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s.a. SLA-Boehler-A-1-GKH-Johansen
Biographische Angaben
Hanna Johansen wurde 1939 in Bremen geboren. Sie hat in Marburg und Göttingen Germanistik, Altphilologie und Pädagogik studiert.
Die Jahre 1967-69 verbrachte sie in Ithaca und New York. 1970 hat sie zunächst in Genf, dann im Kanton Zürich gewohnt, hier
sind ihre beiden Söhne geboren. Von 1972 lebte Hanna Johansen in Kilchberg bei Zürich. Sie starb am 25.04.2023 in Horgen.
Hanna Johansen publiziert seit über dreissig Jahren kontinuierlich Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Als erster Roman
erschien 1978 Die stehende Uhr im Carl Hanser Verlag. In Hanna Johansens Romanen erzählen meist weibliche Kunstfiguren aus
subjektiver Perspektive, aber mit objektivierendem Blick und phänomenologischer Präzision für ihre Aussenwelt ihre Alltags-
und Familiengeschichten. Die Erzählerinnen sind dezente Beobachterinnen der radikalen Verwandlung ihrer selbst in ihrer Gegenwart
(Die stehende Uhr, 1978) oder ihrer Vergangenheit (Die Analphabetin, 1985). Ihre Protagonistinnen entwickeln zunehmend Reflexion,
Scharfsinn und stilistische Brillanz (Die Kurnovelle, 1994). Jedes der Werke ist durch eine eigenständige Erzählsituation
und jede Figur ist durch eine unverkennbare Sprechweise charakterisiert.
Die reiche Vielfalt der erzählenden Stimmen erweitert sich in den Erzählungen auch auf männliche Protagonisten (Über den Wunsch
sich wohlzufühlen, 1985, und Die Schöne am unteren Bildrand, 1990). Mit sublimer Ironie und dezentem Humor hat Hanna Johansen
in der Universalgeschichte der Monogamie (1997) ihre literarische Grossform erreicht. Im Roman Lena (2002) verteidigt und
entflicht die Protagonistin ein Familienverhängnis aus Lebenslügen. Im Roman Der schwarze Schirm (2007) verwickelt sich die
Ich-Erzählerin aufgrund einer Zufallsbekanntschaft in eine andere Lebenserzählung. Infolge ihres Amerikaaufenthalts hat Hanna
Johansen seit 1969 amerikanische Autoren und Autorinnen ins Deutsche übersetzt. Seit 1983 hat sie 17 Kinderbücher publiziert
und teilweise illustriert. Darunter Felis, Felis (1987), Der Füsch (1995) und Omps! - Ein Dinosaurier zu viel (2002) und zuletzt
Ich bin hier blo? die Katze (2007). Die Werke Hanna Johansens sind in fast 20 Sprachen übersetzt. Die wichtigsten Preise sind
der Marie Luise Kaschnitz Preis 1986, der Conrad Ferdinand Meyer Preis 1987, der Schweizer Jugendbuchpreis 1990, der Preis
der Schweizerischen Schillerstiftung 1991, der Phantastikpreis der Stadt Wetzlar 1993, der Solothurner Literaturpreis 2003
und der Kunstpreis der Stadt Zürich 2008
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Hanna Johansen, ca. 1990. (Foto: Peter Friedli)
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Umfang und Inhalt der Dokumente
Das Archiv enthält Briefe und literarische Dokumente wie Notizbücher, Manu- und Typoskripte von den frühen Erzählungen und
den ersten Werken bis zu Ein Schwarzer Schirm (2007). Einen Schwerpunkt bilden die Kinder- und Jugendbucher einschliesslich
ihrer Übersetzungen
Briefe u.a. von: Ilse Aichinger, Maja Beutler, Iso Camartin, Lore Frey, Max Frisch, Reto Hänny, Lukas Hartmann, Ingeborg Kaiser,
Friederike Kretzen, Peter von Matt, Mariella Mehr, Klaus Merz, Gilbert Musy, Erica Pedretti, Elsbeth Pulver, Ilma Rakus, Peter
Rüedi, Winfried Georg Sebald, Jörg Steiner, Guntram Vesper, Werner Weber, Peter Zeindler, Yvette Z'Graggen
Administrative Informationen
Zugang
Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen GründenDie Korrespondenz
ist nur mit Einwilligung der Autorin zugänglich
Bevorzugte Zitierweise
Schweizerisches Literaturarchiv (SLA): Archiv Hanna Johansen
Erwerbung
Das Archiv wird kontinuierlich ergänzt