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Biographische Angaben
Silja Walter wurde am 23. April 1919 in Rickenbach bei Olten als zweite von acht Töchtern geboren. Einziger Bruder Siljas
ist der Schriftsteller Otto F. Walter, ihr Vater war Nationalrat und Verleger Otto Walter. Sie besuchte das Lehrerinnenseminar
in Menzingen und begann in Fribourg und später in Basel das Studium der Literaturwissenschaften, welches sie aber aufgrund
einer Lungenerkrankung abbrechen musste.
Schon früh hatte sie begonnen, Laienspiele für den christlichen Frauenverein Blauring zu schreiben. Im Jahre 1944 veröffentlichte
sie den Gedichtband „Erste Gedichte“. Im Jahr 1948 trat sie ins Benediktinerinnenkloster Fahr ein und legte am 11. Oktober
1949 ihr Gelübde ab, worauf sie den Ordensnamen Schwester Maria Hedwig erhielt. Dieser Schritt bildete eine Zäsur in Walters
Leben, die sich auch in ihrem literarischen Schaffen widerspiegelt: nach einer längeren Schreibpause werden in ihren späteren
umfassenden Werken vor allem das Klosterleben und der Umgang mit der benediktinischen Regel thematisiert. Beispiele dafür
sind „Ruf und Regel“, „Das Kloster am Rande der Stadt“ oder „Tanz des Gehorsams oder die Strohmatte“. Zudem schrieb sie immer
wieder Chronik-, Gottesdienst- und Mysterienspiele, die meistens Auftragsarbeiten für Kirchen- oder Ortsjubiläen waren. Zudem
engagierte sich Silja Walter in Gottesdienstprojekten, die sich spielerisch mit der Liturgie befassten. Viele ihrer Texte
wurden zudem im kirchlichen Umfeld vertont. Ab 1991 wendet sie sich neben weiteren religiösen Werken ihrer Familiengeschichte
zu: im Roman „Der Wolkenbaum“ reflektiert sie ihre Kindheit aus der Perspektive eines kleinen Mädchens; in ihrem letzten Werk
„Der Kamm der Queen“ wird die Geschichte der Kammmacherfamilie Walter aus Mümliswil erzählt.
Silja Walter, die verschiedene Literaturpreise und das Ehrenbürgerrecht von Mümliswil, Rickenbach und Würenlos erhielt, verstarb
am 31. Januar 2011 im Kloster Fahr.
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Silja Walter (c) Kloster Fahr
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Umfang und Inhalt der Dokumente
Das Archiv wurde von Silja Walter selber vorgeordnet. Es folgt in grossen Zügen der Systematik des SLA, berücksichtigt aber
in Einzelfällen auch die Ordnung von Silja Walter (z.B. befinden sich gewisse werkzugehörige Korrespondenzen in den entsprechenden
Werkdossiers). Es finden sich Typoskripte (wenige Manuskripte) zu den literarischen Werken, umfangreiche Korrespndenzen, persönliche
Dokumente, Rezensionen, Sekundärliteratur etc.
Der Komplex der Werke, welche vor ca. 1995 entstanden sind, wurde von Silja Walter in grösseren Teilen an Pfr. Eggenschwiler
nach Dornach gegeben, der ein privates Silja-Walter-Archiv aufbaute. Heute befindet sich diese Sammlung im Klosterarchiv Einsiedeln.
Administrative Informationen
Zugang
Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.
Erwerbung
Kauf von Silja Walter bzw. dem Kloster Fahr.
Hinweise zur Erschliessung