.10., 22.12.1965; J37 E/76 (Hans Schwarz); E/100 (Leserbriefe vs. «Asoziale»); E/105 (Kauer); E/150. Bachmann 1966, 23-33, 51 («die heiligen Knaben»); Gerber 1968,131ff; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [31, Golowin, inkl. ein Teil des Wortlauts des Gesetzes]; Kauer 1968 (Administrativjustiz allg.); Kauer Walther: Einige notwendige Klärungen», aargauer blätter Juni 1968, in: «Kauer»; Mueller 1976, 30; neutralität 7/68 (Zeno Zürcher)></Quellen>
<Sparte>Politik, Abstimmung</Sparte>
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<ID>24</ID>
<Stichwort>Atelier 5</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Architektengemeinschaft, 1955 von Erwin Fritz, Samuel Gerber, Rolf Hesterberg, hans Hostettler und Alfredo Pini gegründet. 1961: Halen-Siedlung.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Atelier 5»; 031 Wirz Thormann 01, 2 Bezzola [Hrsg.] 1964/1972; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 40; du Fresne 1984</Quellen>
<Sparte>Architektur</Sparte>
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<Stichwort>Atelier Theater</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Effingerstrasse 14/Ecke Seilerstrasse. Von René Simmen gegründet (TA 20.5.1967, in: «Polit-Lyrik»). Gründungsgeschichte in 023 Simmen, 5ff: Geplant ist ein modernes Theater, das Simmen 1951 für seine Freundin, die Schauspielerin Esther Wirz auf die Beine stellen will; Max Bill, Friedrich Dürrenmatt und andere helfen mit. Diese ganze modernistische Fraktion wird jedoch vor der Eröffnung des Theaters ausgebootet; das A.-T. war danach nie ein modernes Theater. Eröffnung am 17.11.1951 mit «Don Gil von den grünen Hosen» (Tirso de Molina). Direktion 1951-1955: Adolf Spalinger; 1955-1962 Raoul Alster; 1962-1965 Rudolf Wessely; 1965-1970 Ernst Ernsthoff; 1970-1975 Emil Stöhr. Das Foyer des Theaters wird als Galerie (pikanterweise zuerst als «Kunstkabinett» bezeichnet [Simmen!]); im Dezember 1951 stellt zum Beispiel Serge Brignoni aus. Zeitweise veranstaltet das A. einen Dramenwettberwerb, deren Jury im Herbst 1958 Friedrich Dürrenmatt, E. Brock-Sulzer und Raoul Alster bilden (K E/339).
Letzte Aufführung: 8. Juni 1996. Zur Schliessungsgeschichte mehrere Artikel in «Atelier Theater».</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Atelier Theater» (vor allem Material zur Gründungsgeschichte); 023 Simmen, 5ff; 037 Stalder, Pt 5; REM LK EG 817ff Bucher 1990, 42; Loosli/de Quervain 1983, 39; Mueller 1976, 48 Die Schweizerische Theatersammlung hat das vollständige Repertorium 1951-1991 chronologisch und nach Autoren elektronisch gespeichert.</Quellen>
<Sparte>Theater, Veranstaltungsraum 1951-1996</Sparte>
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<ID>26</ID>
<Stichwort>Atompolitik, AKW Mühleberg</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In den sechziger Jahren gibt es eine starke > Antiatombewegung, die sich gegen die militärische, nicht aber gegen die zivile Nutzung der Atomkraft wendet. An den Osteremärschen sei man mit Transparenten wie «Für die friedliche Nutzung der Atomenergie» unterwegs gewesen (Rothenbühler).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>068 Rothenbühler 1, 7; 076 Steiner 02, 3 («Atomkraft friedlich nutzen und nicht zurück zu den Kerzen») Marti 1965, 43</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
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<ID>27</ID>
<Stichwort>Aufklärung</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Entscheidenes Ideologem der Moderne. Belegstellen für affirmative oder kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Golowin [1981]/1989, 190, 234, 247 (Sozialismuskritik), 253, 265</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<ID>28</ID>
<Stichwort>Aufruf zum Luxus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Dreitägige Veranstaltung mit Musik, Film, Theater und Dichtung in der Rampe (direkt vor deren offizieller Eröffnung: «Luxus ist Freiheit. Luxus ist für jeden erreichbar, Reichtum nicht. Luxus heisst: zu haben, was man will und auf alles zu verzichten, was man haben soll ( )» «gilt heute als eine der ersten wichtigen manifestationen der "fluxus-bewegung"» (graf/graf) 1973)
></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 164; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [1], [37, Einladung], [38, Texte: Aufruf zum Luxus + Aufforderung zum Glanz) Material bei Urs Graf (mündl. 11.5.92)</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<ID>29</ID>
<Stichwort>augenblick</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Max Bense in Darmstadt herausgegebene Literaturzeitschrift (1. Jahrgang vermutlich 1956). Laut Kurt Marti, der die zeitschrift abonniert hatte, neben den >«fragmenten» das wichtigste Medium, um sich über aktuelle internationale literarische Tendenzen zu orientieren (Marti, mündlich, 30.3.1999). In Heft 1/1958 erscheinen zwei Gedichte von > Peter Bichsel (S. 25ff).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
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<ID>30</ID>
<Stichwort>Avantgarde</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>ad. 50er Jahre: «Der Avantgardeküsntler wird abgelöst durch den "Underground-Künstler", dessen Kunst nicht mehr den primären Anspruch hat, gesellschaftlich relevant zu sein, da er sich weitgehend von der Gesellschaft entfremdet hat» (Bucher 1990 28). Konnotierung des Begriffs im Umfeld der Berner Kunstszene zwischen 1950 und 1970.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 01, 5; 03, 1f Baumgartner 198465, 225, 272 ( Bern 66 als «offizielle Avantgarde»); Bucher 1990, 156, 158; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [6] («The Swiss Avantgarde», New York 1971); [10] («Internatrionale Avantgarde Kleinformate von 25 Künstler»); Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 24</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<ID>31</ID>
<Stichwort>Bali</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Nur über eine Rolltreppe erreichbare Nachtbar an der Neuengasse. Schwulentreffpunkt bis in die 70er Jahre hinein.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schwule» (Walser 1991, 37)</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
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<stichworte>
<ID>32</ID>
<Stichwort>BARA-Verlag</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1988 von Bettina Zürcher gegründeter Verlag. Sie stellt ihren Vater Walter Zürcher als Verlagsleiter an, der drei Bücher herausgibt: Elsa Scheidegger: Und sie können es doch Grüsse aus den Philippinen (1989); Walter Zürcher: Physiognomische Studien Band 1: Grundriss (1991); Sergius Golowin: Atombombe DADA! Wie die Urzeit modern wurde (1991) [Nachdruck von "apero" 6: DADA im Mittelalter]. Zürchers Voraussage, der Verlag sei in zwei Jahren selbsttragend, ist falsch. Bettina entlässt ihren Vater. Seither ist der Verlag inaktiv.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 021 Bettina Zürcher 01, 8ff</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>33</ID>
<Stichwort>Barcelona</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Wie das Pyri und das Commerce eine spanische Weinhalle, die in den 50er und 60er Jahren als Treffpunkt diente.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 01, 6</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>34</ID>
<Stichwort>Bärglütli</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Landkommune, die ab 1971 für jeweils 6 Monate auf 1800 Metern lebt (Golowin), und zwar im Gerental (VS). Das sei «der Höhepunkt der Hippie-Bewegung in der Schweiz» gewesen (Zürcher 01/6). Im Gespräch mit Hächler erwähnt Zürcher als herausragend die Beschäftigung mit der > Volkskultur und die > Drogenexeperimente. Über Lebensbedingungen, Strukuren, Geschlechterrollen etc. vgl. Ramseier (sie muss laut Hächler-Protokoll des Gesprächs noch über Material verfügen, zumindest über eine «Grundsatz-Erklärung»). Golowin habe enorm versucht, «uns ideologisch zu beeinflussen» (Ramseier). Laut Ramseier gab es drei Camps (1971/72/73?), danach habe man sich im Tessin auf die Suche nach einem Dorf gemacht, woraus das Projekt Spruga im Onsernonetal entstanden sei.
></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Ramseier» (Gespräch mit Hächler 1996, 2f); «Walter Zürcher» (Gespräch mit Hächler 1996, 3); «Golowin» (eingelegt «Motion/Postulate ad. Volkskultur, 21./22.9.1971», S. 1041); 026 Walter Zürcher 01, Pt. 6</Quellen>
<Sparte>Kultur, Volkskultur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>35</ID>
<Stichwort>Bärner Rohrspatze, Berner Rohrspatzen</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Bärner Rohrspatze»; Berner Cabaret spätestens ab 1953 («Kabarett Muusefalle», SCA). Programm 1962: «Mir wei nid grüble»; darin gibt es eine Nummer, die die Atmosphäre des Café Commerce beleuchtet («Quel commerce doch Bärner Art»). Tritt am 11.4.1964 an der GV des BSV auf.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Bärner Rohrspatze»; «Kabarett Muusefalle SCA» (eingelegt "Sie und Er", 14.1.1954) Schweizer Cabaret-Archiv Gwatt (R 4.1)></Quellen>
<Sparte>Kabarett</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>36</ID>
<Stichwort>Beat, Beatniks</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Beats, Beatniks, Beat-Generation (beat = geschlagen, schlag, Impuls, aber auch: beatitude = Glückseligkeit). Aussteiger-Bewegung in den 50er Jahren, die von der Westküste US-Amerikas (Los Angeles, San Francisco) ausgehend sich gegen gutbürgerliche Geborgenheit, politischen Konformismus und Konventionen stellt. Zu ihrer Kultur gehören Jazz, Rauschgift und neue Lebensformen. Grosser Einfluss auf Europa. Sprecher der Beats: Gregory Corso, Lawrence Ferlinghetti, Allen Ginsberg, Lenore Kandel, Jack Kerouac (hierzu vgl. Ann Charters: Kerouac. London André Deutsch 1974), Philip Lamantia. Kerouac verfasst eine Programmschrift: «Wie schreibe ich moderne Prosa?» In Bern bekennt sich Minder zum Beat, um sich so von den Hippies abzugrenzen. Er bezeichnet René E. Mueller als «Ur-Beatnik mit seinem gewaltigen Bart».</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Beat»; «Arena FIERTAS» (Berner Tagblatt 18.12.1960: darin Kerouacs Position vs. jene der Arena); «Minder» (Gespräch mit Hächler 1996, 3); de Capitani 1993, 245ff; Kerouac: Unterwegs [Reclam 1978, 760 [B]: Nachwort: 339ff)</Quellen>
<Sparte>Musik, Szene, Theorie
</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>37</ID>
<Stichwort>Benteli</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In den 60er Jahren habe Lektor ? Jost mit viel Liebe eine kleine Literaturreihe beteut und unter anderem das erste Gedichtbuch von Gerhard Meier und eine Arbeit von Jörg Steiner herausgegeben (Hugo Ramseyer mündl., 4.11.1992).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>38</ID>
<Stichwort>Berglütli</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Härdlütli.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 026 Walter Zürcher 01, Pt. 6 (B.-Camp im Wallis) Golowin [1967]/1980, 127</Quellen>
<Sparte>Kultur, Politik, Szene, Hippie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>39</ID>
<Stichwort>Bern als internationaler Treffpunkt</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Nach dem zweiten Weltkrieg wird Bern zum internationalen Treffpunkt für Medienleute (Heimann) und Künstler (vermittelt nicht zuletzt durch die Botschaften). Flüchtlinge in den 30er und 40er Jahren (Golowin 1986) Kulturvermittlungsversuche des BSV von Journalisten und Politikern (Heimann). Kulturaustausch zwischen der Berner und der Wienerszene um A. C. Artmann ( via Esther Wirz)./ Weitere kulturpolitische virulente Linien nach Wien: Familie Holzapfel ( Panidealismus, K E/197), Familie Schell (Schauspielschule), K E/179+184 Frankreich/Paris: Existentialistenkeller; "SINWEL" 4/58, frankophile junge Berner: Klopfenstein, Golowin, René E. Mueller, Stirnemann, Gertsch, von Steiger, Jean-Richard USA/ in Deutschland stationierte GI s: Jazz, Lebensart (Wanger) Anthroposophische Einflüsse (Steiner Eymann) die Polen Stempowski und de Vincenz Edzard Schaper Das beigelegte Verlagsprogramm in "spirale" Nr. 2 postuliert das «Kriterium der Internationalität» (Bucher). Auch in den 60er Jahren sind Teile der Kunstszene ( Kunsthalle, Gruppe 66) international ausgerichtet.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 023 Simmen, 1; 025 Megert 03, 2f+4 (Replik auf Baumgartners Vorwurf des «provinziellen Internationalismus»); 026 Walter Zürcher 06, 3 (Bakterienphobie der Wiener); 037 Stalder, Pt. 3; 042 Jean-Richard 03, Pt. 8; 054 Wanger 01, 02 (vgl. auch Notizbuch 28.6.1993) Ammann/Szeemann [Hrsg.] 1970, 5; Baumgartner 1984, 40f (Kunsthalle), 62, 65, 70, 262f+272 («provinzieller Internationalismus»); Bucher 1990, 75f, 153 (Gomringers Vision einer «universalen Gemeinschaftssprache»); Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 174 (Golowin); Erpf/Traber [Hrsg.] 1989, 315ff (Heimann); Golowin 1986, 125); Gstieger 1993, 109; Küng 1988, 57f (Golowin); Kunsthalle [Hrsg.]1987, 6, 7, 10, 11, 27</Quellen>
<Sparte>Szene, Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>40</ID>
<Stichwort>Bern als Provinz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In der modernen, Avantgarde-orientierten Einschätzung ist das kuturelle Bern auch in den 60er Jahren «Provinz». Jedoch: «Ein Künstler ist nur provinziell, wenn er die Provinz in sich hat» Szeemann (in: Kunsthalle 1987, 6). Für die Literaturdebatte vgl. Fringeli 1975, 78ff sowie Marti 1966.
Die Tägel-Leist-Szene auf der Suche nach den Wurzeln wendet sich schon früh gegen den, auf die internationalen Metropolen fixierte Blick und der Vorwurf der «Enge» (Nizon) und den in dieser Einschätzung implizierten Fortschritts-Begriff. Vgl. Provinz-Debatte zwischen Schwengeler ("Kleiner Bund" 9.6.1967) und "Berner Student" (11, Juni 1967) (erwähnt in: «Apero», darin: NZ 6.7.1967) Belegstellen, die den Disput um «Bern als Provinz» dokumentiert.
Die Kritik von Nizon im «Diskurs in der Enge» ist bei C. A. Loosli vorgezeichnet (vgl. Loosli: Ihr braven Leute nennt euch Demokraten, Frauenfeld [Huber], 1980,149f).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «modern mundart» (darin: Fringeli 7.5.1967); 011 Zürcher 03/Pt. 2; 016 Ammann 02/14; 076 Steiner 02, 9 (Begriff Provinz positiv besetzt/ im gleichen Gespräch aber auch: Bern als retro) Ammann/Szeemann [Hrsg.] 1970, 5 (Kunsthalle: «Absicherung gegenüber allzu Provinziellem»), 9 (Schockproblem); Baumgartner 1984, 25 (Klee), 29 (Nizon: Diskurs), 40ff, 46 (das p.ielle Sichverschliessen dem Fremden gegenüber), 48 (Ignoranz), 65 (Weltsprache vs. spezifisch Eigenes), 70, 71 (regional vs. p.iell; weitere Quellen zum Stichwort), 72 (Avantgarde bei uns? vs. Stilpluralismus), 78 (Achternbusch: Welt als imperialer Begriff), 110 (Spannung Welt-Provinz als «Grundproblem bernischer Kunst»), 140 (Otto v. Greyerz: Heimatschutz/Volkskultur); 143+262 (Gegenposition der Tägelleist-Leute); Fringeli 1975, 78ff; Marti 1966; Zeitschrift 3/1991, 184ff (besonders 187; Kurt Marti)</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>41</ID>
<Stichwort>Berner Altstadt, Armut</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Berner Altstadt als Ort, in dem subkulturelle Treffpunkte wachsen konnten, ist ein Phänomen der 50er und frühen 60er Jahre: Noch waren Unterstadt/Matte Wohnort der ärmeren Bevölkerungsschichten; die Altstadtsanierung aus hygienischen Gründen (Tuberkulose!) oft eine dringende Notwendigkeit kam erst in Gang (Reinhard 1945). Die Kulturräume entstanden wie heute weit draussen in den Quartieren an den Schnittstellen, wo billiger Wohnraum geleert wird, um kurz darauf (Luxus-)sanierungen vorzunehmen. Laut Golowin war diese Kultur eine in erster Linie mündliche, die in der ganzen Altstadt vorhanden gewesen und durch die Diskussionskreise lediglich fokussiert worden sei. Im November 1967 wird die «Kesslergasse» in «Münstergasse» umgetauft (Volmar) (vermutlich gleichzeitig die «Metzgergasse» in «Rathausgasse»).
Belegstellen/Beschreibungen der Berner Altstadt, bevor sie in das heutige Potemkin sche Dorf verwandelt wurde.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Berner Altstadt» (darin: Reinhard 1945); «Sinwel» (darin: "Sinwel" 1/58, 2); 016 Ammann 02/13-16; 028 Golowin 03, Pt. 3; 037 Stalder, Pt. 2; K E/[3. Zwischenveranstaltung] 27.10.1956 Bisinger [Hrsg.] 1972, 124ff; Keller H. 1993, 70 f (Golowin); Liga 1971; Marti 1973, 120, Volmar 1969, 107></Quellen>
<Sparte>Kultur, Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>42</ID>
<Stichwort>Berner Arbeitsgemeinschaft</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Arbeitsgemeinschaft von Künstlern Anfang der 70er Jahre, der Franz Eggenschwiler, Peter Meier, Konrad Vetter und Robert Wälti angehören.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Graf/Graf [Hrsg.] 1973 [4]f</Quellen>
<Sparte>Kunst</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>43</ID>
<Stichwort>Berner Büchermärit</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Seit 22.11.1952 findet im Berner Casino alljährlich der populäre Büchermärit statt, an dem für einige Tage sämtliche AutorInnen Berns mit ihren Büchern anzutreffen sind. Weitere Daten: 24.10.1953; 22.9.1956; 28./29.10.1961 (dieser wird in der SPK-Meldung vom 29.10.1961 als «Der vierte Berner Büchermärit» angesprochen, das Patronat hat nun die Kantonale Erziehungsdirektion übernommen, in: BSV S R); 23. 29.10.1964 («Berner Bücherwoche», deren Rahmenprogramm bereits am 20.10.1964 beginnt); 7.-17.5.1966 (Sonderschau des BSV im Rahmen der BEA); 25.6.1966 («Bärner Büechermärit»)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Berner Büchermärit»; «BSV» (eingelegt: «BSV S R»); 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 9; 026 Walter Zürcher 06, 1, 2 Erpf/Traber [Hrsg.] 1989 321f (Heimann)</Quellen>
<Sparte>Literatur, Volkskultur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>44</ID>
<Stichwort>Berner Chansonniers</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Anfang der 70er Jahre von Martin Hauzenberger initiiert.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 192</Quellen>
<Sparte>Chanson</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>45</ID>
<Stichwort>Berner Fasnacht</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Belegstellen für das von Golowins Engagement für die Wiedereinführung der Berner Fasnacht.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Berner Fasnacht»; «Golowin» (darin: S.G.: Fasnacht und psychedelische Himmelfahrt, in: neutralität 3/69); J 37-Diskussionen (4.2.1966; 15.3.1968; 13.12.1968, 11.4.1969) Golowin [1967]/1980, 137 (Chorgerichtssatzung 1661); Golowin 1969/2; Meyer E. Y. 1977, 423f (F. als Zeitenwende) 4.2.1966; 15.3.1968; 13.12.1968; 11.4.1969</Quellen>
<Sparte>Kultur, Volkskultur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>46</ID>
<Stichwort>Berner Film</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Als Teil des seit den 60er Jahren entstandenen «neuen Schweizer Films». 1965/66 Diskussion um das kantonalbernische Filmgesetz; erste Lesung im Grossrat: 23.11.1965, Volksabstimmung 17.4.1966. 1969: «der andere filmklub 69» (Brief vom 13.4.1969, in: J 37 Dokumente)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl: «Film»; «Geistige Landesverteidigung» (ad. schweizerische Filmwochenschau); Berner Filmgesetz (J 37 E/76, 81, 82, 150); Pasolini ( > 17.6.1966); «Sorbas le Grec» (J 37 E/69)); Verwaltungsberichte der Stadt Bern (ab 1961 gibt es unter «Kulturelles» jeweils einen Abschnitt über «Filmfragen») Golowin: Volksrecht 16.12.1965 und 6.1.1966 (ad. Filmgesetz) Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 157ff (Kleine Berner Filmographie), 161f (ad. Kellerkino); Kunstmuseum Bern [Hrsg.] 1989, 492ff (Die Filme von Bernhard Luginbühl), 496 (Filmografie Luginbühl)></Quellen>
<Sparte>Film</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>47</ID>
<Stichwort>Berner Galerie</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ende 1965 stimmt ihrer Schaffung der Gemeinderat zu; Eröffnung am 30.4.1966 an er Kramgasse 7; erster Leiter: Johannes Gachnach. Ausstellungsort. 1970: 160x160x38; 1971: Von der Nadel bis zum Plotter; 1972: Testfall Bern; 1973: 23 Atelierbesuche.
Beate Engel als Leiterin dieser Galerie, die jetzt «Stadt-Galerie» heisst, verfügt über keine historische Dokumentation zur Geschichte der Galerie (mündl., 17.9.1999).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 01, 7 Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 56f; Verwaltungsberichte 1965, 312; 1966, 301; 1967, 311; Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 6, 33</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>48</ID>
<Stichwort>Berner Konferenz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Berner Konferenzler» (Arnold [Hrsg.] 1979, 173). Martin Rothenbühler mündlich, 7.4.1998: Ein neulinker Zusammenschluss und Koordinationsgruppe in Abgrenzung zu POCH und RML. Mit dabei die -> RAZ Zürich, Rupture Lausanne und gewisse maoistische, anarchistische und stalinistische Gruppierungen. Von Bern her Beat Frank {«Schinagu»), der aber von damals nichts mehr wissen wolle; Pietro Ribi (heute Radio Schweiz international), Michel Porsche [?] (ehemals Prof. an der ETH Lausanne, «verschwunden»); René Corsat [?] (psych. Probleme), ev. Marc Rudin. Der Name «Berner Konferenz» komme daher, dass man sich in Bern zu Sitzungen getroffen habe. Es seien auch Papers und Protokolle erstellt worden. In der Öffentlichkeit aufgetreten sei die B. K. z. B. als Demoveranstalterin (Alpha-Demo Bern, Comptoir-Demo Lausanne; ev. auch noch an Gösgen-Demos zusammen mit POCH und RML beteiligt).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Politik, Orgnaisation</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>49</ID>
<Stichwort>Berner Kunsthalle</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ausstellungsort der GSAMBA seit 5.10.1918 (Helvetiaplatz 1, Tel. 43 00 31). Leiter: Robert Kieser (1918-1930), Max Huggler (1931-1946), Arnold Rüdlinger (1946-1955; seit 1943 Assistent von Huggler), Franz Meyer (1955-1961), Harald Szeemann (1961- 1969), Zdenek Felix (Interimsleiter 1969-1970), Carlo Huber (1970-1974), Johannes Gachnang (1974-1982), Jean-Hubert Martin (1982-1985); seit 1985 Ulrich Loock. «Für die aktuelle geometrische Kunst scheint Rüdlinger wenig übrig zu haben. ( ) Aber auch Rüdlingers Nachfolger, Franz Meyer, lässt sich auf die lokalen Kunstereignisse wie die "spirale" wenig ein» (Bucher 1990, 41).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kunsthalle» (darin: «75 Jahre Kunsthalle/Medienrezeption», «WoZ 35/93» [fl.]); 015 Hohler 02/3; 025 Megert 01, 6 (Zusammenarbeit mit galerie aktuell/Sylvia Megert); 03, 7ff (Abgang Szeemann, Streit um Nachfolge); 037 Stalder, Pt. 1; 073 Lehner 02, 3 (jandl- und Grass-Lesung in der Szeemann-Zeit); 076 Steiner 02, 3 (K. als wichtige Anlaufstelle); 7 Ammann/Szeemann [Hrsg.] 1970 (v.a. 163-192: Chronologie aller Ausstellungen bis 1969); Baumgartner 1984 42f, 48, 133-139 (Gründungsgeschichte), 272f, 274; Bucher 1990 40f; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 35ff, 38ff, 45ff, 108; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [36, Senn]; Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 23 (Zusammenarbeit mit galerie aktuell/Sylvia Megert), 29; Reust 1993 (darin: 130-154: Chronologie aller Ausstellungen 1969-1993)</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>50</ID>
<Stichwort>Berner Literaturstreit</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ausgehend von einer Diskussion zwischen Hans-Rudolf Hilty und Erwin Heimann in Burgdorf ( 16.1.1964) entwickelt sich im Bernbiet eine Literaturdebatte in den Medien (vgl. TN, 29.2.1964), die am 6.5.1964 und am 24.10.1964 in der Junkere 37 fortgeführt wird. Gleichzeitig kommt es innerhalb des BSV zu «Spaltungserscheinungen» (Eggenberg) zwischen den älteren, traditionellen und den jungen, nonkonformistischen Autoren. Öffentlicher Ausdruck wird die Debatte von 1964 um den Begriff «Nullpunkt» (vgl. fl.: Der Nullpunkt ist kein Bschüttloch, in: Mettauer u.a. [Hrsg.] 1998, 213ff)
Die genauen Gründe, weshalb Hektor Küffer zwischen der GV von 1963 und jener von 1964 sein erst 1962 übernommenes Amt des Präsidenten niederlegt (und der BSV bis zur GV von 1965 interimistisch von Golowin, Langhans und Lehner geführt wird), sind noch ungeklärt. Dass an dieser GV nicht der die Sitzung leitende interimistische Präsident Golowin, sondern Erwin Heimann zum neuen Präsidenten gewählt wird, lässt eine Niederlage des progressiven Flügels wahrscheinlich erscheinen (weitere Indizien: 1965 werden die Stunden am Kaminfeuer im Lyceumclub, das Podium der jungen AutorInnen, eingestellt;in der Artikelsammlung «BSV S R» erscheinen die Progressiven nach der GV 1965 kaum noch). Anlässlich der GV 1966 fragt Schwengeler im "Bund" (28.3.1966): «Es ist uns aufgefallen, dass am Jubiläum des BSV [25 Jahre BSV, fl.] merkwürdig wenige Teilnehmer der jungen Generation teilnahmen. Scheuen sie die Diskussion?»
Die Debatte nimmt den grundsätzlichen Frontverlauf des Zürcher Literaturstreits (1966/67) voraus und gehört in die Reihe der Abwehrschlachten einer kulturkonservativen Vormoderne gegen die Moderne ( Moderne Vormoderne).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: Tä-L E 16.1.1964; J 37 E/11; «BSV» (eingelegt «BSV S R»: Ernst Eggimann: Schriftsteller auf dem Armsünderbänklein; "Tages-Nachrichten", 29.2.1964; Materialien zur BSV-GV 1966) Erpf/Traber [Hrsg.] 1989, 323f; Mettauer u.a. [Hrsg.] 1998, 213ff></Quellen>
<Sparte>Literatur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>51</ID>
<Stichwort>Berner Lyrik</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die lyrischen Kristallisationen in in Bern zwischen 1950 und 1970: a) die «konstellationen» von Gomringer ( "spirale"); b) Arena FIERTAS ( Sinwel-Verlag); c) Polit-Lyrik der Keller-Poeten; d) Mundart: Von C. A. Loosli via Liedermacher bis zur «modern mundart» («e Ligu Lehm». Lukianos 1967) e) Konkrete Poesie (Bremer, Bizos, Kunsthalle). Vor dem Hintergrund der «Acht-Punkte-Proklamation des poetischen Actes» von Artmann (1953), des Aufrufs zum Luxus (1961), Enzensbergers Proklamation der «Weltsprache Poesie» (anfang 60er Jahre) (016 Ammann 02/13).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>BSV 1956 (:«Berner Lyrik»)</Quellen>
<Sparte>Literatur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>52</ID>
<Stichwort>Berner Münster</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Berner Münster» 026 Walter Zürcher 01, Pt. 4 (Guido Bachmann beschiesst das Jüngste Gericht) Bachmann 1966, 8, 236; Neuenschwander 1993, 19-78 («Die Kreuzrose»)</Quellen>
<Sparte>
</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>53</ID>
<Stichwort>Berner Schriftsteller-Verein BSV</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Als lose Gruppierung seit 1939 als Beitrag zur geistigen Landesverteidigung entstanden. Formell gegründet (laut Protokollen in Erpfs Archiv) am 10.5.1941, präsidiert von A. H. Schwengeler, dann von Hans Zbinden 1945-1951), dann von Erwin Heimann (1951-1955 und 1965-1969), von Paul Eggenberg (1955-1962 und 1973-1981), Hans Rudolf Hubler (1969-1973) interimistisch von Hektor Küffer (1962-1964), von Peter Lehner, Susy Langhans und Sergius Golowin (1964-1965] und von John Erpf (1981-1989). Danach von Tobias C. Biancone, heute von Hendrik Rhyn. Stichworte zur Geschichte: Aarbergerbott seit 1940 (von Ehrenmitglied Hans Müller, Nationalrat und Baumeister, initiiert, traditionellerweise mit Kleinkaliber-Wettschiessen der SchriftstellerInnen gegen die Aarberger Schützen); Erholungsurlaube für Nazi-Opfer nach dem Krieg; Bürgermeisterkonferenz Mont Pélerin/Vevey (9.-14.6.1948);Veranstaltungen zusammen mit der Berner Freistudentenschaft; «Cabaret Federvieh»; Schulvorlesungen, Berner Büchermärit; «Kaminfeuer-Stunden» Lyceum-Club; Generationenkonflikt in den 50er und 60er Jahren, Junge gegen Alte bei öffentlichen Auftritten, Preisvergaben etc. Mit der erneuten Wahl Heimanns zum Präsidenten gewinnt die konservative Fraktion 1965 die Oberhand. Heimann und Schwengeler führen den BSV in dezidiert konservative (siehe literarische) und salon-antikommunistische (siehe politische Fragen) Bahnen. Mit der erneuten Übernahme des Präsidiums von Eggenberg fährt der BSV auf einer liberalen/neutralen Linie durch die Zeit der Spaltungen (SSV vs. GO) [Eggenberg]. Seither verliert der BSV kontinuierlich an kulturpolitischer Bedeutung.
Quellenlage: Laut Ruth Troxler (BSV-Sekretärin, 19.8.1998): Hans Rudolf Hubler gesundheitlich schwer angeschlagen; ebenso Emil Ernst Ronner; Susi Langhans und Greti Tribolet im Burgerheim Viererfeld; Im Pflegeheim auch Bernhard Nüesch. Als klarste Quelle Paul Eggenberg (trotz Herzproblemen und «Rückenmarkkrebs»). Ebenfalls schlecht gehe es René Gardi (Helene Raunhardt mündl., 25.8.1998).
ad. Publikationen BSV: Die in den Protokollen verschiedentlich erwähnte, von Ernst Balzli betreute «BSV-Post» ist «bei uns n. vorh.», vermerkt die LB. Was es gibt: «Mitteilungsblatt des Berner Schriftstellervereins» 1964-1966 (Burgdorf Stadtbibliothek); BSV-Bulletin ab 1981.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Berner Schriftsteller-Verein»; 001 Marti 04 (Marti/Schär), 8 (Episode Aarberger Bott); 053 Eggenberg 01, 1, 5-7, 9-12 (zur Geschichte des BSV seit 1955); 04, 14f (Aufnahmebedingungen; freundschaftliche Vereinigung); 074 Gsteiger 02, 2f; 076 Steiner 02, 5 + 6 Erpf/Traber [Hrsg.] 1989 (v.a. Chronik, 313-330); Lehner 1972, 14 
Laut Paul Eggenberg ist das umfangreiche Archiv des BSV weitgehend zerstört. Einerseits wurde der Keller des Sekretärs Reichle in Ittigen überschwemmt (hier ging vor allem die Erstausgabensammlung verloren), andererseits hat das ehemalige Gewerbemuseum im Berner Kornhaus das eingelagerte Material weggeworfen (mündl. 6.7.1992). alt Präsident John Erpf hat noch12 grosse Archivkisten mit BSV-Material: 1 1940-1960; 5 1970-1980; 3 1981-1989 (Amtszeit Erpf) und 3 BSV-Finanzen. Dazu kommen zwölf chronologische Zeitungsschnipsel-Hefte 1946-1969 von Armin Riesen. SLB führt ein Dossier «Berner Schriftsteller-Verein» unter der Signatur V Bern 8079; war aber am 4.8.1998 nicht auffindbar (Leihschein-Notiz: «nicht am Standort», was immer das heisst). Neu: Zuständig für das BSV-Archiv ist Helene Raunhardt (Buchhändlerin, Belp); gelagert sei das Material (auch jenes von Erpf) unterdessen in der Regionalbibliothek an der Effingerstrasse; soll auf Ende Oktober indas Literaturarchiv überführt werden. Raunhardt bestätigt Eggenbergs Angaben, dass unter zwei Malen bei Präsidenten wegen Wasserschäden Material verlorengegangen sei. Ein Blick in das Verzeichnis, das sie bei sich zu Hause hat, ergibt, dass das Material für die sechziger Jahre auch bei ihr fehlt. Allerdings ist offenbar nicht alles geordnet. Sie würde mich bescheid geben, wenn sich beim Aufräumen Neues ergeben würde. Der Ordnung halber informiere ich sie über die Exiszenz der Sammlung Riesen (für die ich Erpf seinerzeit eine Empfangsbestätigung unterzeichnet habe, die er aber nicht weitergereicht hat) und bitte darum, sie für meine Arbeit noch einige Monate behalten zu dürfen. Laut Hans Rudolf Hubler, mündlich, 7.4.1999, gibt es im Archiv des Radiostudios Bern noch Material (im Juli 1999 bei Oskar Propst, Dokumentalist oder Hendrik Rhyn nachfragen!)</Quellen>
<Sparte>Literatur, Organisation, Szene</Sparte>
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<ID>54</ID>
<Stichwort>Berner Szene</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Allgemeine Beschreibungen der Berner Szene zwischen 1950 und 1970. Kurt Marti, gefragt, ob es in Bern in dieser Zeit den keine wirkungsvolle Philosophie gegeben habe (Panidelaismus, Existentialismus etc. führten ein Randdasein) antwortet: «Die Berner sind eher Pädagogen und Theologen, wie die Schweizer überhaupt.» Edi Käser zur Zeit Ende der 60er Jahre: «Wahrlich, es war ein bisschen Dammbruch-Zeit, und das Unbehangen in der Kultur wich für ein paar fiebrige Momente dem Behagen in der Subkultur.»</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 001 Marti 04 (Marti/Schär), 6 (Subkultur als «Nischensache»), 9 (zufällige Nähen), 11 (Philosophie); 025 Megert 03, 2, 3, 7f, 10 (Feste); 026 Walter Zürcher 01, Pt. 8 Baumgartner 1984, 258; Bisinger [Hrsg.] 1972, 122-133 («Bern 1951-1953»); Bucher 1990, 37-48; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976; Ernst [Hrsg.] 1982, 10 (Käser); Graf/Graf [Hrsg.] 1973; Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 6 (1964-1969: «Berner Klima»), 7 («ein günstiges Klima»), 13, 24, 27-30 (Bitzos: Berns "Epoque"), 31 (Gebser: Kunstszene als «uterale Zone») 31-35 (Szeemann: die Berner Kunstszene in den 60er Jahren)></Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
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<stichworte>
<ID>55</ID>
<Stichwort>Berner Tagwacht</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 073 Lehner 02, 04 (Einstellung des Feuilletons in den 60er Jahren)</Quellen>
<Sparte>Zeitung</Sparte>
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<ID>56</ID>
<Stichwort>Berner Troubadours</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Der Begriff «B. T.» geht zurück auf eine enthusiastische Rezension der Premiere vom -> 29.12.1964 im Theater am Zytglogge (Heinrich von Grünigen: «Berner Troubarours im Rampenlicht», Bund 31.12.1964). Die Liedermacherszene habe gespalten wegen der Unverträglichkeit zwischen > Bernhard Stirnemann und -> Hugo Ramseyer letzterer initiierte die > Berner Trouvères (Susi Leonhard Aeberhard, mündlich, 21.5.1999). Die B. T. bestehen aus Ruedi Krebs, Mani Matter, Jacob Stickelberger, Bernhard Stirnemann, Markus Traber und Fritz Widmer (in den 70er Jahren noch mit Ruedi Stuber, Balsthal). Unter diesem Namen zum ersten Mal 1967 in der Rampe aufgetreten. Zur Problematik des Begriffs und zur Funktion Matters vgl. Stirnemann. Ab Herbst 1970 treten Matter, Stickelberger und Widmer in Kleinformation auf und diskutieren ihre Texte zusammen.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Berner Troubadours» (Bund 31.12.1964) Schweizer Cabaret-Archiv Gwatt (B 2.1) Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 181ff; Hohler 1977, 47f (Stirnemann); Hohler 1992, 64f; Loosli/de Quervain 1983, 41 (Betts)</Quellen>
<Sparte>Chanson, modern mundart, Lyrik, Literatur</Sparte>
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<ID>57</ID>
<Stichwort>Berner Trouvères</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Aspaltung der -> Berner Troubadours: Die Liedermacherszene habe sich gespalten wegen der Unverträglichkeit zwischen > Bernhard Stirnemann und -> Hugo Ramseyer letzterer initiierte die > B. T. (Susi Leonhard Aeberhard, mündlich, 21.5.1999).
Die Liedermacher Werner Jundt, Peter Krähenbühl, Andreas Oesch, Oskar Weiss und für die «Kollektion 70/71» der Kontrabssist Christian Fischer. Erstes abendfüllendes Konzert in der Kantonsschule Solothurn am 31.10.1969.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Schweizer Cabaret-Archiv Gwatt (T. 3.1) Die Berner Trouvères, Ein Chanson-Lexikon, Bern (Zytglogge) 1974); Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 184f</Quellen>
<Sparte>Chanson, modern mundart, Lyrik, Literatur</Sparte>
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<ID>58</ID>
<Stichwort>Berner Versuche</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Nach der Umbenennung der Zeitschrit sinwel in Botti von Zeno Zürcher betriebenes Nachfolgeprojekt, das 1962/63 5 Nummern lang erscheint (= sinwel Nrn 17-21). Publiziert werden Texte von Baumgartner, Gertsch, Golowin, Klein und Zeno Zürcher. In Vorblatt und Vorwort von Lauener 1960 taucht der Terminus «Berner Versuche» erstmals auf.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «sinwel/Botti/Berner Versuche»; 011 Zürcher 03/Pt 3 J 37 E/100</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift, Verlag</Sparte>
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<stichworte>
<ID>59</ID>
<Stichwort>Bethlehemacker</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Siedlung am Knospenweg/Kornweg, 3018 Bern, Baujahr 1944-1947</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Kurzbeschrieb in: Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 139</Quellen>
<Sparte>Architektur</Sparte>
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<stichworte>
<ID>60</ID>
<Stichwort>Biel</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Cortesi spricht in seinen Artikeln (1965-1970) häufig von der «Zukunftsstadt» wenn er Biel meint. Ereignisse und Personen, die im Umfeld der nonkonformistischen Szene Biels eine Rolle spielen. Pierre Annen, Mario Cortesi/ Büro Cortesi (wird nach den Inser Ereignissen [ 4.7.1966] ein wenig zum «Mittelpunkt des Nonkonformismus», 029 Cortesi 01,1) Frank (A.) Meyer, Marcel Schwander, Arthur Villard, Pfarrer Heinz E. Rothenbühler. Bieler Manifest. Schweizerische Plastikausstellung in B. (auf Initiative von Marcel Joray 1954 erstmals durchgeführt [dann alle vier Jahre], «seither zur Institution geworden», Baumgartner 1984, 246f).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Villard»; 029 Cortesi 01, 1f ("Bieler Tagblatt"), 2 ("Bieler Zeitung"), 6 (Pensionskassengelder-Skandal, Freie Bieler Bürger); 13.6.1966 (Witzwil); 4.7.1966 (Ins); 076 Steiner 02, 6 (ad. Schweiz. Plastikausstellungen); 7 (Episode ad. Buchhändler Mägli); 8 (soziologischer Vergleich mit Bern)></Quellen>
<Sparte>Kulturpolitik, Stadt</Sparte>
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<ID>61</ID>
<Stichwort>Bieler Manifest</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«"Bieler Manifest Über die Situation unserer Armee", verfasst und herausgegeben vom Arbeitskeis Kritische Kirche im Kanton Bern» (Marti 1973, 149).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Armee, Politik</Sparte>
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<ID>62</ID>
<Stichwort>Black caps</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Berner Beatgruppe in den 60er Jahren, die an den Vernissage-Festen der Berner Kunsthalle in der Aera Szeemann eine Rolle gespielt habe. Ihr Manager sei Willy Weber gewesen (Urs Graf mündl., 11.5.92)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Musik, Beat</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>63</ID>
<Stichwort>Bohème</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In Zürich sei die Mischung von Bohème, Existentialismus Sartre scher Prägung und Anarchismus wichtig gewesen für die Subkultur.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 077 Baviera 01,9f</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>64</ID>
<Stichwort>Boldern</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Boldern»</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
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<stichworte>
<ID>65</ID>
<Stichwort>Botti</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Nach der Umbenennung die Nrn. 14-16 der Zeitschrift Sinwel 1961 (siehe auch Berner Versuche). «Der "Botti" ist das Organ des Tägel-Leist» und «dient vor allem der "Ausstrahlung"» ("Botti" 1,4).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Sinwel/Botti/Berner Versuche»; J 37 E/100</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
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<stichworte>
<ID>66</ID>
<Stichwort>Broncos</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Zum Namen vgl. «Töffahren und Predigen jedes zu seiner Zeit», in: «Ryser Peter».</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Ryser»</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
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<stichworte>
<ID>67</ID>
<Stichwort>Bücher Antiquariat Münchhofen, Junkerngasse 15</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Im Frühling 1956 eröffnet Michael von Münchhofen an der Junkerngasse 15 ein Bücherantiquariat, zu dessen Besuch Walter Zürcher die Kerzenkreis-BesucherInnen ermuntert.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: K E/80</Quellen>
<Sparte>Literatur</Sparte>
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<stichworte>
<ID>68</ID>
<Stichwort>Buchhandlung Müller-Gfeller</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Buchhandlung in einem Keller an der Spitalgasse [?] sei zum Zentrum für alle geworden, die sich für internationale Kunst und Literatur interessiert haben, wegen des Chefs Horisberger, der im Stillen gewirkt habe, aber wie Szeemann ein grosser Kenner gewesen sei. In dieser Buchhandlung hat -> Anastasia Bitzos Buchhändlerin gelernt. (Peter von Gunten, mündlich, 3.9.1999)></Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>69</ID>
<Stichwort>Burgdorf</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Zwischen 1957 und 1968 baut der Stadtbibliothekar Sergius Golowin die Bibliothek zu einer Art Volkshochschule aus mit Treffen jeden Samstagnachmittag (ab 1958; ab 1963 öffentlich; vgl. "Burgdorfer Tagblatt"). Die Diskussion zwischen -> Hans Rudolf Hilty und -> Erwin Heimann zur Frage «1945 Nullpunktsituation?» am -> 16.1.1964 lanciert den «Berner Literaturstreit». Der damals linksfreisinnige Heinz Däpp macht das «Burgdorfer Tagblatt» ab 1965 zu einer «Nonkonformisten-Postille» (Däpp 01, 2). Um den Gymnasiasten Martin Schwander konstituiert sich die Gruppe 67, die nach dem Burgdorfer Literaturskandal um Guido Bachmanns «Gilgamesch»-Roman aufgelöst wird. Sommer 1967 gründen Däpp und andere das «Kulturpolitischen Forum» (Zweitgründung 1977 von Däpps Ex-Frau Beatrice); Dezember 1967: städtische Wahlen/anonymes Flugblatt. Frühjahr 1968: PK zum Manifest der Progressiven Mittelschüler ( Burgdorfer Manifest); Abgang Golowin. 1971: Abgang Däpp.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: NONkONFORM Chronologie: Stichwort Burgdorf; «Burgdorf» (darin: «Burgdorfer Literaturskandal»); «Mueller» (darin REM, "Vorwärts", 8.2.1968); 028 Golowin 03, Pt. 1; 05, 2; 033 Däpp 01, 1, 2f+4 (Burgdorfer TB"); 048 Schwander 01 Golowin [Hrsg.] 1967 (vor allem Nachwort); Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [16] (Golowin ad. Begegnungen in der Stadtbibliothek); Mueller LK EG, 481-506 (Referat vom 10.1.1967); 626 (Golowin/ Wahlen 1967); Schmid 1976, 197></Quellen>
<Sparte>Stadt, Kulturpolitik</Sparte>
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<stichworte>
<ID>70</ID>
<Stichwort>Burgdorfer Manifest</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Das Manifest wird von Martin Schwander vertreten (J 37 E/186) und von progressiven Mittelschülern getragen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Schule, Jugend, Politik</Sparte>
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<stichworte>
<ID>71</ID>
<Stichwort>Burgdorfer Tagblatt</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Wird unter > Heinz Däpp zu einer wichtigen Plattform der Nonkonformisten.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Zeitung</Sparte>
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<ID>72</ID>
<Stichwort>Büro Arsène</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Arsène Waldvogel gegründetes, später (vermutlich im Sommer 1965, 7.9.1965 und K E/414) von Walter Zürcher weitergeführtes Druck-Büro (gekündigt auf Mai 1966, K E/422), das Zürcher zugunsten des Walter Zürcher Verlags aufgibt. Waldvogel seinerseits hat das Büro vermutlich 1964 von Godet (?), Frau Jean-Marc Fahrnis, übernommen. Sein Mitarbeiter war Walther Kauer. Zürcher hat Waldvogel die Infrastruktur abgekauft; Geldgeber sei Walter Vogt gewesen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 026 Walter Zürcher 06, 6; 040 Niederhauser/Waldvogel 01, 5f</Quellen>
<Sparte>Druck, Verlag</Sparte>
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<ID>73</ID>
<Stichwort>Büro Cortesi</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von > Mario Cortesi 1965 gegründetes Pressebüro in Biel. «Wir haben das Büro gegründet, weil die «National-Zeitung» gekommen ist und gesagt hat: Wir möchten jeden Tag Artikel aus Biel und der Region.» (029 Cortesi 01, 3). Wichtiges nonkonformistisches Zentrum in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre. Publizistische Exponenten, die zeitweise im B. C. arbeiteten: Frank A. Meyer, Werner Hadorn, Peter Rothenbühler, Niklaus Ramseier. Das Büro unterstützt in Not geratene Kollegen, z. B. > Paul Ignaz Vogel oder > Walter M. Diggelmann (068 Rothenbühler 1, 3).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>029 Cortesi 01; 068 Rothenbühler 1, 1</Quellen>
<Sparte>Medien</Sparte>
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<ID>74</ID>
<Stichwort>Cabaret Muusefalle</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Cabaret-Ensemble, das am 31.12.1953 das Kleintheater Kramgasse 6 eröffnet. Die Dekorationen stammen von Walter Vögeli und Egbert Moeshnang (Baumgartner): «Ausgezeichnet die Damen Blatter und Spalinger als fürs Vaterland stickende Jungfern, Ursula Blatter wiederum als lüstern träumende Unschuld, Salghini als Geldsammler, als Botschafter oder Geheimrat Kork, Abbühl und Spalinger als verwöhnte Existentialisten. ( )» ("Bund") Der Versuch, das Cabaret berufsmässig zu führen scheitert, nach einer kleinen Tournee in der Region (Biel, Grenchen, Gstaad, Interlaken, Spiez, Thun) und einer Zweitaufführung im Kleintheater; die Gruppe löst sich im Frühjahr 1954 auf.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kabarett "Muusefalle»; 038 Baumgartner 01, 3 "Bund", 3.1.1954 (nicht kopiert)></Quellen>
<Sparte>Kabarett</Sparte>
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<ID>75</ID>
<Stichwort>Cabaret Schifertafele</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Gegründet vermutlich 1960 um Hugo Ramseyer; Lehrerkabarett. Am Berner Büchermärit vom 27./28.10.1961 Auftritt «nach Texten von Mitgliedern des BSV» (Zeitungsinserat, in: BSV S R) und an der GV des BSV am 23.3.1963. Programm 1964 im Theater am Zytglogge: «Balladen, Lumpeliedli, Chansons auf Berner Art». 1965: «Neues von den Berner Troubadours»</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Schweizer Cabaret-Archiv Gwatt (S 2.2) Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [42]; Hohler 1977, 47, 52</Quellen>
<Sparte>Kabarett</Sparte>
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<ID>76</ID>
<Stichwort>Cabaret Steinbrecher</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Berner Cabaret in den 60er Jahren.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Schweizer Cabaret-Archiv Gwatt</Quellen>
<Sparte>Kabarett</Sparte>
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<ID>77</ID>
<Stichwort>Cabaret Zahnstocher</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1966 von Hugo Ramseyer als "Juniorenmannschaft der Schifertafele gegründet; 1. programm 1967 (Première am 7.6.1967 im Theater am Zytglogge).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Schweizer Cabaret-Archiv Gwatt (Z 1.1)</Quellen>
<Sparte>Kabarett</Sparte>
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<ID>78</ID>
<Stichwort>Café Frohsinn</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Treffpunkt in den 50er Jahren.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Bucher 1990, 44</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
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<ID>79</ID>
<Stichwort>Café Rio</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Treffpunkt von Kulturschaffenden in den frühen 50er Jahren an der Schwanengasse: «wir kamen in den jahren nach 1950 öfters im damaligen café rio zusammen.» (Gomringer) 1953 wird dort die "spirale" gegründet.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>E. G.: die berner gründerjahre, in: Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 34. Bucher 1990, 44, 62</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
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<ID>80</ID>
<Stichwort>Café Uhu</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Szenentreffpunkt an der Speichergasse. «Bern wird durch Lokale wie das Café "UHU" je länger desto mehr zur "Gammlerhauptstadt Europas"» (Neue Berner Nachrichten, 9.8.1967/ Leserbrief in Emmenthaler Blatt, 31.8.1967, nach E J 37/153). Gleiche Besitzerin wie Schwarze Tinte. Wird wegen Drogengeschichten geschlossen, die Besitzerin schiebt die Schuld auf den Kellner Eusebio ab, der ausgewiesen wird.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Uhu»; J 37 E/155 [Die Tat, 18.8.1967]); 038 Baumgartner 02, 4 Küng 1988, 27</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt, Café</Sparte>
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<ID>81</ID>
<Stichwort>Casino</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Hier fanden die Unterhaltungsabende der Pfadfinderabteilung Patria statt. Gegen unerwünschte Gäste ging man hier rabiat vor (Brief).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Casino» (Brief an René Neuenschwander, 31.1.1955)</Quellen>
<Sparte>Restaurant, Treffpunkt</Sparte>
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<ID>82</ID>
<Stichwort>Chikito</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Chikito Dancing AG,zwischen 1928 und dem 9.1.1993 an der Aarbergergasse 30.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Chikito»; 02 Megert 01, 3 Küng 1988, 27</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt, Dancing</Sparte>
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<ID>83</ID>
<Stichwort>clou</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Zeitschrift junger Leute». Erscheint von 1/56 bis 8/63, danach eingegangen (Landesbibliothek P 23606). Redaktion: Arnold Schwitter und (mindestens zum Teil) Beat Brechbühl (bis 3/63); Drückerei Schwitter &#38; Co., Egnach TG. Brechbühl: «Auf irgendetwas zu hoffen, hat keinen Sinn. Gegenwart nehmen und gestalten ist alles.» (3/63; darin auch Beiträge von Alfred (Baschi) Bangerter und Franz Gertsch, also Kontakte zum Tägelleist).
Laut Schmid, 19 wird Schwitter Opfer einer mehrjährigen Kampagne der NZZ gegen die in «linksradikal-pazifistischen Gedankengänge schwelgende Zeitung». Die Kampagne kulminiert in pogromartigen Vorkommnissen in Egnach.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Schmid 1976, 19f</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift
</Sparte>
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<ID>84</ID>
<Stichwort>Commerce</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Café du Commerce, Gerechtigkeitsgasse 74, (heute "Restaurant", betrieben von Mario Sesiani-Ros, (22 11 61). Unter Meister Auges in den 50er Jahren «Kernpunkt der unteren Stadt» (Peter F. Althaus). «Das "C." war einetlich meine Universität. ( ) Das "C." und die "Junkerngasse 1" haben Bern wirklich zu einer avantgardistischen Stadt gemacht» (Megert). «Mittelpunkt, ja Herschlag gesellschaftlichen Treffens» (Bitzos). das Lokal ist in dieser Zeit polizeilich überwacht worden; anlässlich von Megerts Scheidung, sind seine "C."-Kontakte als Negativum in den Akten aufgetaucht (Megert mündl., 28.8.1992). Kellner in den 50er Jahren gabriel (ein Original) und Antonio Sindreu, später Beizer des Café des Pyrenées.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 014 Schneider, 023 Simmen, 3; 024 Lauener 01, Pt. 5, 8; 025 Megert 01, 2, 4, 5f, 15; 031 Wirz Thormann 01, 2; 037 Stalder, Pt. 3; 038 Baumgartner 01, 7f Baumgartner 1984, 256f (Diggelmann); Bucher 1990,44; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 37f Diggelmann), 39 (Althaus); Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 28 (Bitzos); Kunstmuseum Bern [Hrsg.] 1989, 24, 88</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
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<ID>85</ID>
<Stichwort>Cooperation</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1972: «Cooperation der Schweizerischen Kleinverleger». Hat nach Ammann nie existiert.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 016 Ammann 02/5 Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [20]f</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
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<ID>86</ID>
<Stichwort>Dadaismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Inwiefern wurde der Dadaismus von 1917ff in Bern zwischen 1950-1970 rezipiert? Wer sprach über Dadaismus? Wer äusserte sich in einer dadaistischen Art? 7.4.1956 (Arp und Schwitters in der Berner Kunsthalle; hierzu ein Hinweisflugblatt in K E von Ulrich Baumgartner); 14.9.1957 (Szeemann liest Hugo Ball in der Kunsthalle). 1966 findet in Zürich eine Ausstellung «50 Jahre D. 1916-1966» statt.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 E/230 (eingelegt: Tagwacht 27.3.1969): Golowin: D. im Mittelalter; E/272 («real living») Golowin [1967]/1980, 151; Golowin [1969]/1991; Kamber 1990, 67f, 86f, 237</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<stichworte>
<ID>87</ID>
<Stichwort>Das Podium</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Im Frühherbst 1961 renovieren Paul Niederhauser und Walter Zürcher den Keller der Junkerngasse 37. Am 28.9.1961 führt der «Kerzenkreis» hier zum ersten Mal eine Veranstaltung durch (333. Abend: «Goethe-Gedichte, ausgewählt von Erika Burkhart»); am 8.10.1961 eröffnet Niederhauser mit einer Sonntagsmatinée «Das Podium». Bereits Ende Januar 1962 wird dem «Kerzenkreis» von Niederhauser gekündigt. Grund: «Aufeinanderstossen verschiedener Ideologien» (anonymer Spitzelbericht aus Archiv Neuenschwander; vgl. Archiv fl.: K E/344 [eingelegt]). In der Folge führt «Das Podium» bis Anfang 1964 mindestens 60 Veranstaltungen an der Junkerngasse 37 durch (Gästebuch laut Niederhauser mündl. 12.11.1992 unvollständig!); «D. P.» wird in dieser Zeit auch als Galerie genutzt (ausgestellt werden ausschliesslich Italiener; Ausnahme Änni von Mühlenen, Tochter von Max von Mühlenen). Die Veranstaltungen zeigen zwei Tendenzen: Einerseits schöngeistige Anlässe mit bildungsbürgerlichen Inhalten, gewöhnlich umrahmt von Darbietungen klassischer Musik, andererseits Lesungen junger, aufmüpfiger Autoren. 1963 wird das «Podium»zunehmend vom Tägelleist übernommen, der ab März ( 6.3.1963) monatlich eine Veranstaltung (Referat mit Diskussion) durchführt. Diese Veranstaltungsreihe geht nach dem für den 9.1.1964 angekündigten Gertsch-Referat fliessend über in die erste Veranstaltung der Junkere 37 ( 5.2.1964). Im Januar 1964 gibt Niederhauser den Keller ab (Tä L chron., Einladung für den 16.1.1964).
ad. Gerücht, Ludwig Hohl habe einmal im Podium eine Lesung veranstaltet (Quelle: Niederhauser, mündlich, 12.11.1992): Hugo Sarbach klärt ab anhand der «Agendaeinträge» von Hohl (die nicht öffentlich sind). Er checkt die Zeit von Herbst 1961 bis Dezember 1963 und findet nichts. Sein Kommentar: Der Auftritt hätte ihn auch ein bisschen erstaunt, weil es Hohl damals hundsmiserabel gegangen sei (Scheidung, Verlust einer Tochter). (Hugo Sarbach, mündlich, 28.4.1999)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: P G; «Das Podium (Podium vs. Kerzenkreis)»; K E; Archiv fl.: «Tägelleist» (darin: Tä L chron.) ; 040 Niederhauser/Waldvogel 01, 1-3, 5 (Endphase), 5f (Kerzenkreis)</Quellen>
<Sparte>Veranstaltungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>88</ID>
<Stichwort>Der Bund</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Zwischen 1894 und 1911: «Eidgenössisches Zentralblatt Organ der freisinnig-demokratischen schweizerischen und bernischen Politik». Zwischen 1911 und 1964: «Der Bund. Organ der freisinnig-demokratischen Politik. Eidgenössisches Zentralblatt und Berner Zeitung». Seit 1964: «Unabhängige liberale Tageszeitung». Auflage bis 1895: «nie mehr als 7000»; 1966: «über 40000»; 1999: um 65000. 

Das «Bund»-Feuilleton wird zwischen 1937 bis 1939 von Max Rychner geleitet. Rychners Bedeutung, schreibt Kurt Marti, habe man beim «Bund» leider verkannt (unter anderem legten einflussreiche Mitglieder des Berner Kulturlebens ihr Veto ein, als Rychner Rudolf Kassner und Hans Mayer als Mitarbeiter gewinnen will): «Die Strafe folgte seinem Weggang auf dem Fuss. Das Bund -Feuilleton stürzte für einige Zeit ab in dumpfe und oft auch lächerliche Provinzialität.» Damit ist das Zeitalter des Feuilletonchefs Arnold H. Schwengeler angesprochen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Jaeggi u. a. 1966, 71-84 (ad. Vietnamberichterstattung Jan. 1966); Marti, Kurt, in: Schweizer Monatshefte 4/1997, 23; Hinweis ad. Kassner/Mayer ebenda S. 13 (unter «Max Rychner»)</Quellen>
<Sparte>Zeitung</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>89</ID>
<Stichwort>Der Dilettant</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eine von Peter von Wattenwayl und Rolf Geissbühler in den 60er Jahren herausgegebene Zeitschrift (Urs Graf mündl., 11.5.92).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>90</ID>
<Stichwort>Der Hochwächter"></Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1945 von Christian Rubi gegründete Kulturzeitschrift (K E/293).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>91</ID>
<Stichwort>der Löwe</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«der Löwe» Eine kulturphilosophische Zeitschrift herausgegeben von Dr. G. J. Lischka, Gestaltung: Gfeller-Corthésy, Photographie: bernhard Giger. Verlag: Lisbet Kornfeld. Erscheint 3x jährlich, Abo 21.-.
Nr. 1, 31.5.1974: «Aktionismus»;
Nr. 2, 31.8.1974: «Theorie Fialoge 1. Folge»
Nr. 3, 1.12.1974: «Realismus»</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Bibliothek fl.: Nr. 2; Nr. 1 3 in Bibliothek René Neuenschwander</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>92</ID>
<Stichwort>Dialektik der Moderne</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Zeitverschoben zeigt sich das, was Nietzsche in «Die Geburt der Tragödie» zwischen dem Appollinischen und dem Dionysischen aufgespannt hat und Adorno/Horkheimer 1947 in der «Dialektik der Aufklärung» darzustellen versucht haben, als Ebene der Kritik auch in Berns kulturpolitischer Praxis: Kritisiert wird der Versuch, mittels «Fortschritt» mittels technologischer Innovation und instrumenteller Vernunft die Hell/Dunkel Dialektik des bisherigen historischen Prozesses aufzuheben. In dieser ideologischen Konstruktion ist die offizielle Schweiz zwischen 1950-1970 gefangen ( EXPO). Aufgebrochen wird sie erst ab 1973 («Ölkrise»). «Mythos und Logos fliessen als zwei Ströme durch die Zeit. Irgendwo vereinigen sich die beiden Ströme. Nur dieses Wasser geniesse» (Bachmann). Eine « hors-de-garde» (v. a. um Golowin) diskutiert die Moderne in dieser Zeit In Bern dialektisch zwischen den Polen Fortschritt vs. zeitlose seelische Grundlagen ( Post-Moderne). Belegstellen für Bern 1950-1970. Die «schonungslose Art ( ) der ( ) neuzeitliche[n] Seelenforschung» habe die Furcht ausgelöst «vor einer drohenden Entzauberung der Welt » (Golowin 1964).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Golowin» (ex libris 3/68 14f); 011 Zeno Zürcher 02/S.10 Bachmann 1966, 228; Baumgartner 1984, 60; Farner 1965, 13; Golowin 1964, 69; Golowin [1967]/1980, 150-152, 163, 170, 175; Kunstmuseum Bern [Hrsg.] 1989 153ff (v.a. 157ff: Die «appollinische» Vision Mies van der Rohes vs. den «dionysischen» Bernhard Luginbühl); Matter 1974, 26, 30; Neuenschwander 1962 (o. S., angezeichnet); Z. Zürcher 1963</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>93</ID>
<Stichwort>Die 50er jahre, die fünfziger Jahre</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Allgemeine Darstellungen (auch die 60er Jahre). «Die heroischen Jahre 1945-1959» (Baumgartner 1986, 225).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Baumgartner 1984, 225ff; Bucher 1990, 26-36, 221</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>94</ID>
<Stichwort>Die 60er Jahre, die sechziger Jahre</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Allgemeine Darstellungen ( auch die 50er Jahre).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>95</ID>
<Stichwort>Die Linie</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Anschlussprojekt an die Arena Fiertas, Literaturzeitschrift , an der Betts, Gertsch, Golowin, Heimann, Hugo Ramseyer u.a. beteiligt gewesen sind (Paul Niederhauser mündl., 4.11.1992), und zwar 6 Ausgaben 1963/64; Herausgeber seien Rosmarie Fahrer und Hugo Ramseyer gewesen, Mitarbeiter Urs Jäggi, Rolf Mühlemann und Fred Zaugg (Hugo Ramseyer mündl., 4.11.1992).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Linie, Die» K E/413</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>96</ID>
<Stichwort>Die Rampe</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1. Rampe: Ab 8 (?) 6.1958 (vgl. Einladung in «R.»; K E/182) bis Frühjahr 1961 (?) als Teil des Kellertheaters Kramgasse 6. Ende 1958: Sartre: Tote ohne Begräbnis (Publikumserfolg, vgl. K E/214). vgl. Stirnemann: Die Idee des Kleintheaters. Eine Art Plädoyer (um 1960) in: «Rampe».
2. Rampe: Galerie- resp. Kellertheater mit 106 Sitzplätzen (Eichenberger: 112 Sitzplätze) an der Kramgasse 55; im Frühjahr 1961 in Zusammenarbeit mit dem Architekten J. P. Schwaar jun. ausgebaut. Eröffnung am 15. April 1961 mit «Cabaretüden» (Hanns Dieter Hüsch). Unmittelbar davor, ebenfalls hier das dreitägige Happening Aufruf zum Luxus (Bazon Brock + Alexander Beck + Christian Megert, Beck, mündlich, 10.3.1999). Künstlerischer Leiter Bernhard Stirnemann; kaufmännische Leitung und Sekretariat: Inge Witmer. «Hier wird experimentiert, manifestiert, protestiert und an die Tabus gerührt» (Eichenberger). Schliessung im Sommer 1982: Der Zahnarzt Samuel Wüthrich nimmt seine Kündigung trotz Petitionen mit über 10 000 Unterschriften und trotz privaten und öffentlichen Vorstössen im Stadtparlamant und durch die Stadtregierung nicht zurück.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Rampe»; «Kleintheater»; K E/182; 191; 210; 218; 236; 243; 252; 258; 273; 274 Bachmann 1997, 155; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 164-168 (Übersicht über das Programm 1961-1976); Eichenberger ]1970], 46ff; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [37ff, Bernhard Stirnemann: Über das Galerietheater "Die Rampe"]; Stirnemann 1974 Zur Kündigung ausführliches Material in der Schweizerischen Theatersammlung, Bern.
Material zur Zeit im Institut für Theaterwissenschaft (Anne Jäggi 031/351 45 72)></Quellen>
<Sparte>Theater, Kulturraum</Sparte>
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<stichworte>
<ID>97</ID>
<Stichwort>differenziertes Gruppensystem</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Herzstück von Fritz Jean Begerts Reformpädagogik. Sein ideologisches Erziehungskonzept hat einen deutlichen sozialtechnologischen, zurichtenden Aspekt (Begert 1942, 44f, 62, 67f); es soll sich «in den Dienst einer bedeutenden harmonischen Weltanschauung stellen» (ebenda 68). Nach der «differenzierten Unterrichtsweise» (in: «Lebendige Schule») fordert er später eine «differenzierte Opferbereitschaft» (K E/195).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Pädagogik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>98</ID>
<Stichwort>Diskurs in der Enge</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Hinweise auf das Phänomen, was > Paul Nizon 1970 im «Diskurs in der Enge» auf den Begriff bringt. Hinweise auf Vorgeschichte und die 30jährige Rezeptionsgeschichte von Nizons Text.
> Fiche Bern als Provinz></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Diskurs in der Leere» (Material laufend in diesem Bereich); «Minder» (Gespräch mit Hächler 1996, 3: das geistige Klima in der Schweiz um 1960); «Nizon» (darin einiges zur «Diskurs»-Rezeption 1970) 068 Rothenbühler 1, 7; 076 Steiner 02, 9 (ad. Nizon und Provinzen) Frisch 1998, 11; Haupt Sabine: Ich habe ein Leben wie ein Hund. Die Schweizer Literatur der Zwischenkriegszeit und die These vom Abseits , in: TEXT+KRITIK IX/98, 28 (Vorgeschichte zu Nizons Diskurs in der Enge , vgl. S. 38); Nizon 1990 [1970], 135-226; Nizon: Der Schriftsteller und die Macht, «neutralität» 2/68, 40ff; Schmid K. 1963, 70ff (Randnotizen zu möglichen Nizon-Bezügen; Seitenangaben zum Terminus «Enge» bei Schmid vgl. Vorblatt von Schmid K. 1963)</Quellen>
<Sparte>Theorie, Literatur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>99</ID>
<Stichwort>Diskussionskultur</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Mit dem Tägel-Leist, später der Junkere 37, dem Kerzenkreis, den Kaminfeuerlesungen des Lyceum-Klub existiert in Bern seit Mitte der 50er Jahre eine subkulturelle Diskussionskultur. Marti führt an seine Predigten anschliessend Diskussionen («Predigtgespräche) (Marti 1973, 76) Einschätzungen zu diesem Phänomen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv: 016 Ammann 02, 13</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>100</ID>
<Stichwort>Drogen, Alkohol, LSD</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In den 50er Jahren in Bern ist Alkohol die dominierende Droge (031 Wirz Thormann 01, 4). In den 60er Jahren wird mit bewusstseinsverändernden Drogen offensiv experimentiert. Es ging nicht primär um die Flucht aus einer als unerträglich und ausweglos erlebten Realität, sondern um die Möglichkeiten von Bewusstseinserweiterung und neuen Lebensformen ( Hippie). Gelpke (er publizierte 1966 «Vom Rausch im Orient und Okzident» und unternahm zusammen mit Albert Hofmann, Erwin Jaeckle und Ernst Jünger LSD-Selbstversuche [vgl. ZEITSCHRIFT 3/98,178]); Golowin; Leary; Walter Zürcher; Walter Vogt René E. Mueller. Allerdings grenzen sich diese Drogenphilosophen von den harten Drogen ab, die in diesen Jahren prominente Opfer fordern: Brian Jones (3.7.1969); Jimi Hendrix (18.8.1970); Janis Joplin (4.10.1970); Jim Morrison (3.7.1971) (nach Küng 1988, 55). In Bern wird Minder und Kollegen zu den «ersten Drogenfällen in der Stadt Bern» (es geht um Haschisch und Marihuana). Er beschreibt, wie die damalige Szene versucht habe, statt einfach «einzuwerfen», gewisse Riutale einzuhalten (Schilderung einer LSD-Sitzung). Um 1968 habe es in Bern noch kein LSD, sondern nur Speed und Shit gegeben (Minder).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Minder» (Gespräch mit Hächler 1996, 4ff); «Ramseier» (Gespräch mit Hächler 1996, 3f: Haschisch und LSD bei den Bärglütli; Pflanzen und Pilze, Golowins Rolle: «Und er sah plötzlich in allen Märchen und Sagen nur noch Hinweise zum Gebrauch von Drogen.»); «Walter Zürcher» (Gespräch mit Hächler 1996, 4: seine Motivation für LSD); 015 Hohler 02/2,4,5; 016 Ammann, 12; 021 Bettina Zürcher 01/6; 026 Walter Zürcher 06, 4; 077 Baviera 01, 8f (Alkohol als wichtigste Droge um 1968) "focus" 12/1970, 19ff (D. und Repression) Benjamin 1982 V.1, 17f (ad. Problematik Bewusstseinserweiterung); Frisch 1986 VI, 104, 349; Golowin [1967]/1980, 190, 195ff (Albrecht v. Haller als Opiumsüchtiger; Marx ad. Opium und Proletariat: auch MEW 23/421); Golowin [1981]/1989, 54ff, 223ff; Küng 1988, 55, 68, 85, 96, 102; Marti 1965, 63 (Alkohol); Mueller 1976, 111-118 (Beschrieb eines LSD-Trips)></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>101</ID>
<Stichwort>Earth Poeple s Park</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Projekt von Urs Schwarz (Wer ist das?).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Ramseier» (Gespräch mit Hächler 1996, 4);</Quellen>
<Sparte>Szene, Wohngemeinschaft</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>102</ID>
<Stichwort>École d humanité</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Paul Geheeb gegründete und bis zum Tod geleitete Schule, zuerst in Schwarzsee, danach, ab 1946 in Goldern/Hasliberg.
Laut Häsler war Daniel Cohn-Bendit Odenwald-Schüler.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: Paul Geheeb; «Schule» (darin: Mappe «école d humanité», Dokumente zur Gründung der Schule auf dem Hasliberg 1946) Häsler 1976, 67; Lerch 1996, 62, 67, 152</Quellen>
<Sparte>Pädagogik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>103</ID>
<Stichwort>Eirene-Verlag</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Gründung aus dem Umfeld des -> Notker-Kreises. Verlag von M. Pfändler in St. Gallen Mitte der 50er Jahre, der u. a. Hegg (1956), Lehner (1955) und Steiner (1956) veröffentlichte.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl: 076 Steiner 02, 2 BSV 1956, 174, 176, 180</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>104</ID>
<Stichwort>Engagement</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ein vor allem von Sartre diskutierter Begriff («literature engagée»). Belegstellen, wie dieser Begriff in den 60er Jahren in Bern rezipiert worden ist.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Sinwel-Verlag» («5. Mitteilung»: Abgrenzung von Sartres «e.») Bloch/Hubacher [Hrsg.] 1972 (vgl. Fragebogen: 5.); Marti 1973, 151</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>105</ID>
<Stichwort>Ensemble Neue Horizonte Bern</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1968 gegründet; erstes öffentliches Konzert 24.4.1968. Gründungssitzung mit Salomo Fraenkel, Walter Zürcher und Urs Peter Schneider (Zürcher). Laut Schneider aus den Hausabenden für zeitgenössische Musik von Hermann und Irène Gattiker hervorgegangen ("Bund", 24.4.1993). (Der letzte Hausabend findet am 1.11.1967) statt. Einerseits Konzertgesellschaft, andererseits Ensemble für aktuelle E-Musik ( Urs Peter Schneider). 1974: Noten Musikalische Schriftbilder und ihre Aufführung ( Berner Kunsthalle)></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Neue Horizonte» ("Bund", 24.4.1993) 026 Walter Zürcher 01, Pt. 7 de Capitani 1993, 215; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 188f></Quellen>
<Sparte>Musik, E-Musik, Avantgarde</Sparte>
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<stichworte>
<ID>106</ID>
<Stichwort>Entfremdung</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ein zentraler Begriff in der Kritik des Kapitalismus. Belegstellen, wer den Begriff in Bern zwischen 1950-1970 wann wie braucht.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Golowin [1967]/1980, 51, 108, 109, 115f</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>107</ID>
<Stichwort>Erklärung von Bern</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Geht aus einer entwicklungspolitischen Tagung zum Verhältnis der Schweiz und der Dritten Welt im Januar 1968 in der Heimstätte Gwatt hervor (respektive längerfristig aus der «Antivietnambewegung» [Marti]). Am 9.1.1969 treten ihre Exponenten erstmals an die Öffnentlichkeit und fordern, die SchweizerInnen auf einen «freigewählten Prozentsatz ihres Einkommens» den Hilfwerken zur Verfügung zu stellen. In der 13 Punkte umfassenden Erklärung wird unter anderem auch gefordert, dass «mindestens 1 Prozent des Bruttosozialprodukts der Schweiz (zusätzlich zu den Investitionen der Priovatindustrie!) für eine wirtschaftliche Entwicklung von Ländern der Dritten Welt» eingesetzt würden. Erste Sekretärin ist Annemarie Holenstein; dann folgt Ruedi Strahm.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Erklärung von Bern»; 001 Marti 04 (Marti/Schär), 1f</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>108</ID>
<Stichwort>Ermitage</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Restaurant, Schwulentreffpunkt in den 50er und 60er Jahren.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schwule» (Walser 1991, 37)</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>109</ID>
<Stichwort>Esoterik</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>> Parapsychologie, > Okkultismus. Auf Helena Petrowna Blawatzkys «Geheimlehre» (1888) zurückgehend. Daraus die Theosophie. Davon spaltet sich 1913 die > Anthroposophie ab. Heute vor allem New Age: «Entstanden in den späten fünfziger und frühen sechziger Jahren» (Gugenberger, 30).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Eduard Gugenberger: Macht der Sehnsüchte. Esoterik, Mythen und Bewegungen, in: WIDERSPRUCH 26/93, 29-32 (mit weiterführenden Quellenangaben)</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>110</ID>
<Stichwort>Establishment</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Frühe Belegstellen des Begriffs, der für die Neue Linke zentral geworden ist.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 E/162 (26.11.1967)</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<stichworte>
<ID>111</ID>
<Stichwort>Europa</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>E. im Kerzenkreis: Die Europa-Union strebt ein foederalistisches Europa an, für das die Schweiz das politische Vorbild abgeben soll; man beruft sich auf Denis de Rougemont (Walter Zürcher mündl. 14.12.1992). Hier engagiert sich Walter Zürcher, der das Gedankengut auch in den Kerzenkreis trägt (K E/97 [«Aktion für europäischen Zusammenschluss»]; K E/105; K E/327 [eingelegt]). E. im Tägelleist: Hier entwickelt sich die Diskussion ausgehend vom Novalis-Studium (Novalis: Die Christenheit oder Europa, 1799).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: K E/2; K E/97; K E/110; K E/180; K E/196; K E/6. öffentliche Veranstaltung; «Tägelleist» (darin: «SINWEL/Botti/Berner Versuche», 2/58 [Golowin über Novalis Europa-Idee], 4/58, 10, 15); J 37 E/141; 28.1.1956 (Vortrag Jean Gebser) Frisch. 1998, 82; Kopp [Hrsg.] 1964, 69ff, 76 («Europäische Integration»)</Quellen>
<Sparte>Szene, Ideologem</Sparte>
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<stichworte>
<ID>112</ID>
<Stichwort>Existentialismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Seine Bedeutung für die Berner Szene der 50er und 60er Jahre: «Vielleicht war auch die Berner Szene damals eine Variante des französischen Existentialismus» (Zaugg). Begriff wurde Ende der 50er Jahre offenbar auch als Schimpfwort benutzt (vgl. Walser). «Seit bei uns jeder intellektuelle Halbstarke und jedes Original mit individuellem Haarschnitt von den bürgerlichen Ganzstarken in seltener Einmütigkeit zum "Existentialisten" abgestempelt wurde, hat der Begriff selbst bei den wirklichen Sartrejüngern an Kredit verloren.» (Bernhrad Stirnemann, K E/210, 17.12.1958).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 001 Marti 04 (Marti/Schär) 9, 10 (Sartre in der Schulwarte); 016 Ammann 02/13; 025 Megert 01, 8f (E. in Bern); 026 Walter Zürcher 01, Pt. 9; 038 Baumgartner 01,1; «Schwule» (Walser 1991, 36f); 042 Jean-Richard 04, Pt. 2; 077 Baviera 01, 9f (E. sartre scher Prägung bedeutungsvoll für Zürich); «SINWEL/Botti/berner versuche» (darin: "Sinwel", 4/58, 9 [Attacke Golowins gegen den E.]); «Sinwel-Verlag» («5. Mitteilung»: Abgrenzung von Sartres «engagement») Betts 1961, [20]; [32[ («An andern Tischen sitzen sie, »); Bucher 1990, 26; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 179 (Fred Zaugg), Golowin 1960 (Milieu-Schilderung: «Dreizehn-Bar»)></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>113</ID>
<Stichwort>EXPO</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Schweizerische Landesaustellung 1964. 
Literatur: -> 12.9.1964: Tag der Schweizerischen Schriftsteller. An der E. werden von der Zürcher Werkbühne fünf Einakter uraufgeführt, und zwar: Walter Matthias Diggelmann: Der Pilot; David Wechsler: Der neue Himmel; Max Schmid: Der Paradiesvogel; Brigitte Meng: Ein Fahrplan stimmt nicht mehr; Werner Schmidli: Gespräch um Nichts (dokumentiert in Hilty/Schmid [Hrsg.] 1964): «Keineswegs will diese Sammlung eine Bekundung nationalen Selbstbewusstseins sein. Das hat sich ja inzwischen herumgesprochen, dass die Zeiten nationalen Selbstbewusstseins vorbei sind.» (H.R. Hilty, in: Einleitung zu Hilty/Schmid a.a.O.).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Expo 1964» (darin: Gulliver-Unterlagen aus NZZ online, 12.8.2002) J 37 E/18, 20, 29 (Schriftstellertag) Hilty/Schmid [Hrsg.] 1964; Kopp [Hrsg.] 1964; Mueller LK EG 640ff (ad. -> 12.9.1964: Tag der Schweizerischen Schriftsteller), Mueller: Schneller sterben Schriftsteller werden, 5ff (vollständige Fassung) Bachmann 1997, 184ff></Quellen>
<Sparte>Offizielle Schweiz</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>114</ID>
<Stichwort>Fabrik, Industrie, Wirtschaft</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Marti 1965, 33ff</Quellen>
<Sparte>Politik, Literatur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>115</ID>
<Stichwort>Fahrende</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Einerseits interessierte sich der Kreis um Golowin (vermutlich idealisierend) für das Leben der Fahrenden, andererseits gab das nonkonforme Bern den Fahrenden soweit Raum, dass die durch das Pro Juventute-Hilfswerk für die Kinder der Landstrasse bis 1973 Unterdrückten 1975 in Bern (Bierhübeli) die Radgenossenschaft gründeten.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [29, Golowin], [31: Asozialen-Gesetz]</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>116</ID>
<Stichwort>Fall Pfürtner</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Vermutl. Anfang 1972 verliert Stephan Pfürtner, Moralthologe an der Universität Fribourg, seinen Lehrstuhl, weil er «in einem Vortrag in Bern eine differenzierte Beurteilung des vorehelichen Geschlechtsverkehrs vorzunehmen wagte» (Hans Stefan Wigger, in: Arnold [Hrsg.] 1979, 272).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Kirche, Politik, Skandal</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>117</ID>
<Stichwort>Fernsehen</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Anfänge siehe Jürgmeier 2002. Botschaft des Bundesraters vom 8.3.1955.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Jürgmeier 2002, 90; Schneider 1999, 393</Quellen>
<Sparte>
</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>118</ID>
<Stichwort>Filmgesetz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eigentlich: «Gesetz über die Vorführung von Filmen». Kommt am 17.4.1966 zur Abstimmung und wird mit 44 441 Ja zu 24 340 Nein angenommen (leer und ungültig 3 886).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Tagblatt des Grossen Rates</Quellen>
<Sparte>Politik, Abstimmung</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>119</ID>
<Stichwort>Flöigefänger</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Kabarett in den frühen 50er Jahren.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kabarett Muusefalle SCA» (Erwähung in: eingelegt "Sie und Er", 14.1.1954)></Quellen>
<Sparte>Kabarett</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>120</ID>
<Stichwort>focus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ab Oktober 1969 APO- und Hippie-Monatszeitschrift, die zunehmend zum Medium der Neuen Linken wird. Wir nach den stark defizitären ersten Ausgaben ab Nr. 7 im W. Zürcher Verlag, Gurtendorf herausgegeben. Walter Zürcher und Sergius Golowin arbeiten von Bern her in der Redaktion mit, können sich aber gegen die politisch radikale leninistisch ausgerichtete Redaktionsfraktion nicht durchsetzen. Kulturelle Themen (Kunst, Hippiewelt, Psychedelik) werden zusehends aus dem Blatt verdrängt. Als es zum Machtkampf kommt, zieht sich Zürcher, obschon als Herausgeber in der stärkeren Position, zurück. "f." fusioniert dann mit der "agitation" zu "focus/agitation"; später wieder einfach "focus", 1979 fusioniert er mit der "Leserzeitung" zum "tell", der bis und mit Nr. 12/85 vierzehntäglich erscheint und dann eingeht.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Giger» (Gespräch mit Hächler 1996, 2); «Walter Zürcher» (Gespräch mit Hächler 1996, 3); 021 Bettina Zürcher 01/6; 026 Walter Zürcher 01, Pt. 3</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>121</ID>
<Stichwort>Forellenstube</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Forellenstube im Casino sei der Treffpunkt der Literaten gewesen und habe den Übernamen «Endstation Trunksucht» getragen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 024 Lauener 01, Pt. 8</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>122</ID>
<Stichwort>Fortschritt</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ein entscheidendes Ideologem der Moderne. Fortschritts-Kritik war seit Beginn der 50er Jahre Teil eines «weitgehend konservativen Kulturpessimismus» (Dahinden). Ein wichtiger Text in diesem Zusammenhang: Kurt Guggenheim: «Heimat oder Domizil?». Eine grüne Fortschrittskritik formulierte in Bern er Tägelleist ab 1958. Eine frühe Belegstelle für eine links-grüne Position formuliert Kurt Marti im Interview mit Cortesi 1968. Belegstellen für affirmative und kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Bremer 1983, 25 (zu Tinguely-Maschinen: Zweck/ Ziel vs. Sinn); Baumgartner 1984, 65, 273 (Attitüden-Ausstellung [ 23.2.1969] als Verweigerung des F.sdenkens); Bucher 1990, 157f (Nizon: «immerwährende Stilverspätung»), 160; Cortesi 1968, 7 (Kurt Marti), 18 (Hans Erni); Dahinden [Hrsg.] 1988, 108ff (Guggenheim [nur Auszug], 355ff + 366 (Dahinden); Golowin [1967]/1980, 67, 170f, 175/177 (Mondlandung vom > 21.7.1969 als Klimax der D.-Ideologie); Golowin 1969, 84, 85 (vs. allgemeine Schulpflicht); Golowin [1981]/1989, 277, 283; Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 26, 27; Widmer 1992, 304; Z. Zürcher 1963; Z. Zürcher 1963/2, 388></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>123</ID>
<Stichwort>Forum für Demokratie</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Eine Art stadtbernischer Dachverband " patriotischer Vereine, zu deren Initianten u.a. der SP-Nationalrat und Villard-Gegner Ernst Bircher gehörte. Ich erinnere mich an die Gründung des Forums vor ein paar Jahren, als Bircher und seine Freunde auch den städtischen reformierten Pfarrverein in das Forum einzuspannen versuchten. Der Pfarrverein lehnte jeodch ab» (Marti 1973, 61).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Kalter Krieg, Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>124</ID>
<Stichwort>Forum politicum</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Als Verein konstituierte StudentInnengruppe an der Universität Bern, die «im Sinne einer fortschrittlichen und aufgeschlossenen Weltanschauung Lösungen zu politischen Fragen aus allen Bereichen» suchen will (Statuten vom 18.11.1966, Art. 1) Gegründet am 18.11.1966 von Martin Rothenbühler (Präsident), Ernst Leuenberger (Sekretär) und Thomas Bircher. Hauptaktivitäten: Organisierung von Demonstrationen, Veranstaltungen und Seminaren. Seit 24.4.1969 ist das f. p. «Dachorganisation der Berner Linken» («Studenten Zeitung»). «Die Zersplitterung des Forum erfolgte nicht primär aus politischen Auseinandersetzungen, sondern über die verschiedenen Arbeitsbereiche.» (Peter Vollmer, in: Arnold [Hrsg.] 1979, 149 in: «Vollmer»). Das f. p. war Dachorg. folgender Gruppen (Stand 1970, Präsident zu diesem Zeitpunkt: Peter Vollmer): Basisgruppe Universität (Daniele Jenni); Berner antiautoritäre Militante (Silvia Kilchenmann); Gruppe 3. Welt (Jacqueline Perron); Gruppe sozialistische Politik (Erhard Ramseier); Pazifistische Linke (André Daguet); Progressive Mittelschüler, Revolutionäre Sozialistische Bewegung (nach: Martin Rothenbühler mündlich 23.3.1998 Nachrag 2, S. 2). Letztere wurde gegründet von Martin Rothenbühler, Marc Rudin, Markus Zaugg, Jürg Wegelin; die RSB streckte die Fühler aus Richtung Lehrlinge ( Schinagu, Hydra, Oktopus) und Tessin/italienische Linke (Rothenbühler mündlich 23.3.1998, 9); in ihrem Umfeld entstehen eine Fabrikgruppe und eine Fremdarbeitergruppe. Dazu kam die Sozialdemokratische Hochschulgruppe (Ernst Leuenberger) (Rothenbühler, a.a.O.) und die «AG Jugenddelinquenz » (Vollmer, a.a.O.) Entsteht daraus Knastgruppe/«Astra»?

</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Forum politicum»; «Arbeitskreis Kritische Kirche» (Studenten Zeitung» Nr. 21, Juni 1972); «Jugendpolitik» (TA, 21.3.1969); «Kalter Krieg» (Christen 1972 I); «Universität Bern»; «Giger» (Gespräch mit Hächler 1996, 1)«Vollmer» (darin: Arnold [Hrsg.] 1979, 137ff, v.a. 138, 141f, 143, 147-149) KomBH, 475, 480; SUB/GKEW [Hrsg.] 1976, 20ff 026 Walter Zürcher 06, 8; 048 Schwander 01, 2, 4; 068 Rotenbühler 1, 4 (Gründung), 9 (Dachorg. und Untergruppen)</Quellen>
<Sparte>Bildungspolitik, Politik, 1968, Universität, Organisation</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>125</ID>
<Stichwort>fragmente</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>fragmente - eine internationale Revue für moderne Dichtung. Erschien 1951/1952 lediglich zweimal. Kurt Marti, der die beiden Ausgaben besitzt, sagt, er habe die zeitschrift damals abonniert, weil sie neben dem >«augenblick» das wichtigste Medium gewesen sei, um sich aktuelle internationale literarische Tendenzen zu orientieren (Marti, mündlich, 30.3.1999). In Heft 2, Seite 45 erschien das «sirenengedicht» von > Claus (damals Klaus) Bremer.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>126</ID>
<Stichwort>Frankfurter Schule</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Für das > forum politicum wichtig wird in autonomen Seminaren die Diskussion der «autoritären Persönlichkeit» nach Horkheimer und Adorno (Rothenbühler).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>068 Rotenbühler 1, 8</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>127</ID>
<Stichwort>frau hofers storch</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Mittelschul , später Schüler und Lehrlingszeitung.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Marti 1973, 105</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>128</ID>
<Stichwort>Frauen</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Hinweise auf Präsenz und Absenz in bestimmten Szenen, auf Frauendiskriminierung/Frauenfeindlichkeit/Sexismen in der nonkonformistischen Kultur-(szene) der 60er Jahre. Historisch: Zur Gründung der GSMBK führte Ferdinand Hodlers Diktum als Präsident der der Männer-Parallelstruktur GSAMBA: «Mir wei kener Wyber» (Sektion Bern 1909). In die GSAMBA aufgenommen werden Künstlerinnen erst 1973 (GSMBK 1987). Frauenbild des Tägelleists vgl. Tä L chron., v. a. Material Sommer 1961 Politisch: Das Frauenstimmrecht wird in Bern 1968, national erst am 7.2.1971 eingeführt: «Wenn ich das Frauenstimmrecht auf der allgemeinen politischen Grundlege nicht befürworte, dann nicht als Frauengegner, sondern ganz im Gegenteil als ihr Verehrer» (Hans Feuz, in: "Diskussion" 5/1967 geistige Landesverteidigung). In Bern wird im Dezember Ruth Im Obersteg Geiser zur ersten Gemeinderätin gewählt.
></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Frauenstimmrecht»; 015 Hohler 02/17 (Chansonszene); 024 Lauener 01, Pt. 4; 025 Megert 01, 12f ; 03, 4ff; 031 Wirz Thormann 01, 3 (Karriere und Familie/ F. über Geschlecht, nicht über Arbeit definiert), 6 (Eifersucht), 7 (F. wichtig zum Vorzeigen); 033 Däpp 01, 7 (F. in Zeitungen); «Schwander Martin» («Gilgamesch»-Literaturstreit, darin Votum Grossrat Sutermeister); 038 Baumgartner 05, 2 (Strich in Bern); Baumann 1990, [4]; Baumann 1992 9 16 (v.a. 12f); Erpf/Traber [Hrsg.] 1989, 319 (ad. Louise Schröder); Golowin 1980, 63-68 (Nägeli-Sippe: Weise Frauen); GSMBK 1987; Bettina Holzapfel: Die Frauen und der Panidealismus (Francke Verlag Bern); Küng 1988, 43f (Plakat, Abstimmung ZH), Widmer 1992, 71-77-84f, 124 f (Frauenfeindlichkeit der Darstellung)</Quellen>
<Sparte>Theorie, Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>129</ID>
<Stichwort>Frauen-Beschreibungen</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Darstellung von Geschlechterdiskriminierung und von geschlechtspezifischen Rollenteilungen «Jugendfanatiker Frauen sind oft solche » (Helmut Schilling in K E/287).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl. 024 Lauener 01, Pt. 4; 031 Wirz Thormann 01, 6 (Eifersucht unter Frauen); Rickenbacher Elsa (Personalia in: "neutralität" 12/68, 11) Golowin 1969/2, 11, 24f, 35, 85; Lauener [Hrsg.] 1960 (darin: Golowin: Brennender Stein); Lehner 1972, 47f; Küng 1988, 66 (Polo Hofers Rollenverständnis)></Quellen>
<Sparte>Literatur, Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>130</ID>
<Stichwort>Frauen Kunstszene</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Vor allem im Vergleich zur reinen Männergruppe Bern 66 weitgehend ignorierte und diskriminierte Szene von KünstlerInnen in der zweiten Hälfte der 60er Jahre: Esther Altdorfer, Suzanne Baumann, May Fasnacht, Marianne Grunder, Ruth Grünig, Mili Jäggi, Margrit Jäggli, Lilly Keller, Lis Kocher, Meret Oppenheim, Beatrix Sitter, Anne Wilhelm</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 03, 3, 10; 031 Wirz Thormann 01, 5 Baumann 1992, 9-16 (Annelise Zwez: Künstlerinnen im Kraftfeld der Berner 68er Jahre)</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>131</ID>
<Stichwort>Frauenbefreiung, Feminismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Aktivistinnen: Claudia Honegger (ZH). In Bern: Elisa Papadaki (befreundet mit Carlo Jaeger); Jacqueline Perron; Regula Keller, Margrit Zaugg, Beata Gerber-Bolliger, Marianne Hoegstedt. Biel: Vreni Ritter (Angaben: Martin Rothenbühler, mündlich, 30.3.1998).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>«Feminismus»; «Ramseier» (Gespräch mit Hächler 1996, 4: Geschlechterrollen im Bärglütli-Camp);</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>132</ID>
<Stichwort>Frauenrolle</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Konkrete Lebenssitationen der Frauen in den fünfziger und sechziger Jahren.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 073 Lehner 02, 1f</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>133</ID>
<Stichwort>Freie Schule Vallamand</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>K E/78 (18.6.1956): «Vor einigen Monaten pachtete Redaktor Müller das Schloss Vallamand-Dessous am Murtensee, wo er eine Lebensschule für Erwachsene und eine Erziehungsstätte für körperlich geschädigte Kinder einrichten wird.» "Sonnseitig leben" 17/56 (Juni/Juli 1956): « hat die [ ] "Gesellschaft für Ethik und Kultur" diesen herrlichen Sitz langfristig gepachtet.» Die vom Ernährungsreformer Rudolf Müller initiierte «Freie Schule auf Schloss Vallamand» (Gemeinde Salavaux, VD), später auch einmal «Lebensschule von Schloss Vallamand» ("Sonnseitig leben", 59/63), zwischen 1957 und 1961. Ursprünglich mitgetragen vom Kerzenkreis und Fritz Jean Begert. Die Ereignisse bei der Gründung der Schule im Frühling 1957 ( 12.4.1957: Pädagogentagung) führen zur Spaltung des Kerzenkreises. Die Leute des abgespaltenen Tägelleists arbeiten danach in Vallamand mit ( Sergius Golowin, Georges Jean-Richard, René Neuenschwander und als zeitweiliger Schulleiter vor allem Zeno Zürcher). In dieser Zeit werden «18 kleine, teilweise aber in weite Kreise ausstrahlende Tagungen für Fragen einer modernen volkstümlichen Kultur» (Quelle?) durchgeführt. Aufgenommen werden «Mädchen und Knaben von 6 bis 14 Jahren», «sowie Töchter von 15 bis 20 Jahren», und zwar vorzugsweise «schwache, zurückgebliebene, schulmüde Kinder und solche, welche den Anforderungen des modernen Lebens nicht gewachsen sind». Unterrichtet wird «nach Berner Schulplan» mit «besonderem Gewicht auf Sprachen, Musik, schöpferischem Gestalten und Naturverbundenheit» (Inserate in "Sonneseitig leben", 39 + 46/1960/61; das letzte Inserat, das auf diese Schule hinweist, erscheint in 47/61 [Juni/Juli 1961]). Zum pädagogischen Konzept (Kasten in "Sonnseitig leben" 34/59 [April/Mai 1959]): «Aus dem Lexikon der Pädagogik: Vieles von dem, was heute als neu verkündet und erlebt wird, ist im Jena-Plan längst verwirklicht. Er darf als die vielseitigste, durchdachteste und meistbeachtetste Volksschulreform der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden.»></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «v. Steiger» (Interview 2f [Keltentagung]); «Vallamand»; 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 9; 03/Pt. 8; 026 Walter Zürcher 02, 11; 038 Baumgartner 02, 2f, 4; 041 Gretel Zürcher 01, Pt. 1; K E/78; K E/105; J 37 E/32;</Quellen>
<Sparte>Schule, Pädagogik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>134</ID>
<Stichwort>Freie Volksschule Bern</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Reformpädagogischer Versuch in Bern zwischen 1975 und 1981, mögliche Quelle Hans Georg Bart, Hind. Reueberg 6, 3257 Grossaffoltern, 389 23 58 (Hansjürg Feuz mündlich, 4.11.1996).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Schule, Pädagogik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>135</ID>
<Stichwort>Fremdarbeiter</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«vieni fratello// komm zu uns/ bruder/ prima lohn/ prima wohnung/ vieni// prendi/ mistgabel/ und maulkorb/ schufte für uns/ schuft» (Peter Lehner). Belege für (literarische) Auseinandersetzungen mit der Fremdarbeiter-Problematik.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Marti 1965, 23, 25, 31 Walter 1959 (auf derStrassenbaustelle in «Der Stumme» arbeiten auch die beiden Brüder Filippis, die als erster resp. letzter ihre Sicht der Dinge darstellen)</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>136</ID>
<Stichwort>Friiblettli</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Im W. Zürcher Verlag gedruckt. (Vollständig vorhanden eventuell noch bei Heidi Golowin oder bei Uschla Ramseier, Steffisburg). Wurde im Wassermannzentrum bei Düdingen produziert (Ramseier).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Ramseier» (Gespräch mit Hächler 1996, 2); 026 Walter Zürcher 01, Pt. 3</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>137</ID>
<Stichwort>Gäbelbach</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Siedlung an der Weiermattstrasse/Gäbelbachstrasse in 3027 Bern, Baujahre 1966-1970</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Kurzbeschrieb in: Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 140</Quellen>
<Sparte>Architektur</Sparte>
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<ID>138</ID>
<Stichwort>Galerie 33</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1953 von Rolf Iseli , Bernhard Luginbühl, Peter Meier; Diter Rot, Werner Schindler und Walter Vögeli (ev. nur von Roth, Schindler und Wyss; laut Baumgartner von Iseli, Roth und Vögeli) gegründeter Kulturraum im ersten Stocks der Gerechtigkeitsgasse 33 (über dem Bücherantiquariat Brockenhaus, in dem Schindler als Nachfolger René Simmens Antiquar ist), der zeitweise von einer Künstlergemeinschaft kollektiv geführt wird. Avantgardistische Ausstellungen und Experimentalfilmvorführungen, Diskussionsbetrieb. 1954 Wyss/Luginbühl; März 1955: Hans Gerber ("Bund", 16.3.1955); Februar 1956: Lilly Keller (K E/57); April 1956: Klotz Lenz, Mattmüller, Hans Jörg (K E/62 eingelegt). März 1957: Hellstein, Kuhn (K E115). Schliesst 1958.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.:025 Megert 01, 11; 038 Baumgartner 01, 2f; «Niederer» (Interview, 3 [Begert und die G. 33]); sinwel 1/58, 2 Baumgartner 1984, 244f, 246, 270; Bucher 1990, 42, 95; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 39; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [9], Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 10, 22; Kunstmuseum Bern [Hrsg.] 1989, 22, 26, 88</Quellen>
<Sparte>Ausstellungssraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>139</ID>
<Stichwort>Galerie 66</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Galerie an der Kramgasse 66. Im Januar 1967 laut Stadtanzeiger zeigt sie im januar 1967 «Ricco Wassmer, Roland Quertelli, Albin Vivian, Favarger usw.».</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>140</ID>
<Stichwort>galerie aktuell</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1964-1968. Von Christian Megert, dessen Bruder, Ueli Berger und Roland von Siebental initiierte, von Kurt und Silvia Aellen geführte Galerie. «Zielsetzung: Information, Experiment, Öffung der Berner Szene auf internationale Ebene. Konfrontation der Berner Kunstwelt mit der internationalen Avantgarde. Kollektive Führung» (Aellen). 1964-1966 an der Kramgasse 42, 1966-1968 an der Gerechtigkeitsgasse 23 bei Teo Jacob, der in seinen Geschäftsräumen in Genf einzelne Ausstellungen übernimmt (deshalb spricht Szeemann in Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 10 von der Genfer Filiale der g. a.). Erste Ausstellung Anfang 1965: Herrmann Goepfert; April 1965: «aktuell 65».</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 01, 1, 6, 7, 11; 03, 1, 6 Baumgartner 1984, 270, 272; Bucher 1990, 43; Baumann 1992, 14; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [41, Aellen]; Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 6, 7, 10, (Filiale in Genf), 22-26, 28, 33</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>141</ID>
<Stichwort>Galerie Arlequin</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Miet-Galerie von F. Aebersold an der Gerechtigkeitsgasse 51, kombiniert mit einem Restaurant.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Eichenberger [1970], 72</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
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<stichworte>
<ID>142</ID>
<Stichwort>Galerie Gerber</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Galerist ist Toni Gerber. Erste Galerie 1964 am Nydeggstalden 24; ab 1968 bei Teo Jakob an der Gerechtigkeitsgasse 23 (dort als Ersatz für die galerie aktuell, die zu diesem Zeitpunkt schliesst). Seit Frühling 1974 Gerechtigkeitsgasse 74 (in der Wohnung, die zuvor Harald Szeemann gemietet hatte).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Kunstmuseum Bern [Hrsg.], 1986, 13-32</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>143</ID>
<Stichwort>Galerie Handschin</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Wichtiger Treffpunkt in Basel.
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 076 Steiner 02, 3</Quellen>
<Sparte>Galerie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>144</ID>
<Stichwort>Galerie Jura</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Galerie am Bubenbergplatz 5, wo im November 1955 eine Paolo-Ausstellung stattfindet ( 27.11.1955; K E/40). Februar 1956: Irmgard I. Schrimpf (K E/57).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>145</ID>
<Stichwort>Galerie Kornfeld</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>> Eberhard W. Kornfeld übernimmt die Galerie Klipstein nach dem Tod seines Lehrers August Klipstein im April 1951 und führt sie zuerst unter dem Namen «Klipstein und Kornfeld» weiter. (Kornfeld)
Herbst 1956: Marc Chagall. Übersicht über das grafische Schaffen der Nachkriegszeit. März 1957: Otto Tschumi (K E/115).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kornfeld» (darin: Kornfeld "Mais non ", Der kleine Bund, 16.12.1995); 025 Megert 01, 1></Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
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<stichworte>
<ID>146</ID>
<Stichwort>Galerie Krebs</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Seit 1968 Galerie von Martin Krebs an der Kramgasse 54 (heute: Münstergasse 43). Ausstellungen: Franz Gertsch (bis 16.11.1968).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 E/210-214 Eichenberger [1970], 68</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>147</ID>
<Stichwort>Galerie Postgasse 6</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Ronald Kocher und dem Keramiker Witschi betriebener Ausstellungsraum. Juli 1955: Ausstellung Peter Meier+ Rolf Iseli (K E/21). Februar 1956: Junge Berner Künstler (K E/57). 1955/56 macht Christian Megert hier während einer Abwesenheit Kochers seine ersten Erfahrungen als Aussteller. Laut Szeemann wirkten hier vor allem Guido Haas, Kocher und Walter Vögeli. Die Postgasse 6 ist später das Atelier von Jimmy Schneider.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 01, 3; 026 Walter Zürcher 07, 5; K E/21; K E/57; K E/73; K E/80; K E/90; K E/103 Baumgartner 1984, 246; Bucher 1990, 6; Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 31</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum
</Sparte>
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<stichworte>
<ID>148</ID>
<Stichwort>Galerie Schindler</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Vermutlich gab es schon an der Gerechtigkeitsgasse 33 (vor der Galerie 33) eine Galerie Schindler. Werner Schindler ist seit ca. 1951 Buchhändler im Antiquariat im Parterre (als Nachfolger von René Simmen). Später an der Gerechtigkeitsgasse 56. Zeigt im Juni 1962 Kleinwerke von an die 35 Künstlern der Gruppe ZERO ( 01.6.1962).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 01, 1 Baumgartner 1984, 270; Bucher 1990, 43; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [1], [23]</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>149</ID>
<Stichwort>Galerie Spitteler</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Februar 1956: Barraud.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: K E 57</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>150</ID>
<Stichwort>Galerie Utiger</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Galerie von Bruno Utiger zu Beginn der 50er Jahre.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 038 Baumgartner 01, 1; 02, 7</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>151</ID>
<Stichwort>Gambrinuskeller, Gamber</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Küng 1988, 27</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt, Rock</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>152</ID>
<Stichwort>Gammler</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Der Begriff stamme aus einem alten, bernischen Idiotikon und werde mit «Müssiggänger, Nichtstuer, Herumtreiber» übersetzt (Mueller 1976, 105) ( Hippie). Für ihn sind Gammler die «Bettelmönche der Atomzeit» (104). Übergänge zwischen ihnen und den Zigeunern sind fliessend: « ein wirklich verzigeunerter Gammler oder ein unglaublich vergammelter Hip-Zigeuner» (Golowin, 76), siehe auch die Zigeunerblut-Umfrage (Golowin, 82) ( Hippie, Neue Leute, Zigeuner, Keller-Poeten).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 E/190; E/288 («Gammlerlyrik») Golowin 1975, 71ff; Mueller 1976, v.a. 104ff, 157, 195; Kerouac: «Gammler, Zen und Hohe Berge»</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>153</ID>
<Stichwort>Geistige Landesverteidigung</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Nach der Einschätzung von Kreis richtet sich der Begriff in den 30er Jahren zuerst einseitig gegen den Kommunismus: «Mit dem Einschwenken der schweizerischen Linken auf den Burgfriedenskurs und mit dem wachsenden Druck des Dritten Reiches erhielt der Begriff der "Geistigen Landesverteidigung" erst sekundär die Bedeutung einer Parole auch gegen diese Bedrohung. Nach dem Zusammenbruch der Achsenmächte sollte der Begriff in einer dritten Phase, der Aera des Kalten Krieges, wieder seine ursprüngliche Bedeutung bekommen.» (254) Während des 2. Weltkriegs kürzt der Volksmund die G. L. mit «Gelaver» ab. In den 60er Jahren hat die Offiziersgesellschaft einen Ausschuss für G. L., Vorsitz hat der Bieler Sozialdemokrat, Major André Ory (J 37 E/161), der ein Programm für Geistige Landesverteidigung ausarbeitet (Cortesi 1968, 25f) Hilty versucht den Begriff im Badener Tagblatt kritisch zu wenden: «Zwei Auffassungen von g. L.» (8.8.1967, in: «nonkonform») und am 24.5.1968: «Sergius Golowin aber verdient ( ) den Dank ( ) all derer, für die "g. L." wirklich Verteidigung des Geistigen in diesem Lande bedeutet und nicht geistige Fremdenpolizei» (vgl. «Burgdorf»). Das gleiche versuche Muschg im Protestbrief gegen Otto F. Walters Rauswurf beim Walter-Verlag: «Ich bitte Sie im Namen g. L., den ich sparsamer verwende als Sie, die Vergrasung einer wertvollen Provinz zu verhindern » (zit. nach Kurt Marti, in: Reformatio ?, in Höllerer [Hrsg.] 1967, eingelegt). Ein Höhepunkt der öffentlichen Auseinandersetzung wird die Veröffentlichung des Zivilverteidigungsbüchleins 1969. Gleichzeitig werden von kritischer Seite Angriffe auf diese Ideologie vorgetragen: a) Frisch u.a. 1966, b) Bonjour-Bericht, c) Alfred A. Häsler 1967, d) Diggelmann: Die Hinterlassenschaft. e) Frisch: Wilhelm Tell für die Schule/Marchi: Schweizer Geschichte für Ketzer, f) Abspaltung der GO vom SSV 1970/71.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Geistige Landesverteidigung» (darin: 1.-August-Reden 1967); «Zivilverteidigungsbüchlein»; Emmenthaler-Blatt 10.5.1966, in: J 37 G II (zu Abend 83: Kurz); > 24.11.1967 (Major André Ory: «G.L.»); «Ins» ( > 13.6.1966, > 4.7.1966) 038 Baumgartner 01, 1 Sinwel-Verlag: «Beiträge für g. L.»: a) Schatzkästchen für Soldatenvölker, Schlagworte Kernsätze, 1966; b) Gottfried Bergmann: Militrärverweigerung, 1967; c) Schweizerische Parteiprogramme (1969); d) Stebler: Die starken Männer (1970) [alle Landesbibliothek: P 25 747] Dahinden [Hrsg.] 1988, 352f; "Diskussion" (Monatsschrift im Sinne geistiger Landesverteidigung, Orientierung und Lebenserlleichterung»; seit 1958; Redaktion 1967: Hans Feuz, Bern);Kreis [Hrsg.] 1993, 253-256; Mühlethaler 1989, 12, 14; Erpf/Traber [Hrsg.] 1989, 313-315; Frisch 1986 V, 536; Frischknecht u.a. 1979, v.a. 9-134; Kopp [Hrsg.] 1964, 89; Marti 1966, 15; Mueller LK EG 639, 642; Pezold 1991, 168f; SAD 1964; Widmer 1992, 220 ff (Eymann als «Staatsfeind»), 233, 238, 240, 253, 269, 288, 302, 348></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>154</ID>
<Stichwort>Geld + Geist, Kunstmarkt, Kommerz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Gesucht sind hier Statements, die Hinweise geben über die konkrete ökonomische Situation von Kulturschaffenden und das Überhandnehmen des Prestigediskurses in der Kunstszene in den Jahren 1950-1972.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Haas» (Interview, 1); 014 Schneider; 025 Megert 01, 1, 7, 10, 11,12; 03, 8f; 038 Baumgartner 02, 7f (Konkurrenzkampf) Baumann 1992, 104 (Kunst machen vs. Kunst kaufen), 107 (in Not aus Kunst Geld machen); Hohler 1973, 69 (Mani Matter ad.: Hauptberuflich Lieder machen?); Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 23, 34</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>155</ID>
<Stichwort>Genie</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Genie als zentraler Begriff der idealistischen, bürgerlichen Kunstbetrachtung: Wer stellt sich in Bern zwischen 1950-1970 wie zu diesem Begriff?</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 026 Walter Zürcher 02, 8f Bucher 1990, 23f, 139ff, 142 (Wissenschaftlichkeit, 155, 164 («Demokratisierung der Kunst»); Holzapfel</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>156</ID>
<Stichwort>Genossenschaft progressiver Schriftsteller und Leser; Apodaten</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Im Juni 1968 gegründet (Mettler, in: aargauer blätter, in: «Lenzburg 1968). Dass sich die G. am 22.11.1968 in Zürich konstituiert habe (vgl. «Kalter Krieg», Christen 1972 II) ist falsch. Dazu gehörten Silvio Riccardo Baviera, Clemens Mettler, Walther Kauer, Rolf Thut und Urs Ratgeb; Bircher 1989 nennt zusätzlich Max Schmid. Wesentliches Postulat, so Baviera, sei gewesen: Jeder ist ein Künstler. Auf der Lenzburg sagt Mettler am -> 24.8.1968: «Ein weiteres Ziel besteht darin, die Politik des offiziellen Schweizerischen Schriftstellervereins zu ändern.» Ebenda: «ca. 200 Mitglieder», Finanzierung: freiwillige Beiträge und Anteilscheine der Genossenschafter. Die verlegerische Tätigkeit bricht nach dem ersten Buch ab, weil Kauer eigenmächtig seinen Erstlingsroman «Schwarzer Strom und grüne Erde» durchdrückt. Eine Anthologie, die Baviera und Mettler zusammengestellt haben, erscheint nicht mehr. In der gleichen Konstellation gründet man auch die «Apodaten». Nach der Auflösung der Genossenschaft (vermutlich bereits 1970) wird die Zeitschrift an Pinkus weitergegeben zur Integrierung in den «Zeitdienst». (Darstellung nach Baviera)

Konstituierung ev. früher: In Zeno Zürchers Unterlagen findet sich als Beilage zu J 37/201, 13.9.1968, Lesung Arlati, «ein provisorisches Aktionsprogramm» der «Genossenschaft progressiver Schriftsteller»! Darüberhinaus: Kauers «Grüner Strom und schwarze Erde» erscheint noch 1968!></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Genossenschaft progressiver Schriftsteller»; «Lenzburg 1968» 077 Baviera 01, 6 Bircher 1989, 224 (ad. Kauer) Baviera besitzt zwei Archivkisten voll Material, sind aber zur Zeit nicht greifbar, weil sie im Tessin gelagert sind.</Quellen>
<Sparte>Verlag, Szene, 1968, Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>157</ID>
<Stichwort>Gesellschaft für Kultur &#38; Ethik></Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Existiert 1959 unter Postfach 957, Bern 2. Auf einer Postkarte im Archiv Neuenschwander («Tägel-Leist/Kerzenkreis») werden hier die Resümees der Ostertagung von Vallamand bestellt. Von Rudolf Müller ins Leben gerufene «Gesellschaft», die nach Zeno Zürcher, mündlich, 26.3.1993. juristisch ein Fantom war und Müller als PR-Instrument diente. Taucht in "sonnseitig leben" 17/56 erstmals auf (vgl. Grundmanuskript Teil I, Abschnitt 4, 7f) und spielt bei der Organisation der Keltentagung ( 5.4.1958) eine Rolle.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>158</ID>
<Stichwort>Gewerkschaft Kultur</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Als Sektion des VPOD wird am 7.7.1970 in Olten die «Gewerkschaft Kultur» gegründet. Ihr Ziel ist es, Leute aus bildender Kunst, Musik, Theater, Film, Publizistik, Massenmedien, Architektur, Medizin, Sozialarbeit und Pädagogik zusammenzufassen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Gewerkschaft Kultur» "neutralität" 9/70, 46></Quellen>
<Sparte>Kultur, Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>159</ID>
<Stichwort>Grosser Rat</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Grosser Rat des Kantons Bern. Für die nonkonformistische Szene Berns zwischen 1950 und 1970 relevante Unterlagen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Grosser Rat» (Wahlergebnisse 1966); «Schwander Martin» (Interpellation Sutermeister ad. Affäre Gruppe 67/Gilgamesch); 20.5.1966 (Affäre Bircher/Dürrenmatt/Wahl)</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>160</ID>
<Stichwort>Grotto</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Treffpunkt der Kunstszene; laut Eggimann fand darin jeweils am Mittwoch ein Stammtisch von Literaten statt.
REM schreibt am 17.3.1971, das Grotto sei «längst eingegangen» (LGK EG 705).
Heute High Noon.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 03, 6; 075 Eggimann 02, 1</Quellen>
<Sparte>Restaurant, Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>161</ID>
<Stichwort>Gruppe «Der Schritt weiter»</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1931 formierte sich gegen die anerkannte Malerei Berns in der Hodlernachfolge (Cuno Amiet, Fritz Pauli, Surbeck-Schule) die Gruppe «der schritt weiter» mit Tonio Ciolina, Albert Lindinger, Max von Mühlenen und Hans Seiler. In ihrem Manifest steht: «Statt die Realität in eine Abstraktion zu zerlegen, ( ) wollen wir umgekehrt von einer abstrakten Bildidee zu einer subjektiven Realität gelangen. Ein Ziel, das mit seinen Menschlichen Möglichkeiten dem Inhalt des Impressionismus wieder näher rückt » (Kunsthallekatalog 1934, nach Bucher 1990, 38)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Baumgartner 1984, 132 (Manifest); Bucher 1990, 38</Quellen>
<Sparte>Szene, Kunst</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>162</ID>
<Stichwort>Gruppe 47</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die lose Verbindung westdeutscher SchriftstellerInnen auch schweizerische AutorInnen haben Anschluss wird immer wieder als Gruppierung von NonkonformistInnen bezeichnet.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>neutralität 5/1 1967, 5 (Zwischentitel: «Arrivierte "Nonkonformisten") Cortesi 1968, 5; Mühlethaler 1989, 29f></Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>163</ID>
<Stichwort>Gruppe 66, Bern 66</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Gruppe «Bern 66» besteht aus den Künstlern Ueli Berger, Herbert Distel, Bendicht Fivian, Bernhard Lüthi, Christian Megert, Markus Raetz, Walter Vögeli, Willy Weber und Roland Werro. Bereits 1965 stellt die Gruppe, allerdings ohne Vögeli, Willy Weber und Werro, dafür mit Peter von Wattenwyl und Rolf Weber vom 8.5.-4.6. in der "galerie kröll" in Basel aus. Zu «Bern 66» konstituieren sie sich für Ausstellungen in Gelsenkirchen ( 5.11.1966) und in der Berner Galerie ( 9.12.1966), vor allem aber auch i Kunsthaus Zürich («Wege und Experimente. 30 junge Schweizer Künstler, 17.1.-17.3.1968). Immer wieder betonen sie, dass sie keine Gruppe seien (Kunsthalle 6, 12, 13, 23), sind aber stark genug, um als gesellschaftliche Seilschaft, als «offizielle Avantgarde der Zeit zwischen 1965 und 1968» (Baumgartner, 272) ihre Karrieren zu konsolidieren. Verfallen schnell einem «gesichts- und profillosen provinziellen Internationalismus» (Baumgartner, 272). Vom 28.3.-17.5.1987 findet in der Kunsthalle ihre Ausstellung «Bern 66 1987» statt.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 03, 1, 3, 6  Baumgartner 1984, 270f; Kunsthalle [Hrsg.] 1987 (v.a. 25)</Quellen>
<Sparte>Szene, Kunst</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>164</ID>
<Stichwort>Gruppe 67</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von der Junkere 37 inspiriert gründen > Martin Schwander, Walter Aeschlimann, Heinz Fankhauser, Toni Zimmermann und Peter Zünd in Burgdorf im Oktober 1966 die Gruppe 67 (Auszüge des Gründungsmanifests vgl. "Burgdorfer Tagblatt", 3.11.1966), die ein «Forum für progressive Kunst und Kultur» betreiben will. Sie veranstaltet zuerst in der Stadtbibliothek, dann in einem Keller Lesungen mit Walter Vogt ( 12.11.1966); Baumgartner/Golowin/Lehner ( 13.12.1966); René E. Mueller ( 10.1.1967); Guido Bachmann (aus «Gilgamesch, 17.1.1967), sowie Jörg Steiner ( 01.2.1967) (J 37 E/138). Im Zusammenhang mit dem Burgdorfer Literaturskandal wird die Gruppe 67 von der Leitung des Burgdorfer Gymnasiums verboten. Schwander: «Das war dann das Hauptresultat [des Burgdorfer Literaturskandals, fl.] über das leider nicht mehr berichtet worden ist , dass sie Erfolg gehabt haben mit ihrer Repression und den Zirkel zerstört haben.» Von einer «Vernichtung der Gruppe 67 spricht auch Serrgius Golowin («neutralität» 2/68,44).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Burgdorf» (darin: «Burgdorfer Literaturskandal»); «Mueller René E.» (Zürcher Woche 20.1.1967); J 37 E/112, 125 (Burgdorfer Tagblatt, 21.2.1967), 138 (Diskussion um Kadetten); 048 Schwander 01 Schmid 1976, 100, 197</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>165</ID>
<Stichwort>Gruppe Olten, GO</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Abspaltung des Schweizerischen Schriftsteller-Vereins, SSV (erst seit 1971 « Verband»!, vgl. SSV [Hrsg.] 1987, 95) nach der Auseinandersetzung um die Mitarbeit des SSV-Präsidenten Maurice Zermatten beim Zivilverteidigungsbüchlein. Nach einer kollektiven Austrittserklärung von 22 Dissidenten am 20.5.1970 formieren sich diese und SympathisantInnen nach vier Oltener Treffen 1970 an der Generalversammlung vom 25.4.1971 in Biel als Verein unter dem Namen «Gruppe Olten». Erste Präsidentin. Anne Cuneo; Sekretär 1971-1987: Hans Mühlethaler. Dieser schreibt: «Rückblickend betrachte ich Mani Matter, der konsequent für die Autonomie und die Schaffung einer formalen Struktur eingetreten ist, als den eigentlichen Grunder der Gruppe Olten» (64f). An einem der vier Oltener Treffen veranstaltet eine Gruppe von BernerInnen unter Leitung von Golowin ein Happening; dabei bemalte Anne Wilhelm die Margrit Propst (Giger).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Zivilverteidigungsbüchlein»; «Giger» (Gespräch mit Hächler 1996, 2) 053 Eggenberg 01, 7f (zur SSV-Spaltung, Funktion des BSV); 072 Mettler 03, 5f (sein Unbehangen in diesen Zusammenhängen) Mühlethaler 1989, v.a. 9-65; Pezold 1991, 173f; Schmid 1976, 150, 207, 356; SSV [Hrsg.] 1987, v.a. 151-187</Quellen>
<Sparte>Literatur, Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>166</ID>
<Stichwort>Gruppe Postgasse 6</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Dem Kubismus nahestehende Künstler, die sich 1953, um die Ausbildung zu vertiefen, zur Gruppe formieren: Ueli Baumgartner, Guido Haas, Ronald (Raoul) Kocher, Rolf Iseli, Peter Meyer, Jimmy Schneider. Zuerst gehören auch Klaus Berger und Egbert Moeshnang dazu. Nach der «tendences actuelles III»-Ausstellung in der Kunsthalle orientiert sich Iseli am Tachismus, was zu Spannungen zwischen ihm und Kocher führt. Im Frühsommer 1955 löst sich die Gruppe auf.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Baumgartner» (Berner Nachrichten 17.6.1978); 038 Baumgartner 01, 2, 3f (Kontakt zum Kerzenkreis) Bucher 1990, 42</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>167</ID>
<Stichwort>Gruppe Zero</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [1]</Quellen>
<Sparte>Kunst</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>168</ID>
<Stichwort>GSAMBA</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 01, 7f (Mafia und Sezession von 36 Künstlern); 13 (gescheiterte Fusion mit Frauen); 037 Stalder, Pt. 1 (ad. reaktionäre Fraktion «Schwarze Hand») Baumgartner 1984, 131</Quellen>
<Sparte>Kunst</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>169</ID>
<Stichwort>Halbstarke</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>SINWEL 1/58 (v. Steiger); «Schwarz auf weiss» (Willy Bobst: «Die Halbstarken Kinder unserer Zeit», bisher nicht kopiert) Golowin 1964, 88 (H. = Nibonitschos in der UdSSR [Definition]); Adrian Wolfgang Martin: Requiem für den Verlorenen Sohn, Roman 1960 (laut Jost 1994, 125 Text um das «Halbstarken-Problem»; nach Auskunft von Manfred Gsteiger mündlich, August 1998, gescheitert); REM: Das Mädchen mit der Regenbogenforelle [NL DÜRR], 86f (Exzesse als Kritik der Spiesser-Doppelmoral) Blick 29.7.1963 (Halbstarkenrazzia am Schützenfest)</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>170</ID>
<Stichwort>Halebrügg</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Wirtshaus, Schwulentreffpunkt in den 50er und 60er Jahren.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schwule» (Walser 1991, 38)</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>171</ID>
<Stichwort>Halen</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Siedlung in 3037 Herrenschwanden bei Bern. Projekt (erste Überbauungsstudien): Auftraggeber: Göhner AG, Zürich.1955: Schwierigkeiten bei der Geldbeschaffung; Baubeginn Februar 1959, im Oktober Eröffnung des ersten Musterhauses; 1961 wird die Anlage vollendet; 1963 das letzte Haus verkauft: «Für die Berner war "Halen" damals eine kleine Sensation, ein Stück Zukunft fü die einen, ein Affront für die meisten. Tausende besuchten den Bauplatz und wollten sehen, was hier gebaut wurde. In der Fachwelt wurde "Halen" aber zu einer Art Pilgerstätte für jene, die sich für den modernen Siedlungsbau interessierten» (du Fresne).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «v. Steiger» (Interview 17) Bezzola [Hrsg.] 1964/1972; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 139 (Kurzbeschrieb des Projekts), du Fresne 1984, v.a. 60f (weitergehende Literaturhinweise)</Quellen>
<Sparte>Architektur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>172</ID>
<Stichwort>Härdlütli, Erdleutlein</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Konstituieren sich am 30.4.1970, dem Schlussabend in der Junkere 37. Eine von Sergius Golowin initiierte «Kulturelle Arbeitsgruppe», die «sich in Strassentheater übte, später ein vergnügter Verein und schliesslich eine Stadtratspartei wurde» (Giger 1976, 176). Auf Anregung von Golowin (Lischetti 1998) nehmen sie an den Stadtratswahlen vom 12.12.1971 teil. Das Wahlplakat, das H. Peter Hänni, Polo Hofer, Carlo Lischetti und Margrit Propst nackt zeigt macht Furore; sie gewinnen einen Sitz, den zuerst Propst, danach vom 18.1.1973-6.7.1976 Lischetti einnimmt (5jährige Legislatur!). Nach den Neuwahlen geht der Sitz an die Demokratische Alternative (Hänni rutscht für den neuen Grossrat Theiler wieder in den Rat nach).

J 37 E/164: «Erdmännlein» (8.12.1967). Der Name der «Härdlütli» bezieht sich auf die sagenhaften «Erdleutlein» (vgl. hierzu Sergius Golowin: Von den Erdleutlein und dem Goldenen Alter, Sinwel-Reihe der Feen-Märe 1, Bern [Sinwel-Verlag], 1961; und Jeremias Gotthelf: Käthi die Grossmutter, Sämtliche Werke Band X, 78-89)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Härdlütli»; «Giger» (Gespräch mit Hächler 1996, 1, 2); «Zürcher Walter» (Gespräch mit Beat Hächler 1996, 2); 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 3; K E/157 (Begriff) Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 176, 185; Golowin [1967]/1980, 127 («Berglütli»); Küng 1988, 60, 86ff [ad. Wahlkampf 1971), 210 (ad. Bernhard Giger); Lischetti 1998, 22</Quellen>
<Sparte>Kultur, Politik, Volkskultur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>173</ID>
<Stichwort>Harlekin</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Harlekin Schrift der JTG an alle jungen Theaterfreunde». Erscheint im Januar 1957 zum ersten Mal und bis Abschluss Saison noch zweimal (März +Mai); in der Theatersaison 1957/58 insgesamt siebenmal. Wir von der JTG (Junge Theater Genossenschaft (?)) geschlossen, weil sie «zu frech, zu offen» sei (2/57/58). «Jugendlich-lebendige, angriffige Zeitschrift der Berner Jugend-Theatergemeinde» (Walter Zürcher). Leserbrief REM s in 2/57/58 ( «REM Zeitungsartikel»); in den letzten beiden Nummern Hinweise zu Stirnemanns neugegründeter «Rampe» (Kopien dort abgelegt). Format der Zeitschrift: Faltblatt (etwas grösser als A 4), das hinten und vorne in je 4 Spalten unterteilt ist.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Harlekin»; K E/164</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>174</ID>
<Stichwort>Hausabende für zeitgenössische Musik, Gattiker</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Zwischen 1940 und 1967 finden in Bern 200 «Hausabende für zeitgenössische Musik» statt. Ins Leben gerufen und veranstaltet werden sie von Hermann Gattiker, nach dessen Tod Anfang Februar 1959 von seiner Ehefrau Irène Gattiker-Lauterburg (seit1951 unterzeichnen sie die Einladungen gemeinsam). Die Durchsicht der Programme ergibt, dass es dem Ehepaar Gattiker immer wieder gelungen ist, international anerkannte MusikerInnen einzuladen, die europaweit bedeutende, moderne und avantgardistische E-Musik interpretieren. Daneben werden auch junge einheimische Komponisten vorgestellt (Hirsbrunner, Kelterborn, Wildberger, Wyttenbach etc.) Die Abende umfassen normalerweise den Konzertteil und, zusammen mit den vortragenden MusikerInnen, einen geselligen Teil mit Buffet und Drinks. Die Konzerte sind bis zum Schluss «unkommerziell» (Irène Gattiker in o. V. Hausabende 1984, letzte Seite); die Unkostenbeiträge werden 1945 mit 1.- eingeführt; am Schluss betragen sie zwischen 5 und 7.-. An einigen Abenden sind im Anschluss an das Konzert von Gattiker gedrehte «Hauskonzertfilme» angekündigt (z.B. E 154). (Gattiker hat weitere Filme gedreht, z. B. «Treppen» [über Altstadt], David Gattiker, mündlich, 6.11.1996) Veranstaltungsorte: Junkerngasse 40 (Abende 1-5, 1940/41); Junkerngasse 15 (Abende 6-57; 1941-1950); Junkerngasse 9 (Abende 58-80, 1951-1953); Gerberngasse 10 (Abende 81-88, 1953/54); Bantigerstrasse 14 [Privatadresse der Gattiker] (89-94/99-102, 1954-1956); Lyceumclub Theaterplatz 7 (95-98, 1955). Von 1956-1959 wechselnd da oder am Nydeggstalden 34 (im «Chlapperläubli«, zeitweise auch Treffpunkt des Kerzenkreises); seit dem 132. Abend mit ganz wenigen Ausnahmen ausschliesslich im Lyceumclub. Nach dem 200. Abend teilt Irène Gattiker mit, «dass S. Fraenkel nun um die Organisation von Konzerten für neue Musik besorgt sein wird» (a.a.O.). vgl. Gründung der Neuen Horizonte. Das Archivmaterial liegt heute (Nov. 1997) teils am Institut für Musikwissenschaft (v. a. Korrespondenz zu den H.) und auf dem Estrich des Burgerspitals (Wohnort Irene Gattiker-Lauterburg). Versuche, es aufzuarbeiten, sind laut Irène Gattiker-Lauterburg (mündl., 14.11.1996) von Salomo Fraenkel, Theo Hirsbrunner und Stundentinnen des musikhistorischen Seminars der Universität Bern (i.a. eine Frau Handke) jeweils schnell und ohne zählbares Resultat abgerochen worden.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Hausabende für zeitgenössische Musik, Gattiker»; K E/294) de Capitani 1993, 215; o. V.: Hausabende 1984 026 Walter Zürcher 01, Pt. 7</Quellen>
<Sparte>Musik, E-Musik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>175</ID>
<Stichwort>Heidi Bühne</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1936 gegründet von «Josef Berger» (Wladimir Schermann). Volkstümliches Tournee-Theater. 1. Programm: «Heidi» (Johanna Spyri); 2. Programm: «Theresli» (Elisabeth Müller); 3. Programm: «Kniri Seppli» (Josef Berger). Die "National-Zeitung" spricht am 16.2.1951 von «bisher 3000 Aufführungen»; das "Berner-Tagblatt" am 20.10.1955 von «gegen 4000» (Davon 885mal «Heidi»); die "Tat" am 2.12.1960 von 4700 Aufführungen. In den 50er Jahren arbeiten zeitweise Paul Niederhauser, Guido Bachmann und René E. Mueller mit. Die Bühne existierte mindestens bis 1966 (vgl. "Berner Tagblatt" vom 29./30.10.1966: «Heidi-Bühne: 30 Jahre im Dienste der Jugendbildung»).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: P G; 038 Baumgartner 01, 1; 040 Niederhauser/Waldvogel 01, 1 Erwähnte Zeitungsartikel in der Schweizerischen Theatersammlung unter «Heidi-Bühne» Bachmann 1997, 188ff</Quellen>
<Sparte>Theater</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>176</ID>
<Stichwort>Heimatschutz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Konkrete Engagements für den Heimatschutz im Zeitraum von 1950-1970. Kampf um das Jost-Haus in Rechershäusern/Wynigen (K E/287 [eingelegt: Aufruf von Hans Rhyn; TA 20.5.1960).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>177</ID>
<Stichwort>Heimausstellung Otto Wurster</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>März 1957: Bruno, Fricker, Leuziger, Megert (K E/115).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>178</ID>
<Stichwort>Hippies</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Vorläufer in den USA: «Beatniks», «Beat-Generation»; für «H.» auch: «Intelligenzia», «Provotariat», «Progressiat», «Bohème», «Asphaltzigeuner» [Golowin, [1967]/1980, 190]), «New Nomads», «White Gypsies», «Provos» ("focus 10/1970, 5), «Yippies», «Underground» (ebenda, 42). Golowin bezeichnet das Jahr 1966 als «Hippie-Jahr» (G. 1981/1989, 283) und spricht, um der Vielfalt gerecht zu werden, von « hippiden Bewegungen und Grüppchen» (neutralität 3/69, 41). «Die Bewegung der Blumenkinder war nicht zuletzt eine Feminisierungsbewegung der jungen Männer, respektive ein kollektiver Versuch der Geschlechterdiffusion mit Witz und Poesie, mit Musik, Locken, Kostümvielfalt, Promiskuität und LSD. Dass der Versuch nach wenigen Jahren in sich zusammenfiel, hatte nicht nur mit den Wasserwerfern der Polizei und dem gesamten übrigen Druck des Systems zu tun, sondern auch mit der Tatsache, dass selbst die Hippies, indem sie bloss ein wenig älter wurden, in ihren Kommunen die üblichen Unterwerfungs- und Machtstrukturen reproduzierten, gegen die sie eigentlich aufgestanden waren.» (Wicki) In Bern der 60er Jahre wird die Hippie-Bewegung einerseits getragen von der Volkskulturdiskussion um Golowin ( auch Gelpke); Walter Zürcher lebt drei Jahre in einem Waldhaus und bringt den US-Ur-Hippie und Lebensphilosophen Henri Thoreau unter die Leute. Andererseits entwickelt sich eine von den US-amerikanischen Beat-Generation- Autoren Kerouac und Ginsburg inspirierte, globetrottende von Wattenwyl/Suter-Szene um von Wattenwyl und Suter ( Gammler; Neue Leute; Keller Poeten; René E. Mueller). Wichtiger Treffpunkt für alle war alljährlich der 24. Mai in Saintes-Maries de la mer. Anfang der 70er Jahre: Timothy Leary in der Schweiz.
Zur Berner Hippiekultur vgl. die vier Gespräche, die Beat Hächler 1996 im Zusammenhang mit seiner «a walk on the wild side»-Ausstellung gemacht hat (abgelegt unter: «Giger», «Minder», «Ramseier» und «Walter Zürcher»). Für Minder hat die Mundartrockszene um Polo Hofer «viel mit Hippie-Wurzeln zu tun».></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Hippies»; (Hächler-Gespräche in: «Giger», «Minder», «Ramseier» und «Walter Zürcher»); 006 Suter 02; 038 Baumgartner 02, 4 (erste Freaks in Bern); J 37 E/190; E/191; E/194; 4.12.1968; E/242; E/256; «Matter» (Matter 1971, 342) "focus" 10/1970, 39ff Bisinger [Hrsg.] 1972, 122-133 (die Szene in Bern 1951-1953); Frisch 1986, VI, 140, 242, 349; Golowin [1967]/1980, 177/181 (New Age), 184ff, 188, 192, 200 (H. + Drogen), 209 (H. als Enkel Gurdjieffs); Golowin [1981]/1989, 106, 200, 236, 282, 283f (1966 als «Hippie-Jahr»); Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [19], [31, Asozialen-Gesetz]; Küng 1988, 29, 52 (Max Frisch), 55, 57, 58f, 71f, 79f, 81, 128, 131, 193; Matter 1974, 125; Mueller 1976, v.a. 102-109, 128; Wicki, Maja: Gibt es mehr als ein Entweder-Oder der Geschlechter?, in: ZEITSCHRIFT 1996/3, 197f></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<ID>179</ID>
<Stichwort>Hohliebi</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Siedlung an der Freiburgstrasse 457-489, 3018 Bern, Baujahr 1945</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Kurzbeschrieb in: Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 138</Quellen>
<Sparte>Architektur</Sparte>
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<stichworte>
<ID>180</ID>
<Stichwort>Homosexuelle</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Schwule; Lesben</Kurzbeschrieb>
<Quellen>SAD 1964, 12 (Diskussion der geistigen Landesverteidigung: «starke Zunahme der H.» als «Angriff auf die sittliche Integrität» und dadurch «Zerstörung des Wehrwillens»)</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>181</ID>
<Stichwort>Honky Tonk</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Willy Weber, May Fasnacht und anderen betriebener Jazzeller ca. Mitte der 50er Jahre. Später polizeilich geschlossen. Mitbegründer: Markus Rindermann (Wanger).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 02, 1; 054 Wanger 01</Quellen>
<Sparte>Jazzkeller</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>182</ID>
<Stichwort>hors-de-garde</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Mit diesem Begriff fasse ich provisorisch Strömungen, die sich in der Dialektik der Moderne nicht in die vorgegebenen Kräftefelder einordnen wollten, sondern sich querstellten, gemeint sind im Bern zwischen 1950-1970 vor allem die Tägel-Leist-Leute mit ihrem Versuch, die Nachmoderne ( Post-Moderne) auszurufen ( 1.2.1962).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Arena FIERTAS» (Bund 5.2.1962: Golowins Position)</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<ID>183</ID>
<Stichwort>hortulus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Erscheint seit März 1951: «Hortulus, Vierteljahrsschrift für neue Dichtung. herausgegeben von Hans Rudolf Hilty und Silvio Rizzi im Tschudy-Verlag zu St. Gallen». Zum Namen «hortulus» vgl. Archiv fl.: BSV S R, darin Lesung Hilty u.a. 11.12.1958, «Berner Tagblatt» 13.12.1958. Die ersten 6 Jahrgänge (1951-1956) als Vierteljahrschrift, dann zweimonatlich, am Schluss unregelmässig (letztes Heft: Oktober 1964). Insgesamt 67 Hefte. Es bringt zuerst Lyrik und Kurzprosa, später auch Dramatisches und schwerpunktmässig grössere Stücke. Zuerst vor allem junge SchweizerInnen, dann zunehmend Texte aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, darüberhinaus immer auch von Hilty Übersetztes. Die späteren Hefte sind mit einem Editorial («Marginalien des Herausgebers») versehen. MitarbeiterInnen aus dem Berner Zusammenhang: Manfred Gsteiger, Adrian Wolfgang Martin, Rudolf Gelpke, Hans Albrecht Moser, Erika Burkhart, Jörg Steiner, Peter Lehner, Jean Gebser, Claus Bremer, Kurt Marti, Daniel Spoerri, Harald Szeemann, H. U. Christen, Eugen Gomringer, Guido Haas, Lilly Keller, Meret Oppenheim, Esther Wirz.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Landesbibliothek P 22 583 Jost 1994,117ff; Niosma 20121/1988, 25ff (in Archiv fl..: «Hilty»); NZZ 19/20.3.1994 (Schutzherr für Gaukler und Schwindelmeier. Zu Hans Rudolf Hiltys Literaturzeitschrift H., in: Archiv fl.: «Hilty»); 076 Steiner 02, 4f (Bedeutung für ihn)</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift, Literatur</Sparte>
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<ID>184</ID>
<Stichwort>Hotcha!</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Urban Gwerder in Zürich herausgegebene Zeitschrift, die ab März 1968 vierzehntäglich erscheint (Gwerder 1998 [212ff]). Wird zeitweise von Walter Zürcher gedruckt (und zwar von Nr. 44-53, vgl. Gwerder, 1998 [214]); Zeno Zürcher besorgt die Berner Auslieferung. Angaben Urban Gwerder mündl. 21.1.1993: Der Begriff H. sei ein Slang-Wort unter US-amerikanischen Musikern, mit dem sie einander antreiben; bedeutet inhaltlich nichts (analog: dada). H. ist Teil des weltweiten Untergrundpressesyndikats und wird in seiner Wohnung an der Scheffelgasse 10 im Zürcher Niederdorf produziert (gedruckt wird in einer Grube ausserhalb von Zürich in einer alten Hütte). H. erscheint zwischen Januar 1968 und Mitte 1971 insgesamt 57mal regulär; dazu kommen ungefähr 8 Extradrucke. Im H. wurden keine kommerziellen Inserate gedruckt.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Hotcha!»; «Apero» (darin: "Apero" 4, 43: frühes "Hotcha!"-Inserat); «Giger» (Gespräch mit Hächler 1996, 2); 058 Gwerder Küng 1988, 51f, 73, 104; Gwerder 1998, 211ff></Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>185</ID>
<Stichwort>Huzulei; Na nas njema smerti!</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Huzulei liegt in den Ostkarpaten. Wird in der 30er Jahren durch Vermittlung des Schriftstellers Jerzy Stempowski und des Volkskundlers und Karpatenforschers Stanislav Vincenz von verschiedenen Panidealisten bereist (Neuenschwander 1935/1944; Zbinden 1969, 11-76). Durch die Erzählungen dieser Leute (Stempowski und Vicenz emigrieren während des Krieges in der Schweiz) wird die Huzulei für der Stammtisch der volkskundlich Interessierten im «Wilden Mann» zu einer Art gelobtem Land. «Na nas njema smerti!» (ungefähr: Uns ist kein Kraut gewachsen! Wir fürchten keinen Tod!) ist ein huzulisches Sprichwort und wird zur Losung des Tägel-Leists, und zwar ungefähr ab Frühjahr 1960 (vgl. «Tägelleist»: Tä L chron. und "SINWEL" aus dieser Zeit).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Karpaten»; 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 9; 028 Golowin 03, Pt. 2 Golowin 1959, 34; Mueller 1976, 155, 156; Neuenschwander 1935/1944; Stadtbibliothek H XIV.404 (Sammelschachtel Neuenschwander: 2 Aufsätze [Kreuz und quer durch Ostgalizien; Warschau: Eine Erinnerung aus dem Jahr 1935]); "Wandlung" 5/1935; 2+3/1938; 2-4/1939 (auch K E/129)></Quellen>
<Sparte>Losung</Sparte>
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<stichworte>
<ID>186</ID>
<Stichwort>Hydra</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Lehrlingsorganisation Anfang der siebziger Jahre, gegründet in Basel. «Schinagu». Gotthard Klingler (mündl., 17.6.2003): «Die Berner sind schnell einen eigenen Weg gegangen und haben sich Schinagu genannt. Aber es hat damals viele Lehrlingsgruppen gegeben. Oft hat die Presse, wenn eine neue Gruppe auftauchte, geschrieben, es gebe wieder eine neue Hydra-Gruppe, und wir haben erst durch die Zeitungslektüre erfahren und sind die Leute danach besuchen gegangen. So entstanden nicht selten neue Ableger .»</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 073 Lehner 02, 6 (Lorenz Lehner als Mitglied)</Quellen>
<Sparte>Organisation</Sparte>
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<stichworte>
<ID>187</ID>
<Stichwort>Institutsgemeinde; Freunde des Erziehungsinstituts Fritz Jean Begert Bern; Freunde des Werkes Fritz Jean Begert</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Am 15.11.1942 im Hotel Bären in Bern gegründeter Verein unter dem Namen «Freunde des Erziehungsinstituts Fritz Jean Begert» (= «Institutsgemeinde», K E/288), der die ökonomische Basis für Begerts Schulexperimente legen soll. Zu ihm aufgerufen hat John Marbach in Marbach 1942, 14. Aktiv beim Projekt der Lombachschule (Oktober 1944 3.1.1946); unklare Rolle beim gescheiterten Projekt Surpierre. Mitte der 50er Jahre sitzen im Vorstand Sergius Golowin, René Neuenschwander und Walter Zürcher; am 20.1.1956 gescheiterte Palastrevolte und Rücktritt Neuenschwanders. Kurz darauf wird der Name des Vereins in «Freunde des Werkes Fritz Jean Begert» umbenannt, damit mit Vereinsgeld weiterhin die Spesen des Kerzenkreises gedeckt werden können. Begert: «Als wir im Beatusbad bei Interlaken eine eigene Erziehungsstätte gründen wollten, erwies sich ein Vollmachtenbeschluss des Bundesrates als Hindernis. Die kompromisshafte Zusammenarbeit mit einem Heim in Habkern befriedigte auf die Dauer nicht, und als uns das Schloss Surpierre zu einem Spottpreis angeboten wurde, versagten unsere Gönner. Wir kämpfen aber weiter für unsere Pläne.» (K E/288) Der Verein der I. schläft Ende der 70er Jahre ein. Hansjürg Feuz mündlich, 4.11.1996, erinnert sich, 1975/76 im ersten Stock des Café Rudolf an der letzten Generalversammlung teilgenommen zu haben, anwesend neben Begert, Haas, Kobel vermutl. auch John Erpf (vgl. Nachlassdiskussion!). Guido Haas (mündlich, 12.3.1993) erinnert sich, dass er als Sekretär bei den letzten Vorstandssitzungen in Romainmôtier mit Begert alleingeblieben sei. An eine formelle Auflösung des Vereins erinnert er sich nicht, wohl aber, dass er das PC der I. aufgelöst habe. Haas besitzt noch verschiedene Tonbandaufzeichnungen von Vorstandssitzungen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Begert» (eingelegt «Freunde des Werkes F. J. B.»); 026 Walter Zürcher 07 (Spaltung Kerzenkreis/Tägelleist); 038 Baumgartner 02, 2</Quellen>
<Sparte>Pädagogik, Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>188</ID>
<Stichwort>INTAR</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von René Simmen 1952 gegründeter Zirkus, der von einer «Genossenschaft zur Verwirklichung des Kunstaustausches im In- und Auslan» getragen wird. Das Programm heisst «Eisparade 1952». nach einem Riesenerfolg in Luzern endet die Tournee im finanziellen Fiasko ( 15.7.1952). Laut Simmen zieht W. M. Diggelmann als Zirkusarbeiter mit.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 023 Simmen, 7 Diggelmann 1962, 82-93</Quellen>
<Sparte>Zirkus</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>189</ID>
<Stichwort>Integrale Lebens- und Produktionsgenossenschaft Villeret (LPG)</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Am Anfang waren die Hippies: 1974 übernahmen einige junge Leute aus Burgdorf die ersten beiden Häuser in Villeret, richteten eine Bäckerei und später ein Nähatelier ein und hielten einige Schafe. Die Gruppe orientierte sich am Vorbild der israelischen Kibbuzims und etablierte eine veritable Kommune im Jura-Tal. Auf der Suche nach mehr Spiritualität im kommunen Alltag, geriet die Gruppe an eine Botschafterin des Otto Mühl, seines Zeichens Erfinder der Aktionsanalytischen Organisation (AAO). Die nun folgende Episode in der Geschichte der LPG verscheuchte nicht nur die mit Kindern gesegneten Mitglieder, sondern prägte über Jahre hinaus das Bild der LPG in der nahen und fernen Öffentlichkeit; freie Sexualität indes war nur kurze Zeit eine Maxime» ("Salopp" in: «Villeret»). In seinem Physiognomiebuch (BARA 1991) bezeichnet sich Walter Zürich als «Mitbegründer einer noch heute bestehenden Kommune im Jura». Chef von Villeret sei, laut Eggimann, zeitweise Hans Rudolf Finger gewesen (Hans Rudolf Finger [-Wittwer], Holzmatt, 3087 Niedermuhlern, 031/819 79 56).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Villeret»; «Walter Zürcher» (Gespräch mit Hächler 1996, 4f: Villeret als Abkehr von den Drogenexperimenten); «Haas» (Interview 16f [Mühl in Villeret]);</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>190</ID>
<Stichwort>Interlaken</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>I. als «Alpen-Venedig». Für Bern wichtige Interlakner sind Polo Hofer und die Musiker der Gruppe "Rumpelstilz"; Hugo Ramseyer; in den 50er Jahren Sunny Dale; in den 60er Jahren Sergius Golowin.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Küng 1988, 8ff, 60</Quellen>
<Sparte>Kulturpolitik, Stadt</Sparte>
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<stichworte>
<ID>191</ID>
<Stichwort>Jazz in Bern</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Jazzveranstalter in den 70er Jahren, der «mit wechselndem Glück» amerikanische und europäische Spitzenmusiker präsentiert (Solothurnmann).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 187 (Solothurnmann)</Quellen>
<Sparte>Veranstalter</Sparte>
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<stichworte>
<ID>192</ID>
<Stichwort>Jazz-Tanz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Tanz- und Theaterstudio Alain Bernard (ab 1959), erste Jazz-Tanzschule in Bern.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 180</Quellen>
<Sparte>Tanz</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>193</ID>
<Stichwort>Jazz Kommune Effingerstrasse</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Polo Hofer, Peter Giger, Isla Eckinger, Marc Hellmann (Heilinger/Diem 1992)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Heilinger/Diem 1992, 7; Küng 1988, 85</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>194</ID>
<Stichwort>Jazz, Jazzszene</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Bern hat seit Teddy Stauffer (ab 1928) und Hazy Osterwald (vor 1940) eine Dixieland-Tradition, die in den späten 50er Jahren die Riverboat-Stompers wieder aufnehmen. Seit den späten 50er Jahren entwickelt sich um Heinz Bigler und Franz Biffiger eine neue Jazzszene. 1967 Gründung der Swiss Jazz School.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Jazzszene»; 024 Lauener 01, Pt. 5; 037 Stalder (Jazzkeller an der Kapellenstrasse Ende der 40er Jahre); 076 Steiner 02, 3 (Bieler Privatszene) de Capitani 1993, 236-245; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 187 (Jürg Solothurnmann); "focus" 10/1970, 48ff (Probleme der Avantgardemusik)></Quellen>
<Sparte>Szene, Musik, Jazz</Sparte>
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<stichworte>
<ID>195</ID>
<Stichwort>Jazzkeller</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Kapellenstrasse Ende der 40er Jahre (nach Stadler); Junkerngasse 1.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>037 Stalder (Jazzkeller an der Kapellenstrasse Ende der 40er Jahre)</Quellen>
<Sparte>
</Sparte>
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<stichworte>
<ID>196</ID>
<Stichwort>Jena-Plan</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eine pädagogische Konzeption des Norddeutschen Peter Petersen (1884-1952), die in Bern Bedeutung gewinnt während der Spaltung von Kerzenkreis und Tägelleist. Der zum Tägelleist übergegangene, pädagogisch interessierte Kulturjournalist René Neuenschwander beginnt in der Zeit der Spaltung 1957 vermutlich auch deshalb über den J.-P. zu publizieren, um den Kerzenkreis-Guru Fritz Jean Begert als Petersen-Epigonen erscheinen zu lassen. Der J.-P. spielt danach in der pädagogischen Konzeption der freien Schule Vallamand eine wichtige Rolle (vgl. vor allem: René Neuenschwander: Erziehung und Volkskultur, in: "SINWEL" 7, Referatseiten 12-15).
></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl: «Jena Plan»; 026 Walter Zürcher 04, 3; 038 Baumgartner 02, 1 Begert 1942, 67f; Reble 1971, 306f, 338f</Quellen>
<Sparte>Pädagogik</Sparte>
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<stichworte>
<ID>197</ID>
<Stichwort>Jugend, Jugendpolitik</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Im Jahrbuch 1957 dokumentiert die "Neue Helvetische Gesellschaft" Beiträge über schweizerische Gegenwartsprobleme von 36 SchweizerInnen zwischen 18 und 30, die die "Weltwoche" am 30.10.1959 unter «Schweizerjugend ohne Jugend» resümiert. Das "Badener Tagblatt" konstatiert eine «im ganzen enttäuschend konformistische Jugend» (27.4.1957). Der Tägeleistler Sergius Golowin schreibt: «Ob die Jugend genug innere Kraft, Ursprünglichkeit, Eigenart, Echtheit, Urwuchs besitzt, sich jedem Bann, jeder Bevormundung durch das zurückschauende, rückwärtsgewandte Ewig-Getstrige zu entwinden, das ist die ganze Frage.» Sein Rezept: «Das Befolgen der grossen, gestern wie heute gültigen, bleibenden Gesetze führt nicht in die Vergangenheit zurück, sondern vorwärts, zu der endgültigen Überwindung des Überlebten.» (vgl. für den ganzen Abschnitt: Golowin: «der Weg der Jugend», "SINWEL", 8/59) Hinweise auf Konformität und (subkulturelle) Nonkoformität der Jugendlichen zwischen 1950 und 1972.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Jugendpolitik»</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>198</ID>
<Stichwort>Jugendzeitungen</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Katholische Jugendzeitung «team»; Chefredaktor: Peter Hollenstein (später Geschäftsführer «exit» und Verfasser eines Buches über den Sexualmörder Ferrari).
Reformierte Jugendzeitung «kontakt»; Jürgmeier in der Redaktion.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Publizistisik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>199</ID>
<Stichwort>Junges Bern</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Im November 1955 gegründete Partei, die eine sachbezogene, statt ideologiebezogene Politik machen will. Gründungsmitglied z. B. Erich E. Kisslig (Paul Niederhauser, mündlich, 8.3.1999) (1956 wird im Kerzenkreis die Gründung einer kulturpolitischen Partei diskutiert, 026 Walter Zürcher 07, 4). 1955 2 Stadträte, 1959 + 1963 je 4; ab 1959 mit Klaus Schädelin im Gemeinderat; 1962 zwei, 1966 vier Grossräte. Frühe Parteimitglieder z.B. Mani Matter, Thomas Guggenheim (heute SP), Jean-Pierre Bonny, Valentin Oehen; (Niederhauser, a.a.O.:) Sebastian Benz, Marc Roland Peter.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Junges Bern»; «Lenzburg 1968» (darin: aargauer blätter, Sept. 1968, 3); 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 3; 033 Däpp 01, 3; «Lenzburg 1968»; «Matter» (Matter 1971, 347, «Splitterpartei»); 053 Eggenberg 04, 6 (E. als Gründungsmitglied + Stadtrat 59-67) Hohler 1977, 35-42; Matter 1974, 22, 84f, (91f), 112</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
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<ID>200</ID>
<Stichwort>Junkere</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>
</Sparte>
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<ID>201</ID>
<Stichwort>Junkere 37</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ehemaliger Wirtshauskeller an dern Junkerngasse 37; ab Herbst 1961 organisiert im renovierten Keller Paul Niederhauser «Das Podium». Nach einer formellen «Gründungsversammlung in der "Schwarzen Tinte"» (-> Nl 011 Zeno Zürcher 13) der Tägelleist-Leute Franz Gertsch, Sergius Golowin, Niklaus von Steiger und Zeno Zürcher ab 5.2.1964 (Golowin in Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [20] fälschlicherweise: ab «1962») «Junkere 37» resp. «Berner Diskussions-Podium im Keller der Junkerngasse 37», resp. «Literarisches Labor Junkere 37»; «wichtigste Begegnungsstätte der Berner APO» (Schmid 1976, 197); «Experimentierlabor für gegenkulturelle Probleme» (Eichenberger). Programmik: «Alles redet heute von der "Notwendigkeit des Experiments" umschreibt aber damit häufig das Schwören auf den Lehrsatz der eigenen Küche ( ). Wir brauchen ( ) ein "Literarisches Laboratorium", wo man sich unverbindlich begegnet und voneinander lernen kann "Zornige", "Avantgardisten" und "Heimatschriftsteller", "Neo-Romantiker", und "Neuro-Romantiker" Eine Kultur entsteht aus dem Zusammenspiel aller schöpferischen Möglichkeiten, nicht aus der Abkapselung, Inzucht von mehr oder weniger ästhetischen Zirkeln» (Golowin, J/37 E/1). An den Veranstaltungen Bierausschank. Aufnahmen des Schweizer Fernsehens (nicht ausgestrahlt [Baumgartner mündl., 19.11.1992]).«"Wir" hatten ein Lokal die Junkere 37» (Ramseier). Kündigung 30.10.1969. Bis zum 30.4.1970 (vgl. auch "focus" 12/1970, 32) finden hier 295 Veranstaltungen statt. Ab 18.9.1970 wird die Junkere 37 an der Münstergasse 14 ( Stärnekeller) weitergeführt. «Junkere 37»: Gemälde Franz Gertschs, das den Moment Ende 1969 festhalte, als Golowin und Zürcher dem Publikum mitteilen, dass die Junkere 37 gekündigt worden sei (Reproduktion und Kommentar [Golowin]: Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [21]-[23] und "apero" Nr. 16/46).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 G I; J 37 G II; J 37 E; J 37 Dokumente; J 37 Fiche; «Lenzburg 1968»; «Ramseier» (Gespräch mit Hächler 1996, 1); «v. Steiger» (Interview 4f [Unterschiede J. vs. Kerzenkreis], 7 [Bierverkauf], 16 [Sammelbecken für Nonkonformisten]); 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 6; 026 Walter Zürcher 04, 3; 050 Theiler 01; 077 Baviera 01, 3; 076 Steiner 02, 8 (St. kann sich nicht daran erinnern) Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 174ff; Eichenberger [1970], 58ff; Gerber 1968,143f (ad. Berner Diskussionspodien); Golowin [1967]/1980, 189, 207; Golowin 1986, 125; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [21ff: Zeno Zürcher], [30, Golowin]; Kästli 1991, 233 (er spricht fälschlicherweise von «Junkere 33»); Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 28; Marti 1990, 80; Villain 1977, 140</Quellen>
<Sparte>Kulturraum, Szene</Sparte>
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<ID>202</ID>
<Stichwort>Junkere 43</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1959 richtet Hugo Ramseyer an der Junkerngasse 43 das Junkerngasstheater ein und inszeniert mit Jugendlichen das 2. Steinbrecher-Programm.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [42]</Quellen>
<Sparte>Veranstaltungsraum</Sparte>
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<ID>203</ID>
<Stichwort>Junkerngasse 1, Hothouse, Ursus Club</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Jazzkeller, der zwischen 1952-1954 an der Junkerngasse 1 von einem Beizer namens Widmer betrieben worden sei. Der Keller sei dann für kurze Zeit geschlossen gewesen. Danach sei es Helmut Winzeler aufgrund seines Doktortitels gelungen, den Keller zu mieten (80.-/mtl.). Eine Gruppe von sechs Leuten habe den Keller dann weitergeführt, der Name «Hothouse» sei im Volksmund geblieben (Thomas Widmer, BZ-Journalist, 22.9.1993. mündl.). «Hothouse» sei «ein Club mit Musik, vielen Künstlern und Künstlerinnen und ohne behördliche Bewilligung [gewesen, fl.]. Für fünf Franken pro Monat und den Einzahlungscoupon als Beleg war man dabei, musste freilich die Getränke selber mitbringen»; Schliessung nach Polizeirazzia mit Bussen für die BetreiberInnen (BZ). Darstellung Christian Megert: Von Pips Vögeli gefundener auf eingerichteter, von Megert als Barkeeper zwischen1960-1962 geführter Club, der auf Betreiben des "Chikito"-Wirtes von der Gewerbepolizei geschlossen wird; Megert wird wegen unerlaubten Wirtens verurteilt. Der Keller öffnet jeweils nach Beizenschluss des "Commerce" nachts um halb zwölf und bleibt geöffnet solange Interesse besteht. 120 Club-Mitglieder, die jeweils einen Gast mitbringen dürfen. Elitärer Zirkel von Prominenten auf Kultur und Wissenschaft. Seit 1968 Ursus-Club.
Informanten laut Widmer: Helmut Winzeler, Jörg Zoller, Walter Vögeli, Kurt Blum></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Junkerngasse 1 (Ursusclub)»; «Schwule» (Walser 1991, 38); «Kunsthalle» (darin: «75 Jahre Kunsthalle/Medienrezeption», darin: BZ, 18.9.1993); 014 Schneider; 025 Megert 01, 2, 5f; 02, 1 Bucher 1990, 43; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 39, Mueller 1960/2, 78f</Quellen>
<Sparte>Kulturraum, Jazzkeller</Sparte>
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<ID>204</ID>
<Stichwort>Jura</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Sezessionsbestrebungen des jurassischen Teils des Kantons Bern.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Landesbibliothek unter «7: Periodische Amtsdruckschriften»: Bericht der Kommission der guten Dienste für den Jura (1. Bericht, 13.5.1969 [Oq 1997], 2. Bericht, 7.9.1971 [Oq 4665]); Bericht über die Sitzung Kommission der 24 (8.12.1967-22.3.1968 [Oq 1684-1694]) 068 Rothenbühler 1, 7 Baumgartner 1984, 48 (j.ssische Kunst); Hohler 1977, 40 (Position JB/Mani Matter); Marti 1973, 7, 74f, 82f, 89f, 97ff (jurassischer Anarchismus im 19. Jhdt) 074 Gsteiger 02, 2</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
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<ID>205</ID>
<Stichwort>Kabarett Federvieh</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Kabarett des BSV. Tritt zum ersten Mal an der BSV-Generalversammlung vom 10.4.1948 auf, wo es von der "Neuen Berner Zeitung" (13.4.1948) als «ad hoc zusammengesetzt» bezeichnet wird (Regisseur und Conférencier ist Rudolf Joho ["Bund", 14.4.1948]); über die GV von 1950 berichtet die "Neue Berner Zeitung" (2.5.1950) dann, dass das K. F. «zum dritten Mal über die Bühne» flatterte. Regelmässige Auftritte an den BSV-GVen bis 1955 («7.Flugjahr»). Darüberhinaus z. B. am Berner Büchermärit 22.11.1952; in Basel auf Einladung des Literarischen Zirkels im Café ABC im Februar 1955 (dort in der Besetzung Ernst und Walter Adrian, Alice Balzli, Paul Eggenberg, Erwin Heimann, Heinz Küenzi, Ursula von Wiese); auf den Programmen des Aarberger Bott ( BSV) heisst es in der zweiten Hälfte der 50er Jahren bis 1964: «Federvieh kämpft gegen Schützengruppe Aarberg». Auftritte finden sich keine mehr. Am Berner Büchermärit vom 27./28.10.1961 steht auf dem Programm: «Darbietungen des Lehrerkabaretts [ ] "Schifertafele" nach Texten von Mitgliedern des BSV, Leitung Hugo Ramseyer».></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «BSV» (eingelegt «BSV S R»: "Basler Nachrichten", 22.2.1955; "National-Zeitung", 25.2.1955 über einen Auftritt im Café ABC in Basel); Erpf/Traber [Hrsg.] 1989, 321></Quellen>
<Sparte>Kabarett</Sparte>
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<ID>206</ID>
<Stichwort>Kabarett, Cabaret</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Äusserungen zur Krise des politischen Kabaretts, «welches eigentlich das Kabarett sein sollte» (Rasser) in der Zeit des Kalten Kriegs und der Hochkonjunktur.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kabarett»; 025 Megert 01, 15 (Szeemann) Cortesi 1968, 8f (Interview mit Alfred Rasser)</Quellen>
<Sparte>Kabarett</Sparte>
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<ID>207</ID>
<Stichwort>Kalter Krieg</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Denn Hiroshima ist nicht einfach ein historisches Ereignis wie viele andere auch. Es markiert sowohl das Ende des zweiten Weltkriegs als auch den Beginn von vierzig Jahren Kalten Krieges.» («Le monde diplomatique», dt., August 1995, 3) Konkrete Belegstellen, wie primär im kulturpolitischen Bereich der Kalte Krieg in Bern zwischen 1950 und 1970 geführt worden ist, wie der Staatschutz zu jener Zeit fichiert hat. K.K.-Strukturen: Schweizerischer Aufklärungsdienst (SAD), Aktion für freie Demokratie, Heer und Haus, Redressement national (siehe Frischknecht u.a. 1979). Forum für Demokratie. «Entdogmatisieren bedeutet: Wirklichkeit wahrnehmen, Konflikte von der Wirklichkeit her formulieren, Denkschemata aufgeben. Und genau das verhindert der Kalte Krieg» (Frisch 1986 VI, 483).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kalter Krieg»; 001 Marti 04 (Marti/Schär), 2; 024 Lauener 01, Pt. 11; 025 Megert 03, 1; 026 Walter Zürcher 01, Pt. 5 (W.Z. als Mitgled des SAD); 06, 6f (Kerzenkreis/Ostinstitut/SAD); 029 Cortesi 01, 2f; 033 Däpp 01, 7f; 038 Baumgartner 02, 4; «Haas» (Interview 11f); «v. Steiger» (Interview 5, 15, 17]; K E/97 (Gedicht); J 37 G II (zu Abend 83, Zürcher Woche 13.5.1966: EMD-Weisung ad. "Antikommunismus"); > 13.5.1966 (Max Meier); J 37 Dokumente 8a (Repression gegen Junkere-Besuch); «Ins» ( > 13.6.1966; > 4.7.1966); «Matter» (Matter 1971, 345) Betts 1978, 18; Cortesi 1968, 8f, 12 (Brodmann ad. Repression), 14; Dahinden [Hrsg.] 1988, 357; Frisch 1986 VI, 59 (Brunneninschrift) , 196, 476ff, 483, 484ff, 516; Frisch 1998, 73, 76, 98; Graf/Graf [Hrsg.] 1973 [37, Episode Spoerri/Picasso]; Golowin [1967]/1980, 184; Kopp [Hrsg.] 1964, 51ff (Beginn; K.K. als 3. Weltkrieg), 53 (UdSSR als Aggressor), 59 (Koexistenz), 62, 63 (Neutralismus), 88 (3. Weltkrieg); Küng 1988, 34 (Beat als Subversion); Lauener: Die Wege , in: Lauener [Hsrg.] 1960 o. S.; Marti 1965, 51; Marti 1973, 5 (ad. Cincera/Cincerismus; ebenso: 16, 28, 34, 65f, 68, 74f, 95, 99, 139-143), 9, 11, 13 (Kirche-Armee), 25 (Mc Carthysierung, ebenso: 113), 44 (NATO-Studie "AD-70"), 115 (Schnüffelstaat), 173ff Dienstverwiegererplädaoyer); Meyer E. Y. 1977, 308ff (Episode); Mueller LK EG 593ff (ad. Episode Diggelmann/Junkere); 617ff (Rechtsextremismus in der Schweiz); Schmid 1976, 16 (ad. Bonnard); 17 (ad. Farner); 188 (Episode Diggelmann/Junkere); 122, 192 (Jaeggis Vietnam-Untersuchung); SSV [Hrsg.] 1987, 81 ff (Affäre André Bonnard; hierzu auch: Schwengeler: «Verantwortung», "Bund", 29.3.1956 und Materialien zur BSV-GV 1957, in «BSV» [eingelegt: «BSV S R»])></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<ID>208</ID>
<Stichwort>Kampfgruppe</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eigentlich: «Kampfgruppe des Panidealismus». Am 25.8.1954 unter starkem Einfluss von Begert gegründete Gruppe zur Verbreitung des panidealistischen und im speziellen des begert schen Gedankengutes, der Zeno und Walter Zürcher, Max Mathys angehören. Die drei sind im Gästebuch des Kerzenkreises am 1. Abend die Erstunterzeichnenden. Zum Besuch der Gruppe unter Begerts Führung bei Hans Rhyn K E/190 (eingelegt). Laut Walter Zürcher mündll. 14.12.1992 geht aus den Schulungskursen der K. (vor allem Holzapfels Kampfpsychologie, vermittelt von Erwin Hausherr), die Holzapfel-Gruppe unter der Leitung von Hans Ryhn hervor ( Kerzen-Kreis Untergruppen).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 011 Zürcher 02/Pt. 9; 026 Walter Zürcher 02, 4; «Kampfgruppe» (Tätigkeitsberichte 1-9; 26.8.-11.12.1954); K G 1/1</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>209</ID>
<Stichwort>kandelaber</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Egon Ammann von 1967 bis 1972 betriebener Verlag in Bern, der «vielleicht 50» Titel produziert (Ammann); geht Konkurs. 

Sitz am Hirschengraben im gleichen Haus wie Lukianos (Romagosa mündl., 17.6.1992) (?)
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kandelaber» (Titelverzeichnis unvollständig); «Verlage»; 016 Ammann 02/1f, 3f; 035 Erpf 01, 2, 4f; 074 Gsteiger 02, 4 (ad. «Bibliothek der romanischen Schweiz») Schmid 1976, 215 (Repression betr. «Le Jura des Jurassiens»)</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>210</ID>
<Stichwort>KELLER 15</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ab 15.1.1964 Verammlungsort des Kerzenkreises: «Seit Mitte Januar ist Bern um einen Keller reicher, der nicht dazu dient, köstliche Weine, verstaubte Akten oder wertlosen Kram zu hüten, sondern für künstlerische Veranstaltungen herausgeputzt wurde. Der "Keller 15" hat seine Türe an der der Gerechtigkeitsgasse 15 und steht in erster Linie dem von Walter Zürcher betreuten Kerzenkreis zur Verfügung. Er wird aber auch an Interessenten, die ähnliche kulturelle Bestrebungen verfolgen, abgetreten» ("Tages Nachrichten"). Auf den Kerzenkreis-Einladungen wird die Gerechtigkeitsgasse 15 jeweils noch mit «Haus Galerie Ammann» charakterisiert. Auf Ende 1965 wird Zürcher von seinem Untermieter Raoul Serda, der ein Schauspielstudio mietet, ausgetrickst. Serda schliesst seinerseits mit dem Hausmeister einen Mitervertrag ab. Auf Serdas Angebot, als sein Untermieter im Keller zu bleiben, geht Zürcher offenbar nicht ein (K E/422).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: K E/379 (eingelegt : "Tages Nachrichten", 29.1.1964); J 37 E/110></Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
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<stichworte>
<ID>211</ID>
<Stichwort>Keller-Poeten</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Manchmal despektierlich gemeinte Bezeichnung für die Aktivisten um die Junkere 37: «Hier "experimentieren" umstrittene "Keller-Poeten" in ihrem "literarischen Labor" an ihrer "Polit-Lyrik"» (Sonntags-Illustrierte der Neuen Berner Zeitung, 3./4.9.1966, in: J 37 Dokumente).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Keller-Poeten»; J 37 E/71, E/109, E/112; J 37 G II (105. Abend: Walther Kauer)</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>212</ID>
<Stichwort>Kellerkino</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Am 4. November 1970 an der Kramgasse 26 in einem umgebauten Weinkeller eröffnet (Heinrich und Therese Scherer [bis 1976], Hanspeter und Susanna Walker [bis 1975]) mit «Krawall» (Jürg Hassler), 53 Plätze, täglich zwei Vorstellungen (Nachtvorstellungen Freitag und Samstag). Nach Scherer und Walker leiten nacheinander Kathrin Simonett, Rosmarie Jenni, Barbara Wallamrk und seit 1988 Veronika Minder das K.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kellerkino»; Dickerhof/Giger 1976, 161f; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [43]</Quellen>
<Sparte>Film</Sparte>
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<stichworte>
<ID>213</ID>
<Stichwort>Kellertheater, Existentialistenkeller</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Neben den öffentlich angezeigten kulturellen Anlässen ( Kleintheater) wurden diese «Existentialistenkeller» auch laufend für Feste gebraucht, die bis zum Morgen dauerten. Lämpen mit der Sittenpolizei und wegen unerlaubten Wirtens waren die Folgen. Kramgasse 6 («L araignée») ab 1951, danach auch Kramgasse 4 oder 8 (Wanger).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>«Walter Zürcher Verlag» 026 Walter Zürcher 01, Pt. 2; 029 Cortesi 01, 7; 054 Wanger 01</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
</stichworte>
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<ID>214</ID>
<Stichwort>Kerzen Kreis, Kerzenkreis</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Korrekte Schreibweise: «Kerzenkreis». Auf den 16. März 1955 erste Einladung Fritz Jean Begerts in den Lesesaal des «Wilden Mannes», angekündigt als «Fortsetzung des vor Jahren von F. J. Begert im Hotel Falken in Thun gegründeten Stammlokals der Kunstgesellschaft Thun» (K E/1; K E/200 [eingelegt]). Gedacht ist der K. als «freie Akademie» (K E/3); ein Aufruf zur Bildung von Untergruppen, wiederholt diesen Anspruch (K E/100; K E/104) nach einem intensiven «Kulturweben», dem «Aufkeimen von einem neuen Lebensgefühl» (K E/121). Diskussion einer kulturpolitischen Partei (026 Walter Zürcher 07, 4; 16.5.1956). 1957 beginnt «die Reihe von sich oft amöbenhaft spaltenden (und gelegentlich wieder zusammenfindenden) "Kreisen"» (Golowin); Spaltung Kerzenkreis/Tägelleist; was im K. zu einer Identitätssuche führt: Zickzackkurs zwischen panidealistischen beelfussungen und antikommunistischer Manipulation ( SOI). Bis 1966 434 Veranstaltungen (die ersten 66 von Begert organisiert, danach Walter Zürcher; laut Zürcher mündl. Übergabe zwischen dem 63. und dem 70. Abend; 4.4.1956); durchschnittlich 30 BesucherInnen. Der K. funktioniert ohne Statuten, Vorstand und ohne gesicherte finanzielle Basis (mittels Kollekten und Spenden). Finanzielle Situation: K E/141 (über 100 TeilnehmerInnen); K E/198; K E/252 (Versand geht an 200 Personen); K E/269 ([eingelegt]; Versand geht an 240 Personen); K E/307 (Versand geht an 250 Personen). Wechselnde Treffpunkte in der Unteren Stadt. Einschätzung der Wirkung des K. siehe Walter Zürcher, in: Graf/Graf [19]. «Schöpferische Pause»: Nachdem die Abende, abgesehen von einer Sommerpause 1960, bis April 1961 ununterbrochen wöchentlich durchgezogen worden sind, gibt es von Mai-September 1961 eine Pause (K E/330-333). Danach treten im Sommer und Winter jeweils längere Unterbrüche auf; 1966 noch ungefähr monatlich. Insgesamt 447 Veranstaltung nach Zählung fl. (vgl Fichen, sowie 046 ad. Kerzenkreis 01).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: K E/1-434; K G 1-6 (Veranstaltungen 1-355); «Kerzenkreis Dokumente» (Chronologie und ReferentInnen aus Archiv Bettina Zürcher/Adeyemi); 046 ad. Kerzenkreis 01 (Zählung/Untergruppen); «Sinwel» (darin: "Sinwel" 1/58, 2 [Spaltung K./Tägelleist]); «Das Podium» (Podium vs. Kerzenkreis); «Balmer» (Interview 7, 17); «Haas» (Interview 2+23 [K. als halbspiritistischer Club], 8, 11 [antikommunistische Welle im K.], 22); «Niederer» (Interview); «Pfister» (Interview); sinwel 1/58, 2; «von Steiger» (Interview 1f [K.: Begriff], 2+4 [Spaltung K/Tägelleist], 5f, 9); J 37 Dokumente (Brückenbauer, 20.1.1967) 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 9; 06 (Spaltung K./Tägelleist: «Magisches Treffen»); 08 (Spaltung K./Tägelleist); 021 Bettina Zürcher 01/3; 026 Walter Zürcher 02, 6f (Gründung), 7f (der Name "K."); 07 (Spaltung K./Tägelleist); 028 Golowin 05 (Vorgeschichte); 036 ad. Begert/08 Gafner 01; 038 Baumgartner 01, 3f, 5f (Spaltung K./Tägelleist), 7 (Radio-Episode); 040 Niederhauser/Waldvogel 01, 5f (K. im «Podium»), 7f (Podium-Intrige); 042 Jean Richard 03, Pt. 2 (Spaltung K./Tägelleist); 04, Pt. 1; 053 Eggenberg 1,01f (Spaltung K./Tägelleist: Neid auf Begert); 076 Steiner 02, 3 (gespaltenes Verhältnis); 3 (dito), 7 + 8 Betts 1978, 119; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 180f; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [15ff, Walter Zürcher: Kerzenkreis apero], [32, Golowin]; Marti 1990, 80></Quellen>
<Sparte>Szene, Diskussion</Sparte>
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<ID>215</ID>
<Stichwort>Kirche</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebärdet sich die bernische Kirche konservativ-dogmatisch und grenzt sich z. B. 1934 gegen folgende «unevangelische Lehren» ab: Gnostische Irrlehren: Anthroposophie, Christian Science; perfektionistische Irrlehren: Bergerianer, Pfingstbewegung, Neuapostolen, Mormonen; chiliastische Irrlehren: Adventisten, Zeugen Jehovas (Widmer 1992, 231). Laut 033 Däpp 01, 4 spielen die nonkonformistischen Kirchenleute im Übergang von Nonkonformismus zur Neuen Linken im Kanton Bern eine bedeutende Rolle: Arbeitsgemeinschaft Kritische Kirche (Hektor Leibundgut, Bänz Schär, Hans Schmocker, Martin Stähli u.a.). Neben dieser Struktur der neuen Linken sind nach Schär wichtig die in der nonkonformistischen bewegung engagierten Pfarrer, allesamt Barthianer («Bathisanen»): Theo Brüggemann, Fred Fankhauser, Walter Lüthi, Kurt Marti, Hans Schädelin u.a. Marti: «Barth hat natürlich schon inspirierend gewirkt auf die ganze politisch-kritische Bewegung in der Kirche. Neben den religiös Sozialen.»</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kirche»; 001 Marti 04 (Marti/Schär), 1 9, 6f (Barthianismus; Barthianismus Nonkonformismus); 033 Däpp 01, 4, 6 (Gott-ist-tot-Theologie) Widmer 1992 (darin Karl Barth vs. Martin Werner vs. Friedrich Eymann: 38, 135ff, 153-198)</Quellen>
<Sparte>Institution</Sparte>
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<ID>216</ID>
<Stichwort>Klein-Theater</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Seit den 50er Jahren wird Bern «die Stadt mit den meisten Kleintheatern und Kleinbühnen» (Stirnemann). Bereits Mitte der 30er Jahre wird die «Junge Bühne» (Leitung Max Röthlisberger) aktiv (Neuenschwander), resp. «Volksspielgruppe, einer Wanderbühne von Studenten», bereits 1926/27 («Begert», darin: «Autobiografie», 8). Ab Sommer 1949 Theater der untern Stadt (anschliessend: Theater Arlequin, ca. 1960/61); ab 16. November 1951 Ateliertheater; ab Silvester 1953 Kleintheater Kramgasse 6; ab Sommer 1958 Die Rampe innerhalb des Kleintheaters Kramgasse 6; ab November 1958 Studio 20 Amtshausgasse/Zimmertheater Studio 20/ Studio 21 Theater am Zytglogge; ab April 1961 Die Rampe selbständig; ab Februar 1970 Theater im Zähringer (Zähringer Refugium); 2.11.1970 Studio am Montag (ohne eigene Bühne; zuerst Kleintheater Kramgasse 6, dann Zähringer Refugium, dann wechselnd); ab 1978 Theater 1230. 1974 verfasst Bernhard Stirnemann im Auftrag der Stadt einen umfassenden Bericht über die Kulturszene Bern.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Theater-Szene allg.»; «Kleintheater»; 015 Hohler 02/3; 016 Ammann 02/13 Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 164-176 (Stirnemann); Loosli/de Quervain 1983, 38f; Stirnemann 1974</Quellen>
<Sparte>Kulturraum, Theater</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>217</ID>
<Stichwort>Klein-Theater Kramgasse 6, Tribünchen</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eigentlich: Kleintheater Kramgasse 6; später Kleintheater Bern. Seit 1951 wird der Keller als Existentialistenkeller «L araignée» betrieben. Zuerst von Robert Senn geführtes Kellertheater an der Kramgasse 6 (nach Senns Abgang Leitung Bernhard Stirnemann [Jörg Zoller, mündlich, 1.11.1994], Thomas Nyffeler und Paul Roland). Seit dem Frühsommer 1953 diskutiert, am 31.12.1953 mit einem Programm des Cabaret Muusefalle eröffnet; massgebliche Hilfe von Walter Vögeli. Laut Baumgartner von Senns Freundin Edmée Angst finanziert. Ab Herbst 1956 tritt hier für einige Zeit das «Tribünchen» auf, eine Formation von 4 Mitgliedern des Städtebundtheaters Biel-Solothurn. Am 5.1.1956 Einmann-Cabarett von Harald Szeemann. Am 21.6.1956 inszeniert Daniel Spoerri Ionesco («Cantatrice chauve»); am 29.11.1956 Picasso («Les désirs pris par la queue»; 29.11.1956); Anfang Juli 1957 Tardieu und erneut Ionesco. Juni 1958: Experimentierbühne «Die Rampe» unter Leitung von Bernhard Stirnemann (K E/182). 1960 führt im Vorraum/Galerie Christian Megert Ausstellungen durch. 1964: Käsekellerprojekt der schweizerischen Käseunion; Stirnemanns Aktion «Käse statt Kultur» rettet das Theater. Im K. werde «zwar modernes Theater gespielt, aber eigentlich wenig experimentiert» (Eichenberger). In der zweiten Hälfte der 60er Jahre wird Norbert Klassen wichtig für das K. (unter anderem als Beckmann in Borcherts «Draussen vor der Tür», dem grössten Publikumserfolg jener Jahre); sowie Silvia Jost. 1966: Arnold Schwengeler: Nacht über Ajax; 1967: Peter Handke: Publikumsbeschimpfung.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kleintheater Kramgasse 6»; 025 Megert 01, 1; 038 Baumgartner 01, 3 Baumgartner 1984, 258, 260f, 270; Bisinger [Hrsg.] 1972, 127f; Bucher 1990, 43; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 39, 40, 168ff; Eichenberger [1970], 42ff; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [34-37: Robert Senn: Kleintheater Kramgasse 6 ein Bericht]; Stirnemann 1974 Linie 6/1964, 18 (Rolf Mühlemann: Käse contra Kunst. Der Fall klein-theater Kramgasse 6, Bern)</Quellen>
<Sparte>Theater, Kulturraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>218</ID>
<Stichwort>Kleines rotes Schülerbuch</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Publikation, die auf freie Art Sexualaufklärung für Jugendliche betreibt und zu massiven Reaktionen des Bürgertums führt. Der Berner Schuldirektor Sutermeister zum Beispiel meint, es handle sich dabei um «kommunistische» Zersetzungsarbeit, die «die westliche Jugend sturmreif» machen solle.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>"focus" 10/1970, 44; 12/1970, 10ff (Porno und Staatsschutz)></Quellen>
<Sparte>Sexualität, Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>219</ID>
<Stichwort>Knastkampf, Gefängnisreform</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Knast» Gerber 1968; Kauer 1968; Marti 1965, 12</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>220</ID>
<Stichwort>Kommunen allg.</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Herzog 1972</Quellen>
<Sparte>Szene, Wohnen</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>221</ID>
<Stichwort>Kommunistische Partei der Schweiz KPS</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>a) schweizerische Stalinisten bis zum Verbot der KPS 1941 [?]. Nachfolgeorganisation wird nach dem 2. Weltkrieg die Partei derArbeit (PdA).
b) neulinke Organisation nach 1968, die einen eher konservativen Maoismus vertrat (für die Armee, für die AKW s, wenn sie von den richtigen Leuten kontrolliert würden etc.) (nach Franz Stöckli, mündlich, 14.8.1999)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Organisation</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>222</ID>
<Stichwort>Konkrete Kunst</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In der Schweiz massgeblich von den Zürcher Konkreten um Max Bill und später um die "spirale" vertretene Kunstrichtung, die in den 50er in Opposition zum Tachismus steht. Zur k. K. wird der Konstruktivismus gezählt; daraus hervorgehende Strömungen sind «experimentelle Kunst», «Kinetik», «Neue Realitäten», «Neue Tendenzen». Bis zur documenta 1959 ( 01.7.1959) ohne grosse Öffentlichkeit (ausser: Galerie 33). Mit Szeemann an der Kunsthalle wird Konstruktivismus «sauber und solide» jedoch in den 60er Jahren schnell neben der Eisenplastik zur eigentlichen nachholdlerischen Nationalkunst und zum Qualitätsexportartikel» (Baumgartner, 263); «die am ehesten als typisch schweizerische Schöpfung angesehene Kunst der Konstruktiv-Konkrete» (Kunstforum).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Konkrete Kunst»; 025 Megert 01, 11 (Konstruktivismus vs. Tachismus in Bern; Berner Konstruktivismus) Baumgartner 1984, 65 (Nouveaux Réalistes/ Tachismus vs. Konstruktivismus nach 1960), 263; Bucher 1990, 12-25, 102, 155, 156 (Instrumentalisierung der Kunst als «Mittel zur Umweltgestaltung»); Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 6f (Neue Tendenzen), 9 (Nouveaux Réalistes), 22 (Zero vs. Tachismus), 24f-26 (Technikbegeisterung, reine Formen; «Eigentlich sollte es das Bild gar nicht geben»); Kunstforum 1983/63/64, 6</Quellen>
<Sparte>Kunst, Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>223</ID>
<Stichwort>Konkrete Poesie</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Konstellation «ciudad» in der ersten Nummer der spirale im April 1953 bedeutet «für die Gruppe der konkreten Poeten Gomringerscher Prägung die erste öffentliche Manifestation der k. P» (Bucher 68). Das "neue forum darmstädter blätter für theater und kunst" (Claus Bremer) bringt 1958, die "spirale" Nr. 8 (Eugen Gomringer) 1960 eine internationalistische «Kleine Anthologie der Konkreten Poesie» (Bremer 33; Bucher 114). In der Berner Kunsthalle finden zwei von Anastasia Bitzos organisierte Aktionsabende mit k. P. statt (vgl. 26.5. und 9.9.1966 sowie 29.2.1968). Siehe auch > Hans Mühlethaler.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>«konkrete Poesie» (darin: Bund, 28./29.5.1966) Bremer 1983, v.a. 21, 30f (K. P. als «poetische Antwort auf den Faschismus in der Kunst»; «Demokratisierung der Poesie»), 31f (Impulse für k. P. von mehreren Schweizern), 33 (Anthologie), 43 (Kritik an der k. P.), 45 (Spaltung der Szene 1967); Bucher 1990, 68, 114, 146ff; Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 27, 29, 30 (1969: The First Environmental Poetic group of the World)</Quellen>
<Sparte>Literatur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>224</ID>
<Stichwort>Kornhauskeller</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Jazzkonzerte, u.a. regelmässige Auftritte der Red Hot Peppers in den frühen 70er Jahren.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Veranstaltungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>225</ID>
<Stichwort>Kreis</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Privat betriebene Salons als wichtiger Veranstaltungsort eines nicht-öffentlichen bürgerlichen Kulturbetriebs, «der erst mit dem Aufkommen neuer Formen der öffentlichen Kommunikation nach dem zweiten Weltkrieg verschwand». Der Kreis von Rosenbaum/Valagin in Zürich; der psychologische Klub von C.G. Jung (K E/181 [eingelegt]); Welti-Kreis; Wassmer-Kreis; Haller-Kreis (K E/28); Alder-Kreis; Gattiker-Kreis; «L argeignée»; «Parties und Cercles in Wohnungen und Privathäusern wohlhabender älterer Homosexueller» (Walser), die panidealistischen Kreise von Bern und Zürich; Martins Notker-Kreis in St. Gallen (K E/95); die Aktivitäten in den Privat-Kellern der Altstadt Bern (Eichenberger). Anthroposophische Kreise (Seitenangaben: Widmer 1992): collegium musicum und philosophicum Eggiwil (78ff); Oberhasli (101), «Faust-Kreis» in Herzogenbuchsee (249); im Söller von Fueter an der Kramgasse habe es eine Diskussionszirkel gegeben vor dem kerzenkreis (Walter Zürcher, 10.8.1992, 3) Kerzenkreis als paraöffentlicher Kreis. «Eigenartige Lebensstile werden kaum je an Schreibtischen ersonnen, sondern erstehen meistens in kleinen Kreisen von Menschen, die sich auf Grund ähnlicher Neigungen finden und zusammenschliessen. Aus gegenseitiger Anregung und Ermutigung erstehen neue Grundsätze, die dann in begrenzter Gemeinschaft oft sehr lange geübt werden» (Golowin 1964) Ein anderer Aspekt des K.es: Er kann als «gesellschaftliche Seilschaft» zur Durchsetzung eines Projekts dienen: vgl. Gomringer/"Noigandres"-Gruppe 1955 an der Hochschule für Gestaltung in Ulm: Sie definieren und lancieren als K. die Konkrete Poesie (Bucher 1990, 150). Auch Golowin lanciert seine Kreise immer im Dienst eines Projekts, das er so öffentlich zu machen hofft. Der simulierte Kreis in der Kunstszene: vgl. Megert; ad. "Gruppe 66": «Sie haben einander künstlerisch und persönlich in unterschiedlichem Grad nahegestanden, ohne allerdings eine Künstlergruppe im engeren Sinn zu bilden» (Kunsthalle 1987, 6, 12, 13, 23); möglicher Grund: Kunstmarkt. Aber auch: «Um eine Gruppe im strengen Sinn hat es sich aber nie gehandelt» (Hohler 1992, 65 + 67 ad. Troubadours). Der Begriff wird auch nach 1968 noch gebraucht: Arbeitskreis Kritische Kirche.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 01, 9f; «Schwule» (Walser 1991, 38) Baumgartner 1984, 146 (Welti-K.), 148f (Wassmer-K.); Eichenberger [1970], 89ff; Golowin 1964, 67; Golowin [1981]/1989, 276; Kamber 1990, 110, 181ff</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>226</ID>
<Stichwort>Kultur</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Das kulturelle Selbstverständnis in den verschiedenen Szenen zwischen 1950 und 1970: «Vom Kunstbetrieb zum Lebensgefühl» (Golowin); Kultur vs. Subkultur (Lauener); «Spaltung zwischen "Untergrund und "Neue Linke" seit ca. 1968» (Polemos); «längst fällige Kulturrevolution» («Golowin», darin G. in "neutralität" 6/68); «Kultur ist ein Alibi des Imperialismus» (Godard/Hilty in: neutralität 1/2/69 [«Hilty»]). 1969 erscheint der «Bericht für Fragen einer schweizerischen Kulturpolitik» (Clottu-Bericht).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kultur» (ad. Gründung "Gewerkschaft Kultur"); «Kultur/Begriff (Bern)» (der Begriff 1985-1990); «Polemos» (Mai 1970, 6); 024 Lauener 01, Pt 7 + Nachtrag Betts 1978, 120; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 174, 180f Golowin), 211 (Lischka)></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>227</ID>
<Stichwort>Kulturpolitisches Forum Burgdorf</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Heinz Däpp und anderen ungefähr im Sommer 1967 gegründeter Diskussionszirkel (siehe NONk 2, Abschnitt 136). Zweitgründung 1977 von Däpps Ex-Frau Beatrice (für ca. fünf Jahre).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 048 Schwander 01, 2</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>228</ID>
<Stichwort>Kulturpolitisches Podium Bern</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>kurz: KPB; von Hans Stamm am 24.8.1968 in Lenzburg vorgestellt. Richtlinien: «Förderung der echt progressiven Gesinnung ( ), Forderung nach gleich intensiver Berücksichtigung folgender Faktoren: Recht, Wirtschaft, Politik, Kultur, Biologie; Stärkung des eigenen Gewissens und der autonomen Denkfähigkeit als Antipode und Korrektiv zur vielfach meinungsmanipulierten Information von Presse, Radio und Fernsehen; Behandlung auch nichtkonformer Lebens- und Wissensgebiete.»</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Lenzburg 1968»; «1. Berner Kunstemporium», «REM» Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1973, 180f</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>229</ID>
<Stichwort>Kunst-Nachrichten</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eine von Peter F. Althaus herausgegebene Zeitschrift (Urs Graf mündl., 11.5.92).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>230</ID>
<Stichwort>Kunstausschuss</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Der Kunstausschuss der Stadt Bern fördert im Auftrag des Gemeinderates seit 1932 die bildende Kunst. 1965 wird die Kunstförderung reformiert und die Berner Galerie initiiert.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Verwaltungsbericht 1965, 311f</Quellen>
<Sparte>Kunst, Kunstförderung</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>231</ID>
<Stichwort>Kunstkabinett Bern, Galerie</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eigentlich: «rené simmen s kunstkabinett bern», von November 1950 und Ende Juni1952 Ausstellungsraum in Simmens Privatwohnung an der Schwarztorstrasse 7, 5. Stock (Tel. 2 57 28). «Ich habe damals die erste moderne Galerie gehabt» (Simmen mündl., 16.7.1992). «Treffpunkt und teilweise Zentrum der damals progressiven Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Theaterleute, Musiker wie auch Museumsleute und Kunstsammler» (Simmen). Ausgestellt werden junge und arrivierte Berner Künstler; wichtig ist auch die Ausstellung der Zürcher "Allianz"-Gruppe ( 3.2.1951). Schliessung wegen «Verschuldung und der grauenhaft spiessbürgerlich eingefahrenen "Kunstkritik" der Bundeshauptstadt» [Golowin]); nach Simmens Darstellung allerdings, weil er den Zirkus INTAR machen will. Ein «Vorbild für jeden Ausserseiter-Kulturbetrieb» (Golowin).  Fälschlicherweise behaupten Golowin (und jene, die ihn zitieren) ihr Bestehen ab 1948, vgl. Baumgartner 1984, 244; Bisinger [Hrsg.]1972, 122; Bucher 1990, 42; Dickerhof/Giger 1976 [Hrsg.]. 63; Graf/Graf [Hrsg. 1973, [30]; Kunstmuseum Bern [Hrsg.] 1989, 26; Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [15].></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kunstkabinett Bern»; J 37 E/58 Baumgartner 1984, 244; Bisinger [Hrsg.] 1972, 122f; Bucher 1990, 42; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 34 (Gomringer), 63 (Golowin); Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [3f, Simmen], [30, Golowin], Kunstmuseum Bern [Hrsg.] 1989, 22, 26; Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [15]</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>232</ID>
<Stichwort>Kunstkeller</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ein seit den 60er Jahren an der Gerechtigkeitsgasse existierender Ausstellungsraum; Leiterin: Dorothe Freiburghaus. Ausstellungsort der Gruppe um Ziegelmüller (Bergmann, Gebrüder Müller). «der K. war damals ein wenig die Opposition gegen die Kunsthalle von Harry Szeemann.» (Baumgartner)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 038 Baumgartner 01, 5</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>233</ID>
<Stichwort>Kunstmafia</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Kunstszene in den 50er und vor allem dann zunehmend in den 60er Jahren war zunehmend gespalten. Ökonomische Interessenlagen wurden überdeckt durch inhaltliche Unvereinbarkeiten. Die einen, die den andern im Weg standen, wurden zur «Kunstmafia». Gesucht sind Bruchstellen, Frontverläufe.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 011 Zürcher 02, Pt. 4 (die Modernisten als Mafia vs. Gertsch); 025 Megert 01, 7f (GSAMBA-Mafia und Sezession) Ammann/Szeemann [Hrsg.] 1970, 5 (Kunsthalle: «Absicherung gegenüber allzu Provinziellem»); Baumann 1992, 12f (Zwez: Fauenfeindlichkeit); Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 28 (Bitzos: «Es gab wohl ein gewisses Diktat der modernen Strömung», es habe «zwei Lager» gegeben)</Quellen>
<Sparte>Kunst</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>234</ID>
<Stichwort>Kunstszene der 50er Jahre</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Zu diesem Kreis gehören in erster Linie Maler und Bildhauer: Kreis um die "spirale", Galerie 33 etc. Belegstellen, die das Selbstverständnis dieser Szene dokumentieren. Ueli Baumgartner: «der heutige Kunstbetrieb hat eine neue privilegierte Kaste hervorgebracht: Die Spiessbohèmiens.» (1960)></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «SINWEL/Botti/Berner Versuche» (darin "SINWEL" 11: Einige Notizen aus dem Merkbüchlein des Georges Ghaby Hay); «Haas» (Interview 1, 23); «v. Steiger» (Interview 7, 17) Zürcher 1920 073 Lehner 02, 6></Quellen>
<Sparte>Kunst, Szene, Avantgarde</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>235</ID>
<Stichwort>KUSS</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Kritische Untergrund-Schule der [für die] Schweiz» («Kritische Universität der Schweizerischen Subkultur»/ «Kritische Univerität Suspekter Schweizer»): Ein Vernetzungsversuch des schweizerischen Untergrunds Anfang 1969. K.U.S.S. soll Bestandteil einer «allgemeinen und volkstümlichen Bewusstseinsbildung» sein, getragen von «aktiven Mitgliedern von Alternativ-Gruppen». Ab 18.2.1969 lädt die Junkere 37 auch im Namen von KUSS ein (J 37 E/226-233). Anfang 1970 initiieren Hans Stamm und Manfred Wettler die «Fachgruppe für Ideologie-Kritik» (FIK-KUSS)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kalter Krieg» (Christen 1972 I); ..«KUSS»; J 37 E 226/233</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>236</ID>
<Stichwort>L areignée Kramgasse 6, Existentialistenkeller</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Existentialistenkeller» von Gymnasiasten des Jahrgangs 1933 an der Kramgasse 6 zwischen 1950/51 bis (Frühling ?) 1953. Gründungsmitglied: Francis Wanger.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>054 Wanger 1-3</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>237</ID>
<Stichwort>Landesring der Unabhängigen, LdU</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In der zweiten Hälfte der 60er Jahre treten verschiedene Nonkonformisten den Landesring bei: Max Bill, Roman Brodmann, Sergius Golowin, Alfred Rasser, Luzius Theiler, Pierre Hänni. Belegstellen, die ihre Argumentationen für diese Partei dokumentieren.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Landesring» Cortesi 1968, 8f, 14, 19, 24; Küng 1988, 87</Quellen>
<Sparte>Partei, Politik</Sparte>
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<stichworte>
<ID>238</ID>
<Stichwort>Langnau</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1954: Strafprozess gegen Männer aus dem Homosexuellenmilieu (Walser). Trachsel und Eggimann initiieren in L. politische Gottesdienste, die ab 1962 auch in Bern praktiziert werden.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schwule» (Walser 1991, 33f)</Quellen>
<Sparte>Kulturpolitik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>239</ID>
<Stichwort>Lehrer, Pfarrer, Beamte, Journalisten, Ärzte, Schriftsteller</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Mittelständische Opposition: Ein Charakteristikum der nonkonformistischen Opposition war, dass sie massgeblich von beamteten Staatsangestellten (Lehrern, Pfarrern, Beamten und Presseleuten) vorgetragen wurde, was wiederum auf die Grenzen ihrer Radikalität verweist (was in den 70er und 80er Jahren nicht mehr der Fall war). Wichtig der Jurakonflikt, der in den 60er Jahren zu «Ausmerzaktionen» geführt habe: «Die Reihe jener Lehrer, Beamten, Pfarrer und Behördemitglieder, die wegen ihrer jurapolitischen Gesinnung aus Amt und Würden vertrieben wurden, ist lang» (Däpp, in: Däpp et al. [Hrsg.] 1986, 135f) Hier lediglich Namen: Quellenangaben siehe unter den einzelnen Personennamen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Lehrer: Pierre Annen, Fritz Jean Begert, Peter J. Betts, Hans Ulrich Christen, Cabaret Schifertafele, Ernst Eggimann, Ruedi Krebs, Pole Lehmann, René Neuenschwander, Hugo Ramseyer, Robert und Ulrich Seiler, Bernhard Stirnemann, Fritz Widmer, Arthur Villard, Zeno Zürcher
Pfarrer: Hanspeter Koch, Theo Krummenacher, Hektor Leibundgut, Kurt Marti, Heinz E. Rothenbühler, Hans (Tschönu) Schmocker, Martin Stähli
Beamte: Mani Matter
Journalisten: Mario Cortesi, Heinz Däpp, Frank A. Meyer, Marcel Schwander
Ärzte: Walter Vogt</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>240</ID>
<Stichwort>Lehrerausbildungsgesetz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eigentlich: «Gesetz über die Ausbildung der Lehrer und Lehrerinnen». Kommt am 17.4.1966 zur Abstimmung und wird mit 38 192 Ja gegen 31 618 Nein angenommen (leer und ungültig 2857).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Tagblatt des Grossen Rates 1966</Quellen>
<Sparte>Politik, Abstimmung</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>241</ID>
<Stichwort>Lesben</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Wo trafen sich die Lesben in Bern zwischen 1950 und 1970? Wo und wie lebten sie ihre Kultur? Wie funktionierte die öffentliche Ausgrenzung und Diskriminierung?</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schwule» (Walser 1991, 35f)</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>242</ID>
<Stichwort>Liga für Menschenrechte</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Berner Sektion der Liga für Menschenrechte besteht u.a. aus Barbara und Bruno Gurtner, eine Struktur der neuen Linken, die später in die POCH Bern überging.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Liga 1971: 50 Wohnungen in der Berner Altstadt [Archiv fl.]</Quellen>
<Sparte>Organisation</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>243</ID>
<Stichwort>links</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Zeitgenössische Definitionen des Begriffs. «Wenn Links Opposition bedeutet, kann ich nur sagen: Hoffentlich stimmt s! Wenn man unter Links aber eine Bejahung des Kommunismus versteht, wie er in gewissen Oststaaten praktiziert wird, dann sage ich nein. Ein ernst zu nehmender Schridtsteller kann sich nicht dem totalitären Denken verschreiben.» (Sergius Golowin)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Golowin in: Beat Allenbach: Dichtung in der "Junkere 37". Polit-Lyrik gewachsen im bedächtigen Bern (eingelegt in J 37 E/133ff) 077 Baviera 01,7 (die Linke und ihr instrumentelles Verhältnis zur Kunst)></Quellen>
<Sparte>theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>244</ID>
<Stichwort>Literarische Gesellschaft Biel</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1942 nach dem Vorbild des im Herbst 1941 aufgelösten Lesezirkels Hottingen ins Leben gerufen. Auffallend die zeitlichen und inhaltlichen Parallelen zur Gründungsgeschichte des Berner Schriftstellerverens. Ab den frühen 50er Jahren werden auch hier die jungen Autoren aktiv (Moser, 288). Auch hier führen unterschiedliche Auffassungen Mitte der 60er Jahre zu einem Eklat und Generationenwechsel (Moser, 290). Auch hier droht der der Aufbruch zu versanden.
Zwischen 1976 und 1989 organisiert sie die Bieler Literaturtage.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Mettauer u.a. [Hrsg.] 1998; darin Samuel Moser: Ein Indianerstamm in einer Goldgräberstadt. Die Literarische Gesellschaft Biel, S. 284-293</Quellen>
<Sparte>Literatur, Szene</Sparte>
</stichworte>
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<ID>245</ID>
<Stichwort>Literarische Stunden am Kaminfeuer; Lyceum-Club; BSV</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In den Räumlichkeiten des Lyceum-Clubs (Theaterplatz 7 im Haus Café du Théâtre, 2. Stock) veranstaltet der Berner Schriftsteller-Verein spätestens ab 26.1.1952 (ev. bereits ab 1948: K E/264) Lesungen, ab 6.11.1952 finden dort, angeregt von Magda Neuweiler und Bertie Biedermann, unter Mitarbeit des BSV «Literarische und musikalische Stunden am Kaminfeuer» statt. Zweck: «Förderung und Bekanntmachung junger oder noch wenig bekannter Autoren» (K E/264). Anlässlich der GV des BSV 1956 meldet die SPK am 12.3.1956, die Kaminfeuerstunden seien jetzt «einer Gruppe junger Schriftsteller übertragen» worden (es handelt sich v. a. um Sergius Golowin; Manfred Gsteiger und Peter Lehner); Golowin datiert diesen Wechsel auf 1955 (Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [17]). Dadurch werden die Veranstaltungen zunehmend wichtig für die jungen AutorInnen Berns (z. B. für die Arena FIERTAS). Eine gegen Schluss «immer mehr in Happenings "ausartende" einzigartige Einrichtung, [die] durch einen eingeschriebenen Brief der Leitung ihren Abschluss fand» (Golowin). Aktivisten sind auch Sergius Golowin, Manfred Gsteiger und Peter Lehner. Hier finden zum Teil auch die Hauskonzerte Gattiker und eine zeitlang die Treffen des Kerzenkreises statt. Zu Beginn des Jahres 1947 gibt es noch einen «Saal des Lizeumklub Bern» an der Amthausgasse 5 (BSV S R/1).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «BSV» (eingelegt: «Lyceum-Club» [darin: erste Veranstaltung: "Bund, 6.11.1952]); «Haas» (Interview 10) 011 Zürcher 03/Pt. 6; 016 Ammann 02/10; 024 Lauener 01, Pt. 1 + 6; 028 Golowin 07; 053 Eggenberg 01, 1, 5f; 073 Lehner 02, 3 (Eclat am Ende); 075 Eggimann 02, 1 (Eclat am Ende); 076 Steiner 02, 3 (gespaltenes Verhältnis), 7 Erpf/Traber [Hrsg.] 1989, 323; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [32, Golowin]; Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [17]; Lehner 1972, 24></Quellen>
<Sparte>VeranstaltungsraumLiteratur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>246</ID>
<Stichwort>Literaturförderung, Literarische Kommission</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Bis 1968 hat der Berner Schriftstellerverein bei der städtischen und der kantonalen Litereaturförderung «das unmittelbare Mitwirkungsrecht» (Rothenbühler, 330).
Aufgrund einer Verordnung ( 1.11.1969) eingesetzte, den Gesamtgemeinderat beratende Kommission, dessen erster Vorsitzender Gerhart Schürch wird; Sekretär: Guido Schmezer.
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Verwaltungsbericht 1969, 310 Zur Literaturförderung allgemein: Daniel Rothenbühler: Von der Literaturbelohnung zur Literaturförderung. Städtische und kantonale Literaturförderung von 1940 bis heute, in: Mettauer u.a. [Hrsg.] 1998, 328ff.</Quellen>
<Sparte>Literatur, Literaturförderung</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>247</ID>
<Stichwort>Literaturkommission Stadt und Kanton</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 076 Steiner 02, 8f (St. als Mitglied)</Quellen>
<Sparte>Literatur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>248</ID>
<Stichwort>Living Theatre</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Vermutlich zuerst von Harald Szeemann nach Bern gebrachte amerikanisches Theater, das insgesamt zweimal in Bern gastiert (1. Auftritt: 01.3.1967 im «National», 2. Auftritt: ? im Stadttheater). Kurt Marti: «Die haben Theater zelebriert, mit ganzem Körpereinsatz. Es war einfach verrückt; Leichenhaufen dargestellt zum Beispiel. Eigentlich war es anarchistisches Theater.» Löst sich Ende 1969 auf.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Living Theatre» (eingelegt Billeter/Preisig 1968, 1-26; Erika Billeter: Das Living Theatre ist tot», "WW", 24.10.1969); 001 Marti 04 (Marti/Schär), 8 Gwerder 1998, 212 (Beck regt Hotcha! an); 225ff></Quellen>
<Sparte>Theater</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>249</ID>
<Stichwort>Lukianos</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Hans Erpf ab 1966 betriebener Verlag, den er nach Streit mit der Geschäftsleitung im Spätherbst 1970 verlässt. 1971 Konkurs.

Sitz am Hirschengraben im gleichen Haus wie kandelaber (Romagosa, 17.6.1992) (?).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Lukianos»; «Verlage»; 016 Ammann 02/5; 035 Erpf 01, 2ff, 4f</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>250</ID>
<Stichwort>Mahogany Hall</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 187</Quellen>
<Sparte>Veranstaltungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>251</ID>
<Stichwort>Malschule von Mühlenen</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ab 1940 von Max von Mühlenen betriebene, in Bern lange Zeit einzige private Malschule im obersten Stock des Kornhauses (Nordlicht). Schüler u.a. Greti Arni, Vreni Bähler-Stein, Rold Dürig, Franz Fedier, Franz Gertsch, Rena Hubacher, Rolf Iseli, Paul Lehmann, Judith Müller, Peter Stein. «Max von Mühlenens weitreichende Bedeutung als Lehrer, aber zugleich auch und nicht minder deutlich Anzeichen einer fatalen Wirkung seines Vorbilds wurden offensichtlich, als Arnold Rüdlinger vom [ ] 21. Mai bis zum 19. Juni 1955 in der Kunsthalle "Junge Berner Künstler" präsentierte» (Baumgartner, 235f).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Baumgartner 1984, 151 (Klee-Tagebucheintrag Nov. 1902: «Abendakt im Kornhaus»), 225 (auch Fotos). 235f (SchülerInnen); Bucher 1990, 38f; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 206; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [15: Peter Stein: Max von Mühlenen in der Berner Nachkriegszeit]; Margret Lehmann (mündl., 5.5.1992)</Quellen>
<Sparte>Kunst</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>252</ID>
<Stichwort>Männerrolle</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 073 Lehner 02, 6 (Rivalitäten in der Kunstszene)</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>253</ID>
<Stichwort>Maoismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Einerseits wird in den 60er Jahren die chinesische Kulturrevolution ernsthaft diskutiert, andererseits wird versucht, die Junkere 37 zu einem maoistisch infiltrierten Keller zu machen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>ad. Junkere: Archiv fl.: «Schwander Martin» (Interpellation Sutermeister, 1966); J 37/157 (eingelegt: Angriff Schwengeler/Bund, 10.11.1967; Briefwechsel Zürcher-Schwengeler); > 20.10.1967; 20.9., 8.11., 29.11., 6.12.1968; Schmid 1976, 197 M. allgemein:></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>254</ID>
<Stichwort>Märengruppe</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Arbeitsgruppe um Sergius Golowin, die seit den frühen 50er Jahren nach «Wegen zum sammeln und Neugestalten der alten Bilderwelt unserer Volkskultur» sucht.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 E/2; J 37 E/5</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>255</ID>
<Stichwort>Medium, Medien</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Einschätzungen der medienpolitischen Situation in den 50er und 60er Jahren. Als nonkonfomistische Medien gelten ab den frühen 60er Jahren: Badener Tagblatt, Burgdorfer Tagblatt, National-Zeitung, Neue Presse, neutralität, Sonntags-Journal, Weltwoche, Zürcher Woche.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl. «Medien allg.» (Däpp ad. Journalismus in den 60er Jahren); «Matter» (Matter 1971, 351)</Quellen>
<Sparte>Politik, Medienpolitik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>256</ID>
<Stichwort>Mitte</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Begriff in der ideologischen Diskussion; Belegstellen seiner Anwendung. Im Zusammenhang mit Hohls Rändern spricht Marti von der «Entmythologisierung der "Mitte"». Die Tägel-Leist-Dichter der «Neuen Mitte» beziehen mit diesem Begriff Stellung in de Auseinandersetzung von Tradition/Reaktion und Fortschritt/Moderne als «vernünftige Mitte» (Lauener).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Lauener 1960 (vor allem Vorwort); Marti 1990/2, 32f</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>257</ID>
<Stichwort>Mittelmässigkeit</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Aussagen, die die letzten 40 Jahre in Bern als kulturelle Verarmung betrachten, ein Absturz in die Mittelmässigkeit, in eine Norm, aus der nicht mehr ausgebrochen werden kann.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Neuenschwander 1960, o. S. (zweitletzte)</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>258</ID>
<Stichwort>Mode, Kleiderzwang, Haare</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Um «nonkonform», suspekt zu sein, genügt es in den 50er und 60er Jahren bereits, durch Äusserlichkeiten (Haare, Kleider) aufzufallen. Anfeindungen, Diskriminierungen oder Schikanen der Polizei sind dann vorprogrammiert. Umgekehrt bekam der Verstoss gegen den Kleiderzwang eine Bürgerschreck-Funktion, die zum Beispiel von den Rockern bewusst eingesetzt wurde. Ein Jenischer wird 1958 von der Polizei einvernommen, nur weil er «Röhrlihosen und dazu passende[n] Schnurrbart» trägt; er habe bei dieser Gelegenheit gemerkt, «dass man sich nicht auffällig machen darf» (Sablonier u.a.). Den Widerspruch zwischen konformem und nonkonformem Auftreten fasst Peter Lehner in einer Zerzählung mit den Begriffen «Krawattenseele» und «Bartgeist».</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.:«Zürcher Walter» (Gespräch mit Beat Hächler 1996, 2: Beizenverbote für Langaarige); 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 1; 013 ad. Gelpke; «Ins» (Neue Berner Zeitung, 8.7.1966); 025 Megert 01, 9; J 37 E/178-181 (eingelegt: Bund 25.4.1968) Golowin 1964, 64f; Gsteiger 1993, 156ff; Lauener 1960 (darin Betts o. S.); Lehner 1975, 77; Matter 1976, 23; Mueller 1976 80ff; Sablonier u.a. 1998, 104, 175f («Eingliederung der Nicht-Konformen»/ Jenischenpolitik zur Abschreckung «arbeitsscheuer» Sesshafter)</Quellen>
<Sparte>Kultur, Hippie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>259</ID>
<Stichwort>modern mundart, Dialekt, Berndeutsch, Umgangssprache</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Bärndütsch rede, das wott säge, der Sach der rächt Name gäh!» (Alfred Fankhauser, vgl. ders.: Die Brüder der Flamme, darin: Nachwort, S. 257). Die Diskussion um die Mundart als literaturfähiger Sprache ist in den 50er und 60er Jahren zentral: Die Geistige-Landesverteidigungs-Prosa der Aktivdienstgeneration wird zunehmend in Frage gestellt durch eine «moderne» Sprachauffassung, die sich auch bei der Arbeit mit dem Dialekt durchzusetzen beginnt.

Bedeutsames Zeichen, dass die Diskussion auch in der Berner Subkultur wichtig ist: bei der Gründung der > Junkere 37 sei hitzig darüber diskutiert worden, ob der Keller «Junkern» oder «Junkere» 37 heissen solle (Nl 011 Zürcher 13). Der Begriff m. m. ist nach Walter Zürcher sein spontaner, unter Zeitdruck entstandener Einfall anlässlich der Titelsetzung von "apero 2": «m. m.» (Dezember 1967). Der Begriff «Mundart» sei damals noch umstritten gewesen (vs. «berndeutsch»); «modern» in beiden Lesarten (engl. für «modern» oder Anspielung auf «modernd») eine Provokation der konventionellen Berndeutsch-Fraktion. Sowohl in den Bereichen Literatur, als auch Chanson wird der berndeutsche Dialekt in den 60er Jahren zusehens wichtiger und wird zur eigentlichen Mode ( Otto von Greyerz: e Ligu Lehm, Bern (Lukianos) 1967). Die m. m. ist nonkonformistische Politlyrik und grenzt sich ab von den konventionelleren Zugängen zur Mundart (z.B. Albert Meyer etc).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl. «modern mundart» (darin ad. Idiotikon, BZ 12.2.1994); 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 5; 015 Hohler 02/14-16; 026 Walter Zürcher 02, 5; 06, 1; 07, 6f; 077 Baviera 01, 3 (deutsche Sprache nach 1945/ wachsende Bedeutung des Dialekts) Baumgartner 1984, 40, 65, 142f; Baur/Fluck 1976 [B] (darin Interviews mit Marti, Eggimann und Burren); Bisinger [Hrsg.] 1972, 130 (Artmanns Einfluss); Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 175, 181-186, 191ff (Roland Rihs: Berndeutsch); Fringeli [Hrsg.] 1972/1981; Frisch 1986 VI, 291f, 511f; Golowin [Hrsg.] 1966 (darin: Hans Rudolf Balmer: Isch Mundart i ihrer Usdrucksfähigkeit begränzt?); Diem/Heilinger [Hrsg.] 1992, 68ff; Golowin 1969/2, 84; Hohler 1973, 63ff (Mani Matter über das Berndeutsche); Hohler 1977, 54f, 61; Hohler 1992, 77ff; Keller H. 1993, 54 («Unsere Mund-Art ist zu froh»), 76f; Loosli/de Quervain 1983, 41 (Betts); Meyer A. 1960/1978; Meyer E. Y. 1977, 83, Muschg 1954, 212f (Gotthelfs «mundartlicher, mündlicher Stil»), 215 («naives Schwanken zwischen Mundart und Schriftsprache»); Z. Zürcher 1981, 19-26</Quellen>
<Sparte>Sprache</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>260</ID>
<Stichwort>Moderne - Vormoderne</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Neben den Spannungsverhältnissen und Widersprüchen innerhalb der Moderne ( Dialektik der Moderne) findet gleichzeitig spätestens seit den frühen 30er Jahren eine kulturkonservative Abwehrschlacht gegen die Moderne in der Kunst statt: Der «Einsatz für die Moderne, der sich zunächst als harter Kampf gegen restaurative Tendenzen gestaltet» (Bucher ); «Die moderne Kunst das weisst du ja hatte man zu dieser Zeit noch gar nicht begriffen. ( ) Wir hatten Lehrer, die waren richtige Nazi-Künstler» (Luginbühl, in: Kunstmuseum [Hrsg.] 1989,22) Eine Linie zieht sich von C. G. Jungs Kritik an Joyce und Picasso (1933 [?]) über die Kontroverse um die Beckmann-Ausstellung in der Kunsthalle Bern (1938) (hier kippt die konservative Argumentation offen ins Faschistische), über die Positionierung der BRD-deutschen Literaten-Gruppe 47, bis zum Berner (1964) und zum Zürcher Literaturstreit (1966/67). Eine Kulmination erreicht diese Debatte in Bern während Szeemanns Ausstellung «When Attitudes Become Form» ( 22.3.1969), die in der Folge zu seinem Rücktritt führt.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Berner Literaturstreit»; 042 Jean-Richard 03, Pt. 5 (Moderne Volkskultur Zivilisationskritik); 076 Steiner 02, 4 (Situation in der berner Subkultur), 7 (ad. Kunstkritikerin von Dach) Ammann/Szeemann [Hrsg.] 1970, 55f (ad. Beckmann 1938), 88f (Eidg. Kunststipendium 1957 an Iseli: Eingabe an Bundesrat Etter); 121 («Eidgenössisch gezüchtetes Mittelmass»); Baumgartner 1984, 48 (Ignoranz), 101 (Widmann vs. Hodler 1895); 108 (Rupf); 108f (Bloesch), 143f (Züricher), 200 (Geiser), 228 (vs. Beckmann), 238f (v. Mühlenen); Bucher 1990, 29; Cortesi 1968 (Hans Ernis Abgrenzung zur M.), Farner 1965, 7ff; Golowin [1967]/1980, 166 (Gurdjeff und Superman als moderne Kunst); Höllerer 1967+1968 (Zürcher Literaturstreit 1966f); Kamber 1990 (ad. C.G. Jung vs. Picasso/Joyce: 1932/33: Pathologisierung der modernen Kunst); Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 10; Lauener [Hrsg.] 1960 (Lauener: Vorwort + Die Wege ); Matter 1974, 10; Mühlethaler 1989, 29f (ad. Gruppe 47); Widmer 1992, 420f (ad. Modernisten); Zeno Zürcher 1963</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>261</ID>
<Stichwort>moderne Architektur</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Hinweise auf konkrete Manifestationen moderner Architektur; primär in der Zeit 1950-1970 in der Region Bern.
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Architektur»; 025 Megert 01, 12; 3.7.1965 Kunsthalle: Kinetik-Ausstellung); 076 Steiner 02, 3 + 6 Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 138ff; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [26]; Kamber 1990, 91, 256; Kommission KuA BE [Hrsg.] 1992</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>262</ID>
<Stichwort>Münstergasse 14, Stärnekeller</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Nachfolgelokal der Junkere 37 an der Münstergasse 14 ab 18.9.1970.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «J 37/MüGa»</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>263</ID>
<Stichwort>Murifeld Wittigkofen</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Überbauung Oberes Murifeld Wittigkofen an der Jupiterstrasse 7-57 in 3015 Bern</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Kurzbeschrieb in: Dickerhof/Giger [Hrsg] 1976, 141</Quellen>
<Sparte>Architektur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>264</ID>
<Stichwort>National-Zeitung</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eine der Zeitungen, die den Nonkonformisten in den sechziger Jahren Platz gibt. Durch den Auftrag an > mario Cortesi, eine tägliche Biel-Berichterstattung für die nz zu organisieren, initiiert die Redaktion die Gründung des > Büros Cortesi. Später wird > Heinz Däpp regelmässiger Mitarbeiter.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Zeitung</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>265</ID>
<Stichwort>Neue Leute</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Auch «Neue Menschen». Nach Golowin Ende der 60er Jahre ein subkulturelle Gruppierung, die ihren Standort wie folgt definierte: Sie seien die eigentlichen «Nachfolger von Volkskulturen (Zigeuner, Fahrende, Indianer) und Ketzerbewegungen (Katharer, Hexen, mystische Kommunisten).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Golowin [1967]/1980, 175; 1975, 83</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>266</ID>
<Stichwort>Neue Linke, 68er, 1968</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Terminus, unter den die 68er-Bewegung subsummiert worden ist: Frühe Nennungen des Begriffs und seine Konnotierungen. Parteipolitisch splittert sich die Linke links der SP Ende der 60er Jahre in folgende Parteien auf: Die moskautreuen Stalinisten (Partei der Arbeit PdA); die Trotzkisten (Revolutionäre Marxistische Liga RML), die Maoisten (Kommunistische Partei der Schweiz/Marxisten-Leninisten KPS/ML), die Ñeuen Linken im engeren Sinn (Progressive Organisationen der Schweiz POCH) (Küng). «68 entstand aus einem Konsumüberfluss.» («Vollmer», darin: Arnold [hrsg.] 1979, 144). Zur Situation in Bern vgl. «megafon» 198/98 in: «Neue Linke/1968» (darin: fl.: «Gutes Leben oder gerechte Gesellschaft?»)
Konrad Farner: Zürich eine Manteldemokratie</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Neue Linke/1968»; 001 Marti 04 (Marti/Schär), 2, 7; 024 Lauener 01, Pt. 11 (ad. Linken an der Uni Bern); 025 Megert 01, 8 (Kunstszene und N. L.); 026 Walter Zürcher 01, Pt. 3 ("focus"); 033 Däpp 01, 3; 072 Mettler 03, 5f (sein Unbehangen in diesen Zusammenhängen) 073 Lehner 02, 5f ( 68 als kulturpolit. Revolte); 077 Baviera 01, 1 (AktivistInnen aus Arbeitermilieu: Kleinkariertheit) Dahinden [Hrsg.] 1988, 372ff; Frisch 1986 VI, 106f, 156ff, 195, 226f, 230; Küng 1988, 53 (Parteien), 57; Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 27, 28, 34; von Steiger: Das Kind, in: Lauener [Hrsg.] 1960, o. S.></Quellen>
<Sparte>Theorie, Politik, Kulturpolitik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>267</ID>
<Stichwort>Neue Mitte</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Gruppe junger Tägel-Leist-Schriftsteller, die im Sinwel-Verlag unter dem Titel «Eigene Wege 1960» eine Anthologie veröffentlichen (Betts, Christen, Golowin, Lauener, Klopfenstein, v. Steiger).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 011 Zürcher 03/Pt.3 Lauener [Hrsg.] 1960; v. Steiger [Hrsg.] 1962</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>268</ID>
<Stichwort>neue presse</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Vermutlich 1967 gegründete Alternative zum "Blick". Nach Rothenbühler wurde diese Zeitung bei einem der > Nonkonformistentreffen am Bielersee ausgeheckt (068 Rothenbühler 1, 3). Hier arbeitet Walter M. Diggelmann als Feuilletonredaktor mit.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 035 Erpf 01, 2</Quellen>
<Sparte>Zeitung</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>269</ID>
<Stichwort>neutralität</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Paul Ignaz Vogel herausgegebene, von 1963-1974 erscheinende«kritische schweizer zeitschrift für politik und kultur» (zuerst vierteljährlich; ab Mitte 1966 sechs Mal jährlich; ab 1/68 monatlich). Wichtigstes Forum für nonkonformistische AutorInnen und nonkonformistisches Gedankengut ( 16.6.1967). Die Redaktion zügelt mit Vogel von Basel nach Biel (Adressenänderung vgl. n. 5,6/1967, 1+3)), im Herbst 1968 weiter nach Bern (zw. Nr. 9 und Nr. 12/68). Fusionsverhandlungen mit «opposition / lebendige demokratie» 1965 (068 Rothenbühler 1, 2).Walter Muschg hat die N. finanziell unterstützt (068 Rothenbühler 1, 2); Muschg übernahm die Defizitgarantie (NP, 10.11.1967, in «Vogel»). Als Vogel die Zeitschrift gründet, studiert er in Berlin, in einem der Spannungszentren des Kalten Kriegs (vgl. 3/73,5). In der neutralen, unabhängigen Haltung der Schweiz sieht er die ideale Voraussetzung für die Darstellung gegensätzlicher Positionen. In der Folge hat die «n.» vor der «Zeitenwende» 1968 die grösste Aufmerksamkeit. 1970 tritt Vogel in die SP ein (bis 1989) als Reaktion gegen die Neue Linke («Das führt zu nichts.»). Die «n.» wird damals von der SP «immer mehr in Besitz» genommen und spielt beim Ende der Zeitschrift «eine nicht unbedeutende Rolle» (Darstellung nach Nl 019 Vogel 02): «Es sei geplant gewesen, zusammen mit SP und Gewerkschaftsbund ein gemeinsames Magazin herauszugeben. Doch Ende 1973 hätten diese den Geldhahn zugedreht.» («Bund», 12.6.1993)
Nach dem Redaktionswechsel bei der «Zürcher Woche» wirbt die Junkere 37 aktiv für die «n.» (J 37 E/139, 142, 147, 166: «1000er Auflage erreicht»). Zur Rücktrittsforderung an Bundesrat von Moos in «n.» 1/70 vgl. Nl 019 Vogel 02, 1ff. Würdigung zum 10jährigen Bestehen: Kurt Meyer: «Über den Nonkonformismus hinaus» 3/73.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «neutralität»; 019 Vogel 02 3+4; 029 Cortesi 01, 1, 3, 5; 033 Däpp 01, 5; J 37 E/142; «Lenzburg 1968» Landesbibliothek: P 25437</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>270</ID>
<Stichwort>nonkonform, nonkonformistisch</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Künstler und Antibürger» (Lauener), die kulturell und kulturpolitisch aktive Szene der 60er Jahre im «anderen Bern» (Graf/Graf [Hrsg.] 1973 [1] und darüberhinaus, zwischen dem Ausbruchsversuch in die Moderne der 50er Jahre und der neuen Linken der 70er Jahre. Konnotierung des Begriffs bei den AutorInnen, die ihn verwendet haben, resp. verwenden. In K E/384 ( 22.4.1964) spricht Walter Zürcher von einem «unkomformen Streiter» (sic!): Der Begriff "N." ist noch neu. Im engeren Sinn wird er ab Mitte der 60er Jahre öffentlich diskutiert (Vorwärts 1966; Cortesi 1968). Am SP-Parteitag vor dem 20.5.1966 wird zwischen «positivem und negativem Nonkonformismus» unterschieden (BT, 18.5.1966, in: J 37 G II; Tschäppät, in: Cortesi 1968). Der Terminus «N.» wird auch von der Bundespolizei verwendet (vgl. J 37 Fiche, ad. Golowin, Hanspeter Koch). Es handelt sich beim N. um eine mittelständische Opposition, die von Lehrern, Pfarrern, Beamten und Presseleuten vorgetragen wird, um «Intellektuelle» denen es genügt, «die herrschende Klasse durchschaut» zu haben (Frisch). Zu den Themen n. Kritik vgl. Dahinden [Hrsg.] 1988, 362-366. Dahinden wertet Otto F. Walters «"Das 'Soll' der Literatur" (126ff) zu den programmatischen Texten des N., er sei eine «Absage an die Programmliteratur» und suche eine «Literatur, die es mit dem nonkonformistischen "Aufweichen der ideologien" ernst» meine (369). «Der nonkonforme Schweizer Frühling erledigte sich quasi von selbst, da mussten keine Russen kommen» (Brodmann, BaZ 20.10.1977, in: «nonkonform»). 1967 kommen im Kleintheater Kramgasse 6 Peter Handkes «Publikumsbeschimpfung» zur Aufführung.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Nonkonform» (darin: "Bi-Ba-Bubisten-Kontroverse"); «Schwander Martin» («Gilgamesch»- Grossratsdebatte, Votum Villard + Replik Kohler); «Polemos» (Mai 1970, 6); «SINWEL/Borri/Berner Versuche» (darin: "SINWEL" 11: Einige Notizen [ ] des Georges Ghaby Hay 001 Marti 04 (Marti/Schär), 6f (N. Barthianismus); 011 Zeno Zürcher 01, Pt. 1; 015 Hohler, 02/1-6, 12; 016 Ammann 02/1, 9, 10 («Einzelspinner»); 019 Vogel 01 ("neutralität" 5/68, 8: Fleig über Frisch), 021 Bettina Zürcher 01, 10, 14 («getrennte Welten»); 029 Cortesi 01, 1 (N.istentreffen in Schernelz und Neuenstadt), 1+5 (N.istenpartei?), 4, 6f (Begriff); 033 Däpp 01, 1 (Messen- und Neuenstadt-Treffen), 2 (ad. N.innen/ positive und negative N.), 2f (Polit-Ebene/persönliche Ebene), 3 (ad. Organisierung der N.), 4 (der pädagogische Aspekt), 6 (n. Szene/ Theorie-Praxis-Problem); 037 Stalder, Pt. 3; 040 Niederhauser/ Waldvogel 01, 4 (Heimann); 048 Schwander 01, 3; 073 Lehner 02, 1 (N. als Feierabendkultur); 074 Gsteiger 02, 2f; 076 Steiner 02, 6 (zum Begriff) J 37 Dokumente (Heinz Däpp, in: National-Zeitung 11.8.1966); > 23.4.1965; > 28.1.1966; 26.3.1966; J 37 E/79 (Walther Hofer); > 20.5.1966; > 24.6.1966 (Grossratswahlen als «Sieg der Nonkonformisten»); > 14.4.1967; > 4.7.1966 (Inser Demo); 1.8.1966 (Cortesis Rede); J 37 E/99 (Typologie des Nonkonformismus, Franz Keller); E/103 (Leserbrief); E/150 (National-Zeitung 27.8.1967) Cortesi 1968, 1, 3f (Negativismus; Opposition ohne genaue Ziele), 6f (oben-unten); 10f (N. als «Reaktion auf BluBo-Fascismus»), 13, 14, 16f, 18, 19 (Unorganisierbarkeit), 20 (negativ-positiv), 21 (N. + Kriminalität), 24f (revolutionärer Kommunismus als negativer N, negativ-positiv), 26; Dahinden [Hrsg.] 1988, 351ff (v.a. 359ff); Erpf/Traber [Hrsg.] 1989, 323 (von N. ausgelöste Spaltungserscheinungen im BSV); Frisch 1986 V, 520f + 525, VI, 67f; Golowin [1967]/1980, 87, 110; Gsteiger 1993, 112, 113, 132; Kopp [Hrsg.] 1964, 87 f (positive Kritik); Lauener: Die Wege , in: Lauener [Hrsg.] 1960; Lehner 1972, 111f (positiv-negativ); Mueller KL EG, 618, 623f («Linksintellektuelle»), 627 (Walther Hofer); Pezold [Hrs.] 1991, 167ff, bes.175; Stickelberger 1974, 38 (Roti Socke); Marti 1973, 90 (die Nicht-Affirmativen); Villain 1977, 139f; Vorwärts 1966; Widmer 1992, 334 (positiv/negativ in der Anthroposophie)></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>271</ID>
<Stichwort>Nonkonformisten, Treffen am Bielersee, Neuenstadt, Organisation</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Diggelmann begründet, warum er keiner politischen Partei angehöre ("neutralität", 11/1965, 1) Max Schmid dagegen schlägt einen «Zusammenschluss der schweizerischen "N."» vor (in: "Vorwärts" 1966), der sowohl innerhalb der "Vorwärts"-Debatte, als auch in Cortesi 1968 durchwegs abgelehnt wird (Cortesi 1968, 5, 14, 19, 22, 25 29); verschiedene prominente N. treten in diesen Jahren entweder der SP oder dem LdU bei. In einem Plädoyer für nonkonformistische Realpolitik schlägt Heinz Däpp die Gründung eines Vereins vor, einerseits weil es «ohne ein Minimum an Institutionalisierung einfach nicht» gehe, andererseits weil sich unter den N. eine informelle Hierarchie herausgebildet habe.

Als einzige Struktur sind die Nonkonformistentreffen bekannt, die ungefähr 1967/68 in Schernelz und Neuenstadt auf Initiative von Mario Cortesi und Frank A. Meier stattgefunden haben (029 Cortesi 01,1, vgl. auch 068 Rothenbühler 01,3, auch «Bund» 22.5.1993, abgelegt in «Cortesi»). 
Als Teilnehmer genannt werden Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch, Jean-Rodolphe von Salis (068 Rothenbühler 1, 3); Peter Bichsel, Kurt Marti, Roman Brodmann, Alfred Rasser, Heinz Däpp, Rolf Hochhuth (Cortesi), Heinrich Buchbinder (Marti), Markus Kutter, Paul Ignaz Vogel, Alfred Rasser (Brodmann), Roland Beguelin, Peter Lehner (Däpp), Hansjörg Braunschweig, Arthur Villard, Hans Kern, Marcel Schwander, Walter M. Diggelmann, Peter Höltschy (F. A. Meyer, mündl., 18.9.1999). Sicher mit dabei: Mario Cortesi, Frank A. Meyer und Paul Ignaz Vogel. Nicht dabei: Manfred Gsteiger, Martin Rothenbühler, Martin Schwander.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Nonkonform» (darin: "Vorwärts"-Debatte [Schmid], "Burgdorfer Tagblatt", 8./9.8.1969 [Däpp]); «Cortesi» (Bund, 22.5.1993); Roman Brodmann: Herbstgedanken, 20.10.1977 (in «nonkonform»); 029 Cortesi, 01, 1+5; 033 Däpp 01, 1f; 068 Rothenbühler 1, 3></Quellen>
<Sparte>Theorie, Politik</Sparte>
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<ID>272</ID>
<Stichwort>Notker-Kreis</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Gegründet 1948 (u.a. von -> Adrian Wolfgang Martin. Bis Ende der fünfziger Jahre, laut Martin habe der > Kerzenkreis diese Struktur «teilweise zum Vorbild genommen». Leitung bis 1956 durch Martin, danach durch P. Pfändler. Theater, Vorträge, Vorlesungen und kleine Veranstaltungen, Disjussionsabende häufig über moderne Literatur. Im Publikum sowohl Gymnasiasten wie auch Arbeiter und Lehrlinge.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Adfrian Wolfgang Martin mündl. 5.7.1995, in: Nl. 036 ad. Begert 12/01</Quellen>
<Sparte>Szene, Diskussion</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>273</ID>
<Stichwort>Nydeggstalden 24</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Der Nydeggstalden 34 wird im Winter 1944 von «Frau Professor Bürgi» gekauft und zu günstigen Bedingungen der anthroposophischen Arbeit zur Verfügung gestellt (Widmer 1992, 359). Im August 1947 wird die Liegenschaft von der Anthroposophin Dora Fankhauser erworben (ebenda, 360). Das «Klapperläubli» in diesem Haus dient dann auch für die Hauskonzerte Gattiker. Im gleichen Raum trifft sich ab 13.3.1957 (bis 25.9.1957) der Kerzenkreis.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Veranstaltungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>274</ID>
<Stichwort>Öffentlichkeit</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>An Berns subkulturellen Rändern zwischen 1950 und 1970 ist eine entscheidene Frage jene nach Öffentlichkeit und Privatheit der eigenen Aktivität. An Kerzenkreis und Tägelleist kann der Weg in die Öffentlichkeit Schritt für Schritt verfolgt werden. Das Öffentlich-nicht-zur-Kenntnis-Nehmen war bis in die späten 60er Jahre hinein eine politische Waffe gegen alles Nonkonforme. Als es dann 1965/1966 unübersehbar durchbrach (Junkere-Kampf gegen GEV, Demonstration in Ins etc.), wurde es in den Links-rechts-Kategorien des Kalten Kriegs schubladisiert. Belegstellen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «SINWEL/Botti/Berner Versuche» (darin: "Berner Versuche" 5 [21]: Vorwort von Zeno Zürcher)></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>275</ID>
<Stichwort>Offizielles Bern Untergrund</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Belegstellen, wie das Verhältnis zwischen dem offiziellen Bern und den verschiedenen subkulturellen Szenen in den 50er und 60er Jahren eingeschätzt wird. Die Subkultur wird als das «andere Bern», als «Berner Szene», als «Tatort Bern» oder als «die heroischen Jahre» bezeichnet (Bucher 1990, 37). «Das "andere Bern" versammelt eine heterogene Gruppe, die sich in der Antihaltung zum offiziellen Bern verbindet. wahlverwandtschaften, Strömungen verdeutlichen sich in den sechziger Jahren» (ebenda, 45)></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.:«Haas» (Interview, 1, 23 [Bewegungen im Abseits]) Bucher 1990, 37-45</Quellen>
<Sparte>Kultur, Theorie</Sparte>
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<stichworte>
<ID>276</ID>
<Stichwort>opposition / lebendige demokratie</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Untertitel: «Monatszeitung für Politik und Kultur». Erscheint zwischen Juli 1962 (Nr. 1) und Mai 1965 (Nr. 25), zuerst monatlich, später unregelmässiger. Redaktion während der ersten Ausgaben: Hans Steiger, Hans Rudolf Füglistaler, Regula Maltry, Edwin Keusen. Neu kommen später hinzu: Marco Pinkus (ab Nr. 10); Goetz Perll, Arthur Künzler, Willy Jüttner (ab Nr. 16); Christine Steiger (ab Nr. 22), > Martin Rothenbühler (ab Nr. 25). Verlagsadresse: Bergwerkstrasse 43, Horgen; ab Nr. 16: Postfach 237, Zürich 26. Als Herausgeberin zeichnet die «Arbeitsgemeinschaft der Jugend gegen atomare Abrüstung». Inhaltlich eine linke Zeitung mit klar friedenspolitischem Schwerpunkt. Gegen Schluss öffnet sie sich in Richtung literarischen Beiträgen und sozialpolitischen Fragestellungen (Nr. 24 behandelt zum Beispiel die Fremdarbeiterfrage). Nach Nr. 24 erscheint eine nicht reguläre Nummer als «Rundschreiben» (Februar 1965). Darin wird als «Flucht nach vorn» die Änderung des Druckverfahrens angekündigt. Die Nummer 25 bringt im Impressum eine neue Konstellation (Hans und Christine Steiger sowie Martin Rothenbühler) und einen neuen Druck; Mitarbeiter dieser letzten Nummer sind Marcel Bertschi, Hansjörg Braunschweig, Ruedi Jost, Ulrich Kägi, Max Schmid, W. M. Diggelmann, Hartmut Becker, Peter Lehner, Günter Grass; die letzten paar Nummern bringen Zeichnungen von H. R. Giger. Einstellung wegen Geldknappheit (068 Rothenbühler 1, 2). Die Finanzierung sei vermutlich über Buchbinder/Veritas Verlag von einer trotzkistischen Fraktion gewährleistet worden (068 Rothenbühler 02, 1).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>LB (Nr. 9 wegen speziellem Format separat abgelegt; bisher nicht eingesehen) 068 Rothenbühler 01, 2; 02, 1</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>277</ID>
<Stichwort>Paneuropa-Union</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1923 von R. N. Coudenhove-Kalergi gegründet.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: ««Paneuropa-Union»</Quellen>
<Sparte>Philosophie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>278</ID>
<Stichwort>Panidealismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Philosophische Bewegung mit Parallelen zur Anthroposophie, begründet vom Kulturpsychologen und Dichterphilosophen Rudolf Maria Holzapfel: «Im Zentrum steht der Gedanke, dass nur eine geistig-seelische Vervollkommnung des einzelnen und der Völker nicht nur auf einem, sondern auf allen Lebensgebieten, also eine harmonische, allseitige Entfaltung geistiger und gemüthafter Kräfte dem Leben einen Sinn geben kann.» (Meyer-Holzapfel 1974, 15). Zwischen 1934 und 1940 publizieren die PanidealistInnen die Wandlung (Redaktoren: Wladimir Astrow, Hans Zbinden, K E/241). Konstituiert sind sie in zwei Kreise in Bern und Zürich. Anfang der 50er Jahre nimmt der Berner Kreis den Kampf gegen die Überalterung auf ( Kampfgruppe, Kerzenkreis). Via Kerzenkreis und später Tägelleist sickert p. Gedankengut in verschiedene nonkonformistische Szenen der 60er Jahre. Weitere Versuche der Weiterführung des P. sind regelmässige Treffen in den Privatwohnungen von Erwin Hausherr und Hans Rhyn; die Zeitschrift «Panidealistische Umschau» (ab Oktober 1961; K E/337); jährliche Tagungen auf dem Herzberg; und die Herausgabe von Holzapfels beiden Hauptwerken «Panideal» und «Welterlebnis», Aarau (Sauerländer), 1983. Sowohl als zeitweiliger Drucker der «Panidealistischen Umschau» als auch als Anreger eines Fonds zur Neuherausgabe von Holzapfels Werken spielt Walter Zürcher bei den Wiederbelebungsversuchen des P. eine Rolle.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.:«Haas» (Interview 4f [Abgrenzungen P. vs. Anthroposophie]); «Pfister» (Interview 3, 19 [Überschneidungen P. mit Anthroposphie und Jungianismus); «v. Steiger» (Interview 6); 001 Marti 04 (Marti/Schär) 9f (fehlende Praxis); 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 9; 026 Walter Zürcher 06, 8 (P. vs. Kommunismus); 038 Baumgartner 01, 4; 04, 4f (Holzapfel im Rosengarten); 05, 1 (Begert traut im Holzapfel-Kapellchen)</Quellen>
<Sparte>Philosophie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>279</ID>
<Stichwort>Panidealistischer Kreis Bern</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Nach dem Tod von Rudolf Maria Holzapfel bildet sich ein Kreis um seine Witwe Bettina Holzapfel-Gomperz [ 1948]). «Führer» des Kreises ist der Optiker Erwin Hausherr (sein Nachfolger wird Otto Burri). Dessen Bruder, der Arzt Otto Hausherr, heiratet Myrrha Holzapfel, Tochter von Bettina. Die andere Tochter, Monika Meyer-Holzapfel wird 1944 (bis 1969) Tierparkdirektorin im Dählhölzli. Darum herum gruppieren sich: Wladimir Astrow, Heinz Balmer, Fritz Jean Begert; Ernst Bohnenblust, Oswald Brockhaus,Otto Burri, John Marbach, Helene Pfander, Paul Pfister, Hans Rhyn, Wolf Rottenberg und Frau, Martha Ständer, Stanislav de Vincenz, Hans Zbinden, später Walter Zürcher. Der Zürcher Kreis (es gab nur diese beiden) gruppiert sich um den Kunstmaler Ernst Wehrli (später um dessen Tochter (?) Berg-Wehrli): Edmund Brühlmann,Hugo Debrunner, Hans Dinkel, (?) Hürzeler und Frau, Paul und Ida Kielholz, Paul Möcklin, Charles Weber. Holzapfel-Kult: Seine «Jünger» Astrow und die Gebrüder Hausherr trugen lange Haare und einen schwarzen Hut («Balmer» [Interview 11]). Neben den beiden nationalen Sektionen entsteht in den 30er Jahren auch eine «Internationale Panidealistische Vereinigung» und die Zweimonatszeitschrift -> «Wandlung» (bis 1940). Nach dem Zweiten Weltkrieg ist diese IPV nicht mehr aktiv geworden. Der P. serbelt heute als «Gesellschaft für eine Gesamtkultur», präsidiert von Frau Berg-Wehrli (Zürich).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 011 Zeno Zürcher 08 (Durchgeistigtheit); 026 Walter Zürcher 06, 2 5 (Zürchers Engagement und Rauswurf), 7f (ad. Astrow) 8; «Balmer» (Interview 3f [Berner Gruppe], 4f [Zürcher Gruppe]), «Haas» (Interview); «Pfister» (Interview); K E/228 (ad. Brockhaus); K E/241 (ad. Astrow). Im Schweizerischen Literaturarchiv findet sich im Nachlass von Hans Zbinden viel Material zur Geschichte des P.</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>280</ID>
<Stichwort>Parapsychologie, Okkultismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In der Diskussionsszene um Kerzenkreis, Tägelleist und Junkere 37 gab es auch Interessen in Richtung Parapsychologie und Okkultismus. Es war meistenteils gekoppelt mit dem Interesse an Volksglaube, Sagen und Mythen. Über Bern und Okkultismus sagt Golowin: «Festzuhalten ist, dass es kaum eine andere Stadt auf der Welt gibt, vielleicht mit Ausnahme von Prag, in der so viel über dieses Thema publiziert worden ist» (BZ).
Schweizer Parapsychologische Gesellschaft (SPG), 1952 von Peter Ringger mitbegründet, seit 1959 von Hans Naegeli, Dr. med. in Zürich präsidiert; Vereinigung für Parapsychologie, 1966 von Theo Locher, Dr. phil. in Brügg/Biel gegründet (nach Volmar, 192).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Okkultismus/Parapsychologie» (BZ-Serie ab 18.2.1980; nur 1. Folge vorhanden); «Haas» (Interview 24f [ad. Clara Schuff, Medium]; 026 Walter Zürcher 04, 4-6 (Satanismus/Luziferismus/ Schwarzmagie); J 37 (Abende 8, 19, 46, 88, 102, 123, 127, 131 [Gespensterhaus Thun/Bourquin], 143, 154, 196) Golowin 1969/2, 67f; Golowin 1979, 60-62; [1981]/1989, 94, 321; Volmar 1969</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<stichworte>
<ID>281</ID>
<Stichwort>Partei der Arbeit, PdA</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Neugründung der im November 1941 verbotenen Kommunistischen Partei gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Frühe Zeugen: Jo Marbacher, Liebefeld (spricht nur französisch) und Otto Marti, Ostermundigen (Willy Egloff, mündlich, 3.1.1996). 
Nach 1956 kaum mehr in der Öffentlichkeit. Verschiedene Mitglieder nehmen an der Vietnam-Demo vom > 26.11.1966 teil. Interessant sei für Bern das Advokaturbüro Lifschitz (Rothenbühler).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>068 Rothenbühler 1, 5</Quellen>
<Sparte>Parteien</Sparte>
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<stichworte>
<ID>282</ID>
<Stichwort>Pazifistische Linke</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von > Peter Vollmer 1969 gegründete Gruppierung unter dem Dach des > forum politicums.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>068 Rotenbühler 1, 9</Quellen>
<Sparte>Politik, Universität, Organisation</Sparte>
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<stichworte>
<ID>283</ID>
<Stichwort>Pfadfinderei</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In Bern erlebt die Pfadfinderei seit dem Ende des zweiten Weltkriegs einen Aufschwung. Es existieren die drei Abteilungen «Bubenberg», «Patria» und «Schweizerstern». Die Abteilung der «Mehbesseren» sei die «Patria» (vierteljährliches Mitteilungsblatt: "Hallo") gewesen. Patria-Pfader sind z.B: Marco Albisetti, Hansulrich Ernst, Mani Matter, René Neuenschwander, Bernardo Moser, Klaus Schädelin (Gockel), Guido Schmetzer (Schnägg), Jürg Wyttenbach (Böbs). «Windrösli» (unklar, welche Abteilung): Harald Szeemann. Matter wie Szeemann werden als Pfader-Kabarettisten Mitte der 50er Jahre populär.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Pfadfinderei»; «Matter» (Mani als Patrianer; seine "Hallo"-Beiträge); 011 Zeno Zürcher 05/Pt. 4; 038 Baumgartner 04, 4 (Neuenschwander/ panidealistische Pfadfinderuntergruppe)></Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
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<stichworte>
<ID>284</ID>
<Stichwort>Phantastischer Realismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Kunstrichtung in den 60er Jahren. In der Junkere 37 werden die Malerei Ulrich Baumgartners, aber auch die Referate Achmed Hubers, kurz darauf die Bücher von Bourquin (der 1967 an einem Buch zum Thema arbeitet) und Golowin zum P. R. gerechnet.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 E/100, E/141, E/163, E/164; «Arena FIERTAS» (Bund, 21.7.1965) Golowin [1967]/1980, 40, 151; Golowin [1981]/1989, 286</Quellen>
<Sparte>Kunst, Literatur</Sparte>
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<stichworte>
<ID>285</ID>
<Stichwort>Physiognomik</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die P. wird im panidealistischen Kreis in Bern gepflegt und diskutiert. Begert hat Interessen für P. (036 ad. Begert 06 Michael Begert 01, 1 [Ergänzung]). Lebenslang verfolgt Walter Zürcher das Thema und versucht es publizistisch zu bewältigen, «erstmals von zwei bedeutenden Schülern von Rudolf Maria Holzapfel ( ) für die P. interessiert» (W. Zürcher 1991, Klappe).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Physiognomik»; 038 Baumgartner 01, 4, 6+7 (Begert vs. Neuenschwander) Begert 1942, 16f; Walter Zürcher 1991</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>286</ID>
<Stichwort>polemos</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ab 1969 von Wilfried Jaensch in Basel herausgegebene Zeitschrift der K.U.S.S. 12/69: «Die Gegen-Ehen der Blumenkinder und Höllenengel». Mai 1970: «Sergius Golowin (oder Politik und Subkultur in der Junkere 37)»</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «polemos»; J 37 E/?</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
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<stichworte>
<ID>287</ID>
<Stichwort>Polit-Lyrik</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Auch «Keller-Dichtung», «Keller-Poetik» oder «Protest-Poesie». Die literarische Gattung, die bevorzugterweise von den Keller-Poeten oder «Keller-Protestlern» um die Junkere 37 geschrieben wird. Vertreter sind Guido Bachmann, Alfred Bangerter, Ulrich Baumgartner, Sergius Golowin, Peter Lehner, René E. Mueller, Marcel Schwander, Jörg Steiner, Walter Vogt, Zeno Zürcher u.a. Ihre Arbeiten werden von der Bundespolizei als «linkstendenziös» eingestuft (Fiche). Die erste Ausgabe von "apero" (Juni 1967) ist der P.-L. gewidmet. Im Herbst 1967 notiert Max Frisch: «Es gibt den politischen Schriftsteller, aber häufiger gibt es den politisierenden Schriftsteller » (Frisch 1986, VI, 89). Siehe auch «Polit-Theater» (J 37 E/212); «Polit-Rock/Agitprop-Dichtung» (E/279). «P. muss man durch Mikrofone schreien, in Sprechchören brüllen und auf Flugblätter drucken» ("focus" 12/1970, 39: Vulgärmarxistischer Verriss von Hans Härings "und ganz ohne ehrfurcht").></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Polit-Lyrik» > 31.8.1966; J 37 E/133-136 (Woche der Polit-Lyrik, eingelegt: Beat Allenbach: Dichtung in der "Junkere 37". Polit-Lyrik gewachsen im bedächtigen Bern); E/144/145 («Geburtsstunde von "apero"» [eingelegt: Bund 30.6.1967]); E/147; E/157; E/165; E/265, E/268; E/270; E/288 («Gammlerlyrik»); J 37 Fiche (4.4.1967; 24.1.1968) Die Tat, 7.4.1967, National-Zeitung 3.5.1967, TA 20.5.1967, Zürcher Woche 28.7.1967 Cortesi 1968, 6></Quellen>
<Sparte>Literatur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>288</ID>
<Stichwort>Politischer Gottesdienst</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ursprünglich in Langnau praktiziert (Initianten: Eggimann und Trachsel). Danach finden in den 60er Jahren auch in Bern eine Reihe von p. G.en statt; erstmals 1962 aus Anlass der Atomverbotsinitiative in der Nydeggkirche. Aktivisten sind zuerst Walter Lüthi, Kurt Marti und Hans Schädelin. Gegen Ende der 60er Jahre kommen die aufmüpfigen Theologiestudenten der Universität um den «Arbeitskreis Kritische Kirche» dazu.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 001 Marti 04 (Marti/Schär), 2f, 6f</Quellen>
<Sparte>Kirche, Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>289</ID>
<Stichwort>Pop Art</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Kunstrichtung in den 60er Jahren.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 E/100</Quellen>
<Sparte>Kunst</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>290</ID>
<Stichwort>Post Moderne</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Belegstellen, die im Bern zwischen 1950 und 1970 eine Art Nachmoderne postulieren. Ab dem 13.1.1962 findet im Anliker-Keller eine Gertsch-Ausstellung statt; als Rahmenprogramm, veranstaltet von den Tägel-Leist-Leuten: die «Erste Kundgebung nachmoderner Kunst»; Golowin spricht dabei zum Thema: «Der Einbruch des Nachmodernen in das Kunstdenken der Gegenwart». Golowins Konzeption («Glauben an zeitlose seelische Grundlagen», [Bund]) formliert allerdings eher eine Ausser-Moderne als eine Nach-Moderne. Am 31. August 1974 erscheint «der Löwe» Nr. 2 [Hrsg.: G. F. Lischka]; Thema: «Postmoderne, Nachkultur, Kunst, Literatur».</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl: «Arena FIERTAS» (Bund, 5.2.1962); «Tä.L.» (Einladung + Programm der Veranstaltungen im Anliker-Keller) v. Steiger 1962 ( darin Golowin: «Um was es geht, ist ein "nach-moderner" Standpunkt», o. S.); Z. Zürcher 1963 (Originalität und Plagiat) Lischka [Hrsg.] 1974/2; meyer E. Y. 1977, 386></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>291</ID>
<Stichwort>Privatwohnung</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Weil es in den fünfziger und sechziger Jahren keine «autonomen» Treffpunkte gab, hatten Privatwohnungen eine wichtige Funktion als Treffpunkt, häufig in Ergänzung zu den Beizen als öffentlichen Treffpunkt, die aber immer gerade Polizeistunde hatten, wenn die Diskussion am spannendsten war. In Privatwohnungen kollidierten dann verschiedene Interessen: Wer eine Wohnung hatte war häufig verheiratet und hatte Familie und obschon die Debatten heiss und laut, die Wohnung klein war sollten die Kinder in den Nebenräumen und wollten die Nachbarn in den Nebenwohnungen schlafen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 073 Lehner 02, 2</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>292</ID>
<Stichwort>progressiv</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ein zentrales Wort der neuen Linken. Hier geht es um frühe Nennungen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 E/184+186 («p. Mittelschüler»); E/205 («p. SDS-Studenten»); E/207 («p. Schriftsteller»); E/233 («p. Arbeitsgruppe für Heimatkunde»); E/240-247, Nachträge («die beiden P.»); E 249/252, Hinweis (Kutter, Basel: «p. Museum»); E/253 («p. Sowjetalltag?»); E/264 («p. Musik»); E/277 («p. Schulheimatkunde»)</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>293</ID>
<Stichwort>Progressive Arbeitsgruppe für Heimatkunde, PAH</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die PAH entsteht spätestens Anfang 1969 um Sergius Golowin. Sie dient der Überführung von Golowins Volkskultur-Diskurs in den neuentstandenen Untergrund. Der PAH gehört unter anderem auch der Basler Wilfried Jaensch an.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Progressive Arbeitsgruppe für Heimatkunde»; J 37/E ab 14.2.1969</Quellen>
<Sparte>Gruppe, Organisation, Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>294</ID>
<Stichwort>Progressive Mittelschüler</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Am 20.4.1968 funktionieren die P. M., angeführt von Martin Schwander, MarKuss Harald, Charlotte Frischknecht, Jack R. L. Bernet und Daniel Suter, in Burgdorf eine Veranstaltung des Kulturpolitischen Forums um (Paul Ignaz Vogel: Die Revolte findet nicht statt) und treten mit dem «Burgdorfer Manifest» zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Das Manifest beginnt: «Der "Progressiven Mittelschüler" haben sich formiert zur Verteidigung der Interessen der Schüler gegenüber des autoritären Machtapparates der Verwaltung.» Dieses Manifest wird in den folgenden Wochen in der Öffentlichkeit hitzig diskutiert. Schwander präzisiert seine Vorstellungen später in "neutralität" 9 sowie 10/1968 unter dem Titel: «Was wollen die "Progressiven Mittelschüler" der Schweiz? Sozusagen ein Manifest».
> Peter Ryser gründet ebenfalls 1968 die «Progressiven Sekundarschüler Bolligen».
Ab Frühjahr 1969 Verbindungen zur > Pazifistischen Linken (Rothenbühler).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Progressive Mittelschüler» (Dossier Schwander); 048 Schwander 01, 3; 068 Rotenbühler 1, 9</Quellen>
<Sparte>Politik, Organisation</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>295</ID>
<Stichwort>Progressives Museum</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1969 betreibt Markus Kutter in Basel ein «Progressives Museum», in dem am 21. Juni J. Faust und Sergius Golowin über «Nigromantische Poesie» sprechen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37 E/249-252, «Noch ein Hinweis»</Quellen>
<Sparte>Kulturraum Basel</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>296</ID>
<Stichwort>Psychiatriekritik</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Mariella Mehr: «Ich erinnere mich an die 68er Unruhen in Zürich, als Leute aus Heimen und Erziehungsanstalten rausgekommen sind. Da gab es eine, wenn auch kleine und in der Öffentlichkeit nicht sehr bekannte Bewegung der Psychiatriepatienten und -patientinnen, die teilweise über die Mauern abgehauen sind. Da haben sich dann in Zürich die ersten Wohngemeinschaften zu organisieren und ohne Medikamente zu leben versucht. Interessant wäre die Frage, weshalb ews zwar solche radikalen Bewegungen gab, aber diese wichtigen Ansätze in der Schweiz wieder eingeschlafen sind.» fl.: Die Schweiz braucht eine Irren-Offensive, in: WoZ 3/89)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>297</ID>
<Stichwort>Quick</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Jazz, Bebop</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: Nl 006 Suter 02 Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [19]; Keller H. 1993, 74</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>298</ID>
<Stichwort>Red Hot Peppers</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Formation, die in den frühen 70er Jahren regelmässig im Kornhauskeller auftritt.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 187</Quellen>
<Sparte>Jazz</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>299</ID>
<Stichwort>Restaurant «Zum Schwert»/ «Zum roschtige Sabu»</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Karl Gygax ab 1.5.1951 28 Jahre lang geführtes Restaurant an der Metzgergasse/Rathausgasse, das im Unterstadtjargon den Übernamen «Zum roschtig Sabu» trägt und dank der Menschenfreundlichkeit des Wirteehepaars zum Treffpunkt der Armen und Ausgegrenzten wird. Bekannt werden vor allem die «Weihnachtsfeiern für Einsame im Sabu ».</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Gygax 1980, 7f</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>300</ID>
<Stichwort>Restaurant des Pyrénées, Pyri</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Beizer in den 60er Jahren: Antonio Sindreu (Künstler Wirt, Viktoriastrasse 40, 41 79 51); zuvor Kellner im "Commerce"; später Zenbuddhist. P. als «der Berner Treffpunkt verschiedener komischer Vögel. Die komischen Vögel, das waren eben die Leute, die hinter der Junkere 37 steckten» (Giger). In den späten sechziger Jahre habe Golowin dort residiert: Jeden Freitag war er in der Landesbibliothek und kam dann am Mittag ins "Pyrénée". Das war klar. Am Mittag war man im "Pyrénée", Golowin kommt!»></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Giger» (Gespräch mit Hächler 1996, 1); Küng 1988, 57, 67, 86f, 92 025 Megert 01, 6; 038 Baumgartner 02, 5</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>301</ID>
<Stichwort>Restaurant Innere Enge</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Bis Ende Dezember 1956: Oelgemälde von Giulia Zani-Gschwind (K E/101).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Ausstellungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>302</ID>
<Stichwort>Revolutionäre Marxistische Liga RML</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Der trotzkistische Ast der Neuen Linken. Ab Ende der 60er Jahre auch in Bern aktiv. RML-Leute kaufen Walter Zürcher Anfang der 70er Jahre dessen Druckmaschine ab (Bettina Zürcher).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 021 Bettina Zürcher 01, 10</Quellen>
<Sparte>Partei, Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>303</ID>
<Stichwort>Revolutionäre sozialistische Bewegung</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von > Martin Rothenbühler, Marc Rudin, Markus Zaugg und Jürg Wegelin 1969 gegründete Gruppierung unter dem Dach des > forum politicums. Fühler Richtung Lehrlinge ( > Schinagu; > Hydra; > octopus) und Neue Linke im Tessin und in Italien («Lotta continua», «potere operaio»).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>068 Rotenbühler 1, 9</Quellen>
<Sparte>Politik, Universität, Organisation</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>304</ID>
<Stichwort>Revolutionäre Zellen Zürich RAZ</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Organisation bestand ungefähr von 1970-1976 und wurde ideologisch geleitet von Peter Niggli und Gretel Siewekind. Man habe in einer nach leninistischen Kriterien strukturierten Organisation maoistisches Gedankengut in die Praxis umsetzen wollen. Nicht zu verwqechseln seien die RAZ allerdings mit der > Kommunistischen Partei der Schweiz KPS, die Mao nicht revbolutionär, sondern eher konservativ interpretierte. RAZ-Mitglied sei z. B. Jürg Wildberger gewesen, damals ein scheuer Cellist mit Vorliebe zur frei improvisierten Musik (Franz Stöckli, ehemaliger RAZ-Kader, 14.8.1999).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Organisation</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>305</ID>
<Stichwort>Riverboat Stompers</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In der späten 50er Jahre eine 14köpfige Dixieland-Formation.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 187</Quellen>
<Sparte>Jazz, Dixieland</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>306</ID>
<Stichwort>Rock</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Rock in den sechziger Jahren allg. Eine Übersicht gibt die achtteilige "Bund"-Serie über das Berner Songschaffen.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Rock» ("Bund"-Serie über das Berner Songschaffen, Herbst 1993); de Capitani 1993, 245ff; Diem/Heilinger [Hrsg.] 1992; Giger, Bernhard: Woodstock und Altamont, in: BZ, 14.8.1999 (in: «Rock»); Küng 1988 (ad. Polo Hofer)></Quellen>
<Sparte>Musik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>307</ID>
<Stichwort>Rocker</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Seit Ende der 50er Jahre gibt es R. und «Halbstarke» als Randgruppen (Dahinden; zur Herkunft des Begriffs «Halbstarke» vgl. Golowin). Der Begriff «Rocker» kommt aus England, in den USA nannten sie sich «Hell s Angels», in der Sowjetunion «Ni-Bo-Ni-Tscho» (Ni boga ni tschorta = Weder Gott noch Teufel, siehe Golowin).
«Anfang der 60er Jahre» machen sie die Petersinsel «zu ihrtem liebsten Treffpunkt», bis sie vertrieben werden (Golowin). Die Zürcher Rockerszene wächst aus den Halbstarken-Gangs «Lone Star» und «Black Eagels» hervor. Anfang der 70er Jahre gibt es in der Region Zürich «rund ein Dutzend Gangs mit etwa 150 halbwegs echten Rockern»: Hell s Engels, Black Eagles, White Kings, Indian Rockers, Devil sons u.a. Aus der Lone Star Gang wachsen 1969/70 die «Hell s Angels Switzerland», deren unbestrittener Präsident ab ca. 1965 «Frozen Angel» Tino ist; Sekretär: Peter Saunders («Loser»). 1969/70 tritt «Frozen Angel» Tino insgesamt drei Mal in der Junkere 37 auf. Das berüchtigte Wochenende in Bad Ragaz findet am 24.5.1969 statt.
1965 schreibt der US-amerikanische «Gonzo»-Journalist Hunter S. Thompson ein (nicht auf deutsch übersetztes) «brillantes Porträt des Rocker-Milieus» unter dem Titel «Hells Angels» (Peter Schranz über Thompson, in: BZ 3.9.1998, eingelegt in Arbeitsexemplar «Realismusdebatte»).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Rocker» (Bad Ragaz; Kontroverse Geiser-Golowin in: neutralität 4/70); «Militärverweigerung»; 29.3.1969; 16.5.1969; 1.4.1970 Golowin: Der Rocker, dein Zeitgenosse, in: Sonntags-Journal, 19./20.4.1969 (in: «Rocker»); Mueller 1976, 75-85 («Krawall von Bad Ragaz», 77) + REM LGK EG 222 + 224; Zürcher TBK 1992 (Tino, Frozen Angel: Rocker Kommune) Dahinden [Hrsg.] 1988, 374, Stapferhaus Lenzburg [Hrsg.] 1997, 102ff</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>308</ID>
<Stichwort>Rotental, Botti</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Sage der Rotentaler Herren wird von Gotthelf erzählt (jedoch erst 1941 erstmals publiziert). Der einzige in der Sage überlebende Riese, Botti, liege zwischen zwei Findlingen im Grauholz begraben; die beim Autobahnbau verschoben werden müssen. Der Tägel-Leist organisiert vor Baubeginn einen Fackelzug zu den Findlingen. Die Brisanz von Gotthelfs Erzählung liegt darin, dass er die Sage von den «Rotentaler Herren» mit jener von «Mühleseiler» verknüpft.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 011 Zürcher 03/Pt. 1 Golowin 1970, 75f (ad. Botti); Gotthelf o. J., 167-204; Hostettler 1991, 727-740 (ad. Müliseiler; 740: weitere Quellenangaben); Keckeis [Hrsg.] 1995, 64 (Botti)</Quellen>
<Sparte>Sage</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>309</ID>
<Stichwort>Rumpelstilz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Mundartrock-Band in den 70er Jahren. Bandleader, Texter und Sänger ist Polo Hofer. Weiter dabei: Kurt Güdel, Christian «Süggu» Ramseyer, René «Schifer» Schafer und Urs Wirth.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Rock, Musik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>310</ID>
<Stichwort>Saintes Maries de la mer</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Am 24. Mai des Jahres treffen sich in Saintes-Maries («Saint-Ma») traditionellerweise die Zigeuner zur Anbetung der heiligen Sara la kali: «Seit Ende der 50er wurde S. Maries auch eine Stätte der Bewegung des neuen Untergrunds, wo man am Tage der Sara Gammler, psychedelische Philosophen, Folksinger, Hippie-Märchenerzähler aus aller Welt treffen konnte». Bangerter berichtet über die Zerstörung des historischen Treffpunkts durch katholische Mission, Tourismus und Bürgerwehren. Golowin (1966, 92): «Ich habe sehr darauf geachtet, wer ausser den echten Bohemiens bei diesem Fest die heidnisch-christliche Heilige berührte, da es vielleicht Glück bringen könnte , es war vielleicht ein Dutzend Leute alles Gammler .»
In Saintes-Maries steht aber auch auch das Denkmal der Mirèio, jener Mireille, der Frédéric Mistral, das gleichnamige Epos gewidmet hat. Dieses Epos wiederum ist der Aufhänger des Fests der Provence, das der Berner Schriftstellerverein am 2/2.5.1959 veranstaltet.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: BSV S R (Sonderheft zum Fest der Provence); «Bangerter» (darin: focus 10/1970); «Minder» (Gespräch mit Hächler 1996, 3); 006 Suter 02; REM: Brief 6.5.(?)1966 an Waldvogel (ad. Treffen 1966) Golowin 1966 (Mären-Reihe 12), 92; Golowin 1975, 74-81; Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [19]f (Golowin); Mueller 1976, 73f</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>311</ID>
<Stichwort>Sanduhr-Press</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [20]f</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>312</ID>
<Stichwort>Sankt Galler Connection</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>-> Notker-Kreis, -> Hortulus, -> Eirene-Verlag
-> Adrian Wolfgang Martin, -> Hans Rudolf Hilty, -> Peter Hegg
Hermann Kopf, Silvio Rizzi, P. Pfändler></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: > Jost 1994; «Hilty»></Quellen>
<Sparte>Szene, Diskussion, Literatur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>313</ID>
<Stichwort>Schlössli Ins</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Bildungs- und Erziehungsstätte für Kinder und junge Menschen auf der Grundlage anthroposophischer Pädagogik Schlössli Ins». Gegründet im Herbst 1953 von Robert Seiler und Seiner Frau Ruth Seiler-Schwab. Heute wird die Schule geleitet von deren Sohn Ulrich Seiler.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>«Schlössli Ins» Schlössli Ins [Hrsg.] 1973 (LB Nb 22.192); Schlössli Ins [Hrsg.] 1983 (LB Nb 35.048)</Quellen>
<Sparte>Pädagogik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>314</ID>
<Stichwort>Schul-Reform</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Seit den 50er Jahren gibt es in Bern getragen von Fritz Jean Begert, Rudolf Müller/ Zeno Zürcher, Paul Lehmann eine starke schulreformerische Theorie &#38; Praxis. Lange vor Neill spricht Begert von der Entschulung der Gesellschaft und vom dfferenzierten Gruppenunterricht; wird in Bern die revolutionäre Umgestaltung der Gesellschaft und die Sippentheorie diskutiert. Auffallend an den vielen Veranstaltungen zum Thema (Stichwort: Pädagogik) in der Junkere 37 ist eine anti-etatistische Tendenz.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: Diskussion um Kantonalbernisches Lehrerbildungsgesetz (J 37 E/76, 81, 124; > 17.4.1966); Säuberung des Schulwesens (J 37 E/129); «Manifest» von Ulrich Seiler (J 37 G II, 87. Abend) Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [19]; Matter 1974, 9, 18></Quellen>
<Sparte>Schule, Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>315</ID>
<Stichwort>Schule, Schulreform, Pädagogik</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Da die Nonkonformität in Bern und darüberhinaus massgeblich von Lehrern, Pfarrern und Beamten getragen wurde, waren Schule und Schulreform in Bern ein Anliegen des Nonkonformismus (z. B. anthroposophische Schulbewegung ab 1926; Geheeb ( école d humanité); Freie Schule Vallamand, Sunny Dale, aber auch Reformversuche innerhalb der Staatsschule). Hier geht es A) um (historische) Schilderungen der kritisierten Schule, der geistlosen, obrigkeitshuldigenden Disziplinierungsfabrik und B) um Hinweise auf Reformen ( Jena-Plan). Zeno Zürcher: «Im Staat Bern sei die Schule seit jeher als Schlüssel zur Staatserhaltung angeschaut worden. Deshalb habe man sie immer wieder (bis heute) zur Linientreue gezwungen» (vgl. hierzu die Schriften von Friedrich Salzmann K E/131).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schule: Reformen/Repressionen» (darin «Schneiderhandel»); «Diggelmann» (darin: W. M. D.: Vortrag Kantonsschule Zürich-Freudenberg, 5.6.1968); «SINWEL/Botti/Berner Versuche» (darin: René Neuenschwander: Erziehung und Volkskultur, "SINWEL" 7; Schwerpunktnummer, "SINWEL" 8); «Sunny Dale»; «Vallamand»; «Betts» (darin: «Die Schule eine Forderung der Kultur», Manuskript, Jan. 1962); «Zeno Zürcher»; 011 Zeno Zürcher 05/Pt. 3 (Fall Fritz Eymann); 026 Walter Zürcher 06, 4 (Pädagogische Arbeitsgruppe Bern: Michael Meyer, Martin Rufer, Walter Zürcher/ Tagung im Kirchenfeldgymnasium); 054 Wanger 02; K E/131 (Hinweise auf Friedrich Salzmann); 068 Rothenbühler 1, 6 (Lange Haare, Noten); K E/421 (Hinweis auf "Blätter des Weltbundes für Erneuerung der Erziehung") Begert 1942, v.a.65f, 1943 und 1951; Golowin 1969 85ff; Gsteiger 1993, 116-119; Holzapfel 1983/1, 598 (ad. «Akademie der Ausnahmen»); Marbach 1942; Meyer E. Y. 1977, 225ff, 268f, 392f; Widmer 1992, 101, 105 (P. + Theologie), 199-259, 209 (Steiner in Bern), 251 (P. als anti-etatistisches Instrument), 272 (Repression des Kantons), 341></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<stichworte>
<ID>316</ID>
<Stichwort>Schwarz auf weiss</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Wochenzeitung für den freien Bürger» Erscheint erstmals am 18.3.1953, ab Februar 1954 nur noch als Monatszeitschrift, bis in den 13. Jahrgang 1965, in dem noch die Nummern 1-6 erscheinen. Redaktor: Hans Schwarz (J 37 E, 76, 88). «Schwarz und weiss» versteht sich als Nachfolgeblatt der eingegangenen «Nation». Editorial in Nr. 1/53:
«Was wollen wir mit der neuen Wochenzeitung "Schwarz auf weiss"? Wir wollen
eine Plattform der freien Meinungsäusserung schaffen, einen Fechtboden, auf den jeder antreten kann, der Vernünftiges vorzubringen hat, von der Rechten bis zur Linken, von den Katholisch-Konservativen bis zu den Sozialdemokraten. Ausgeschlossen sind nur die Kommunisten, sie haben kein Anrecht auf Nutzniessung der von ihnen verratenen Demokratie, und wir betrachten sie nicht als Schweizer und nicht als Mitbürger;
- ein Forum der Diskussion für Arbeitsgeber und Arbeitnehmer und Vertreter aller Schichten und Berufe; 
ein Rapier des freien Bürgers, des Individualisten, des kleinen Mannes, der sich noch allein durchs Leben schlägt und ohne unsere Hilfe in unserer Zeit langsam, aber unrettbar zwischen den Mahlsteinen der grossen Kollektive zerrieben wird. Wir sind durchaus nicht prinzipielle Gegner dieser grossen Kollektivorganisationen, sie sind aus unserer Politik und Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Aber der einzelne freie Bürger, der Individualist und Outsider, der kleine Mann, ist das notwendige Öl im Getriebe unserer Demokratie und das einzig wirksame Prophylaktikum gegen die Vermassung als Vorstufe zur Totalität und Diktatur, denn an sich ist jedes Kollektiv in seinen Ansprüchen totalitär.
Wir wollen wieder Zivilcourage planzen in Helvetien und ihr vollständiges Aussterben aufhalten ( )
Hans Schwarz»
Viel über Pferde, dazu Innen- und Aussenpolitisches mit klar antikommunistischer Ausrichtung (kaum Bern lokal). In jeder Nummer eine «Seite der Frau»; Sondernummern zu den Ereignissen in Ungarn Okt./Nov. 1956. Ab 1958 einzelne Beiträge von Tägelleistlern.Fleissiger Mitarbeiter ist Willy Bobst.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [15]</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>317</ID>
<Stichwort>Schwarze Tinte</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Gleiche Besitzerin wie Uhu. Wird nach diesem wegen Drogengeschichten geschlossen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 038 Baumgartner 02, 4f; 075 Eggimann 02, 1</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt, Beiz</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>318</ID>
<Stichwort>Schwarze-Tinte-Werkstatt</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Ernst Eggimann vorgschlagener Lesezyklus, der immer am ersten Dienstag des Monats in der «Schwarzen Tinte» stattfinden sollte. Als erster Anlass wird eine Lesung mit Paul Michael Meyer angekündigt, und zwar für den 4. November (1967/1968/1969/1970?). Laut Eggimann habe er die Werkstatt auf Anstoss von Peter Lehner und mit Unterstützung des BSV organisiert. Neben Meyer erinnert er sich lediglich an Ernst Burren als Vortragenden.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schwarze-Tinte-Werkstatt» (undatierter «Bund»-Artikel von Ernst Eggimann) 075 Eggimann 02, 1</Quellen>
<Sparte>Literatur, Lesung, Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>319</ID>
<Stichwort>Schweiz, schweizerisch</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Textstellen, die den konservativen/reaktionären Widerstand einerseits gegen die Moderne, andererseits gegen das von links besetzte Internationalistische (Kalter Krieg) belegen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [22, «Mao Tse Tung»], [27: «unschweizerisch»)</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>320</ID>
<Stichwort>Schweizer Armee, Zivildienst, Dienstverweigerung, Pazifismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Belegstellen zu den Fragen: Wann, wo und wie stellt sich die Armee, resp. ihre Exponenten dem gesellschaftspolitischen Diskurs? Wie wird über Fragen der Armee geredet? Wichtige Bruchstellen: Frage des Zivildienstes ( Witzwil, Ins); Militärdienstverweigerungen (bei denen prominente Nonkonformisten als Verteidiger auftregen. 9.2.1972 Kollektivverweigerung von 32 Westschweizer Pfarrern; daraus: «Bieler Manifest»); Bührle-Skandal; Waffenausfuhrverbotsinitiative. Es entstehen Infratsrukturen der Armeekritik: Schweizerischer Friedensrat; Arbeitsgemeinschaft für Rüstungsausfuhrbeschränkung (?) (einer der Sekretäre war Res Lutz). In den 50er Jahren publiziert Hans Rhyn den «Plan zur Schaffung einer Weltfriedenswarte».</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Militärverweigerung»; «Arbeitskreis Kritische Kirche» («Bieler Manifest»); 001 Marti 04 (Marti/Schär) 4f Armeekritik des «Arbeitskreises Kritische Kirche»); J 37 E/23 (Golowin, ad. Si vis pacem 1964, inkl. Zitate); J 37 G II (Abend 83, Kurz > 6.5.66); (Abend 159. Ory/Geistige Landesverteidigung, > 24.11.1967); «Ins» ( > 13.6.1966; > 4.7.1966) 068 Rothenbühler 1, 1 + 7 (Zivildienst) Kamber 1990, 30f, 254 (Fall Kleiber 1917, Militärverweigerung); Lehner 1972, 25f; Marti 1973 (v.a. 173ff Militärverweigererplädoyer); Steiner 1962, 126ff (Armee-Episode); Walter 1959, 105ff (Armee-Episode)></Quellen>
<Sparte>Politik, Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>321</ID>
<Stichwort>Schweizer Spiegel</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In den 60er Jahren Publikationsmöglichkeit für Leute im Umkreis der Nonkonformisten. Hinweise auf Alfred A. Häsler: «Die Luftseilbahn» (1962) und Aufsatz von Hannes Dähler (J 37 E/18, 20)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>322</ID>
<Stichwort>Schweizerischer Schriftstellerverein SSV</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Antrag von acht Mitgliedern (Diggelmann u.a.) an der > GV vom 12.-14.6.1964 zur Förderung der internationalen Kontakte (Antrag und Begründung Diggelmann in: «Schweizerischer Schr.V.») An der GV vom 13./14.11.1971 wird der Verein zum «Verband» umbenannt (SSV [Hrsg.] 1987, 95) Wenn er das Mitgliederverzeichnis von 1972 durchsehe, kenne er allerdings nicht mehr viele Namen, Ausnahmen Otto Steiger und Rudolf von Salis; zudem sei 1972 Jean Ziegler in den SSV eingetreten (Tim Krohn, 11.9.1998). 
></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schweizerischer Schr.v.» 1 038 Baumgartner 03, 6 (Episode REM/Schafherde); 076 Steiner 02, 5 + 8 (Sprengung des SSV: Zermatten-Streit) Mueller LK EG, 624, 640ff (REM am Schriftstellertag an der Expo: Erneut Schafherdenbild); SSV [Hrsg.] 1987 
Schweizer Schriftsteller der Gegenwart, Bern (Francke) 1962 (in LB Lesesaal unter BH 8 Sch).</Quellen>
<Sparte>Literatur, Organisation</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>323</ID>
<Stichwort>Schweizerisches Ostinstitut SOI</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Peter Sager geleitetes, gegen den Kommunismus gerichtetes Informations- und Dokumentationszentrum in Bern. Infiltration und Instrumentalisierung des Kerzenkreises K E/242, 257, 262, 271, 274, 282. Anfang 1960 Gründung von "Der klare Blick" («Kampfblatt für Freiheit, Gerechtigkeit und ein starkes Europa» (K E/271); Ende März 1960: 5000 Abonnenten ( K E/282); K E/342; K E/345 (eingelegt) Mitarbeiter in den frühen 70er Jahren: John Erpf, Alexander Heimann, Hansruedi Lerch.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl: 026 Walter Zürcher 06, 6f; 035 Erpf 01, 3f</Quellen>
<Sparte>Kalter Krieg</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>324</ID>
<Stichwort>Schwellenmätteli</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Auf einem von der Stadt Bern zur Verfügung gestellten Terrain beim Schwellenmätteli giesst Walter Kretz im August 1974 über mehrere Monate Betonskulpturen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 108</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>325</ID>
<Stichwort>Schwule</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Wo trafen sich die Schwulen in Bern zwischen 1950-1970? Wo und wie lebten sie ihre Kultur? Wie funktionierte die öffentliche Ausgrenzung und Unterdrückung? «Vor 1968 war es ein anderes Leben als heute, selbst gebildete Leute waren der Ansicht, homosexuelle Männer gehörten hinter Gitter, sofern man es von ihnen wusste» (Walser). Rosa von Preaunheims erster Dokumentarfilm «Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt» wird 1972 im Kellerkino gezeigt, Mitglieder der Homosexuellen Arbeitsgruppe Zürich (HAZ), die Allabendlich die Diskussion leiten, animieren Berner Schwule zur Gründung der Homosexuellen Arbeitsgruppe Bern (HAB) [siehe WoZ 44/95, 19, in: Archiv fl. «Kellerkino»]</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schwule» (Walser 1991); 025 Megert 03, 7; Diskussion um Bachmanns «Gilgamesch»-Lesung in Burgdorf , in: «Schwander Martin» Betts 1978, 92 («Langnauer»)</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>326</ID>
<Stichwort>Science Fiction</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Bereits 1952 macht A. C. Artmann die Berner Szene um Golowin mit Lovecraft (1890-1937) bekannt (Bisinger [Hrsg.] 1972, 128). In der Junkere 37 spätestens seit den Abenden vom 27.8.1965 und 18.2.1966 als literarische Gattung gepflegt. Ab 8.7.1967 veranstaltet Szeemann in der Berner Kunsthalle eine Ausstellung unter dem Titel S. F. Ende August 1967 erscheint zum gleichen Thema das apero 2. Swiss science fiction ( 22.9.1967). 1968 erscheint v. Dänikens Bestseller «Erinnerung an die Zukunft», mit dem Golowin die Klinge kreuzt («Golowin» [NZZ 6.8.1968]; Golowin/Bourquin 1970). In der Junkere 37 wird unter Golowins Einfluss S. F. in der Nachbarschaft des Phantastischen Realismus diskutiert.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37/151 Die Tat 194, 1967, "apero" 3 Bisinger [Hrsg.] 1972, 128f; Frisch 1986, VI, 328 (Schwindler von Däniken); Golowin [1967]/1980, 45, 91f (Lovecraft, Kuttner), 117, 129 (Lovecraft), 151, 187/203 (ad Kunsthalle-Ausstellung 1967 über S. F.); P.D. Ouspensky: Auf der Suche nach dem Wunderbaren, Bern/München/Wien (Scherz) 1988 (ad. Gurdjieff; bei Max Rüdlinger)></Quellen>
<Sparte>Kunst, Literatur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>327</ID>
<Stichwort>Seeländer Volkszeitung</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Sozialdemokratische Tageszeitung, deren Redaktor > Marcel Schwander zwischen 1958 und 1967 war; danach arbeitete er noch bis Ende 1968 frei für sie. Verrmutlich 1967 gerät sie so stark in finanzielle Probleme, «dass sie zur Fusion mit der stärkeren Berner Genossin, Tagwacht , gezwungen war. ( ) Was jedoch in den Tagen nach der Fusion in die Bieler Genossenhäuser trudelte, versetzte zukunftsstädtische Sozilademokraten in Furcht und Elend: die schmale Rechtskost der boiederen Genossen stiess auf Widerstand.» (Mario Cortesi in: nuetralität, 5/1967, 13). Die S. Z. sei vermutlich 1969 endgültig eingegangen (Marcel Schwander, mündlich, 7.10.1999)></Kurzbeschrieb>
<Quellen>068 Rothenbühler 1, 1</Quellen>
<Sparte>Zeitung</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>328</ID>
<Stichwort>Selim</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Schwulentreffpunkt in den 50er und 60er Jahren; heute Liegenschaft Metzgerei Richard/Restaurant «Chindlifresser».</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schwule» (Walser 1991, 37)</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>329</ID>
<Stichwort>Sexuelle Revolution, Erotik, Freie Liebe</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die 60er Jahre gelten als die Jahre der «sexuellen Revolution» Oswald Kolle; Lancierung der Antibabypille etc.). Belegstellen, wer sich in Bern 1950-1970 wie Sexualität, Geschlechterverhältnis etc. problematisiert worden ist. Kleines rotes Schülerbuch.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Burgdorf» («Gilgamesch»-Literaturstreit im Grossen Rat); Franz Gertsch (Mittelschule Langenthal); «Film» (ad. Verbot von "Ich bin neugierig"); > 19.2.1968, > 10.5.1968; J 37 E/184 (Franz Keller = «Berner Kolle») "focus" 12/1970 (Staatsschutz gegen Pornografie) Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 176 (Wahlplakat Härdlütli); Golowin 1964, 62ff (Die Zauberwelt der Erotik); Golowin [1967]/1980, 97-102, 144f, 190; Kamber 1990, 55, 62f (s. R. 1920 als «Durchbruch der Moderne»); SAD 1964, 12 («Angriff auf sittliche Integrität» als «Zerstörung des Wehrwillens») Schmid 1976, 154 f («Sexualaufklärung in der Schule»)></Quellen>
<Sparte>Kultur, Ideologie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>330</ID>
<Stichwort>Shalimar</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Café-Bar Jazzkeller Shalimar, Monbijoustrasse 29. Veranstaltungsraum für Jazzkonzerte seit den frühen 70er Jahren (?).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 187</Quellen>
<Sparte>Veranstaltungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>331</ID>
<Stichwort>Sinwel</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Sergius Golowin und Niklaus von Steiger im Frühling 1959 in Genf-Rive (Golowin 1959, 87) gegründeter Verlag, dessen erste Veröffentlichung Golowins Lyrik-Band «Der verlorene Reif» ist. von Steiger wird erster Verleger der Einzelfirma (Verlagsadresse am 17.9.1959 immer noch Genf-Rive.) Der Buchhändler Maurus H. Klopfenstein steigt als Adminstrator ein (1961) und führt den Verlag ab Ende 1974 in einem Zimmer seiner Mietwohnung am Ankerweg allein weiter (berner Zeitung, 9.3.1976, in: «Sinwel-Verlag». Aber: In bern gibt es nur eine «Ankerstrasse» [am Egelsee]). Mitte der 70er Jahre publizistische Erfolge mit den «Göpfi-Heften» von Jakob Stibler. Heute ist S. als Verlag und Buchhandlung an der Lorrainestr. 10, (42 52 05) domiziliert.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Sinwel-Verlag»; «Verlage»; Verlagsprogramm bis 1962 in: v. Steiger [Hrsg.] 1962; Publikationen des Sinwel-Verlags bis 1970 (in Klammern: Standort in der Landesbibliothek): a) Reihe Lyrik, 2 Titel, 1959-1960 (P ?); b) Reihe Prosa, 10 Titel (u.a. von Betts, Christen, Golowin, Neuenschwander), 1960-1963 (P 24 497); c) Reihe Romantische Nachdrucke, 1 Titel, 1961 (P 24 647); Reihe Feen-Märe, 12 Titel, 1961-1966 (P 24 646); e) Reihe zur geistigen Landesverteidigung, 4 Titel, 1966-1970 (P 25 747) Archiv fl.: «v. Steiger» (Interview 13); 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 7; 015 Ammann 02/2; 017 Klopfenstein Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 180f, Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [31]; v. Steiger [Hrsg.] 1962, o. S. (Gründungszeit «Frühling 1959»: unter v. Steiger)</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>332</ID>
<Stichwort>SINWEL</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Zeitschrift, die zwischen dem 21.6.1958 und 1962 21 Mal in ca. 50 Exemplaren erscheint, zum Teil mit Originalgrafiken von Ulrich Baumgartner und Franz Gertsch. Hauszeitung des Tägel-Leists. Nrn 1-8 geleitet von Sergius Golowin, René Neuenschwander und Niklaus von Steiger; danach von Maurus Klopfenstein, Niklaus von Steiger und Zeno Zürcher ("SINWEL 9/1960, Leitaufsatz). Die Zeitschrift heisst zuerst «SINWEL» (Nrn 1-13, 1958-1961), erscheint vierteljährlich jeweils zu den Sonnenwenden und Tag- und Nachtgleichen; danach «Botti» (Nrn 1-3 resp. 14-16, 1961/62), schliesslich «Berner Versuche» (Nrn 1-5 resp. 17-21, 1962/63). Die Zeitschrift sei «völlig unpolitisch», jedoch ein «geistiges Kampfblatt» und der Beweis, «dass der dritte Weg zwischen konformistisch-spiessigem Konservativismus und absurd-abstrakter Neuerungssucht durchaus möglich ist» (Niklaus v. Steiger, in: Tä L chron., Schwarz auf Weiss, 28.4.1959, vgl. auch: "SINWEL", 5/59, 38). «Grundidee» des "SINWEL" sei die "Volkskultur" ("Botti" 1, 4)></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «SINWEL/Botti/Berner Versuche»; «v. Steiger» (Interview 13); 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 7; 03/Pt. 3; 017 Klopfenstein; J 37 E/100 Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 180f; Kunstmuseum Luzern [Hrsg.] 1972, [15]</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>333</ID>
<Stichwort>SJU</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Schweizerische Journalisten-Union (ab ca. Mitte der 80er Jahre Schweizerische Journalisten- und Journalistinnen-Union).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 029 Cortesi 01, 4f (Gründungsgeschichte: VSJ-Sezession)</Quellen>
<Sparte>Journalismus</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>334</ID>
<Stichwort>Söller, Kleidergeschäft Fueter</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: Gafner 1991, 14</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>335</ID>
<Stichwort>Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Mit einer Reihe von Studenten und Künstlern, darunter Franz Eggenschwiler und schang Hutter u.a., pendelt er [Dieter Roth, fl.] täglich mit der S.-Z.-B.-B., ein für Berner Künstler legendär gewordener Ort der intellektuellen Auseinandersetzung» (Bucher).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Bucher 1990, 52 (Fn 3: «vgl. Kamber, in Katalog: Dieter Roth [1988], S. 31»)</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>336</ID>
<Stichwort>Sonntags-Journal</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Nach dem Kurswechsel bei der "Zürcher Woche" übernimmt das S.-J. bis zu seinem eingehen die Fuktion der Plattform für nonkonformstische Publikationen.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Golowin [1967]/1980, 216</Quellen>
<Sparte>Zeitung, Zeitschrift</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>337</ID>
<Stichwort>Sozialdemokratische Hochschulgruppe</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von > Ernst Leuenberger 1969 gegründete und angeführte Gruppierung unter dem Dach des > forum politicums.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>068 Rotenbühler 1, 9</Quellen>
<Sparte>Politik, Universität, Organisation</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>338</ID>
<Stichwort>Sozialdemokratische Partei der Schweiz, SP</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Diskussionsbeiträge, die die Position de SP zwischen ihren Funktionen als Regierungspartei und linker Oppositionspartei thematisieren. Ihre Stellung zu den Nonkonformisten der 60er Jahre. Vor allem Hilty plädiert für den Eintritt der Nonkonformisten in die SP. SP-Mitglieder werden in diesen Jahren Peter Bichsel, Walter M. Diggelmann, Hans Rudolf Hilty, Gottfried Honegger-Lavater, Adolf Muschg, Otto F. Walter. Kritisch-solidarische Distanz hält Max Frisch. Im Kanton Bern verläuft eine Front zwischen offizieller SP (Tschäppät, Schweizer) und den Nonkonformisten innerhalb (Villard, Schwander) und ausserhalb (Cortesi, Däpp) ausserhalb der Partei (vgl. Bi-Ba-Bu-bisten-Streit etc.). Für die Jugendlichen ist die Partei damals «nicht attraktiv» (Rothenbühler).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Sozialdemokratische Partei»; «Burgdorf» (darin: "neutralität" 4/68 [Golowin]: vs. Villard); «Geistige Landesverteidigung» (ad. Ory); «Nonkonform» (darin: "Bi-Ba-Bubisten"-Kontroverse); «Villard»; 001 Marti 04 (Marti/Schär) 4, 5, 7f; 033 Däpp 01, 1, 5; 037 Stalder, Pt. 3; 068 Rothenbühler 1, 6 Dahinden [Hrsg.] 1988, 354 (Hinweis auf SP-Manifest: Die neue Schweiz [während des 2. Weltkriegs]); Däpp et al. [Hrsg.] 1986, 122-144 (Däpp ad. bernische Regierungskonkordanz); Cortesi 1968, 5 (Bichsel), 14f (Hilty: Versuch, intellektuelle zu gewinnen), 16f (Bringolf), 23 (Tschäppät); Vorwärts 1966 (Hilty)></Quellen>
<Sparte>Partei, Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>339</ID>
<Stichwort>spiral press</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Verlag von Marcel Wyss, der in erster Linie die spirale verlegt. daneben wird hier veröffnetlicht: Eugen Gomringer: konstellationen (1953); Mary Vieira: zeiten einer Zeichnung 1 und 2 (1954) (je 8 Lithografien) und Josef Albers: Mappe mit zwöf Zeichnungen (zusammen mit Wittenborn, New York).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Bucher 1990, 67</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>340</ID>
<Stichwort>spirale</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Ab 1951 diskutieren Dieter Roth und Marcel Wyss die Idee einer Zeitschrift (Bucher 1990, 58). Eugen Gomringer wird als Beirat für literarische Fragen zugezogen. Gründung der Zeitschrift Anfang 1953 im Café Rio; die Nr. 1 erscheint im April, Auflage 600 Expl.. Selbstdarstellung: «spirale internationale zeitschrift für junge kunst. 35x50 cm. spirale erscheint alle drei monate und veröffentlicht originalgrafik, dichtung, skulptur, architektur, foto.» Eigenverlag (der sich zuerst «verlag spirale», später «spiral press» nennt und zum Einmannbetrieb von Wyss wird). «Künstlerzeitschrift konstruktiver Richtung ( ) Mit ihrem Engagement für konstruktive und konkrete Kunst, konkrete Literatur, "Subjektive Fotografie", "gute Form" und "Neue Grafik" bildet die Zeitschrift eine Plattform konstruktiven Denkens, die als Gegengewicht zum Tachismus, der gleichzeitig die offizielle Kunst dominiert, zu verstehen ist. Damit stehen sie in Bern ziemlich allein da» (Bucher, 9). Erscheinungsrhythmus: Nrn 1+2 (1953), 3+4 (1954), 5 (1955), 6/7 (1958), 8 (1960), 9 (1964). Adresse: spiral press, Wankdorfstation Ostturm, Bern, Schweiz. "s."-Ausstellungen in Hilversum (1958) und Bern (1974).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: Annemarie Bucher: spirale Eine Künstlerzeitschrift 1953-1964, Baden 1990 (nur Textteil); insbesondere 9-11, 25 (Auraverlust), 32 (ad. Bill: «Form», 1952), 33 (vergleichbar mit Zeitschift "neue Form"), 58ff (Projektphase), 62ff (die Gründung), 64ff (die Zeitschrift), 130 (zum Namen "s."), 154ff (zur Programmatik), 165 (Schlussbemerkungen) Baumgartner 1984, 242f; Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 42; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [18f], Kunstmuseum Bern [Hrsg.] 1989, 23, 26 076 Steiner 02, 6></Quellen>
<Sparte>Zeitschrift, Avantgarde, Moderne</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>341</ID>
<Stichwort>Spruga</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Zwei Lebensgemeinschaften zuhinterst im Onsernonetal, die aus dem dritten Camp der Bärglütli entstanden. Ramseier: «Das Experiment im Onsernonetal artete schliesslich in einen Existenzkampf aus.»</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Ramseier» (Gespräch mit Hächler 1996, 4, 5);</Quellen>
<Sparte>Szene, Wohngemeinschaft</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>342</ID>
<Stichwort>Staatsschutz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Mechanismen der staatsschützerischen Repression sind seit der Fichenaffäre bekannter geworden. Die Praxis des Staatschutzes in dieser Zeit kann nur über die Fichen rekonstruiert werden. Für seine Theorie sind Belegstellen gesucht.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Fichen: «Cortesi», «Däpp», «Frisch», «Junkere 37» Archiv fl.: 048 Schwander 01, 3 Mueller LK EG 650ff (offener Brief ad. Zensurfall «Roter Gallus», 16.1.1971); Schnüffelstaat 1990, 36-47 (Jakob Tanner: Staatsschutz im Kalten Krieg)</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>343</ID>
<Stichwort>Stärnelütli, Sternenleute</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Kulturpolitische Lebens-Stil-Gruppe mit dem Treffpunkt des Stärnekeller (Nachfolgetreff nach der Schliessung der Junkere 37). Parallel zu den Härdlütli (Urs Graf mündl., 11.5.92). Engagement im Bereich Architektur/Wohnungsnot ( J 37 E/164: «Sternleutlein», 8.12.1967).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 3 Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [29, Golowin]; Golowin [1967]/1980, 121ff, 124, 131, 175f; Golowin [1981]/1989, 286</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>344</ID>
<Stichwort>Steiner-Schule, anthroposophische Pädagogik</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schule» (darin: Mappe Steiner-Schule, Dokumente zur Gründung der Berner Schule 1945/46)</Quellen>
<Sparte>Anthroposophie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>345</ID>
<Stichwort>Studio 20, Zimmertheater Studio 20, Studio 21</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Studio 20» an der Amtshausgasse 20: Wird im November 1958 mit «Glasmenagerie» von Tenessee Williams eröffnet (K E/211); Uraufführung der ersten Bühnenfassung von Dürrenmatts Radiohörspiel «Der Stall des Augias»; «Santa Cruz» (Max Frisch);
«Zimmertheater Studio 20»: «Die grosse Wut des Philipp Hotz» (Max Frisch); «Ingeborg» (Curt Goetz; K E/236); «Montpi» (Gabor von Vaszary); 
Dann Umzug in den Theaterkeller am Zytglogge: «Studio 21 Theater am Zytglogge»: «Ziegeninsel» (Ugo Betti); «Der Himmel der Besiegten» (Karl Wittlinger); «Spiel zu Zweit» (William Gibson); «Orphée» ((Cocteau). Im März 1961 trägt Paul Niederhauser hier Tennysons «Enoch Arden» vor.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: P G (eingelegt unter 1. Sonntagsmatinée: "Berner Tagwacht" 24.3.1961) Betts 1978, 119; Loosli/de Quervain 1983, 38f></Quellen>
<Sparte>Theater, Veranstaltungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>346</ID>
<Stichwort>Studio am Montag</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Kleintheater, das «die Mitbestimmung des Ensembles in allen Entscheidungsbereichen» kennt ( Norbert Klassen), vergleichbar mit innerstadtbühne Aarau und Claque Baden. Eröffnung: 2.11.1970: Beatmusik und Undergroundlyrik (an der Kramgasse 6). Ab 2. Spielzeit im Theater im Zähringer. 1974: Fusion mit dem Theater im Zähringer.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 172ff; Loosli/de Quervain 1983, 40, 41 Archiv: Theatersammlung Schanzenstrasse</Quellen>
<Sparte>Theater</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>347</ID>
<Stichwort>Suez Krise 1956</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Jürgmeier 2002, 92f</Quellen>
<Sparte>
</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>348</ID>
<Stichwort>Sunny Dale</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>In den 50er Jahre von Kurt Gaugler geleitete Privatschule in Adelboden und Wilderswil. Das Berghaus in Adelboden muss im Frühling 1957 aufgegeben werden (Eigenberaf der Gemeinde). dafür wird die Freie Schule in Vallamand als «Zweigschule» von S. D. geplant.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Sunny dale»; «v. Steiger» (Interview 2); 011 Zeno Zürcher 05/Pt. 1</Quellen>
<Sparte>Pädagogik, Schule</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>349</ID>
<Stichwort>Swiss Jazz School</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1967 gegründet</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Swiss Jazz School» Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 187</Quellen>
<Sparte>Jazz</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>350</ID>
<Stichwort>Tachismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eine der vorherrschenden Kunsttrömungen in den 50er Jahren in Bern: «Willy Rotzler sieht die Schweizer Kunst der fünfziger Jahre als ein Feld, das sich, abgesehen von einigen Ausnahmen, zwischen "Konstruktion und Geste", zwischen der konstruktiven Kunst und dem T., bewegt» (Bucher 158). Wichtige Exponenten des T. in Bern Iseli, Fedier. vgl. Paul Lehmanns tachistische Phase.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 025 Megert 01, 11 (Konstruktivismus vs. Tachismus in Bern) Bucher 1990, 9, 11, 22, 32, 40, 158; Kunsthalle [Hrsg.] 1987, 22</Quellen>
<Sparte>Kunst, Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>351</ID>
<Stichwort>Tägel-Leist</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Korrekte Schreibeweise: «Tägelleist»; «Kommune Tägelleiststrasse 57a» (Eichenberger). Abspaltung des Kerzenkreises nach internem Zwist um Fritz Jean Begert. Wird «um Mittwinter 1957 in der Gaststätte zum Bubenberg» von den «Leist-Herren» und den «hulden Gefährtinnen» gegründet ("sinwel" 1/58); das Oberländische Volksblatt vom 30.1.1958 vermeldet das erste Treffen auf den 25.1.1958; später erwähnt von Steiger, man treffe sich «am letzten Samstag jedes Monats» ("Schwarz und weiss", 30.4.1958). Jedoch: «Erste Zusammenkunft Sonntag, 26.1.1958, 20 Uhr; Mühlemattstrasse 68, IV Stock» (Kerzenkreis [!] E/160); eingeladen wird von Golowin, Jean-Richard und Neuenschwander; zentrales Thema des ersten halben Jahres: Novalis. «Diskussions- und Experiment-Gruppe junger Menschen»; Programmatisches vgl. "SINWEL" 1/58, 3f (Golowin); Selbstkritik SINWEL 9/60, 2f (Golowin), 5f (v. Steiger); führt bis 1962 etwa 220 interne Veranstaltungen durch. Engagement für die freie Schule Vallamand 1957-1962. Geben die vervielfältigte Zeitschrift " SINWEL" heraus, danach "Botti", dann "Berner Versuche". Krise im Frühjahr 1961: der «neue Tägelleist» nimmt seine Tätigkeit mit dem "Botti 1 im Sommer 1961 wieder auf ("Botti" 1, 4). Ab 1963 zunehmendes Engagement bei «Das Podium» an der Junkerngasse 37. Ab 5.2.1964 geht der T. in der Betreibung der Junkere 37 auf: «Ganz richtig vermuten Sie, dass aus dem sog. "Tägel-Leist" das Diskussions-Podium "Junkere 37" geworden ist.» (Zeno Zürcher an Jean Richard, 31.3.1964) Die paradoxe Ausgangsposition des T. scheint gewesen zu sein, dass jene verachtet wurden, die rückwärts einen Weg in die Vergangenheit suchten.Selber suchte man den Weg in die Vergangenheit vorwärts, und zwar via "ewige" Gesetze (vgl. z. B. Golowin: Der Weg der Jugend», "SINWEL", 8/59). Zur Festkultur des T.: Es gab bis 1900 auch eine linke «identitätsstiftende, gemeinschafts- und naturverbundene Festkultur» (WIDERSPRUCH 26/93, 31).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Kerzenkreis» (E/160); «Tägelleist» resp. «Tä-L.»; «SINWEL/Botti/Berner Versuche» (darin: SINWEL 12/1960: Der T. L. Eine Schau); «Schwarz auf weiss» (Fiche); «v. Steiger» (Interview 2, 3 [Volkskultur: NS-Vorwurf] 4, 6, 13); 011 Zeno Zürcher 02/Pt. 9; 03/Pt. 3; 06 (Spaltung Kerzenkreis/T.: «Magisches Treffen»); 08 (Spaltung Kerzenkreis/T.); 026 Walter Zürcher 04, 2; 07 (Spaltung Kerzenkreis/T.); 038 Baumgartner 01, 6f (Spaltung Kerzenkreis/T.), 02, 1; 05, 1f, 3f; 040 Niederhauser/Waldvogel 01, 7f (Podium: Intrige); 042 Jean-Richard 03, Pt. 2 (Spaltung Kerzenkreis/T.); 04, Pt. 1; J 37 E/42; J 37 Dokumente (Briefwechsel Zürcher Jean-Richard Frühjahr 1964; Brückenbauer, 20.1.1967) Baumgartner 1984, 142f (der «1957 von Sergius Golowin und Zeno Zürcher begründete Kreis der "Freunde einer neuen Heimatkunde"»); Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 180f; Eichenberger [1970], 58; Graf/Graf [Hrsg.] 1973 [19], [21]; Kunstmuseum Kuzern [Hrsg.] 1972, [16]></Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>352</ID>
<Stichwort>Textilhaus Rüfenacht und Heuberger</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ausstellungsort</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 100</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>353</ID>
<Stichwort>The Quintet</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Formation u.a. mit Franz Biffiger, Heinz Bigler und Marc Hellman, die Ende der 50er Jahre dem modernen Jazz unter den Berner Musikern zum Durchbruch verhalf» (Solothurnmann).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 187</Quellen>
<Sparte>Jazz</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>354</ID>
<Stichwort>Theater am Käfigturm</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1967 wird das Theater am Käfigturm (Spitalgasse 4) eröffnet. das Programm 67/68 gestaltet Ramseyer. Nach Streit wird Stirnemann sein Nachfolger für zwei Jahre.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [42]</Quellen>
<Sparte>Veranstaltungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>355</ID>
<Stichwort>Theater am Zytglogge, Kramgasse 70</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Laut Eichenberger das älteste und kleineste (69 Sitzplätze) Kleintheater Berns; habe zuerst «Studio 21» geheissen (?). Ab 1949 Theater der untern Stadt; Anfang der 60er Jahre Theater Arlequin. 1962 übernimmt Hugo Ramseyer mit dem Schiferetafele-Team das Theater am Zytglogge (Kramgasse 70). Vorgestellt werden: 3 Chanson-Produktionen («Berner Troubadours»), Hohler, Emil etc. Wird dann vom Laientheaterverein (= Trägerverein) «Chäller-Kumedi Bern» übernommen. Der Keller wird von ihm vermietet («Studentenbühne Bern», «Cabaret Zahnstocher» etc.). Auf Ende 1992 wird das Theater wegen Streichung der städtischen Subvention von 10 000.- geschlossen.
Aus dem T. a. Z. wächst spätestens 1967 der «Schallplattenverlag Theater am Zytglogge » (Apero 2, 41) (Vorgängerstruktur des -> Zytglogge-Verlags).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Theater am Zytglogge» Eichenberger 1970, 52ff; Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [42]</Quellen>
<Sparte>Veranstaltungsraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>356</ID>
<Stichwort>Theater Arlequin, Kramgasse 70</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Welsches Laien- und Studententheater nach der Schliessung des Theaters der untern Stadt in den frühen 60er Jahren (nur für kurze Zeit, dann Theater am Zytglogge).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 038 Baumgartner 01, 3 Loosli/de Quervain 1983, 38</Quellen>
<Sparte>Theater</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>357</ID>
<Stichwort>«Theater der unteren Stadt Bern», Kramgasse 70</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ab 25.6.1949 unter der Leitung von Sepp Diethelm; erste Inszenierung: «La mort joyeuse» (Evreïmov) und «Der Spatz vom Dache» (Curt Goetz). Zuerst im Anlikerkeller, ab 5.11.1949 an der Kramgasse 70, einem ehemaligen Kohlenkeller unter dem Kino «Capitol». Von Margrete Hoff und Sepp Diethelm geführt. April 1951: Streit um Diggelmann 9.4.1951. Wir nach dem Tod von Hoff eingestellt und vom Theater Arlequin übernommen. Im Spätherbst 1956, während der «ungarischen Revolution», wird «Draussen vor der Tür» von Wolfgang Borchert gespielt (Bachmann). Hans Rudolf Hilty: Der kleine Totentanz ( 10.2.1957).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Theater der untern Stadt»; «Baumgartner» ("Berner Nachrichten", 17.6.1978); 038 Baumgartner 01, 3 Bachmann 1988, 14; Loosli/de Quervain 1983, 38 Dossier in LB unter «V Bern 6372»></Quellen>
<Sparte>Theater</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>358</ID>
<Stichwort>Theater im Zähringer</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Der/die/das "Zähringer-Podium-Refugium-Galerie", auch "Matte-Casino"» (Ramseyer). Eröffnung im Februar 1970, grosse Aktivität (jährlich an die 120 verschiedene Veranstaltungen). Unter dem Namen «Theater im Zähringer» besteht vermutlich ab 1970 auch ein Ensemble, das 1974 mit dem Studio am Montag fusioniert. Bereits am 20.1.1956 hat Ulrich Baumgartner hier, im Rahmen des Kerzenkreises, Schattenspiele gezeigt; nach Walter Zürcher der erste Einbruch einer neuen Welt im Zähringer (K E/51).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 172ff (Ramseyer); Graf/Graf [Hrsg] 1973, [42, Ramseyer]; Loosli/de Quervain 1983, 40; Stirnemann 1974</Quellen>
<Sparte>Kulturraum, Theater</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>359</ID>
<Stichwort>Theater in der Schweiz</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Diskussionsbeiträge, die sich in den 50er und 60er Jahren mit dem Schweizer Theater in irgendeiner Weise auseinandersetzen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Theater-Szene allg.» Hans Rudolf Hilty/M. Schmid [Hrsg.]: Modernes Schweizer Theater, Zürich (Clou-Verlag), 1964; Loosli/de Quervain 1983, 34ff (Zur heutigen Theatersituation in der Schweiz); 105ff (Das moderne Puppentheater)</Quellen>
<Sparte>Theater</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>360</ID>
<Stichwort>Théâtre Arlequin</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>An der Kramgasse 70 ( 13.10.1960).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Théâtre Arlequin»</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>361</ID>
<Stichwort>Thun</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ereignisse und Personen, die im Umfeld der nonkonformistischen Szene Berns eine Rolle spielen. Vermutlich vor 1944 gründet Fritz Jean Begert im Hotel Falken das Stammlokal der Kunstgesellschaft (Vorläuferstruktur zum Kerzenkreis, K E/1). Ab Ende 1958: Galerie Aarequai (K E/213) 1966/67: Spukfall in Thun ( Okkultismus).
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: K E/1; J 37 E/131 + > 21.4.1967 (Gespenstergeschichte von Thun) Küng 1988, 79 (Kellertheater Thun); Volmar 1969, 177-194 (Spuk in Thun)></Quellen>
<Sparte>Kulturpolitik, Stadt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>362</ID>
<Stichwort>Totalitarismus, Antitotalitarismus</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eine in den 50er und 60er Jahren beliebte Konstruktion des Kalten Krieges, also antikommunistisches Ideologem. Von anderen, z. B. den Tägelleistlern gleichermassen gegen West und Ost gewendet, mit der Spitze gegen den ökonomistischen T. und den T. der Massengesellschaften (z.B. Golowin in: "SINWEL" 6/59, 9). Gegen Kommunismus und Faschismus/Nationalsozialismus gleichermassen ist der Begriff T. seit spätestens der 30er Jahre z.B. auch von den Anthroposophen und den Panidealisten [Astrow] verwendet worden.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl: «SINWEL/Botti/Berner Versuche» (darin: Klopfenstein in "SINWEL" 9/60, 4)></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>363</ID>
<Stichwort>Tscharnergut</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Siedlung an der Waldmannsstrasse/Fellerstrasse, 3027 Bern, Baujahre 1956-1966</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Kurzbeschrieb: Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 139</Quellen>
<Sparte>Architektur</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>364</ID>
<Stichwort>Tschechoslowakei 1968</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Gemeint ist der «Prager Frühling» 1967/68 als jerne Episode in der tschechischen Geschichte, die einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz anstrebte (Alexander Dubcek). Die Ereignisse der Niederschlagung ( 20.8.1968) führt zu öffentlichen Aktionen sowohl der Intellektuellen als auch der Studentenschaft in Bern und in der Schweiz.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Tschechoslowakei 1968» 076 Steiner 02, 5 (Steiner, Marti und Gross in Prag, 1968); hierzu: neutralität 5/1968, 23f (Interview mit Steiner)</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>365</ID>
<Stichwort>Überbauung Worblaufen</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Siedlung an der Lindenhofstrasse/Fischrain in 3048 Wobrlaufen bei Bern, Baujahre1964-1966</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Kurzbeschrieb in: Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 140</Quellen>
<Sparte>Architektur</Sparte>
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<stichworte>
<ID>366</ID>
<Stichwort>Umweltverschmutzung</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Marti 1965, 44 (Auseinandersetzung an einer Gemeindeversammlung wegen Gewässerverschmutzung)</Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>367</ID>
<Stichwort>Ungarn, Aufstand 1956</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Ungarn 1956» Bund, 6.11.1956 (Stellungnahme des BSV, in BSV S R) Diggelmann 1965; Frischknecht u.a. 1979, 68ff [ad. Studentische Ungarn-Bewegung]; Jürgmeier 2002, 90f (ad. Ereignisse), 92+102ff (Helmut Hubacher vs. Schiwoff), 93f (Schülerreaktionen), 104 (Pogromstimmung); Kopp [Hrsg.] 1964, 50f</Quellen>
<Sparte>
</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>368</ID>
<Stichwort>Universität Bern</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ausgehend von der These, dass sich die Neue Linke um 1968 auch in Bern einerseits als linksradikal-systemkritisch-politische, andererseits als kulturkritisch- lebensweltliche Opposition manifestierte (Lerch 1996, 365), konzentriert sich die ersteere auf die Universität Bern resp. die StudentInnen. Einerseits interessieren hier die Auseinandersetzungen in der Universität Bern, die Aktivitäten des Forum politicum (fp) und der Vereinigung progressive Hochschule (VPH), andererseits die Stellung der Studierenden in der Stadt.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Universität Bern» 024 Lauener 01, Pt. 11; Cortesi 1968, 1; KomBH 1984, 471-485 (Ungarnkrise, 1968, H. H. Holz, Besetzung des soz. Inst. 1974); Meyer E. Y. 1977, 311f; Schmid 1976, 122ff, 192; SUB/GKEW [Hrsg.] 1976 («Festschrift aus Unbehagen (1943-1976)») LB V 2718: Verzeichnis der Studierenden 1968ff «focus» 10/1970 (D. Jenni: Studenten - rechtlose Fremdarbeiter?); «Berner Student» (aus verschiedenen Hinweisen J 37 führt das Blatt Mitte der 60er Jahre reaktionäre Polemiken gegen J 37, Sinwel etc.)</Quellen>
<Sparte>Schule, Bildungspolitik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>369</ID>
<Stichwort>Untergrund, underground, Subkultur, Gegengesellschaft</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Auch «underground». ad. 50er Jahre: «der Avantgardekünstler wird abgelöst durch den "Underground-Künstler", dessen Kunst nicht mehr den primären Anspruch hat, gesellschaftlich relevant zu sein, da er sich weitgehend von der Gesellschaft entfremdet hat» (Bucher 1990, 28). Begriff vor allem der Neuen Linken, der ursprünglich eine soziologische Konzeption von Gegen-Gesellschaft meinte (vgl. Rolöf Schwendter). Golowin gibt 1969 die «Berner Märit-Poeten» in der Sinwel-Reihe «Bern untergrund» heraus. «Für Golowin ist die Untergrundbewegung nicht eine international koordinierte Bewegung, sondern aktive Tradition» (Eichenberger). «Verbotenes verzieht sich in den Untergrund.» (Gerber 1968, 123)

Im Laufe der 70er Jahrenimmt der Begriff immer stärker eine militärische Färbung in Richtung des bewaffneten, revolutionären Kampfs (RAF). Hier geht es um frühere Anwendungen des Begriffs.

Seit 1997 versuche ich, den Begriff S. eigenständig zu fassen: «Subkultur: Fünf Faktoren und neun Thesen» («Fabrikzeitung» Nr. 133, Juni 1997); «Die Kunst, den Aufbruch zu verewigen» (für Sammelband 10 Jahre Reitschule).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Untergrund»; 025 Megert 03, 2; 068 Rothenbühler 1, 11 (Subk. Lesegruppe als politische Arbeit); J 37 E/271, E/272, E/274; «K.U.S.S.» Baumgartner 1984, 19, 262 («Berner Phantastik» um Golowin); Bucher 1990, 28; Eichenberger [1970], 60; Frisch 1998, 127 (Theatergruppe als S.); Golowin 1969, 1, 101; Golowin 1969/2, 68, 93ff; Golowin [1969]/1991, 30, 36f, 42; Hollstein 1969; Hollstein 1975; Schwendter 1993/4; Wienkoop 1989</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<stichworte>
<ID>370</ID>
<Stichwort>Ursus-Club</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Seit 1968 erstes «offizielles» Homosexuellenlokal an der Junkerngasse 1 (Postfach 3000 Bern 8, 22 74 06).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Schwule» (Walser 1991, 38)</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>371</ID>
<Stichwort>Vereinigung progressive Hochschule</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Kritische StudentInnengruppierung an der Universität Bern: Unter Mitwirkung des Soziologieprofessors > Urs Jaeggi im Sommer 1965 konstituiert. Zweckartikel: «innere und äussere Demokratisierung der Universität». September 1966: erster «roter Bericht» als Beitrag zur Unireform nach SUB/GKEW).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Universität Bern» KomBH 1984, 474; SUB/GKEW [Hrsg.] 1976, 20</Quellen>
<Sparte>Bildungspolitik, Politik, 1968, Universität</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>372</ID>
<Stichwort>Vereinigung progressive Hochschule</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Gemässigtere Parallelorganisation zum > forum politicum. Mitglieder: Klaus Baumgartner, Viktor Riedi (Rothenbühler), Ruedi Steiner (letzterer Mitarbeiter bei > Urs Jaeggis Buch: «Der Vietnamkrieg und die Schweizerpresse», Zürich (EVZ, Polis 27)></Kurzbeschrieb>
<Quellen>KomBH 1984, 474 068 Rothenbühler, 1, 4</Quellen>
<Sparte>Bildungspolitik, Politik, 1968, Universität</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>373</ID>
<Stichwort>Verlag um die Ecke</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Silvio Riccardo Baviera 1966 in Zürich gegründeter Verlag. Baviera produzierte zuerst lediglich Faltblätter, die er mit einem Bauchladen in den Spunten verkaufte (unter anderem Arbeiten von Clemens Mettler). 1969 erscheint als erstes Buch ein Essay von Paul Nizon über Friedrich Kuhn. 1970 beendigt Baviera auch aus finanziellen Gründen die Produktion von literarischen Texten und wendet sich den Grafiken zu. In der Folge produziert er Kunstbücher, die er als «begleitende Massnahme» bezeichnet für die Galerie, die er unterdessen betreibt.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 077 Baviera 01f + 5f</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>374</ID>
<Stichwort>Verlag Vorstadtpresse Biel</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Jörg Steiner und Jean Henri Sommer gegründet. Produziert in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre vor allem kleine Lyrikbändchen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 076 Steiner 02, 1f</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>375</ID>
<Stichwort>Vietnam</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Wer nahm wann wo die Vietnam-Diskussion auf, die für die 68er Generation paradigmatisch wurde? In Bern: «Stellungnahme zum Krieg in Vietnam», 16.3.1966; in Zürich findet am 4.2.1967 eine Anti-Vietnam-Kundgebung statt, Hans Rudolf Hilty hält die Ansprache; Vietnam-Demonstration 15.4.1967. Bis mindestens am 3.6.1972 finden in Bern verschiedene Vietnamdemonstrationen statt (vgl. «Demos»).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Demos»; «Vietnam» neutralität : 8/9//65; 5/4/67 Jaeggi Urs: Der Vietnamkrieg und die Presse, Zürich (EVZ) 1966; Künzli Arnold: Vietnam wie es dazu kam, Zürich (EVZ) 1965 Meyer E. Y. 1977 352; Mueller LK EG, 622f; Pezold 1991, 172 (Stellungnahmen von Bichsel, Frisch und Loetscher in der "Weltwoche", Februar 1968), SLA: Nachlass Hilty 16, Typoskript der Zürcher Rede am 4.2.1967: «Der Vietnamkrieg und die Intellektuellen»; Zur Kundgebung ein Typoskript ohne Titel in Hilty-Nachlass 17></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>376</ID>
<Stichwort>Viktoria- Verlag</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Verlag in den 60er Jahren (publiziert u.a. Muellers «Poetische Aderlässe» und Golowins «Mären um den lieben Gott» und «Berner im Hexenkreis»). Verleger sei Erwin Heimann gewesen (Hans Rudolf Hess, mündl. 19.6.1992) Laut Ammann eine Druckerei, die ab und zu Bernensia produzierte, ohne verlegerische Ambition.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: J 37, E/1+2; 016 Ammann 02/5</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>377</ID>
<Stichwort>Villa Bellerive</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Die Villa Bellerive in Luzern ist Mitte der 60er Jahre ein wichtiger Treffpunkt für junge KünstlerInnen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Baumann 1992 6, 9</Quellen>
<Sparte>Kulturraum</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>378</ID>
<Stichwort>Villa Sommerlust</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Wohngemeinschaft in Wabern. Ab ca. 1970/71 [?]. Politisch, aber «hedonistische Linke» (Beat Stöckli, mündlich 29.3.1998). Trend: zurück aufs Land, Aussteiger.
Mitglieder: Ruedi Fink, Gerhard Aregger, Ruth Bärtschi, Urs Mataré (letztere beide sind nach Spanien ausgewandert und haben ein Landgut gekauft); Max Rüdlinger, Marianne Hoegstedt. Andere Leute gingen nach Doro (Leventina, oberhalb Chironico): WG-Projekt mit Anarcho-Ausrichtung.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>Wohngemeinschaft, Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>379</ID>
<Stichwort>vita nova</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Esoterik-Verlag?</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 016 Ammann 02/5 Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [20]f</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>380</ID>
<Stichwort>Volkskultur</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Volkskultur-Stamm im "Wilden Mann" 1953/54. Der Begriff wird vor allem von Golowin 1955/56 im Kerzenkreis eingebracht und in seinen Referaten und Kerzenkreis-Einladungen konkretisiert. Er ist in diesem Kreis die Antwort auf die Zivilisationskritik, die von der Entwurzelung (Entfremdung) der Menschen ausgeht. In K E/100 wird zur Gründung einer Kerzenkreis-Untergruppe «Volkskultur» aufgerufen (Leitung: Golowin). Nach der Spaltung Kerzenkreis/Tägelleist lädt der T. bereits auf den 8.2.1958 zu einem Treffen des «Volkskultur-Rings» (unterzeichnet von S. Golowin, G. Jean-Richard, R. Neuenschwander, B. Remund, N. v. Steiger, Z. Zürcher). Der Ring taucht allerdings später nie mehr auf.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Bachmann 1997, 154</Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>381</ID>
<Stichwort>von Wattenwyl/Suter-Szene</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ab Ende der 50er Jahre eine von den US-amerikanischen Beat-Generation-Autoren inspirierte, globetrottende Gruppe von Berner Leuten um Peter von Wattenwyl und > Urs Suter. Weitere Mitglieder waren Erika Tanner, Alfred Minder (Mindi), Peter Klein (Timmermann), Anita Grotti, Kathrin Zäch, (?) von Allmen u.a. 1964/1965: Kreta-Tripp, ungefähr 15 Leute.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: Nl 006 Suter 02</Quellen>
<Sparte>Szene</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>382</ID>
<Stichwort>Walter Verlag Olten</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Wird für die Jurasüdfussautoren Peter Bichsel und Jörg Steiner wichtige Anlaufstelle, als Otto F. Walter als Verleger arbeitet.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: Archiv fl.: 076 Steiner 02, 3 + 4 (Rolle von Otto F. Walter) Zingg [Hrsg.] 1998</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>383</ID>
<Stichwort>Walter Zürcher Verlag</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Walter Zürchers Verlag mit Sitz in Gurtendorf. Existiert von 1966-1973: «Meine Idee war schon, einerseits "apero" und all das zu machen, aber andererseits Begert und die panidealistischen Sachen» (Walter Zürcher mündl., 06, 5). Ab Juni 1967 gibt er die Zeitschrift "apero" heraus, ab Anfang 1970 den "focus". Darüberhinaus druckt er das "Friiblettli", zeitweise Urban Gwerders "hotcha!" und Flugblätter. Im Verlag erscheinen auch Bücher (Z. B.: Urban Gwerder: Tilt [Dez. 1967]) 1973 verschenkt er während eines LSD-Trips den Verlag an den verdutzten Buchändler Ulrich Ricklin. Laut Walter Zürcher (026, 04, 4) hat in den 70er Jahren der Basler «Sphinx»-Verlag thematisch die Nachfolge seines Verlages angetreten; dieser Verlag sei «der verlängerte Golowin» gewesen. Als vermutlich sehr gut dokumentierter, ehemaliger Lektor des Verlags erwähnt Therese Campinas-Zürcher: Norbert Richter, Myrtenweg 33, 3018 Bern, 991 83 02 (mündlich, 9.6.1997).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Verlage»; 026 Walter Zürcher 01, Pt. 3; 06, 4</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
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<ID>384</ID>
<Stichwort>Wandlung (Panidealismus)</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>«Wandlung Blätter für Panidealistischen Aufbau». Von 1934 bis 1940 zweimonatlich erscheinende, von Wladimir Astrow und Hans Zbinden herausgegebene Zeitschrift, die Texte aus dem Nachlass von Holzapfel, sowie Beiträge von Bettina und Monika Holzapfel, Astrow, Zbinden, Hans Rhyn, Fritz J. Begert, Stanislaw Vincenz, Otto Hausherr u.a. publiziert. Als durch den Krieg der Versand im Ausland verunmöglicht wird, muss die W. eingestellt werden.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv Neuenschwander: Vollständig vorhanden bis auf die Nrn 1/35 und 5/39.</Quellen>
<Sparte>Zeitschrift</Sparte>
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<ID>385</ID>
<Stichwort>Wassermann-Zentrum Düdingen</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Ramseier» (Gespräch mit Hächler 1996, 2);</Quellen>
<Sparte>Wohngemeinschaft, Szene</Sparte>
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<ID>386</ID>
<Stichwort>Wilder Mann</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Hotel an der Aarbergergasse 41 (heute: Ryfflihof). 1924 abgebrochen und neu erbaut (mit Lift) (Glauser, Fn).1942 Gründungsort und erster Treffpunkt der anthroposophischen «Freien Pädagogischen Vereinigung» (FPV) (011 Zeno Zürcher 05, Pt. 3; Widmer 1992, 277, Widmer mündl., 10.11.1992). «Der "Wilde Mann" habe verschiedenen Bevölkerungskreisen als Treffpunkt gedient, auch weniger sittsamen und ordnungsliebenden.» (Glauser, Fn.) In den 30er und frühen 40er Jahren aber eher gutbürgerlich; nach der Verlagerung des Prostituiertenstrichs von der Gutenberg- an die Aarbergergasse zunehmend ein Treffpunkt des Berner Milieus (auch der Schwulen, vgl. Walser). Säli im ersten Stock, im Parterre das Restaurant mit Bar, im Keller die Bierschwemme «Cheesa» (Volksmund: «Im tiefen Keller»). Seit 1953 jeden Mittwoch ab 17 Uhr ein Stammtisch von heimatkundlich Interessierten um René Neuenschwander und Fritz Jean Begert (John Marbach, Kurt Gaugler, Hans Zulliger, Hermann Hiltbrunner, Rudolf Müller, Robert Seiler, Jakob Tannast, Kunstmaler Krebs, Sergius Golowin, Walter und Zeno Zürcher, Jean-Richard) [028 Golowin 05]. Ab 16.3.1955 wird der Lesesaal im 1. Stock für ca ein Jahr zum Treffpunkt des Kerzen-Kreises. Am 18.3.1962 wird dieses Säli vom Tägel-Leist für eine Veranstaltung gemietet. Schliessung vermutlich Ende 1969; abgerissen am 13.10.1970.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.:«Wilder Mann»; «Tä.-L.»; «Schwule» (Walser 1991, 30); «v. Steiger» (Interview 1); 026 Walter Zürcher 02, 9 (W. M. als Puff), 11 (Hurenepisode); 028; Glauser, Friedrich: Die Fieberkurve, 1995 (Limmat), 242 (Fussnote zu S. 93); Golowin 03, Pt. 3; 05, 1; 038 Baumgartner 05, 2</Quellen>
<Sparte>Treffpunkt</Sparte>
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<ID>387</ID>
<Stichwort>Wohnsiedlung Thalmatt</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Siedlung in 3037 Herrenschwanden bei Bern, Baujahre 1972-1974</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Kurzbeschrieb in: Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 141</Quellen>
<Sparte>Architektur</Sparte>
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<stichworte>
<ID>388</ID>
<Stichwort>Wohnungsnot</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Während der nonkonforme Diskurs wertkonservativ «Feudalherren-Schlösser» vs. «Mietskasernen» argumentiert (siehe Stärnelütli 1969, in: Graf/Graf), schlägt jener der neuen Linken in Gesellschaftskritik um: «Menschenunwürdige Wohnungen» (siehe Liga für Menschenrechte, 1971)</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [26, > Neue Tendenzen der Architektur], 29 [Golowin]; Liga 1971, vor allem 29ff></Quellen>
<Sparte>Politik</Sparte>
</stichworte>
<stichworte>
<ID>389</ID>
<Stichwort>Worbbahn</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Eigentlich: «Vereinigte Worb-Bahnen» (VWB). Ihre Endstation war bis Mai 1974 vor dem Kornhaus («Bern-Kornhaus») (Ueli Baumgartner mündl., 4.2.1993).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>
</Quellen>
<Sparte>
</Sparte>
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<ID>390</ID>
<Stichwort>WORTWAAGE</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ein von Peter Lehner gegründeter Zyklus von Lesungen im Unteren Juker, den Ernst Eggimann in «Bund» 26.10.1969 ( «Schwarze-Tinte-Werkstatt») erwähnt. Bisher sind drei Veranstaltungen dokumentiert ( «Wortwaage»).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Wortwaage»; «Schwarze-Tinte-Werkstatt») «Heidi Lehner» (darin: Brief vom 21.-24.8.1998) 075 Eggimann 02, 1 (als Vorgängerprojekt der «Schwarze-Tinte-Werkstatt»)</Quellen>
<Sparte>Literatur, Lesung, Treffpunkt</Sparte>
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<stichworte>
<ID>391</ID>
<Stichwort>Wylergut</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Siedlung an der Polygonstrasse/Haldenstrasse, 3014 Bern, Baujahr 1943-1946</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Kurzbeschrieb in: Dickerhof/Giger [Hrsg.] 1976, 138</Quellen>
<Sparte>Architektur</Sparte>
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<ID>392</ID>
<Stichwort>Zähringerkeller</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>
</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Küng 1988, 30</Quellen>
<Sparte>Veranstaltungsraum, Rock</Sparte>
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<ID>393</ID>
<Stichwort>Zäni-Bar</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Bar am Ryffligässli 10; Vorlage für die «Dreizehn-Bar» in: Golowin 1960. Laut «Bund» (26.1.1962) ein Ort mit «ungesunde[r] Atmosphäre»; die Bar wurde vor diesem 26.1.1962 geschlossen.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl. ]«Zäni-Bar» 038 Baumgartner 05, 2</Quellen>
<Sparte>Restaurant, Treffpunkt</Sparte>
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<ID>394</ID>
<Stichwort>Zigeuner, Fahrende</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Für die Hippies, Gammler und Neuen Leute der 60er Jahre waren die Zigeuner Vorbilder einer gegenkulturellen Lebensform. Man fühlte sich (bluts)verwandt ( Golowin 1975, 82) und biederte sich der Zigeunerkultur an ( Saintes-Maries). Obschon Golowin in der Junkere 37 schon 1964 von der Jenischen-Verfolgung in der Schweiz erzählt habe (Zeno Zürcher mündl., 29.5.1992, auch "focus" 12/1970, 31f), pflegten die Sesshaften in dieser Zeit grundsätzlich ein idealisierendes Zigeuner-Bild vom exotischen, magischen, dunklen Fremden (z.B. Neuenschwander 1962). Vor allem Ende der 60er Jahre gilt Golowins Interesse den Zigeunern als Repräsentanten des kulturellen Untergrunds seit dem Mittelalter. Ebenfalls öffentlich setzt sich -> Karl Rinderknecht mit dem Thema auseinander (-> 26.3.1955).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>neutralität 1/67 (ad. Zigeuner-Geschichte 1+2, Sinwel) Bachmann 1966, 52 («Bastarde und Narren»); Golowin 1969, 95+113 (Z. als "Ferment" des kulturellen Untergrunds in der Geschichte); Golowin [1969]/1991, 28f, 36,38; Golowin 1975, 70-92; Golowin [1981]/1989, 196f, 332 (Verweis auf seine jenischen Bezugspersonen Albert Minder, Alfred Bangerter und Walter Wegmüller); Neuenschwander 1962; REM. Das Mädchen mit der Regenbogenforelle, 34f (NL DÜRR);></Quellen>
<Sparte>Theorie</Sparte>
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<ID>395</ID>
<Stichwort>Zivilverteidigungsbüchlein</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Von Albert Bachmann und Georges Grosjean verfasst; vom Eidg. Justiz- und Polizeidepartement herausgegeben, Vorwort von dessen Vorsteher Ludwig von Moos; Ausgaben in deutsch, französisch und italienisch, Gesamtauflage: 2, 6 Millionen; gesamtkosten für den Bund: über 4 Millionen Franken; gedrückt wird im Miles-Verlag Aarau (Inhaber Albert Bachmann und Fritz Rentsch). 1969 an alle Schweizer Haushalte verteilt. Seine Aufgabe: «Die Widerstandskraft des Volkes zu erhalten und zu stärken, die Unabhängigkeit der Schweiz zu sichern» (von Moos). Kririk: «Plumper Versuch, die Bevölkerung in sogenannte gute und schlechte Bürger einzuteilen, mit dem Ziel, jeden Gesellschaftskritiker als potentiellen Landesveräter zu entlarven» (Schmid) Die Auseinandersetzung um das Buch (und um die Tatsache, dass der SSV-Präsident Maurice Zermatten, bei der intellektuellenfeindlichen französischen Übersetzung mitgearbeitet hat), führt zur Spaltung des SSV ( 20.5.1970) und zur Gründung der Gruppe Olten ( 25.4.1971).</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Bachmann/Grosjean 1969; Frisch 1986, VI, 250ff; Mühlethaler 1989, 9ff; Schmid 1976, 354ff; SSV [Hrsg.] 1987, 153ff</Quellen>
<Sparte>Theorie, Armee, kalter Krieg, geistige Landesverteidigung, Literatur</Sparte>
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<ID>396</ID>
<Stichwort>Zürcher Konkrete</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Ein Teil der Zürcher Allianz: Max Bill, Camille Graeser, Verena Loewensberg, Paul Lohse u.a. Ihr «"saubere" Kunst» (Bucher 82) wird für die "spirale"-Initianten Marcel Wyss und Dieter Roth vorbildlich. Konkrete Kunst.></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Bucher 1990, 10, 11, 12, 17, 30, 52, 53, 82 (Z. K. als «Splittergruppe der Allianz»)</Quellen>
<Sparte>Kunst, Szene</Sparte>
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<ID>397</ID>
<Stichwort>Zürcher Literaturstreit</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Mit seiner Rede anlässlich der Verleihung des Zürcher Literaturpreises am 17.12.1966 (tags darauf in der NZZ abgedruckt) entfacht Emil Staiger den Zürcher Literaturstreit. Seine Polemik geht gegen die neue und engagierte Literatur und gipfelt im Auspruch: «Wenn uns die Dichter unserer Zeit verlassen, rufen wir den Beistand der Dichter vergangener Zeiten herbei und lassen uns von ihnen sagen, was der Mensch ist und vermag, was er auch heute noch vermag, sofern er stark und innig will.» (96). Als Vorgeschichte zu diesem Streit ist zum Beispiel das Spannungsfeld zu sehen, das sich zwischen Kurt Guggenheims Rede «Heimat oder Domizil?» (1961) und Kurt Martis Essay «Die Schweiz und ihre Schriftsteller die Schriftsteller und ihre Schweiz» (1966) zu sehen (Gegenüberstellung bei Pezold). Zum Spannungsfeld siehe auch: Berner Literaturstreit ab 1964.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: 024 Lauener 01, Pt. 10 (ad. Staiger); J 37 E/11 Adorno: Ästhetische Theorie, 349 (ad. Emil Staiger); Frisch 1986 VI, 54f, 88f, 105f; Frisch u.a. 1966; Guggenheim 1961; Höllerer [Hrsg.] 1967; Höllerer [Hrsg.] 1968; Jaeckle Erwin: Der Zürcher Literaturschock, München (Langen-Müller Paperbacks), 1968; Marti 1966; Pezold 1991, 167ff</Quellen>
<Sparte>Literatur</Sparte>
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<ID>398</ID>
<Stichwort>Zürcher Woche</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>Nachdem die Chefredaktion von James Schwarzenbach an Roman Brodmann übergeht (1961), wichtige Plattform des «Nonkonformismus». 1963 löst Werner Wollenberger Brodmann ab, auf Juni 1967 [J 37/139) wird die ZW von einer «neuen Reaktion» übernommen und der Kurs ins Konformistische zurückgebogen (vgl. Frank A. Meyer). Später übernimmt eine Zeitlang das -> «Sonntags-Journal» die Funktion der Plattform für nonkonformistische Publikationen; dort spielt Dürrenmatt als Herausgeber [?] eine Rolle (REM LGK EG, 259).></Kurzbeschrieb>
<Quellen>Archiv fl.: «Zürcher Woche»; J 37 E/139 Golowin [1967]/1980, 216; Meyer, Frank A: Zürcher Woche: Mutationen, in: neutralität 5/3, 1967; Mueller LK EG 619, 622, 627</Quellen>
<Sparte>Zeitung, Zeitschrift</Sparte>
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<ID>399</ID>
<Stichwort>Zytglogge</Stichwort>
<Kurzbeschrieb>1964 gründet Hugo Ramseyer zusammen mit Rolf Attenhofer den Schallplattenverlag Zytglogge. Seit 1971 mit einer Abteilung Buch.</Kurzbeschrieb>
<Quellen>«Zytglogge Verlag» Graf/Graf [Hrsg.] 1973, [20]f, [42]</Quellen>
<Sparte>Verlag</Sparte>
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</dataroot>
