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Biographische Angaben
Werner Morlang, geboren 1949 in Olten, gestorben 2015 in Zürich, studierte Germanistik und Anglistik in Zürich und Swansea
und promovierte 1982 bei Werner Weber mit einer Dissertation über Arno Schmidt. Er lebte als freischaffender Germanist, Literaturkritiker,
Übersetzer aus dem Englischen und Buchautor in Zürich.
Morlang war von 1987 bis 1995 Leiter des Zürcher Robert-Walser-Archivs und Mit-Entzifferer und -herausgeber von Walsers mikrographischem
Nachlass («Aus dem Bleistiftgebiet», 1985–2000) und publizierte zahlreiche Beiträge zu Walser, darunter «Robert Walser in
Bern. Auf den Spuren eines Stadtnomaden» (2. Aufl. 2009).
Das besondere Augenmerk des bibliophilen Sammlers und Literaturkritikers galt literarischen Randfiguren, die er im Band «So
schön beiseit. Sonderlinge und Sonderfälle der Weltliteratur» (2001) porträtierte. Eine enge Freundschaft verband ihn mit
Gerhard Meier, dessen Leben und Werk er in einem grossen Gesprächsband würdigte («Das dunkle Fest des Lebens. Amrainer Gespräche»,
1995). Weitere Bände über das Paar Hanny Fries und Ludwig Hohl («Die verlässlichsten meiner Freuden». Hanny Fries und Ludwig
Hohl, 2003) sowie über «Canetti in Zürich» folgten. Postum erschien die Textsammlung «Ladies in Shorts. Und andere Persönlichkeiten
der Weltliteratur» (2019) sowie der Erinnerungsband «Ein Spurenleser im Verborgenen» (2016).
Werner Morlang war ein ebenso genauer wie passionierter Leser, der seine Lesefrüchte über Jahre hinweg in Kolumnen in der
Kulturzeitschrift DU, aber auch in Soireen des Schauspielhauses Zürich vermittelte. Sein editorisches und essayistisches Werk
wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.
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Werner Morlang, 2002 (Foto: Werner Gadliger)
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Umfang und Inhalt der Dokumente
Der Nachlass von Werner Morlang umfasst die Manus- und Typoskripte seiner Buchpublikationen wie z.B. mehrere Fassungen der
Protokolle der Amrainer Gespräche mit Gerhard Meier sowie der zahlreichen essayistischen und editorisch-kritischen Beiträge
und journalistischen Texte.
Dazu kommt eine umfangreiche Korrespondenz mit Autorinnen und Autoren, Verlegern und Literaturvermittlerinnen wie Egon Ammann,
Lukas Bärfuss, Iren Baumann, Margrit Baur, Ricco Bilger, Franz Böni, A.M. Frey, Hanny Fries, Wilhelm Genazino, Werner Helwig,
Alfred Kolleritsch, Jürg Laederach, Gertrud Leutenegger, Kurt Marti, Gerhard Meier, Helen Meier, Klaus Merz, Adolf Muschg,
Paul Nizon, Alex Sadkowsky, Claudia Storz, Aglaya Veteranyi, Werner Weber, Markus Werner, Franz Wurm, Gerda Zeltner, Dieter
Zwicky.
Im Nachlass befindet sich neben der Dokumentation seiner publizistischen Tätigkeit insbesondere auch eine Sammlung mit Autografen
von Ilse Aichinger, Brothers Quay, Elias Canetti, Günter Eich, Emmy Hennings, Fritz Hochwälder, Danilo Kiš, Annette Kolb,
Else Lasker-Schüler, Robert Lax, Walter Mehring, Carl von Ossietzky, Nelly Sachs, Paul Valéry und Maria Waser.
Administrative Informationen
Zugang
Konsultation nur im Lesesaal SLA
Sachverwandte Unterlagen
Die Dokumente zu und Autografen von Robert Walser befinden sich im Robert Walser-Zentrum, Marktgasse 45, CH-3011 Bern.
Bevorzugte Zitierweise
Schweizerisches Literaturarchiv (SLA). Nachlass Werner Morlang
Erwerbung
Schenkung von Ruth Känel, 2016
Hinweise zur Erschliessung