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Biographische Angaben
Aglaja Veteranyi wurde 1962 in Bukarest geboren, als Tochter einer Artistin und eines Clowns und Artisten, mit dem sie 1965
bereits in der Manege auftrat. 1967 flüchtete die Familie aus Rumänien in die Schweiz. In den folgenden zehn Jahren führten
lange Reisen mit Auftritten im Zirkus und Varieté durch Europa, nach Afrika und Südamerika. Nach der Rückkehr 1978 begann
Aglaja Veteranyi mit autodidaktischen Studien und liess sich von 1979 bis 1982 an der Schauspiel-Gemeinschaft Zürich zur Schauspielerin
ausbilden. In dieser Zeit entstanden erste literarische Texte. Seit 1982 Arbeit als freie Schauspielerin und von 1988 als
Co-Leiterin der Schauspiel-Gemeinschaft Zürich. Neben mehreren selbstständigen Bühnenprojekten gründete Aglaja Veteranyi zwei
Performance-Ensembles, mit denen sie diverse Bühnenproduktionen realisierte : "Die Wortpumpe" mit René Oberholzer (1993-96)
und "Die Engelmaschine" mit Jens Nielsen (1996-2002). Daneben veröffentlichte sie Kurzprosa in Anthologien, Literaturzeitschriften
und Zeitungen. Mit dem autofiktionalen Text "Warum das Kind in der Polenta kocht" (DVA, 1999) erlangte sie internationale
Bekanntheit. Aglaja Veteranyi nahm sich am 3. Februar 2002 in Zürich das Leben. Zwei weitere Bücher, der Roman "Das Regal
der letzten Atemzüge" (DVA, 2002) und der Kurzprosaband "Vom geräumten Meer, den gemieteten Socken und Frau Butter" (DVA,
2004), konnten erst postum erscheinen.
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Fotoporträt Aglaja Veteranyi © Ayse Yavas
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Umfang und Inhalt der Dokumente
Der Nachlass umfasst 91 Archivschachteln, 13 Foto-Schachteln und 6 Schachteln Sonderformat.
Teil A (13 Schachteln): Veteranyis facettenreiches künstlerisches Schaffen wird durch eine interessante Vielfalt an Archivalien
breit dokumentiert: Zu nennen sind Vorstufen und Korrekturfassungen (Manuskripte und Typoskripte, z.T. mit handschriftlichen
Korrekturen) von "Warum das Kind in der Polenta kocht" (1999) und "Das Regal der letzten Atemzüge" (2002), aber auch von Theaterstücken
(u.a. der Performance-Gruppen "Die Wortpumpe" und "Die Engelmaschine") sowie diverse Konvolute mit Kurzprosa-Texten.
Teil B (11 Schachteln): Es findet sich Korrespondenz an und von der Autorin, welche die Vernetzung im Schweizer Literaturleben
dokumentiert.
Teil C (44 Schachteln): Ein zentrales Kernstück des Nachlasses bildet eine Sammlung von ca 170 Notizheften (ca 30 Schachteln).
Aus diesen wird ersichtlich, wie eng gelebte Realität und künstlerische Produktion bei Veteranyi ineinandergehen. Neben weiteren
beruflichen und privaten Lebensdokumenten ist im Nachlass unter anderem eine umfangreiche Fotosammlung enthalten (20 Schachteln
inkl. Sonderformate). Diese enthält Porträts der Autorin, Aufnahmen von Lesungen und Performances, Fotografien von Reisen
und Verwandten und eine grosse Anzahl an Polaroids. Ebenfalls in der Fotosammlung enthalten sind von der Autorin selbst kreierte
Postkarten mit Schriftzügen.
Teil D (21 Schachteln): Teil des Nachlasses sind weiter die Belegexemplare ihres Werkes, inklusive der Übersetzungen in ca.
10 Sprachen. Die Rezeption des Werks wird durch eine umfassende Rezensionssammlung dokumentiert. Zudem findet sich ein Konvolut
mit verschiedenen postumen Werkadaptionen (Theaterinszenierungen, Filmen etc.). Der Nachlass enthält auch eine grosse Sammlung
an Audio- und Videodokumenten: Tonaufnahmen und Videomitschnitte von Performances oder Lesungen. Zuletzt findet sich noch
eine kleine Sammlung von Kunstwerken von befreundeten Künstlern.
Teil E (2 Schachteln): Der Nachlass wird ergänzt durch eine von Hanna Mehr übergebene Sammlung. Diese enthält Prosatexte,
Korrespondenz, Lebensdokumente, Fotografien, persönliche Objekte, Pressedokumentation und audiovisuelle Dokumente.
Administrative Informationen
Zugang
Konsultation nur im Lesesaal SLA. Einschränkungen vor allem aus urheber- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen.
Bevorzugte Zitierweise
Schweizerisches Literaturarchiv (SLA): Nachlass Aglaja Veteranyi
Erwerbung
Verkauf
Hinweise zur Erschliessung
Der Nachlass ist mit Unterstützung des Vereins zur Förderung des Schweizerischen Literaturarchivs erschlossen worden.
HelveticArchives / online
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:ch:bel-90765
Dieses Online-Inventar wurde aus HelveticArchives generiert. Es unterscheidet sich in seinem Erscheinungsbild von "normalen"
Online-Inventaren hauptsächlich durch die beiden folgenden Merkmale: das Datum wird mit Punkt (statt Trennstrich) angezeigt,
es gibt - strukturell bedingt - mehr „Darin“-Auflistungen im Bemerkungsfeld. In ihrem Inhalt sind die beiden Inventarformen
jedoch identisch.